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Geschichte der Juden in Kuppenheim (Baden-Württemberg): Unterschied zwischen den Versionen
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* Gerhard Friedrich Lindner: ''Die jüdische Gemeinde in Kuppenheim'', herausgegeben von der Stadt Kuppenheim, Verlag Regionalkultur, 1999 | * Gerhard Friedrich Lindner: ''Die jüdische Gemeinde in Kuppenheim'', herausgegeben von der Stadt Kuppenheim, Verlag Regionalkultur, 1999 | ||
Version vom 22. Januar 2021, 19:51 Uhr
Im bei Rastatt gelegenen Kuppenheim lebten nachweisbar ab ungefähr 1570 bis zu ihrer endgültigen, 1940 abgeschlossenen Vertreibung und Ermordung durch die Nazis viele Menschen jüdischen Glaubens.
Von den Anfängen bis zum Ende des 18. Jahrhundert
Der erste Hinweis auf jüdische Anwesenheit in Kuppenheim datiert auf die erste Hälfte des 15. Jahrhunderts: Im Urkundenrödel über die Güter der Kircheheiligen Sixtus und Sebastian in Kuppenheim von 1433 findet sich am Ende der Urkunde ein Bericht über eine Abgabe von 1,5 Pfund Öl an die Heiligenpfründe aus einer Wiese. [4] In dieser Textstelle sind wohl die Angrenzer der abgabepflichtigen Wiese genannt:
- "Item, 1 1/2 pfund öls (gibt) Schick Hensel uff eyner wisen, gewesen ist Bernhart von Berkhusen oder des juden erben." [5]
Diese Textstelle lässt die Schlussfolgerung zu, dass bereits vor dem Jahr 1433 möglicherweise eine jüdische Familie in Kuppenheim gelebt hat, deren Oberhaupt zur Zeit der Errichtung der Urkunde schon verstorebn war. Auf jeden Fall gibt es Belege dafür, dass im 15. Jahrhundert bereits Juden in allerdings geringer Anzahl in der Markgrafschaft lebten. [6] So verlieh Kaiser Ruprecht I. dem Markgraf Bernhard von Baden im Jahr 1401 die Reichslehen, welche auch das Judenregal enthielten. [7] Kaiser Friedrich III. ließ 1443 die Krönungsabgabe auch bei den Juden der Markgrafschaft Baden eintreiben. [8] Dennoch kam es auch in dieser Region im Zusammenhang mit Ritualmordbeschuldigungen zu Verfolgungen von Juden. So ließ Markgraf Karl I. 1462 Juden aus verschiedenen Orten gefangen nehmen, foltern und hinrichten. Erst 1524 wurden unter Markgraf Philipp I. wieder Juden in der Markgrafschaft Baden aufgenommen. [9] Ab etwa um 1570 haben dann in Kuppenheim nachweislich Menschen jüdischen Glaubens gelebt. Dies geht aus einem Antrag mit Bitte um die Genehmigung zur Abhaltung eines jeweils am Dienstag stattfindenden Wochenmarktes hervor, den die Stadt Kuppenheim 1580 an Markgraf Philipp II. stellt. In diesem wird u.a. folgendes als Begründung aufgeführt:
- "... daß euer fürstlich gnaden (die Juden) zu gnädigen schirm angenommen und deroselben etliche bey uns (in Kuppenheim) heußlich einkommen, welche nit wenig verhanthierungen mit allerley wahren und kaufmannsschatz, für den gemeinen mann und keuflich, verfasst sein." [10]
Da die Amtszeit von Philipp II. 1569 begann, kann man annehmen, dass Juden ab etwa 1570 in Kuppenheim ansässig waren. Der Antrag zeigt ferner, dass der Stadt Kuppenheim an der Anwesenmheit der Juden und ihrer Handelstätigkeit gelegen war. [11] Ein weiterer Beleg für die Anwesenheit von Juden in Kuppenheim zu dieser Zeit ist die Erwähnung des Amtmanns Hans Bernhard Badamer von Rohrburg als Schirmvogt der Juden von Kuppenheim aus dem Jahr 1573. [12]
Die Jahre 1800 bis 1900
Von 1900 bis 1940
Nach 1940
Die Synagoge
Jüdischer Friedhof
Wissenschaftliche Erforschung
Bekannte mit Kuppenheim verbundene jüdische Personen
- Isak Aron (* um 1751; gest. 20. September 1829 in Bühl), von 1814 bis 1829 in Kuppenheim Vorsänger in der Synagoge.
