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Flucht aus Ostpreußen: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Datei:Bundesarchiv Bild 146-1996-030-12A, Danzig, Frau vor Schaufenster.jpg|thumb|left|Nationalsozialistische Durchhalteparolen in Danzig (Februar 1945)]]
[[Datei:Flüchtlinge aus Ostpreußen auf Pferdewagen.jpg|thumb|Ostpreußischer Flüchtlingstreck (1945)]]
[[Datei:Bundesarchiv Bild 146-1976-072-09, Ostpreußen, Flüchtlingtreck.jpg|thumb|[[Treck]] mit Flüchtlingen und Wehrmachtssoldaten im Raum Braunsberg (Ostpreußen), Februar/März 1945]]
In der '''Flucht aus Ostpreußen''' versuchte sich die deutsche Bevölkerung zum Ende des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] ab Januar 1945 aus [[Ostpreußen]] beziehungsweise dem [[Memelland]] vor der vorrückenden "Roten Armee" der [[Sowjetunion]] zu retten, nachdem dies zuvor bei Strafe untersagt war.  Die [[Nationalsozialismus|Nationalsozialisten]], insbesondere Gauleiter [[Erich Koch]], verboten lange Zeit eine reguläre Evakuierung.
[[Datei:Bundesarchiv Bild 146-1996-030-01A, Danzig, Flüchtlingstreck.jpg|thumb|Flüchtlingstreck in Danzig (Februar 1945)]]
[[Datei:Bundesarchiv Bild 146-1972-093-59, Pillau, Einschiffung von Flüchtlingen.jpg|thumb|Einschiffung von Flüchtlingen in Pillau (1945)]]
[[Datei:Bundesarchiv Bild 146-1972-092-05, Flucht aus Ostpreußen.jpg|thumb|[[Kriegsfischkutter|KFKs]] mit Flüchtlingen (1945)]]
[[Datei:Bundesarchiv Bild 175-S00-00326, Flüchtlinge aus Ostpreußen auf Pferdewagen.jpg|thumb|Ostpreußischer Flüchtlingstreck (1945)]]
[[Datei:Bundesarchiv Bild 146-1987-058-09, Meldorf, Ankunft von Flüchtlingen.jpg|thumb|Ankunft von Flüchtlingen aus Ostpreußen in [[Meldorf]] (1945)]]
In der '''Flucht aus Ostpreußen''' versuchte sich die deutsche Bevölkerung ab Januar 1945 aus [[Ostpreußen]] beziehungsweise dem [[Memelland]] vor der vorrückenden [[Rote Armee|Roten Armee]] zu retten, nachdem dies vorher bei Strafe untersagt war.


Das [[Massaker von Nemmersdorf]], verübt während die Rote Armee im Oktober 1944 erstmals im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] nach Ostpreußen vorstieß, wurde entsprechend von der [[NS-Propaganda]] dargestellt, um den Willen zum Durchhalten zu stärken. Die [[Nationalsozialismus|Nationalsozialisten]], insbesondere [[Struktur der NSDAP#Die 43 Gaue. 281941.29 inkl. Gauleiter|Gauleiter]] [[Erich Koch]], verboten lange Zeit eine reguläre [[Evakuierung]].
== Vorgeschichte ==


Ab Mitte Januar griffen die [[2. Weißrussische Front|2.]] und [[Westfront (Rote Armee)|3. Weißrussische Front]] an, die [[Schlacht um Ostpreußen]] war eröffnet. Der Abzug aus Ostpreußen setzte am 20. Januar viel zu spät ein und verlief vielfach ungeordnet, da sich Organisationsstrukturen schon kampfbedingt auflösten. Erst nachdem die im Ort ansässigen fanatischen Nationalsozialisten geflohen waren, konnten andere ohne Furcht vor Repressalien dasselbe tun. Dadurch wurde ein Großteil der Zivilbevölkerung unmittelbar in die Kampfhandlungen der vorrückenden [[Krieg gegen die Sowjetunion 1941–1945|Ostfront]] verwickelt. Dies war besonders ungewohnt, nachdem die abgelegene Exklave Ostpreußen bis Anfang 1944 weitgehend vom Krieg verschont geblieben war und als relativ sicher galt, insbesondere vor den [[Luftangriff]]en, denen Westdeutsche seit Jahren ständig ausgesetzt waren. [[Königsberg (Preußen)|Königsberg]] wurde jedoch schon im Sommer 1944 ausgebombt.
Im Verlauf der [[Operation Bagration]] hatten sowjetische Truppen im August 1944 die Grenze von Ostpreußen erreicht. Die Nachrichten vom Vormarsch der Roten Armee sorgte bei der deutschen Bevölkerung für Unruhe, in Ostpreußen und anderen östlichen Gebieten Deutschlands kam es zu panikartigen Reaktionen. Erste Flüchtlingsgruppen machten sich auf den Weg nach Westen. Der Großangriff durch die sowjetische Armee erfolgte im Oktober 1944.  


Ein Teil der Bevölkerung konnte sich über das Land mit [[Treck|Flüchtlingstrecks]] nach Westen retten, aber nachdem die Rote Armee im Laufe der Schlacht um Ostpreußen am 26. Januar bei Elbing das [[Frisches Haff|Frische Haff]] erreicht hatte, war der Landweg abgeschnitten. Tausende ertranken bei der Flucht über das Eis zur vermeintlich rettenden [[Frische Nehrung]], die weiter nach [[Danzig]] und den Fährhafen [[Gotenhafen]] führte. Ein kleiner Teil wurde über den Ostseehafen [[Baltijsk|Pillau]] evakuiert.
Das Massaker von Nemmersdorf, welches von Angehörigen der Roten Armee am 21. Oktober 1944 beim Vorstoß nach Ostpreußen verübt worden war, wurde entsprechend von der NS-Propaganda dargestellt, um den Willen zum Durchhalten bei den Deutschen zu stärken. Die Realitität an den deutschen Grenzen war eine andere und ließ sich nicht mehr ignorieren. Es war bereits absehbar, dass die Wehrmacht der Roten Armee keinen Widerstand mehr leisten konnte, da die Kräfte auch an den anderen Fronten - insbesondere im Westen Deutschlands - aufgezehrt waren.


Insgesamt forderte die Flucht unter Kriegsbedingungen im eisigen Winter sehr viele Tote. Es wird geschätzt, dass von den <!-- wieviel waren es im Sommer 1944?--> bei Kriegsende ca. 2,4 Millionen Bewohnern Ostpreußens ca. 300.000 auf der Flucht ums Leben gekommen sind. Unter den Tausenden Menschen, die bei der Versenkung der „[[Wilhelm Gustloff (Schiff)|Wilhelm Gustloff]]“, der „[[Steuben (Schiff)|General von Steuben]]“ und der [[Goya (Schiff)|Goya]]“ im Frühjahr 1945 ums Leben kamen, befanden sich auch viele Flüchtlinge aus Ostpreußen.
Am 20. November 1944 verließ [[Adolf Hitler]] das Führerhauptquartier [[Wolfsschanze]] in der Nähe von [[Rastenburg]], wo er sich seit 1941, mit Beginn des Krieges gegen die Sowjetunion, meist aufgehalten hatte.


Andererseits sollen angeblich zwei Millionen die Flucht nach Westen geschafft haben und nur 193.000 vor Ort verblieben sein. Diese und die Rückkehrer nach Kriegsende wurden in den Folgejahren Opfer der [[Vertreibung]]. Opferzahlen und Umstände sind bis heute nicht genau geklärt. So sollen 1950 noch 164.000 Deutsche in ehemaligen Ostpreußen registriert gewesen sein.<ref>[[Richard Overy]], ''The Penguin Historical Atlas of the Third Reich'', Penguin Books, London, UK, 1996, p.111 [http://books.google.com/books?id=CqJmAAAACAAJ&dq=The+Penguin+Historical+Atlas+of+the+Third+Reich]</ref>
Ab Mitte Januar griffen die 2. und 3. Weißrussische Front an, die Schlacht um Ostpreußen war eröffnet.<ref>David M. Glantz: ''The Soviet‐German War 1941–45'', Seite 86.</ref> Der Abzug aus Ostpreußen setzte am 20. Januar viel zu spät ein und verlief vielfach ungeordnet, da sich Organisationsstrukturen schon kampfbedingt auflösten. Ende Januar 1945 war Ostpreußen von sowjetischen und polnischen Truppen umzingelt und somit vom Deutschen Reich abgeschnitten.


Über die Flucht aus Ostpreußen berichtet hat u. a. [[Marion Gräfin Dönhoff]]. Der Fernsehfilm ''[[Die Flucht (2007)|Die Flucht]]'' stellte einen typischen Treck mit Pferden und Wagen dar, geführt von einer jungen Adligen, nach Dönhoffs Vorbild.
== Verlauf der Flucht ==
[[Datei:Flüchtlingtreck im Raum von Braunsberg (Ostpreußen).jpg|thumb|Treck mit Flüchtlingen und Wehrmachtssoldaten im Raum Braunsberg (Ostpreußen), Februar/März 1945]]
[[Datei:Ankunft von Flüchtlingen in Meldorf.jpg|thumb|Ankunft von Flüchtlingen aus Ostpreußen in Meldorf (1945)]]
Erst nachdem die jeweils im Ort ansässigen fanatischen Nationalsozialisten geflohen waren, konnte die Bevölkerung ohne Furcht vor Repressalien dasselbe tun. Dabei wurde ein Großteil der Zivilbevölkerung unmittelbar in die Kampfhandlungen der vorrückenden Ostfront verwickelt. Dies war für die meisten Menschen völlig überraschend, nachdem die abgelegene Exklave Ostpreußen bis Anfang 1944 weitgehend vom Krieg verschont geblieben war und als relativ sicher galt, insbesondere vor den Luftangriffenn, denen Westdeutsche seit Jahren ständig ausgesetzt waren. [[Königsberg (Preußen)|Königsberg]] wurde im Sommer 1944 durch britische Luftangriffe ausgebombt. Ein Teil der Bevölkerung konnte sich noch über das Land mit Flüchtlingstrecks nach Westen retten. Aber nachdem die Rote Armee im Laufe der Schlacht um Ostpreußen am 26. Januar bei Elbing das "Frische Haff" erreicht hatte, war der Landweg abgeschnitten. Tausende ertranken bei der Flucht über das Eis zur vermeintlich rettenden "Frischen Nehrung", die weiter nach [[Danzig]] und den Fährhafen Gotenhafen führte. Ein kleiner Teil wurde über den Ostseehafen Pillau evakuiert.
 
Insgesamt forderte die Flucht unter Kriegsbedingungen im eisigen Winter sehr viele Tote. Es wird geschätzt, dass von den bei Kriegsende noch rund 2,4 Millionen Bewohnern Ostpreußens etwa 300.000 auf der Flucht ums Leben gekommen sind. Unter den Tausenden Menschen, die bei der Versenkung der Schiffe "Wilhelm Gustloff", "General von Steuben" und der "Goya" im Frühjahr 1945 ums Leben kamen, befanden sich auch viele Flüchtlinge aus Ostpreußen. Andererseits sollen rund zwei Millionen die Flucht geschafft haben und nur 193.000 geblieben sein. Die Verbliebenen und die Rückkehrer nach Kriegsende wurden in den Folgejahren Opfer der endgültigen [[Vertreibung]]. Opferzahlen und Umstände sind bis heute nicht genau geklärt. So sollen 1950 noch 164.000 Deutsche in ehemaligen Ostpreußen registriert gewesen sein.<ref>Richard Overy: ''The Penguin Historical Atlas of the Third Reich'', Penguin Books, London 1996, [https://books.google.de/books/about/The_Penguin_Historical_Atlas_of_the_Thir.html?id=JNbtAAAAMAAJ&redir_esc=y Seite 111]</ref> Über die Flucht aus Ostpreußen berichtete auch [[Marion Gräfin Dönhoff]]. Der Fernsehfilm ''Die Flucht'' von 2007 stellte einen typischen Treck mit Pferden und Wagen dar, geführt von einer jungen Adligen, nach Dönhoffs Vorbild.
 
== Folgen ==
Nach der Niederlage gegen die Alliierten verlor das [[Deutsches Reich|Deutsche Reich]] sämtliche Gebiete östlich der Flüsse [[Oder]] und [[Neiße (Fluss)|Neiße]] an [[Polen]] und die Sowjetunion, mithin das ganze damalige [[Ostdeutschland]]. Ostpreußen wurde geteilt, der nördliche Teil wurde von der Sowjetunion annektiert. Nach offiziellen Angaben lebten dort um 1980 keine Deutschen mehr.


== Siehe auch ==
== Siehe auch ==
* [[Heimatvertriebener]]
* [[Flucht aus Schlesien]]
* [[Flucht aus Schlesien]]


== Literatur ==
== Literatur ==
*{{Literatur
|Autor= [[Alfred-Maurice de Zayas]]
|Titel= Die deutschen Vertriebenen. Keine Täter – sondern Opfer. Hintergründe, Tatsachen, Folgen.
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|Titel= Red Storm on the Reich. The Soviet March on Germany, 1945
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*Herbert Reinoß (Hrsg.): Letzte Tage in Ostpreußen – Erinnerungen an Flucht und Vertreibung. Herbig Verlag München, ISBN 3-7844-2868-1.
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== Einzelnachweise ==
== Einzelnachweise ==
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[http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:L%C3%B6schkandidaten/15._Juni_2009#Flucht_aus_Ostpreu.C3.9Fen_.28gel.C3.B6scht.29 Löschdiskussion], Autoren: PeterBraun74, Rubinbot, Adler77, Zollernalb, Andreas aus Hamburg in Berlin, Mannerheim, Roland.h.bueb, Quasimodogeniti, Septembermorgen, Asthma, LinkFA-Bot, Susu the Puschel, Agp, Video2005 , Mef.ellingen, 08-15-Bot, Geitost, AHZ, Matthead, Nasiruddin, SibFreak, 70.133.64.78


[[Kategorie:Ostpreußen]]
[[Kategorie:Ostpreußen]]
[[Kategorie:Flüchtlingsthematik|Ostpreußen]]
[[Kategorie:Flüchtlingsthematik|Ostpreußen]]
[[Kategorie:Zweiter Weltkrieg]]
[[Kategorie:Deutschland im Zweiten Weltkrieg]]
 
== Init-Quelle ==
Entnommen aus der:
[http://de.wikipedia.org/wiki/Flucht_aus_Ostpreu%C3%9Fen Wikipedia]
 
Autoren: PeterBraun74, Rubinbot, Adler77, Zollernalb, Andreas aus Hamburg in Berlin, Mannerheim, Roland.h.bueb, Quasimodogeniti, Septembermorgen, Asthma, LinkFA-Bot, Susu the Puschel, Agp, Video2005 , Mef.ellingen, 08-15-Bot, Geitost, AHZ, Matthead, Nasiruddin, SibFreak, 70.133.64.78
 
*[http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:L%C3%B6schkandidaten/15._Juni_2009#Flucht_aus_Ostpreu.C3.9Fen_.28gel.C3.B6scht.29 Löschdiskussion]
 
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Aktuelle Version vom 10. März 2025, 04:30 Uhr

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Ostpreußischer Flüchtlingstreck (1945)

In der Flucht aus Ostpreußen versuchte sich die deutsche Bevölkerung zum Ende des Zweiten Weltkrieges ab Januar 1945 aus Ostpreußen beziehungsweise dem Memelland vor der vorrückenden "Roten Armee" der Sowjetunion zu retten, nachdem dies zuvor bei Strafe untersagt war. Die Nationalsozialisten, insbesondere Gauleiter Erich Koch, verboten lange Zeit eine reguläre Evakuierung.

Vorgeschichte

Im Verlauf der Operation Bagration hatten sowjetische Truppen im August 1944 die Grenze von Ostpreußen erreicht. Die Nachrichten vom Vormarsch der Roten Armee sorgte bei der deutschen Bevölkerung für Unruhe, in Ostpreußen und anderen östlichen Gebieten Deutschlands kam es zu panikartigen Reaktionen. Erste Flüchtlingsgruppen machten sich auf den Weg nach Westen. Der Großangriff durch die sowjetische Armee erfolgte im Oktober 1944.

Das Massaker von Nemmersdorf, welches von Angehörigen der Roten Armee am 21. Oktober 1944 beim Vorstoß nach Ostpreußen verübt worden war, wurde entsprechend von der NS-Propaganda dargestellt, um den Willen zum Durchhalten bei den Deutschen zu stärken. Die Realitität an den deutschen Grenzen war eine andere und ließ sich nicht mehr ignorieren. Es war bereits absehbar, dass die Wehrmacht der Roten Armee keinen Widerstand mehr leisten konnte, da die Kräfte auch an den anderen Fronten - insbesondere im Westen Deutschlands - aufgezehrt waren.

Am 20. November 1944 verließ Adolf Hitler das Führerhauptquartier Wolfsschanze in der Nähe von Rastenburg, wo er sich seit 1941, mit Beginn des Krieges gegen die Sowjetunion, meist aufgehalten hatte.

Ab Mitte Januar griffen die 2. und 3. Weißrussische Front an, die Schlacht um Ostpreußen war eröffnet.[1] Der Abzug aus Ostpreußen setzte am 20. Januar viel zu spät ein und verlief vielfach ungeordnet, da sich Organisationsstrukturen schon kampfbedingt auflösten. Ende Januar 1945 war Ostpreußen von sowjetischen und polnischen Truppen umzingelt und somit vom Deutschen Reich abgeschnitten.

