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Gunther Nickel

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Er lässt sich von der Linkspartei-nahen Stiftung finanzieren, und stört sich an Konservativen innerhalb der AfD: Gunther Nickel

Gunther Nickel (* 27. August 1961 in Wiesbaden) ist ein deutscher Literaturwissenschaftler und Politiker der Alternative für Deutschland. Wegen seiner gesellschaftspolitisch eher linken Positionen und wiederholten Anfeindungen gegen konservativere Parteimitglieder ist er innerhalb der AfD zunehmend umstritten.

Leben

Nach seinem Studium der Germanistik und Musik war Nickel Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Carl-von-Ossietzky-Forschungsstelle der Universität Oldenburg und wirkte an der Edition der 1994 im Rowohlt Verlag erschienenen Sämtlichen Schriften Carl von Ossietzkys mit. 1994 bis 2002 arbeitete er als Wissenschaftlicher Angestellter in der Handschriftenabteilung des Deutschen Literaturarchivs Marbach. Dort kuratierte er drei große Literaturausstellungen: Konstellationen. Literatur um 1955 (1995), Carl Zuckmayer (1996) und Erinnerungsstücke. Von Lessing bis Uwe Johnson (2001). Seit 2002 ist er Lektor des Deutschen Literaturfonds in Darmstadt und lehrt seit 2003 Neuere deutsche Literaturgeschichte an der Universität Mainz.

Unter den zahlreichen Publikationen zur deutschen Literatur vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart fanden vor allem seine Editionen von Carl Zuckmayers Geheimreport (2002; gemeinsam mit Johanna Schrön) und Zuckmayers Deutschlandbericht für das Kriegsministerium der Vereinigten Staaten von Amerika (2004; gemeinsam mit Johanna Schrön und Hans Wagener) große öffentliche Aufmerksamkeit. Zusammen mit dem Dramaturgen Alexander Weigel gab er im Rahmen der Schriftenreihe der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung auch eine kommentierte fünfbändige Ausgabe der Schriften des Theaterkritikers Siegfried Jacobsohn heraus.

Zusammen mit dem Mainzer Literaturwissenschaftler Erwin Rotermund ist Nickel seit 1998 auch Herausgeber des Zuckmayer-Jahrbuchs. Er betätigt sich als Literaturkritiker, ist Mitglied im Beirat des Literaturblatts für Baden und Württemberg und gehört einer Reihe von Literaturpreisjurys an, darunter jenen für den Paul-Celan-Preis und den Marie-Luise-Kaschnitz-Preis. Von 2010 bis 2012 war er Herausgeber des im Mainzer Verlag André Thiele (VAT) erscheinenden Fachjournals Argos, das sich mit dem Dramatiker, Lyriker, Essayisten und Kinderbuchautor Peter Hacks befasst. Dessen Familienkorrespondenz hat er im Frühjahr 2013 im Eulenspiegel Verlag veröffentlicht. Im Frühjahr 2014 wird, ebenfalls bei Eulenspiegel, eine kommentierte fünfbändige Edition des Frühwerks von Hacks folgen (Gedichte; Stücke; Hörspiele; