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Klezmer Piano Collection (Notensammlung von Julian Rowlands)
Achtung! Dieser Artikel wurde exklusiv für das Fernbacher Jewish Music Research Center geschrieben. Der Text oder Teile daraus dürfen ohne Quellenangabe nicht in anderen Projekten/Wikis verwandt werden.
Ein sechsseitiger englischer Textanhang gibt mit etlichen Notenbeispielen einen Überblick über die historischen Traditionen der osteuropäischen jüdischen Musik und des Klezmer in den USA vor und nach dem Zweiten Weltkrieg sowie der musikalischen Elemente (Instrumentation, Modi, Rhythmen, Formgliederungen, Ornamentation und Verzierungstechniken) des Klezmer.
Für die Musikstücke gibt der Autor den Schwierigkeitsgrad Obere Mittelstufe bis Fortgeschrittene an. Dies ist auch gerechtfertigt, da die Lieder trotz ihrer einfachen und volkstümlichen melodischen und harmonischen Gehalts selbst für den klassisch ausgebildeten Pianisten einige ungewohnte Elemente bergen: Die in den Liedern verwendeten jüdischen Modi/Tonleitern weichen von der gewohnten Dur-Moll-Tonalität ab, so dass z.B. in dem im Modus Ahavah Rabbah in D stehenden Der Heyser Bulgar trotz der vorgezeichneten zwei b häufig die Noten fis und cis auftauchen. Die gern angewandten Verzierungen in 16-teln und Vorschlägen bzw. Pralltrillern erfordern in höherem Tempo eine erhöhte Geläufigkeit der Finger. Die Bassbegleitung ist zwar meist einfach mit Grundton und Quinte gestaltet, dafür sind aber die begleitenden Akkorde oft in die rechte Hand verlagert, was zusammen mit der Melodielinie der rechten Hand dargestellt werden muss und ein fein abgestimmtes musikalisches Gefühl verlangt. In schnelleren, rhythmisch geprägten Abschnitten ist eine treffsischere linke Hand erforderlich. Das häufige Aufeinanderfolgen von Achteln und Achteltriolen erfordert dabei zusätzliche rhythmische Sicherheit. Von diesen rein technischen Aspekten abgesehen atmen die Lieder erst wirklich "Klezmergeist" wenn sie mit den dazugehörigen agogischen (accellerandi und ritardandi) und dynamischen (crescendi und diminuendi) Mitteln empfunden und auch musikalisch umgesetzt werden.
Eine Beigabe der Texte der mit Gesang versehenen Lieder im Notentext oder im Anschluss an die Lieder wäre wünschenswert gewesen. Außerdem sind an einigen wenigen Stellen (der Artikelautor hat bislang allerdings nur sechs der Stücke gespielt) eigenartig wirkende oder falsche Harmonien gesetzt. Ob es sich dabei um Fehler handelt oder ob dies zur Authentizität der Lieder gehört vermag der Artikelautor nicht abschließnd zu sagen. Dennoch ist Rowlands Sammlung eine auf jeden Fall spielenswerte Zusammenstellung jüdischer Musik für jeden Klavierspieler der über den Tellerrand der klassischen Klavierliteratur hinausblicken möchte.
Weblinks
Literatur
Julian Rowlands: Klezmer Piano Collection - 22 tunes from the Klezmer and Yiddish traditions for solo piano, Schott Music Ltd., ED 13678, London, 2014