Verlauf der Flucht

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Treck mit Flüchtlingen und Wehrmachtssoldaten im Raum Braunsberg (Ostpreußen), Februar/März 1945
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Ankunft von Flüchtlingen aus Ostpreußen in Meldorf (1945)

Erst nachdem die jeweils im Ort ansässigen fanatischen Nationalsozialisten geflohen waren, konnte die Bevölkerung ohne Furcht vor Repressalien dasselbe tun. Dabei wurde ein Großteil der Zivilbevölkerung unmittelbar in die Kampfhandlungen der vorrückenden Ostfront verwickelt. Dies war für die meisten Menschen völlig überraschend, nachdem die abgelegene Exklave Ostpreußen bis Anfang 1944 weitgehend vom Krieg verschont geblieben war und als relativ sicher galt, insbesondere vor den Luftangriffenn, denen Westdeutsche seit Jahren ständig ausgesetzt waren. Königsberg wurde im Sommer 1944 durch britische Luftangriffe ausgebombt. Ein Teil der Bevölkerung konnte sich noch über das Land mit Flüchtlingstrecks nach Westen retten. Aber nachdem die Rote Armee im Laufe der Schlacht um Ostpreußen am 26. Januar bei Elbing das "Frische Haff" erreicht hatte, war der Landweg abgeschnitten. Tausende ertranken bei der Flucht über das Eis zur vermeintlich rettenden "Frischen Nehrung", die weiter nach Danzig und den Fährhafen Gotenhafen führte. Ein kleiner Teil wurde über den Ostseehafen Pillau evakuiert.

Insgesamt forderte die Flucht unter Kriegsbedingungen im eisigen Winter sehr viele Tote. Es wird geschätzt, dass von den bei Kriegsende noch rund 2,4 Millionen Bewohnern Ostpreußens etwa 300.000 auf der Flucht ums Leben gekommen sind. Unter den Tausenden Menschen, die bei der Versenkung der Schiffe "Wilhelm Gustloff", "General von Steuben" und der "Goya" im Frühjahr 1945 ums Leben kamen, befanden sich auch viele Flüchtlinge aus Ostpreußen. Andererseits sollen rund zwei Millionen die Flucht geschafft haben und nur 193.000 geblieben sein. Die Verbliebenen und die Rückkehrer nach Kriegsende wurden in den Folgejahren Opfer der endgültigen Vertreibung. Opferzahlen und Umstände sind bis heute nicht genau geklärt. So sollen 1950 noch 164.000 Deutsche in ehemaligen Ostpreußen registriert gewesen sein.[2] Über die Flucht aus Ostpreußen berichtete auch Marion Gräfin Dönhoff. Der Fernsehfilm Die Flucht von 2007 stellte einen typischen Treck mit Pferden und Wagen dar, geführt von einer jungen Adligen, nach Dönhoffs Vorbild.

Folgen

Nach der Niederlage gegen die Alliierten verlor das Deutsche Reich sämtliche Gebiete östlich der Flüsse Oder und Neiße an Polen und die Sowjetunion, mithin das ganze damalige Ostdeutschland. Ostpreußen wurde geteilt, der nördliche Teil wurde von der Sowjetunion annektiert. Nach offiziellen Angaben lebten dort um 1980 keine Deutschen mehr.

Siehe auch

Literatur

  •  Christopher Duffy: Red Storm on the Reich. The Soviet March on Germany, 1945. Da Capo Press, 1993.
  •  David M. Glantz: The Soviet‐German War 1941–45: Myths and Realities: A Survey Essay. Clemson University, 2001.
  •  William I. Hitchcock: The Struggle for Europe: The Turbulent History of a Divided Continent, 1945-2002. 2003, ISBN 0-385-49798-9.
  •  Erika Morgenstern: Überleben war schwerer als Sterben. Herbig, 2004, ISBN 3-7766-2380-2.
  • Herbert Reinoß (Hrsg.): Letzte Tage in Ostpreußen – Erinnerungen an Flucht und Vertreibung. Herbig Verlag München, ISBN 3-7844-2868-1.
  •  Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. (Hrsg.): Treibgut des Krieges – Zeugnisse von Flucht und Vertreibung der Deutschen (Zeitzeugenberichte über Flucht, Vertreibung, Wolfskinder). Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V., Kassel, Kassel 2008.
  •  Elizabeth B. Walter: Barefoot in the Rubble. 1997, ISBN 0-9657793-0-0.
  •  Alfred-Maurice de Zayas: Die deutschen Vertriebenen. Keine Täter – sondern Opfer. Hintergründe, Tatsachen, Folgen.. Ares-Verlag, Graz 2006, ISBN 3-902475-15-3.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. David M. Glantz: The Soviet‐German War 1941–45, Seite 86.
  2. Richard Overy: The Penguin Historical Atlas of the Third Reich, Penguin Books, London 1996, Seite 111

Andere Lexika

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