Literatur
- Gerhard Friedrich Lindner: Die jüdische Gemeinde in Kuppenheim, herausgegeben von der Stadt Kuppenheim, Verlag Regionalkultur, 1999
- Joachim Hahn: Synagogen in Baden-Württemberg - Orte und Einrichtungen, Theiss, 2007, Seite 272 ff.
- Franz Hundsnurscher und Gerhard Taddey: Die jüdischen Gemeinden in Baden - Denkmale, Geschichte, Schicksale, Kohlhammer, 1968, Seite 172 ff.
Weblinks
- Kuppenheim (Baden-Württemberg) auf www.jüdische-gemeinden.de
- Jüdisches Kuppenheim - Initiative gegen das Vergessen
- Günther Mohr: «Blutiglen» - «keine Tiere, sondern Menschen» / Juden in der Markgrafschaft Baden-Baden (Auszug), 2010, Doctoral Thesis, University of Basel, Faculty of Humanities and Social Sciences
- [1]
- [2]
- J. A. Zehnter: Zur Geschichte der Juden in der Markgrafschaft Baden-Baden; in Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins, Band XI, J. Bielefeld`s Verlag, Karlsruhe, 1896, Seite 337 bis 441
Audio und Video
Einzelnachweise
- ↑ Generallandesarchiv Karlsruhe / 74 Nr. 3707
- ↑ J. A. Zehnter: Zur Geschichte der Juden in der Markgrafschaft Baden-Baden; in Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins, Band XI, J. Bielefeld`s Verlag, Karlsruhe, 1896, S. 364
- ↑ Der abgebildete Text lautet: "Ernst Friedrich, von Gottes Gnaden, Marggraue zu Baden und Hachberg u. s. w. — Lieber getrewer. Wir haben guediglich bewilligt, dass Isac Jud, so jezmahle zue Gunstetten in der Landvogtey Hagenauw wohnt, möge gehn Kuppenheim ziehen und daselbsten ohne Tribut wohnen; doch hingegen uns off unsern Häusern er die Bethgewandte in dem mit ihm überkommen lohn soll der gebühr nach säubern, bereiten und waschen. Ist unser Meinung und bevelch, wollest gedachtem Juden uff gewöhnliche Huldigung berürter gestallt gestatten und in solchen, wie sich geburt, schüzen und handthaben und ufachtung geben. dass or in zeit seiner Wohnung sich dergestallt verhalte, dass unsere Underthanen damit in keinem Weg beschwerdt werden. Thun wir uns versehen. Datum den 12. Augusti anno 1601. Erhardt von Ramingen. Jo. Rudolph Lorchheimer." (zitiert nach J. A. Zehnter: Zur Geschichte der Juden in der Markgrafschaft Baden-Baden; in Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins, Band XI, J. Bielefeld`s Verlag, Karlsruhe, 1896, S. 359)
- ↑ Gerhard Friedrich Lindner: Die jüdische Gemeinde in Kuppenheim, herausgegeben von der Stadt Kuppenheim, Verlag Regionalkultur, 1999, S. 21
- ↑ zitiert nach Kuppenheimer Urkundenbuch, Regest Nr. 60
- ↑ Gerhard Friedrich Lindner: Die jüdische Gemeinde in Kuppenheim, herausgegeben von der Stadt Kuppenheim, Verlag Regionalkultur, 1999, S. 21
- ↑ Franz Hundsnurscher und Gerhard Taddey: Die jüdischen Gemeinden in Baden - Denkmale, Geschichte, Schicksale, Kohlhammer, 1968, S. 7
- ↑ Peter F. Kramml: Kaiser Friedrich III. und die Reichsstadt Konstanz (1440-1493) - Die Bodenseemetropole am Ausgang des Mittelalters, J. Thorbecke, 1985, S. 203
- ↑ Achim Nolte: Jüdische Gemeinden in Baden und Basel, Duncker & Humblot, 2019, S. 37 und 38
- ↑ zitiert nach Gerhard Friedrich Lindner: Die jüdische Gemeinde in Kuppenheim, herausgegeben von der Stadt Kuppenheim, Verlag Regionalkultur, 1999, S. 23
- ↑ Gerhard Friedrich Lindner: Die jüdische Gemeinde in Kuppenheim, herausgegeben von der Stadt Kuppenheim, Verlag Regionalkultur, 1999, S. 23
- ↑ Manfred Geck: Bezirkssparkasse Kuppenheim 1910-1985, Deutscher Sparkassenverlag, Stuttgart, 1985, S. 33
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Andere Lexika
Wikipedia kennt dieses Lemma (Geschichte der Juden in Kuppenheim (Baden-Württemberg)) vermutlich nicht.