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Joachim Gauck: Unterschied zwischen den Versionen

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|NAME=Gauck, Joachim
|NAME=Gauck, Joachim
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|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Pfarrer und Politiker (Neues Forum), MdV, erster Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen
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'''Joachim Gauck''' (* [[24. Januar]] [[1940]] in [[Rostock]]) ist ein [[Evangelische Kirche in Deutschland|evangelischer]] deutscher [[Publizist]] und [[Pastor]].
'''Joachim Gauck''' (* [[1940]] in [[Rostock]]) ist ein ehemaliger [[Evangelisch-lutherische Kirche|evangelischer]] Pastor. Er war von 2012 bis 2017 der 11. [[Bundespräsident]] der [[Bundesrepublik Deutschland]]. Von 1958 bis 1965 studierte er [[Theologie]] in Rostock, ab 1967 war er in der [[Evangelisch-Lutherische Landeskirche Mecklenburgs|Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs]] als [[Pastor]] tätig. Zwischen 1982 und 1990 war Gauck Leiter der [[Kirchentag]]sarbeit in [[Mecklenburg]]. 1990 wurde er der erste Bundesbeauftragte zur Aufarbeitung für die Stasi-Unterlagen.


== Werdegang ==
== Vita ==
* 2010 kandidierte er zum Amt des deutschen Bundespräsidenten.
=== Privates ===
Seine ersten fünf Lebensjahre verbrachte Gauck meist an der Ostsee in [[Wustrow]] auf dem Fischland – zusammen mit seiner Mutter und den Geschwistern im Haus seiner Großmutter väterlicherseits.
 
* Seit 2000 ist der verheiratete ehemalige Pastor mit [[Daniela Schadt]] liiert.
** Mit dem Bekanntwerden seiner Kandidatur zum Bundespräsidenten wurde Gauck aus dem konservativen Lager aufgefordert, sein Privatleben zu ordnen. Aus dem rot-grünen Lager und von den Linken gab es gegen diese Aufforderung massive Proteste.<ref>{{Vorlage:Ref
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|Link=http://www.sueddeutsche.de/politik/neuer-bundespraesident-politiker-streiten-ueber-gaucks-wilde-ehe-1.1289861
|Txt=Neuer Bundespräsident - Politiker streiten über Gaucks "wilde Ehe"
|Tag=21. Februar
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|Txt=Heiratsdebatte um Gauck - Muss ein Bundespräsident den Trauschein haben?
|Tag=21. Februar
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|Txt=Das gab es noch nie - Ohne Trauschein im Schloss Bellevue
|Tag=21. Februar
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}}</ref>
* Gauck ist seit 1959 mit [[Hansi Gauck]] verheiratet.
** Gauck hat vier Kinder.<ref>{{Vorlage:Ref
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|Txt=Hansi Gauck: Scheidung war nie ein Thema
|Tag=22. Februar
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}}</ref>
*** Christian (52 - Stand Februar 2012)
*** Martin (50 - Stand Februar 2012)
*** Gesine (46 - Stand Februar 2012)
*** Katharina (33 - Stand Februar 2012)
** 1991 trennten sich Hansi und Joachim Gauck. Beide haben sich bis 2012 nicht scheiden lassen.<ref>{{Vorlage:Ref
|Welt=1
|Link=http://www.welt.de/politik/deutschland/article13880981/Hansi-Gauck-will-von-Scheidung-nichts-wissen.html
|Txt=Ehefrau des künftigen Präsidenten - Hansi Gauck will von Scheidung nichts wissen
|Tag=22. Februar
|Jahr=2012
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}}</ref>
 
=== Ehrungen ===
* 1991 erhielt Gauck die [[Theodor-Heuss-Medaille]] zusammen mit [[Christian Führer]], [[David Gill]], [[Anetta Kahane]], [[Ulrike Poppe]] und [[Jens Reich]] stellvertretend für „Die friedlichen Demonstranten des Herbstes 1989 in der damaligen DDR“.
* 1995: Bundesverdienstkreuz 1. Klasse des [[Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland|Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland]]
* 1996: [[Hermann Ehlers Stiftung#Hermann Ehlers Preisträger|Hermann-Ehlers-Preis]]<ref>[http://www.hermann-ehlers.de/preisverleihung/hermann-ehlers-preis Preisträger des Hermann-Ehlers-Preises]</ref>
* 1997 erhielt er zusammen mit dem Publizisten, Herausgeber und Politiker [[Freimut Duve]] den [[Hannah-Arendt-Preis]] für politisches Denken, der von der [[Heinrich-Böll-Stiftung]] und dem Senat der [[Freie Hansestadt Bremen|Freien Hansestadt Bremen]] gestiftet wird. Die Laudatorin der Preisverleihung war [[Rita Süssmuth]], zur Zeit der Preisverleihung [[Präsident des Deutschen Bundestages|Präsidentin des Deutschen Bundestages]] in [[Bonn]].<ref>[http://www.boell-bremen.de/arendt/preis.php?npoint=6,0,0 Preisträger des Hannah-Arendt-Preis für politisches Denken]</ref>
* Am 20. Januar 1999 wurde ihm die [[Ehrendoktorwürde]] der Theologischen Fakultät der [[Universität Rostock]] verliehen.<ref>Karl-Heinz Jügelt, ''Ehrenpromotionen der Theologischen Fakultät 1999, Joachim Gauck, Heinrich Rathke: akademischer Festakt in der Aula der Universität am 20. Januar 1999'', Rostock 1999.</ref>
* 1999 ist ihm die ''Ungarische [[Imre Nagy|Imre-Nagy]]-Gedenkplakette'' in Budapest verliehen worden.
* Am 15. Juli 2000 erhielt Gauck in [[Erfurt]] den [[Dolf-Sternberger-Preis]]. Die Laudatio hielt der Sächsische Staatsminister für Wissenschaft und Kunst [[Hans-Joachim Meyer]].<ref>[http://www.dolf-sternberger.de/preis2000.html Rede zum ''Dolf Sternberger-Preis 2000'']</ref>
* 2000 erhielt er den [[Wartburgpreis]] der [[Wartburg-Stiftung]] in [[Eisenach]], der für herausragende Verdienste um die europäische Einigung und die deutsche Wiedervereinigung vergeben wird.
* 2000: [[Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland#Heutige Aufteilung|Großes Verdienstkreuz mit Stern]]<ref>Verleihung an Joachim Gauck und den Mitarbeiter der Abteilung Bildung und Forschung, Thomas Auerbach ([http://www.bstu.bund.de/cln_028/nn_714306/DE/Behoerde/Behoerdengeschichte/Chronologie/2000/2000__node.html__nnn=true Webseite der BStU]).</ref>
* 2000 wurde ihm der [[Cicero-Rednerpreis]] (Kategorie Politik) für Förderung der Redekultur verliehen.<ref>[http://www.cicero-rednerpreis.de/preistraeger.htm Preisträger des Cicero-Rednerpreises]</ref>
* 2001 wurde ihm der [[Erich-Kästner-Preis (Dresden)|Erich-Kästner-Preis]] des Presseclubs Dresden e.V. verliehen. Die Laudatio hielt der ehemalige Intendant des [[Sender Freies Berlin|SFB]] und Professor der [[Freie Universität Berlin|Freien Universität Berlin]] [[Günther von Lojewski]].<ref>[http://www.presseclub-dresden.de/2001/12/22/fruhere-preistrager/ Preisträger Erich Kästner-Preis].</ref>
* Am 24. April 2001 wurde ihm die Ehrendoktorwürde der Philosophischen Fakultät der [[Friedrich-Schiller-Universität Jena|Universität Jena]] verliehen. Die Laudatio hielt Kurt Müller.<ref>Kurt Müller: ''Laudatio auf Joachim Gauck'', in: Antrittsvorlesungen 18. Januar 2000 bis 27. November 2001: mit dem Festakt zur Ehrenpromotion von Joachim Gauck am 24. April 2001, von Christel Köhle-Hezinger. Jena 2005, S. 19–23. ISBN 3-932218-15-9.</ref>
* Am 8. Oktober 2002 erhielt Gauck in Köln das [[Goldenes Lot|Goldene Lot]], eine Ehrung des Verbandes Deutscher Vermessungsingenieure. Die Laudatio hielt die Vorjahrespreisträgerin [[Dagmar Schipanski]].<ref>[http://www.vdv-online.de/das-goldene-lot/2002.html Goldenes Lot für Joachim Gauck]</ref>
* 2002: Wittenberg Award, [[Washington D.C.]]<ref>[http://www.lutherinst.org/Pages/AWARDS_bio.cfm?AwardID=37 2002 Wittenberg Award Recipient] (englisch)</ref>
* 2003 erhielt Gauck den in der niedersächsischen Stadt [[Bad Iburg]] ([[Landkreis Osnabrück]]) verliehenen [[Courage-Preis]] für seinen Beitrag zur Wiederversöhnung.
* Am 17. Juni 2005 wurde ihm die Ehrendoktorwürde der [[Universität Augsburg]] verliehen. Die Laudatio hielt Bernd Oberdorfer.<ref>[http://opus.bibliothek.uni-augsburg.de/volltexte/2007/562/pdf/UR_57_06.pdf Gesellschaftspolitisches Engagement auf der Basis christlichen Glaubens], S. 37–42 (PDF; 1,16 MB)</ref>
* 2005: [[Heinz-Herbert Karry#Heinz Herbert Karry-Stiftung|Heinz-Herbert-Karry-Preis]], [[Frankfurt am Main]]
* Im September 2008 wurde Gauck der ''Thomas-Dehler-Preis'' in [[München]] verliehen. Neben dem Präsidenten der Stiftung, Hermann Rind, überreichten [[Sabine Leutheusser-Schnarrenberger]] und der Laudator und Preisträger von 2006, [[Wolfgang Gerhardt]], den Preis für die „Anerkennung seiner Verdienste um die Freiheit und Einheit Deutschlands und in besonderer Würdigung seiner Leistungen bei der Überwindung des totalitären Herrschaftssystems der DDR und der freiheitlichen Ausgestaltung der inneren Einheit Deutschlands“<ref>[http://www.freiheit.org/GesamtImport-Rubrik-449-alter-Auftritt/526c5764i1p/index.html Verleihung des Thomas-Dehler-Preises 2008 an Joachim Gauck]</ref>
* Am 4. Oktober 2009 erhielt er den Kasseler Bürgerpreis „[[Das Glas der Vernunft]]“.
* Am 16. September 2010 erhielt Gauck im Berliner [[Friedrichstadtpalast]] die „[[Goldene Henne]]“. Die Laudatio hielt [[Brandenburg]]s Ministerpräsident [[Matthias Platzeck]].
 
