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Geschichte der Zigeuner in Deutschland

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Das Gemälde Zwei Zigeuner von Lajos Kúnffy aus dem Jahr 1911

Die Geschichte der Zigeuner in Deutschland reicht vom frühen 15. Jahrhundert bis in das 21. Jahrhundert.

Vorbemerkung

  • Es ist politisch nicht korrekt, die in diesem Artikel behandelte Volksgruppen als "Zigeuner" zu bezeichnen. Stattdessen sagt man heutzutage "Sinti und Roma".
  • Da diese Doppelbezeichnung aber über Jahrhunderte unüblich war, und auch in historischen Quellen nicht verwendet wurde (wo man immer den Begriff "Zigeuner" antrifft), ist es bei einem historischen Artikel unpraktisch den Begriff "Sinti und Roma" zu verwenden, da bei den meisten historischen Berichten nicht klar ist, ob nun Sinti, Roma oder gar noch andere "Zigeunergruppen" gemeint sind.
  • Durch die Verwendung des Begriffs "Zigeuner" möchte der Artikel diese Volksgruppen auf keinen Fall diskriminieren oder herabsetzen. Um den Text nicht unnötig zu verkomplizieren, wurde darauf verzichtet, das Wort "Zigeuner" jedesmal in Apostrophe zu setzen.

Mittelalter und frühe Neuzeit

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Wandernde Zigeuner in einem Bild von Jaques Callot aus dem Jahr 1621/1622
  • Zigeuner tauchten Anfang des 15. Jahrhunderts erstmals in Deutschland auf. Sie kamen nach wohl Jahrhunderte langen Migrationsbewegungen im frühen Mittelalter aus Indien über Persien, Armenien und Südosteuropa nach Deutschland.
  • In frühen Quellen werden Zigeuner nur sehr vereinzelt erwähnt. Ihr erstes Auftauchen in Deutschland wird urkundlich 1407 in Hildesheim erwähnt.
  • Sie scheinen von Anfang an bei der Bevölkerung auf Ablehnung gestoßen zu sein. Der Jurist und Theologe Albrecht Krantz schrieb bsp. im 11. Buch seiner Saxonia im Jahr 1523 folgendes:
"Als man schrieb nach Christi geburt Mccccxvij, da wurden in diesen unseren Landen nach dem Deutschen Meer gelegen zum ersten Mal gesehen die greußlichen und schwarzen Leute von der Sonnen verbrandt (so heßlich gekleidet und mit allem ihrem thun unfletig sein behende und geschwinde auff stelen und sonderlich das Weiber volck denn die Menner erneren sich des das die Weiber stelen) die man Tattern gemeiniglich nennt."
  • Kirche, weltliche Obrigkeit und Zünfte drängten die Zigeuner durch ständigen ökonomischen und sozialen Druck schnell an den Rand der Gesellschaft.
  • Gegen Ende des 15. Jahrhunderts begannen Verfolgungen der Zigeuner in fast allen deutschen Territorien. Man versuchte sie durch Edikte und Verordnungen aus dem jeweiligen Land zu entfernen. In zeitgenössischen Quellen werden sie bsp. als "jederzeit gottlose böse Leute", oder "unnutz Volck" bezeichnet. [1]
  • Ein Schutzbrief von König Sigismund aus dem Jahr 1423, der sie vor Übergriffen schützen sollte, und ihnen eine eigene Gerichtsbarkeit für Streitfälle innerhalb des Stammes gewährte, wurde schon Ende des Jahrhunderts wieder aufgehoben.
  • Das erste Niederlassungsgebot für Zigeuner erließ im Jahr 1482 Albert Achilles, der Markgraf von Brandenburg. Die Reichstage von Lindau und Freiburg in den Jahren 1497 und 1498 erklärten die Zigeuner für vogelfrei. Wer nun einen Zigeuner auf seinem Besitz antraf, durfte ihn straflos töten.
  • 1551 erging auf dem Reichstag zu Augsburg Erlass, dass alle Zigeuner das Land innerhalb von drei Monaten verlassen müssen. [2]
  • Ab dem 16. Jahrhundert wurden Zigeuner zunehmend mit dem Teufel in Verbindung gebracht. Man sah sieh als Zauberer, Spione der Muslime, Gauner und Pestbringer. Die Landbevölkerung bezeichnete sie bsp. als die "Schwarzen mit dem Pferdefuß". [3]

Links und Quellen

Siehe auch

Weblinks

Bilder / Fotos

Videos

Quellen

Literatur

  • Klaus J. Bade: Deutsche im Ausland - Fremde in Deutschland / Migration in Geschichte und Gegenwart, C.H. Beck, München, 1992, Seite 271 bis 277

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