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Rudolf Gräff: Unterschied zwischen den Versionen
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'''Rudolf Gräff''' * [[2. Juli]] [[1919]] in [[Gars am Kamp]]; † [[2. Januar]] [[2006]]), war ein [[Österreich|österreichischer]] Tischler, Gemeinderat und Fußballamateur. | '''Rudolf Gräff''' * [[2. Juli]] [[1919]] in [[Gars am Kamp]]; † [[2. Januar]] [[2006]]), war ein [[Österreich|österreichischer]] Tischler, Gemeinderat und Fußballamateur. | ||
== Biografie == | == Biografie == | ||
Rudolf Gräffs | === Junge Jahre === | ||
Rudolf Gräffs väterlicher Vorfahre [[Heinrich Gräf]] (1784-1855) wanderte Anfang des 19. Jahrhunderts aus dem vormaligen [[Sachsen]] nach Österreich aus, wo die Familie im Waldviertel sesshaft wurde. Rudolf Gräff wurde als Sohn des Garser Einzelunternehmers und Nebenerwerbslandwirtes Josef Gräff (1886-1950) und der Franziska Gräff (ledige Fuchs, 1889-1980) geboren. Seine Mutter entstammte einer Liason einer inkognito gebliebenen, hochgestellten Wiener Persönlichkeit und einer Dienstmagd. Josef und Franzika erbauten 1927 ihr Haus Am Graben. In seiner Schulzeit lernte Rudolf Herma Sorger, die zukünfige Ehefrau des späteren Bundespräsidenten [[Rudolf Kirchschläger]], kennen. Mit dem Ehepaar Kirchschläger verband ihm und seine zukünftige Ehefrau Leopoldine eine jahrzehntelange Bekanntschaft. Nach seiner Schulzeit ging Rudolf in die Lehre und avancierte zum Bau-, Möbeltischler und Zimmerer. | |||
1939 | === Zeit des 2. Weltkrieges === | ||
1939 kam Rudolf als Pionier in die deutsche Wehrmacht. 1941 verbrachte er seinen Militärdienst ua in Wien-Schwechat. Dort ehelichte Rudolf Leopoldine Kimmerl (* 1923) aus der [[Kimmerl|Kimmerl-Familie]]. Die Trauung erfolgte durch Schwechats Dechant und Stadtpfarrer [[Anton Rauch]]. Rudolfs militärische Stationen führten ihn nach Russland wo er als Eisenbahnpionier tätig war. Im Mai/Juni 1942 war er Mitglied einer deutschen Fußballauswahl die im Stadion von Dynamo Kiev inoffizielle Länderspiele gegen eine ungarische, eine rumänische und eine [[Kiev]]er Auswahl bestritt. Rudolf wurde dabei auf der Verteidigerposition eingesetzt. Als Mitglied der deutschen [[6. Armee]] war er mit seiner Pioniereinheit in die Gefechte rund um [[Stalingrad]] involviert. Kurz vor der Schließung des Stalingrader Kessels wurde er mittels eines Granatsplitters an der Hand verwundet und sodann von der Front abgezogen. Seine letzte Kriegsstation verbrachte Rudolf im Brückenbaupionierdienst im damaligen Jugoslawien. | |||
=== Spätere Jahre === | |||
1946 wurde Rudolf Mitbegründer des Garser Fußballklubs SCU Gars am Kamp dessen Funktionär und Spieler er auch war. Einer seiner Mitspieler war der nachmalige österreichische Nationalspieler und WM-3. von 1954, Leopold Barschandt. Rudolf wirkte neben seinem Beruf als Tischler und seiner Tätigkeit als geschäftsführender [[SPÖ]]-Gemeinderat für Bauwesen als Schöffe beim Gericht in Krems an der Donau mit. 1972 musste Rudolf aufgrund eines fortgeschrittenen Asthmas in Frühpension gehen. 1985 trat das Ehepaar Gräff anlässlich ihres 44. Hochzeitsjahres in [[Vera Russwurm]]s TV-Show ''Hallo Fernsehen'' auf. 2006 verstarb Rudolf; das Ehepaar Gräff war über 64 Jahre lang verheiratet gewesen. | 1946 wurde Rudolf Mitbegründer des Garser Fußballklubs SCU Gars am Kamp dessen Funktionär und Spieler er auch war. Einer seiner Mitspieler war der nachmalige österreichische Nationalspieler und WM-3. von 1954, Leopold Barschandt. Rudolf wirkte neben seinem Beruf als Tischler und seiner Tätigkeit als geschäftsführender [[SPÖ]]-Gemeinderat für Bauwesen als Schöffe beim Gericht in Krems an der Donau mit. 1972 musste Rudolf aufgrund eines fortgeschrittenen Asthmas in Frühpension gehen. 1985 trat das Ehepaar Gräff anlässlich ihres 44. Hochzeitsjahres in [[Vera Russwurm]]s TV-Show ''Hallo Fernsehen'' auf. 2006 verstarb Rudolf; das Ehepaar Gräff war über 64 Jahre lang verheiratet gewesen. | ||
== Galerie == | == Galerie == | ||