=== Politischer Werdegang ===
* 2012 kandidierte er erneut zum Amt des Bundespräsidenten.
* 2010 kandidierte er bei der Wahl zum deutschen Bundespräsidenten, lehnte jedoch eine zweite Kandidatur in fünf Jahren ab.<ref>{{Vorlage:Ref
|Spiegel/Focus/taz/tz/bild/sz/AA/Zeit/Welt=1
|tagesschau/ntv/WDR/ZDF/ARD=1
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|Link=http://www.focus.de/politik/deutschland/bundespraesident/bundespraesident-gauck-will-keinen-zweiten-versuch_aid_528809.html
|Txt=Bundespräsident - Gauck will keinen zweiten Versuch
|Tag=10. Juli
|Jahr=2010
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}}</ref>
* Im Sommer 1990 wurde er von der Volkskammer zum Vorsitzenden des ''Sonderausschusses zur Kontrolle der Auflösung des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS)/Amt für Nationale Sicherheit (AfNS)'' gewählt.  
* Im Sommer 1990 wurde er von der Volkskammer zum Vorsitzenden des ''Sonderausschusses zur Kontrolle der Auflösung des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS)/Amt für Nationale Sicherheit (AfNS)'' gewählt.  
* Gauck war einer der Hauptinitiatoren des [[Stasi-Unterlagen-Gesetz]]es der Volkskammer.  
* Gauck war einer der Hauptinitiatoren des [[Stasi-Unterlagen-Gesetz]]es der Volkskammer.
* 1990 war kurzzeitig Mitglied des Deutschen Bundestages für das [[Bündnis 90]]. 
* Mit der ersten und einzigen freien [[Volkskammerwahl vom 18. März 1990]] wurde Gauck Abgeordneter.
* Zur Zeit der [[Wende (DDR)|friedlichen Revolution]] in der [[Deutsche Demokratische Republik|DDR]] wirkte er als [[Bürgerrechtler]]  
* Zur Zeit der [[Wende (DDR)|friedlichen Revolution]] in der [[Deutsche Demokratische Republik|DDR]] wirkte er als [[Bürgerrechtler]]  
* Er war führendes Mitglied des [[Neues Forum|Neuen Forums]] in Rostock.
* Er war führendes Mitglied des linksliberalen [[Neues Forum|Neuen Forums]] in Rostock.
* Mit der ersten und einzigen freien [[Wende (DDR)#Wahlentscheidung in freier Selbstbestimmung|Volkskammerwahl vom 18. März 1990]] wurde Gauck Abgeordneter.  


== Werk ==
=== Veröffentlichungen (Auswahl) ===
=== Veröffentlichungen (Auswahl) ===
* 1991: ''Die Stasi-Akten. Das unheimliche Erbe der DDR''. (= rororo 13016) Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1991. ISBN 3-499-13016-5
* 1991: ''Die Stasi-Akten. Das unheimliche Erbe der DDR''. (= rororo 13016) Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1991. ISBN 3-499-13016-5
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* 1993: ''Verlust und Übermut. Ein Kapitel über den Untertan als Bewohner der Moderne'' (Aufsatz)
* 1993: ''Verlust und Übermut. Ein Kapitel über den Untertan als Bewohner der Moderne'' (Aufsatz)
* 1998: Mitautorenschaft an der deutschsprachigen Ausgabe von ''[[Das Schwarzbuch des Kommunismus|Das Schwarzbuch des Kommunismus – Unterdrückung, Verbrechen und Terror]]''. Piper Verlag, München 2004. ISBN 3-492-04053-5
* 1998: Mitautorenschaft an der deutschsprachigen Ausgabe von ''[[Das Schwarzbuch des Kommunismus|Das Schwarzbuch des Kommunismus – Unterdrückung, Verbrechen und Terror]]''. Piper Verlag, München 2004. ISBN 3-492-04053-5
* 2002: ''Freiheit- Ein Plädoyer'', Kösel-Verlag, München, ISBN 978-2-466-37032-0
* 2007: ''Reite Schritt, Schnitter Tod! Leben und Sterben im [[Speziallager Nr. 1 Mühlberg|Speziallager Nr. 1 des NKWD Mühlberg/Elbe]]'' (Aufsatz), hrsg. v. Elisabeth Schuster, [[Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge]]. ISBN 978-3-93659-202-3
* 2007: ''Reite Schritt, Schnitter Tod! Leben und Sterben im [[Speziallager Nr. 1 Mühlberg|Speziallager Nr. 1 des NKWD Mühlberg/Elbe]]'' (Aufsatz), hrsg. v. Elisabeth Schuster, [[Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge]]. ISBN 978-3-93659-202-3
* 2007: ''Diktaturerfahrungen der Deutschen im 20. Jahrhundert und was wir daraus lernen können'' (= Schriftenreihe zu Grundlagen, Zielen und Ergebnissen der parlamentarischen Arbeit der CDU-Fraktion des Sächsischen Landtages; Band 42), Dresden 2007
* 2007: ''Diktaturerfahrungen der Deutschen im 20. Jahrhundert und was wir daraus lernen können'' (= Schriftenreihe zu Grundlagen, Zielen und Ergebnissen der parlamentarischen Arbeit der CDU-Fraktion des Sächsischen Landtages; Band 42), Dresden 2007
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* „Freiheit – Verantwortung – Gemeinsinn. Wir in unserem Staat“, Rede im Deutschen Theater Berlin am 22. Juni 2010 ([http://www.joachim-gauck.de/_pdf/100622_Rede.pdf PDF]; 40 kB)
* „Freiheit – Verantwortung – Gemeinsinn. Wir in unserem Staat“, Rede im Deutschen Theater Berlin am 22. Juni 2010 ([http://www.joachim-gauck.de/_pdf/100622_Rede.pdf PDF]; 40 kB)


=== Gespräche ===
== Auftritte ==
* [[Rede von Joachim Gauck zum Gedenken an den Ersten Weltkrieg am 4. August 2014|Am 4. August 2014 hielt er eine deutschfeindliche Schandrede "zum Gedenken an den Ersten Weltkrieg"]]
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* [http://www.br-online.de/download/pdf/alpha/g/gauck.pdf Im Gespräch mit Tilman Steiner von br-online am 2. Juli 1999] (PDF; 46 kB)
* [http://www.br-online.de/download/pdf/alpha/g/gauck.pdf Im Gespräch mit Tilman Steiner von br-online am 2. Juli 1999] (PDF; 46 kB)
* ''Dem Widerständigen Danke sagen'', Gespräch im [[EL-DE-Haus]] dem NS Dokumentationszentrum der Stadt [[Köln]] im Jahr 2006.<ref>[http://www.report-k.de/index.php/content/view/280/ Artikel in report-k].</ref>
* ''Dem Widerständigen Danke sagen'', Gespräch im [[EL-DE-Haus]] dem NS Dokumentationszentrum der Stadt [[Köln]] im Jahr 2006.<ref>[http://www.report-k.de/index.php/content/view/280/ Artikel in report-k].</ref>
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* „[[Anne Will (Fernsehsendung)|Anne Will]]“: ''20 Jahre Mauerfall – Deutschland einig Vaterland?'', gesendet am 8. November 2009, Moderatorin: [[Anne Will]], Gäste: Joachim Gauck, [[Leander Haußmann]], [[Gesine Lötzsch]], [[Alice Schwarzer]] und [[Klaus von Dohnanyi]].<ref>{{IMDb Titel|tt1584953|Anne Will}}</ref>
* „[[Anne Will (Fernsehsendung)|Anne Will]]“: ''20 Jahre Mauerfall – Deutschland einig Vaterland?'', gesendet am 8. November 2009, Moderatorin: [[Anne Will]], Gäste: Joachim Gauck, [[Leander Haußmann]], [[Gesine Lötzsch]], [[Alice Schwarzer]] und [[Klaus von Dohnanyi]].<ref>{{IMDb Titel|tt1584953|Anne Will}}</ref>


== Auszeichnungen und Ehrungen ==
== Rezeption ==
* 1991 erhielt Gauck die [[Theodor-Heuss-Medaille]] zusammen mit [[Christian Führer]], [[David Gill]], [[Anetta Kahane]], [[Ulrike Poppe]] und [[Jens Reich]] stellvertretend für „Die friedlichen Demonstranten des Herbstes 1989 in der damaligen DDR“.
Wegen seiner DDR-Vergangenheit aber auch wegen der durch ihn offenbar unterstützte Masseneinwanderung wurde er (wie [[Angela Merkel]]) in ostdeutschen Städten, wo er auftauchte, mit Rufen wie "[[Volksverräter]]" empfangen.<ref>[https://www.youtube.com/watch?v=5cy8P2leXXg Bundespräsident Joachim Gauck wird in Bautzen als "Volksverräter" ausgepfiffen]</ref> Kritiker führen an, dass die Eltern von Gauck [[NSDAP]]-Mitglieder waren. Dies soll sich angeblich auf die Erziehung des Kindes ausgewirkt haben.
* 1995: Bundesverdienstkreuz 1. Klasse des [[Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland|Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland]]
* 1996: [[Hermann Ehlers Stiftung#Hermann Ehlers Preisträger|Hermann-Ehlers-Preis]]<ref>[http://www.hermann-ehlers.de/preisverleihung/hermann-ehlers-preis Preisträger des Hermann-Ehlers-Preises]</ref>
Seit 1974 beobachteten Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) die Aktivitäten Gaucks. Er hatte einem [[Inoffizieller Mitarbeiter|Inoffiziellen Mitarbeiter]] (IM) gegenüber zum Beispiel im Mai 1974 die Regierung der DDR als „Clique“ bezeichnet, „die gemeinsam mit dem MfS und der NVA das Volk unterjocht“. Staatssicherheits-Hauptmann Terpe suchte nach dem Kirchentag 1988 Gauck zu einem längeren Gespräch auf, worüber der sich angeblich „angenehm überrascht“ zeigte. Terpe notierte anschließend, dieses Gespräch werde Gauck dazu veranlassen, „seine Haltung zum MfS zu überdenken“, fügte aber hinzu, dass Gauck „zu einem ständigen regelmäßigen Kontakt nicht bereit ist, da es seiner Grundauffassung widerspreche und es zu viele Dinge gibt, die zwischen uns stehen“.<ref>{{Internetquelle |url=https://pastebin.com/g8reZHVL |titel=Akte zeigt Gaucks Distanz zur Stasi |hrsg=[[Die Welt]], Nr. 94 |datum=1991-04-23 |format={{Webarchiv |url=http://spitfire.linux-daus.de/blog-renewed/wp-content/uploads/2012/02/welt-23-04-1991-seite-8.jpg |text=Faksimile |wayback=20131215112056}} |zugriff=2012-03-06}}</ref>
* 1997 erhielt er zusammen mit dem Publizisten, Herausgeber und Politiker [[Freimut Duve]] den [[Hannah-Arendt-Preis]] für politisches Denken, der von der [[Heinrich-Böll-Stiftung]] und dem Senat der [[Freie Hansestadt Bremen|Freien Hansestadt Bremen]] gestiftet wird. Die Laudatorin der Preisverleihung war [[Rita Süssmuth]], zur Zeit der Preisverleihung [[Präsident des Deutschen Bundestages|Präsidentin des Deutschen Bundestages]] in [[Bonn]].<ref>[http://www.boell-bremen.de/arendt/preis.php?npoint=6,0,0 Preisträger des Hannah-Arendt-Preis für politisches Denken]</ref>
 
