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Šōfār: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Datei:Jude bläst in Jersalem das Schofar.jpg|thumb|320px|Jude bläst in [[Jerusalem]] den ''šōfār'']] Der '''šōfār''' ('''שׁוֹפָר''') ist ein [[Judentum|jüdisches]] [[Blasinstrument]]. Es handelt sich um ein bereits im [[Altes Testament|Alten Testament]] erwähntes, aus [[Widder]]- oder [[Steinbock]]horn gefertigtes [[Naturhorn]]. Es hat sich als einziges alt[[israel]]isches Instrument bis heute unverändert in der jüdischen Liturgie erhalten und gilt als ein Symbol des Judentums. <ref>Harald Skorepa (unter Mithilfe von [[Clemens Kuhn]]): ''Ultimus-Musiklexikon auf CD-ROM'', Papendorf SE GmbH, 1997-2005</ref> <ref>Carl Dahlhaus und Hans Heinz Eggebrecht: ''Brockhaus Riemann Musiklexikon'', Band II, L-Z, F. A. Brockhaus und B. Schott`s Söhne, Wiesbaden/Mainz, 1978, S. 468</ref>
[[Datei:Jude bläst in Jersalem das Schofar.jpg|thumb|320px|Jude bläst in [[Jerusalem]] den ''šōfār'']] Der '''šōfār''' ('''שׁוֹפָר''') ist ein [[Judentum|jüdisches]] [[Blasinstrument]]. Es handelt sich um ein bereits im [[Altes Testament|Alten Testament]] erwähntes, aus [[Widder]]- oder [[Steinbock]]horn gefertigtes [[Naturhorn]]. Es hat sich als einziges alt[[israel]]isches Instrument bis heute unverändert in der jüdischen Liturgie erhalten und gilt als ein Symbol des Judentums. <ref>Harald Skorepa (unter Mithilfe von [[Clemens Kuhn]]): ''Ultimus-Musiklexikon auf CD-ROM'', Papendorf SE GmbH, 1997-2005</ref> <ref>Carl Dahlhaus und Hans Heinz Eggebrecht: ''Brockhaus Riemann Musiklexikon'', Band II, L-Z, F. A. Brockhaus und B. Schott`s Söhne, Wiesbaden/Mainz, 1978, S. 468</ref>
== Erwähnungen im Alten Testament ==
== Erwähnungen im Alten Testament ==
Der ''šōfār'' ist mit 77 mal das am häufigsten im Alten Testament erwähnte Instrument. Er taucht dabei sowohl im kultischen als auch weltlichen Zusammenhang auf: Er wird zuerst bei Gesetzgebung am Berg [[Sinai]] (''Ex. 19, 16'') genannt, wo sein Klang ein Symbol der Gegenwart [[Gott]]es ist. Er meldet aber auch das [[Neumondfest]] (''Ps. 81, 3'') und den Beginn des [[Sabbat]], erklingt am Tag der Buße (''Joel. 2, 1'') und der Versöhnung sowie bei der Überführung der [[Bundeslade]], im Krieg (u.a. bei der Eroberung [[Jerichos]], wo er die Stadtmauern zum Einsturz gebracht haben soll) und bei Siegesfeiern und erinnert an die durch Gott verhinderte Opferung ''[[Isaak]]s'' (''Gen. 22''). <ref>Amnon Shiloah: ''Jewish Musical Traditions'', Wayne State University Press, Detroit, 1992, S. 41</ref>
Der ''šōfār'' ist mit 77 mal das am häufigsten im Alten Testament erwähnte Instrument. Er taucht dabei sowohl im kultischen als auch weltlichen Zusammenhang auf: Er wird zuerst bei Gesetzgebung am Berg [[Sinai]] (''Ex. 19, 16'') genannt, wo sein Klang ein Symbol der Gegenwart [[Gott]]es ist. Er meldet aber auch das [[Neumondfest]] (''Ps. 81, 3'') und den Beginn des [[Sabbat]], erklingt am Tag der Buße (''Joel. 2, 1'') und der Versöhnung sowie bei der Überführung der [[Bundeslade]], im Krieg (u.a. bei der Eroberung [[Jerichos]], wo er die Stadtmauern zum Einsturz gebracht haben soll) und bei Siegesfeiern und erinnert an die durch Gott verhinderte Opferung ''[[Isaak]]s'' (''Gen. 22''). <ref>[[Amnon Shiloah]]: ''Jewish Musical Traditions'', Wayne State University Press, Detroit, 1992, S. 41</ref>
== Archäologische Funde ==
== Archäologische Funde ==
[[Datei:Shofar auf bodenmosaik.PNG|thumb|260px|''šōfār'' mit Leuchter (''menorah'') und Festzweig des Laubhüttenfestes (''lulav'') im [[Bodenmosaik]] der [[Synagoge]] von [[Jericho]]]] Die [[Archäologie]] konnte bislang keine Instrumente bergen. Die ältesten bildlichen Darstellungen stammen aus spätrömischer Zeit (3. Jhd. n. Chr.) und auch schriftliche Quellen zu Bau und Spielweise des sōfār sind erst ab dieser Zeit verfügbar. <ref>Joachim Braun: ''Die Musikkultur Altisraels/Palästinas - Studien zu archäologischen, schriftlichen und vergleichenden Quellen'', Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, 1999, S. 210</ref>
[[Datei:Shofar auf bodenmosaik.PNG|thumb|260px|''šōfār'' mit Leuchter (''menorah'') und Festzweig des Laubhüttenfestes (''lulav'') im [[Bodenmosaik]] der [[Synagoge]] von [[Jericho]]]] Die [[Archäologie]] konnte bislang keine Instrumente bergen. Die ältesten bildlichen Darstellungen stammen aus spätrömischer Zeit (3. Jhd. n. Chr.) und auch schriftliche Quellen zu Bau und Spielweise des sōfār sind erst ab dieser Zeit verfügbar. <ref>Joachim Braun: ''Die Musikkultur Altisraels/Palästinas - Studien zu archäologischen, schriftlichen und vergleichenden Quellen'', Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, 1999, S. 210</ref>