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Datei:Matthias Laurenz Gräff "Bildnis Rudolf Gräff" (2003).jpg|Matthias Laurenz Gräff "Bildnis Rudolf Gräff" (2003)<ref>[http://www.matthiaslaurenzgraeff.com/grafik/ Webpräsenz Matthias Laurenz Gräff]</ref> | Datei:Josef Gräff (1886-1950) als kaiserlich-österreichischer Soldat im 1. Weltkrieg.jpg|Rudolfs Vater Josef Gräff (1886-1950) im 1. Weltkrieg (1916) | ||
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Datei:Die Familie von Rudolf und Leopoldine Gräff während des 2. Weltkrieges.jpg|Die Familie von Rudolf und Leopoldine Gräff während des 2. Weltkrieges (1944) | |||
Datei:Matthias Laurenz Gräff "Bildnis Rudolf Gräff" (2003).jpg|[[Matthias Laurenz Gräff]], "Bildnis Rudolf Gräff" (2003)<ref>[http://www.matthiaslaurenzgraeff.com/grafik/ Webpräsenz Matthias Laurenz Gräff]</ref> | |||
Datei:Helmuth Gräff. Visionen eines Verstorbenen.jpg|[[Helmuth Gräff]], Bildnis von Rudolf Gräff aus dem Zyklus "Visionen eines Verstorbenen" (2006) | |||
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== Kinder == | == Kinder == | ||
[[Datei:Kimmerlgasse.JPG|thumb|220px|Rudolfs Witwe Leopoldine Gräff, geb. Kimmerl (* 1923) mit ihrem Sohn [[Helmuth Gräff]] in der nach ihrem Urgroßvater [[Matthias Kimmerl]] benannten Kimmerlgasse in Wien]] | |||
Der Ehe von Rudolf und Leopoldine Gräff entstammen sieben Kinder: | Der Ehe von Rudolf und Leopoldine Gräff entstammen sieben Kinder: | ||
* Rudolf Gräff, junior (* 1942), Frischdienstleiter einer Großhandelsfirma; niederösterreichischer Fußballverbandsschiedsrichter, leitete 1987 ein Freundschaftsspiel von UFC Hadres-Markersdorf gegen die Nationalmannschaft der [[DDR]] (1:12), Sektionschef des SCU Union Buhl Gars am Kamp | * Rudolf Gräff, junior (* 1942), Frischdienstleiter einer Großhandelsfirma; niederösterreichischer Fußballverbandsschiedsrichter, leitete 1987 ein Freundschaftsspiel von UFC Hadres-Markersdorf gegen die Nationalmannschaft der [[DDR]] (1:12), Sektionschef des SCU Union Buhl Gars am Kamp | ||
Version vom 5. August 2015, 08:08 Uhr
Rudolf Gräff * 2. Juli 1919 in Gars am Kamp; † 2. Januar 2006), war ein österreichischer Tischler, Gemeinderat und Fußballamateur.
Biografie
Junge Jahre
Rudolf Gräffs väterlicher Vorfahre Heinrich Gräf (1784-1855) wanderte Anfang des 19. Jahrhunderts aus dem vormaligen Sachsen nach Österreich aus, wo die Familie im Waldviertel sesshaft wurde. Rudolf Gräff wurde als Sohn des Garser Einzelunternehmers und Nebenerwerbslandwirtes Josef Gräff (1886-1950) und der Franziska Gräff (ledige Fuchs, 1889-1980) geboren. Seine Mutter entstammte einer Liason einer inkognito gebliebenen, hochgestellten Wiener Persönlichkeit und einer Dienstmagd. Josef und Franzika erbauten 1927 ihr Haus Am Graben. In seiner Schulzeit lernte Rudolf Herma Sorger, die zukünfige Ehefrau des späteren Bundespräsidenten Rudolf Kirchschläger, kennen. Mit dem Ehepaar Kirchschläger verband ihm und seine zukünftige Ehefrau Leopoldine eine jahrzehntelange Bekanntschaft. Nach seiner Schulzeit ging Rudolf in die Lehre und avancierte zum Bau-, Möbeltischler und Zimmerer.
Zeit des 2. Weltkrieges
1939 kam Rudolf als Pionier in die deutsche Wehrmacht. 1941 verbrachte er seinen Militärdienst ua in Wien-Schwechat. Dort ehelichte Rudolf Leopoldine Kimmerl (* 1923) aus der Kimmerl-Familie. Die Trauung erfolgte durch Schwechats Dechant und Stadtpfarrer Anton Rauch. Rudolfs militärische Stationen führten ihn nach Russland wo er als Eisenbahnpionier tätig war. Im Mai/Juni 1942 war er Mitglied einer deutschen Fußballauswahl die im Stadion von Dynamo Kiev inoffizielle Länderspiele gegen eine ungarische, eine rumänische und eine Kiever Auswahl bestritt. Rudolf wurde dabei auf der Verteidigerposition eingesetzt. Als Mitglied der deutschen 6. Armee war er mit seiner Pioniereinheit in die Gefechte rund um Stalingrad involviert. Kurz vor der Schließung des Stalingrader Kessels wurde er mittels eines Granatsplitters an der Hand verwundet und sodann von der Front abgezogen. Seine letzte Kriegsstation verbrachte Rudolf im Brückenbaupionierdienst im damaligen Jugoslawien.