* Am 20. Januar 1999 wurde ihm die [[Ehrendoktorwürde]] der Theologischen Fakultät der [[Universität Rostock]] verliehen.<ref>Karl-Heinz Jügelt, ''Ehrenpromotionen der Theologischen Fakultät 1999, Joachim Gauck, Heinrich Rathke: akademischer Festakt in der Aula der Universität am 20. Januar 1999'', Rostock 1999.</ref>
== Grundüberzeugungen ==
* 1999 ist ihm die ''Ungarische [[Imre Nagy|Imre-Nagy]]-Gedenkplakette'' in Budapest verliehen worden.
Gauck ist ein vehementer Verteidiger der individuellen Freiheitsrechte des Einzelnen, auch gegenüber den Interessen des Staates sowie einer toleranten Gesellschaft. So schreibt er in seinem Buch ''Freiheit - Ein Plädoyer'': "Es ist vielmehr meine tiefe Überzeugung, dass die Freiheit das Allerwichtigste im Zusammenleben ist und erst Freiheit unserer Gesellschaft Kultur, Substanz und Inhalt verleiht." <ref>Joachim Gauck: ''Freiheit- Ein Plädoyer'', Kösel-Verlag, München, 2002, S. 5</ref>
* Am 15. Juli 2000 erhielt Gauck in [[Erfurt]] den [[Dolf-Sternberger-Preis]]. Die Laudatio hielt der Sächsische Staatsminister für Wissenschaft und Kunst [[Hans-Joachim Meyer]].<ref>[http://www.dolf-sternberger.de/preis2000.html Rede zum ''Dolf Sternberger-Preis 2000'']</ref>
 
* 2000 erhielt er den [[Wartburgpreis]] der [[Wartburg-Stiftung]] in [[Eisenach]], der für herausragende Verdienste um die europäische Einigung und die deutsche Wiedervereinigung vergeben wird.
Dennoch warnt er gleichzeitig vor den Exzessen anarchistischer, ethisch ungebundener Freiheitsbestrebungen: "Auch wir schauen uns nach einer Variante von Freiheit um, die man nicht fürchten muss, weil sie anarchistisch ist, die nur die Ungebundenheit, den Aufruhr, nur die Freiheit von etwas kennt. Auch wir haben den Hang zu einer Freiheit, in der wir, wie es uns die Philosophen und Ethiker gelehrt haben, frei sind für etwas und zu etwas."<ref>Joachim Gauck: ''Freiheit- Ein Plädoyer'', Kösel-Verlag, München, 2002, S. 16</ref>
* 2000: [[Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland#Heutige Aufteilung|Großes Verdienstkreuz mit Stern]]<ref>Verleihung an Joachim Gauck und den Mitarbeiter der Abteilung Bildung und Forschung, Thomas Auerbach ([http://www.bstu.bund.de/cln_028/nn_714306/DE/Behoerde/Behoerdengeschichte/Chronologie/2000/2000__node.html__nnn=true Webseite der BStU]).</ref>
 
* 2000 wurde ihm der [[Cicero-Rednerpreis]] (Kategorie Politik) für Förderung der Redekultur verliehen.<ref>[http://www.cicero-rednerpreis.de/preistraeger.htm Preisträger des Cicero-Rednerpreises]</ref>
Das beste staatliche System zur Garantierung der Freiheitsrechte ist für Gauck das westlich-abendländische Demokratiemodell und die soziale Marktwirtschaft. Sozialistische und antikapitalistische Vorstellungen sind für Gauck gänzlich ungeeignet das Wohl des Menschen zu fördern: "Wenn wir politische Freiheit gestalten wollen, gibt es nicht allzu viele Varianten. Ich jedenfalls kenne keine, die den Grundsätzen dieser westlichen Variante von Eigenverantwortung vorzuziehen wäre. Es gab zwar Gegenentwürfe, in Europa etwas erwachsen aus dem Marxismus. der die Einzelnen im Kollektiv verschwinden ließ. Aber diese Entwürfe haben sich nicht behauptet. Wir haben bei diesen Entwürfen weniger Freiheit, weniger Lebensfreude, weniger Rechtssicherheit und weniger Wohlstand erlebt. Und deshalb gibt es keinen Grund für den alt-neuen Versuch, eine neue Variante von Antikapitalismus in die politische Debatte zu bringen."<ref>Joachim Gauck: ''Freiheit- Ein Plädoyer'', Kösel-Verlag, München, 2002, S. 59 und 60</ref>
* 2001 wurde ihm der [[Erich-Kästner-Preis (Dresden)|Erich-Kästner-Preis]] des Presseclubs Dresden e.V. verliehen. Die Laudatio hielt der ehemalige Intendant des [[Sender Freies Berlin|SFB]] und Professor der [[Freie Universität Berlin|Freien Universität Berlin]] [[Günther von Lojewski]].<ref>[http://www.presseclub-dresden.de/2001/12/22/fruhere-preistrager/ Preisträger Erich Kästner-Preis].</ref>
 
* Am 24. April 2001 wurde ihm die Ehrendoktorwürde der Philosophischen Fakultät der [[Friedrich-Schiller-Universität Jena|Universität Jena]] verliehen. Die Laudatio hielt Kurt Müller.<ref>Kurt Müller: ''Laudatio auf Joachim Gauck'', in: Antrittsvorlesungen 18. Januar 2000 bis 27. November 2001: mit dem Festakt zur Ehrenpromotion von Joachim Gauck am 24. April 2001, von Christel Köhle-Hezinger. Jena 2005, S. 19–23. ISBN 3-932218-15-9.</ref>
Sozialistische Vorstellungen sind nach Gauck ökonomisch und poltisch unbrauchbare Phantastereien: "Eifrig schwadronieren die Phantasten über die Ideen des Sozialismus. Für mich bestand und besteht weder ökonomisch noch politisch eine realistische Chance für einen dritten Weg zwischen dem gescheiterten Sozialismus und dem düster beschworenen Kapitalismus."<ref>Joachim Gauck zitiert nach Norbert Robers: ''Joachim Gauck'', Verlag Henschel, 2000, S. 78</ref>
* Am 8. Oktober 2002 erhielt Gauck in Köln das [[Goldenes Lot|Goldene Lot]], eine Ehrung des Verbandes Deutscher Vermessungsingenieure. Die Laudatio hielt die Vorjahrespreisträgerin [[Dagmar Schipanski]].<ref>[http://www.vdv-online.de/das-goldene-lot/2002.html Goldenes Lot für Joachim Gauck]</ref>
 
* 2002: Wittenberg Award, [[Washington D.C.]]<ref>[http://www.lutherinst.org/Pages/AWARDS_bio.cfm?AwardID=37 2002 Wittenberg Award Recipient] (englisch)</ref>
Im Zuge seiner Kandidatur als Bundespräsident 2010 sprach sich Gauck für die Beobachtung der Partei ''Die Linke'' durch den Verfassungsschutz aus und betonte, er könne "noch immer keine Bindung der Linkspartei an das europäische Demokratieprojekt erkennen".
* 2003 erhielt Gauck den in der niedersächsischen Stadt [[Bad Iburg]] ([[Landkreis Osnabrück]]) verliehenen [[Courage-Preis]] für seinen Beitrag zur Wiederversöhnung.
 
* Am 17. Juni 2005 wurde ihm die Ehrendoktorwürde der [[Universität Augsburg]] verliehen. Die Laudatio hielt Bernd Oberdorfer.<ref>[http://opus.bibliothek.uni-augsburg.de/volltexte/2007/562/pdf/UR_57_06.pdf Gesellschaftspolitisches Engagement auf der Basis christlichen Glaubens], S. 37–42 (PDF; 1,16 MB)</ref>
Toleranz ist für Gauck nicht eine indifferente Gleichgültigkeit ohne eigenen Standpunkt und eigene, besonders auch christlich-abandländische Werte: "Es ist wichtig zu begreifen, dass wir der Toleranz nicht dienen, wenn wir unser Profil verwässern, sondern indem wir uns umgekehrt wieder unserer eigenen Werte vergewissern. (...) Wir sollten daher nicht der irrigen Meinung sein, dass wir der Toleranz etwas Böses antun, wenn wir noch einmal unsere christlich-jüdische Dogmatik anschauen, fragen, welche Werte für unsere Gesellschaft heilsam und wichtig sind, und sie neu zu schätzen lernen."<ref>Joachim Gauck: ''Freiheit- Ein Plädoyer'', Kösel-Verlag, München, 2002, S. 49 und 51</ref>
* 2005: [[Heinz-Herbert Karry#Heinz Herbert Karry-Stiftung|Heinz-Herbert-Karry-Preis]], [[Frankfurt am Main]]
 
* Im September 2008 wurde Gauck der ''Thomas-Dehler-Preis'' in [[München]] verliehen. Neben dem Präsidenten der Stiftung, Hermann Rind, überreichten [[Sabine Leutheusser-Schnarrenberger]] und der Laudator und Preisträger von 2006, [[Wolfgang Gerhardt]], den Preis für die „Anerkennung seiner Verdienste um die Freiheit und Einheit Deutschlands und in besonderer Würdigung seiner Leistungen bei der Überwindung des totalitären Herrschaftssystems der DDR und der freiheitlichen Ausgestaltung der inneren Einheit Deutschlands“<ref>[http://www.freiheit.org/GesamtImport-Rubrik-449-alter-Auftritt/526c5764i1p/index.html Verleihung des Thomas-Dehler-Preises 2008 an Joachim Gauck]</ref>
Im interkulturellen Diskurs vermisste Gauck häufig die Betonung und Treue des Westens zu den eigenen Werten. So fragte Gauck z.B.: "Warum ist ist im Diskurs zwischen unterschiedlichen Kulturen die Freude des Westens an einer bewahrenden und schützenden Freiheit kaum spürbar. Warum gehen wir oft in die nicht-demokratische Welt hinaus und tun so, als hätte unsere demokratische Welt "Nichtwerte", fühlen uns stattdessen betroffen von dem, was die Potentaten dort über uns behaupten?"<ref>Joachim Gauck: ''Freiheit- Ein Plädoyer'', Kösel-Verlag, München, 2002, S. 51 und 52</ref>
* Am 4. Oktober 2009 erhielt er den Kasseler Bürgerpreis „[[Das Glas der Vernunft]]“.
 
* Am 16. September 2010 erhielt Gauck im Berliner [[Friedrichstadtpalast]] die „[[Goldene Henne]]“. Die Laudatio hielt [[Brandenburg]]s Ministerpräsident [[Matthias Platzeck]].
== Siehe auch ==
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== Weblinks ==
* [http://www.spiegel.de/thema/joachim_gauck/ Dossier bei Spiegel Online]
* [http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,720914,00.html Rede zur Einheit Gauck nimmt Migranten und Hartz-IV-Empfänger in die Pflicht] - Spiegel, 2. Oktober 2010
* [http://www.focus.de/politik/deutschland/20-jahre-wende/einheitsfeiern-gauck-ermahnt-migranten_aid_558333.html Einheitsfeiern Gauck ermahnt Migranten] - Focus, 2. Oktober 2010


== Literatur ==
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* Norbert Robers: ''Joachim Gauck – die Biografie einer Institution'', Berlin 2000, ISBN 3-89487-365-5.
* Norbert Robers: ''Joachim Gauck – die Biografie einer Institution'', Berlin 2000, ISBN 3-89487-365-5.
* [[Rayk Wieland]]: ''Portrait über Joachim Gauck''. In: „konkret“, August 1997.
* [[Rayk Wieland]]: ''Portrait über Joachim Gauck''. In: „konkret“, August 1997.
== Weblinks ==
* [http://www.spiegel.de/thema/joachim_gauck/ Dossier bei Spiegel Online]


== Einzelnachweise ==
== Einzelnachweise ==
<references />
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[[Kategorie:Aufarbeitung der SED-Diktatur]]
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Aktuelle Version vom 12. Dezember 2025, 10:53 Uhr

😃 Profil: Gauck, Joachim
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Beruf Theologe und Politiker
Persönliche Daten
24. Januar
Rostock


Joachim Gauck (* 1940 in Rostock) ist ein ehemaliger evangelischer Pastor. Er war von 2012 bis 2017 der 11. Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland. Von 1958 bis 1965 studierte er Theologie in Rostock, ab 1967 war er in der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs als Pastor tätig. Zwischen 1982 und 1990 war Gauck Leiter der Kirchentagsarbeit in Mecklenburg. 1990 wurde er der erste Bundesbeauftragte zur Aufarbeitung für die Stasi-Unterlagen.

Vita

Privates

Seine ersten fünf Lebensjahre verbrachte Gauck meist an der Ostsee in Wustrow auf dem Fischland – zusammen mit seiner Mutter und den Geschwistern im Haus seiner Großmutter väterlicherseits.

  • Seit 2000 ist der verheiratete ehemalige Pastor mit Daniela Schadt liiert.
    • Mit dem Bekanntwerden seiner Kandidatur zum Bundespräsidenten wurde Gauck aus dem konservativen Lager aufgefordert, sein Privatleben zu ordnen. Aus dem rot-grünen Lager und von den Linken gab es gegen diese Aufforderung massive Proteste.[1][2][3]
  • Gauck ist seit 1959 mit Hansi Gauck verheiratet.
    • Gauck hat vier Kinder.[4]
      • Christian (52 - Stand Februar 2012)
      • Martin (50 - Stand Februar 2012)
      • Gesine (46 - Stand Februar 2012)
      • Katharina (33 - Stand Februar 2012)
    • 1991 trennten sich Hansi und Joachim Gauck. Beide haben sich bis 2012 nicht scheiden lassen.[5]

Ehrungen

Politischer Werdegang

  • 2012 kandidierte er erneut zum Amt des Bundespräsidenten.
  • 2010 kandidierte er bei der Wahl zum deutschen Bundespräsidenten, lehnte jedoch eine zweite Kandidatur in fünf Jahren ab.[18]
  • Im Sommer 1990 wurde er von der Volkskammer zum Vorsitzenden des Sonderausschusses zur Kontrolle der Auflösung des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS)/Amt für Nationale Sicherheit (AfNS) gewählt.
  • Gauck war einer der Hauptinitiatoren des Stasi-Unterlagen-Gesetzes der Volkskammer.
  • 1990 war kurzzeitig Mitglied des Deutschen Bundestages für das Bündnis 90.
  • Mit der ersten und einzigen freien Volkskammerwahl vom 18. März 1990 wurde Gauck Abgeordneter.
  • Zur Zeit der friedlichen Revolution in der DDR wirkte er als Bürgerrechtler
  • Er war führendes Mitglied des linksliberalen Neuen Forums in Rostock.

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • 1991: Die Stasi-Akten. Das unheimliche Erbe der DDR. (= rororo 13016) Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1991. ISBN 3-499-13016-5
  • 1992: Von der Würde der Unterdrückten (Aufsatz)
  • 1993: Verlust und Übermut. Ein Kapitel über den Untertan als Bewohner der Moderne (Aufsatz)
  • 1998: Mitautorenschaft an der deutschsprachigen Ausgabe von Das Schwarzbuch des Kommunismus – Unterdrückung, Verbrechen und Terror. Piper Verlag, München 2004. ISBN 3-492-04053-5
  • 2002: Freiheit- Ein Plädoyer, Kösel-Verlag, München, ISBN 978-2-466-37032-0
  • 2007: Reite Schritt, Schnitter Tod! Leben und Sterben im Speziallager Nr. 1 des NKWD Mühlberg/Elbe (Aufsatz), hrsg. v. Elisabeth Schuster, Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. ISBN 978-3-93659-202-3
  • 2007: Diktaturerfahrungen der Deutschen im 20. Jahrhundert und was wir daraus lernen können (= Schriftenreihe zu Grundlagen, Zielen und Ergebnissen der parlamentarischen Arbeit der CDU-Fraktion des Sächsischen Landtages; Band 42), Dresden 2007
  • 2009: Die Flucht der Insassen: Freiheit als Risiko (Weichenstellungen in die Zukunft. Eine Veröffentlichung der Konrad-Adenauer-Stiftung e.V.). Sankt Augustin/Berlin 2009. ISBN 978-3-941904-20-0
  • 2009: Winter im Sommer – Frühling im Herbst: Erinnerungen., Siedler Verlag, München 2009. ISBN 978-3-88680-935-6
  • 2010: Gerechtigkeit, Versöhnung und Strafe als gesellschaftliche und politische Herausforderungen, in: Versöhnung, Strafe und Gerechtigkeit: das schwere Erbe von Unrechts-Staaten (Kontexte; 40), hrsg. von Michael Bongardt. Göttingen 2010, S. 17–28. ISBN 978-3-7675-7132-7

Vorträge

Auftritte

  • Am 01.03.2012 war Joachim Gauck Gäste in der Fernsehsendung Beckmann. Das Thema der Sendung lautete "Gespräche mit Joachim Gauck". [20]

Rezeption

Wegen seiner DDR-Vergangenheit aber auch wegen der durch ihn offenbar unterstützte Masseneinwanderung wurde er (wie Angela Merkel) in ostdeutschen Städten, wo er auftauchte, mit Rufen wie "Volksverräter" empfangen.[28] Kritiker führen an, dass die Eltern von Gauck NSDAP-Mitglieder waren. Dies soll sich angeblich auf die Erziehung des Kindes ausgewirkt haben.