Version vom 12. Mai 2017, 14:32 Uhr

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Jude bläst in Jerusalem den šōfār

Der šōfār (שׁוֹפָר) ist ein jüdisches Blasinstrument. Es handelt sich um ein bereits im Alten Testament erwähntes, aus Widder- oder Steinbockhorn gefertigtes Naturhorn. Es hat sich als einziges altisraelisches Instrument bis heute unverändert in der jüdischen Liturgie erhalten und gilt als ein Symbol des Judentums. [1] [2]

Erwähnungen im Alten Testament

Der šōfār ist mit 77 mal das am häufigsten im Alten Testament erwähnte Instrument. Er taucht dabei sowohl im kultischen als auch weltlichen Zusammenhang auf: Er wird zuerst bei Gesetzgebung am Berg Sinai (Ex. 19, 16) genannt, wo sein Klang ein Symbol der Gegenwart Gottes ist. Er meldet aber auch das Neumondfest (Ps. 81, 3) und den Beginn des Sabbat, erklingt am Tag der Buße (Joel. 2, 1) und der Versöhnung sowie bei der Überführung der Bundeslade, im Krieg (u.a. bei der Eroberung Jerichos, wo er die Stadtmauern zum Einsturz gebracht haben soll) und bei Siegesfeiern und erinnert an die durch Gott verhinderte Opferung Isaaks (Gen. 22). [3]

Archäologische Funde

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šōfār mit Leuchter (menorah) und Festzweig des Laubhüttenfestes (lulav) im Bodenmosaik der Synagoge von Jericho

Die Archäologie konnte bislang keine Instrumente bergen. Die ältesten bildlichen Darstellungen stammen aus spätrömischer Zeit (3. Jhd. n. Chr.) und auch schriftliche Quellen zu Bau und Spielweise des sōfār sind erst ab dieser Zeit verfügbar. [4]

Verwendung

Das sōfār wurde ursprünglich als Signal- und Anfeuerungsinstrument im Krieg eingesetzt. Nach Hans Seidel brach diese Inanspruchnahme des Instruments zwecks Einberufung der Soldaten und Orientierung und Anfeuerung im Kampf mit der Exilzeit ab, (man setzte im Krieg nun die Trompete hasoserah ein) und wich der Verwendung im Rahmen des religiösen Kults. [5]

Einzelnachweise

  1. Harald Skorepa (unter Mithilfe von Clemens Kuhn): Ultimus-Musiklexikon auf CD-ROM, Papendorf SE GmbH, 1997-2005
  2. Carl Dahlhaus und Hans Heinz Eggebrecht: Brockhaus Riemann Musiklexikon, Band II, L-Z, F. A. Brockhaus und B. Schott`s Söhne, Wiesbaden/Mainz, 1978, S. 468
  3. Amnon Shiloah: Jewish Musical Traditions, Wayne State University Press, Detroit, 1992, S. 41
  4. Joachim Braun: Die Musikkultur Altisraels/Palästinas - Studien zu archäologischen, schriftlichen und vergleichenden Quellen, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, 1999, S. 210
  5. Hans Seidel: Horn-Trompete im Alten Israel unter Berücksichtigung der „Kriegsrolle“ von Qumran; in Wissenschaftliche Zeitschrift der Karl-Marx-Universität Leipzig, Gesellschafts- und Sprachwissenschaftliche Reihe V, 1956/57, S. 590