Spätere Jahre
1946 wurde Rudolf Mitbegründer des Garser Fußballklubs SCU Gars am Kamp dessen Funktionär und Spieler er auch war. Einer seiner Mitspieler war der nachmalige österreichische Nationalspieler und WM-3. von 1954, Leopold Barschandt. Rudolf wirkte neben seinem Beruf als Tischler und seiner Tätigkeit als geschäftsführender SPÖ-Gemeinderat für Bauwesen als Schöffe beim Gericht in Krems an der Donau mit. 1972 musste Rudolf aufgrund eines fortgeschrittenen Asthmas in Frühpension gehen. 1985 trat das Ehepaar Gräff anlässlich ihres 44. Hochzeitsjahres in Vera Russwurms TV-Show Hallo Fernsehen auf. 2006 verstarb Rudolf; das Ehepaar Gräff war über 64 Jahre lang verheiratet gewesen.
Galerie
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Rudolfs Vater Josef Gräff (1886-1950) im 1. Weltkrieg (1916)
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Rudolfs Mutter Frantiska Gräff, geb. Fuchs (1889-1980)
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Rudolfs Schwester Johanna Gräff, verh. Gabler (1912-1996)
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Hochzeitsfoto von Rudolfs Tante Maria Gräff (1888-1939) mit Alois Lackner
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Die Familie von Rudolf und Leopoldine Gräff während des 2. Weltkrieges (1944)
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Matthias Laurenz Gräff, "Bildnis Rudolf Gräff" (2003)[1]
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Helmuth Gräff, Bildnis von Rudolf Gräff aus dem Zyklus "Visionen eines Verstorbenen" (2006)
Kinder
Der Ehe von Rudolf und Leopoldine Gräff entstammen sieben Kinder:
- Rudolf Gräff, junior (* 1942), Frischdienstleiter einer Großhandelsfirma; niederösterreichischer Fußballverbandsschiedsrichter, leitete 1987 ein Freundschaftsspiel von UFC Hadres-Markersdorf gegen die Nationalmannschaft der DDR (1:12), Sektionschef des SCU Union Buhl Gars am Kamp
- Leopold Josef Gräff (* 1944), Zimmerer, Autobuschauffeur, Wünschelroutengeher
- Karl Ferdiand Gräff (* 1948), Baumeister[2]
- Herbert Ernst Gräff (* 1955), gelernter Kaufmann
- Helmuth Gräff (* 1958), akademischer Maler[3]
- Ingrid Theresia Gräff (* 1959), Chefsekretärin
- Karin Johanna Franziska Gräff (* 1963), Geschäftsfrau, Verkäuferin, Angestellte
Nachkommensübersicht
- Rudolf Gräff (* 1942) ∞ Christine (* 1942)
- Barbara Gräff ∞ Spiros Alexopoulos
- Alexandros Alexopoulos
- Christina Alexopoulou
- Thanasis Alexopoilos
- Andreas Gräff (* 1968) ∞ Luzia Leodolter
- Paul Gräff (2001)
- Martina Gräff ∞ Thomas Klimond
- Rafael Klimond
- Saskia Klimond
- Barbara Gräff ∞ Spiros Alexopoulos
- Leopold Josef Gräff (* 1944) ∞ Elfriede Wuzel
- Günther Gräff
- Rainer Gräff (* 1975)
- Leopold Josef Gräff (*1944)
- Karl Ferdiand Gräff (* 1948) ∞ Angelika Buhl
- Doris Gräff (* 1969) ∞ Harald Bogner
- Jan Bogner
- Ben Bogner
- Doris Gräff (* 1969) ∞ Harald Bogner
- Herbert Ernst Gräff (* 1955) ∞ Anna
- Alexandra Gräff
- Christian Gräff
- Helmuth Gräff (* 1958) ∞ Martina Maria Gach (* 1957)
- Matthias Laurenz Gräff (* 1984)
- Ingrid Theresia Gräff (* 1959) ∞ Karl Heili
- Claudia Heili
- Birgit Heili
- Astrid Heili
- Doris Heili
- Karin Johanna Franziska Gräff (* 1963) ∞ Wilhelm Hannesschläger
- Cornelia Hannesschläger
- Petra Hannesschläger
- Kathrin Hannesschläger
- Nico Hannesschläger
- Timo Hannesschläger
Literatur
- Matthias Laurenz Gräff. Erlebtes meines Großvaters, 2006.