Seit 1974 beobachteten Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) die Aktivitäten Gaucks. Er hatte einem Inoffiziellen Mitarbeiter (IM) gegenüber zum Beispiel im Mai 1974 die Regierung der DDR als „Clique“ bezeichnet, „die gemeinsam mit dem MfS und der NVA das Volk unterjocht“. Staatssicherheits-Hauptmann Terpe suchte nach dem Kirchentag 1988 Gauck zu einem längeren Gespräch auf, worüber der sich angeblich „angenehm überrascht“ zeigte. Terpe notierte anschließend, dieses Gespräch werde Gauck dazu veranlassen, „seine Haltung zum MfS zu überdenken“, fügte aber hinzu, dass Gauck „zu einem ständigen regelmäßigen Kontakt nicht bereit ist, da es seiner Grundauffassung widerspreche und es zu viele Dinge gibt, die zwischen uns stehen“.[29]

Grundüberzeugungen

Gauck ist ein vehementer Verteidiger der individuellen Freiheitsrechte des Einzelnen, auch gegenüber den Interessen des Staates sowie einer toleranten Gesellschaft. So schreibt er in seinem Buch Freiheit - Ein Plädoyer: "Es ist vielmehr meine tiefe Überzeugung, dass die Freiheit das Allerwichtigste im Zusammenleben ist und erst Freiheit unserer Gesellschaft Kultur, Substanz und Inhalt verleiht." [30]

Dennoch warnt er gleichzeitig vor den Exzessen anarchistischer, ethisch ungebundener Freiheitsbestrebungen: "Auch wir schauen uns nach einer Variante von Freiheit um, die man nicht fürchten muss, weil sie anarchistisch ist, die nur die Ungebundenheit, den Aufruhr, nur die Freiheit von etwas kennt. Auch wir haben den Hang zu einer Freiheit, in der wir, wie es uns die Philosophen und Ethiker gelehrt haben, frei sind für etwas und zu etwas."[31]

Das beste staatliche System zur Garantierung der Freiheitsrechte ist für Gauck das westlich-abendländische Demokratiemodell und die soziale Marktwirtschaft. Sozialistische und antikapitalistische Vorstellungen sind für Gauck gänzlich ungeeignet das Wohl des Menschen zu fördern: "Wenn wir politische Freiheit gestalten wollen, gibt es nicht allzu viele Varianten. Ich jedenfalls kenne keine, die den Grundsätzen dieser westlichen Variante von Eigenverantwortung vorzuziehen wäre. Es gab zwar Gegenentwürfe, in Europa etwas erwachsen aus dem Marxismus. der die Einzelnen im Kollektiv verschwinden ließ. Aber diese Entwürfe haben sich nicht behauptet. Wir haben bei diesen Entwürfen weniger Freiheit, weniger Lebensfreude, weniger Rechtssicherheit und weniger Wohlstand erlebt. Und deshalb gibt es keinen Grund für den alt-neuen Versuch, eine neue Variante von Antikapitalismus in die politische Debatte zu bringen."[32]

Sozialistische Vorstellungen sind nach Gauck ökonomisch und poltisch unbrauchbare Phantastereien: "Eifrig schwadronieren die Phantasten über die Ideen des Sozialismus. Für mich bestand und besteht weder ökonomisch noch politisch eine realistische Chance für einen dritten Weg zwischen dem gescheiterten Sozialismus und dem düster beschworenen Kapitalismus."[33]

Im Zuge seiner Kandidatur als Bundespräsident 2010 sprach sich Gauck für die Beobachtung der Partei Die Linke durch den Verfassungsschutz aus und betonte, er könne "noch immer keine Bindung der Linkspartei an das europäische Demokratieprojekt erkennen".

Toleranz ist für Gauck nicht eine indifferente Gleichgültigkeit ohne eigenen Standpunkt und eigene, besonders auch christlich-abandländische Werte: "Es ist wichtig zu begreifen, dass wir der Toleranz nicht dienen, wenn wir unser Profil verwässern, sondern indem wir uns umgekehrt wieder unserer eigenen Werte vergewissern. (...) Wir sollten daher nicht der irrigen Meinung sein, dass wir der Toleranz etwas Böses antun, wenn wir noch einmal unsere christlich-jüdische Dogmatik anschauen, fragen, welche Werte für unsere Gesellschaft heilsam und wichtig sind, und sie neu zu schätzen lernen."[34]

Im interkulturellen Diskurs vermisste Gauck häufig die Betonung und Treue des Westens zu den eigenen Werten. So fragte Gauck z.B.: "Warum ist ist im Diskurs zwischen unterschiedlichen Kulturen die Freude des Westens an einer bewahrenden und schützenden Freiheit kaum spürbar. Warum gehen wir oft in die nicht-demokratische Welt hinaus und tun so, als hätte unsere demokratische Welt "Nichtwerte", fühlen uns stattdessen betroffen von dem, was die Potentaten dort über uns behaupten?"[35]

Siehe auch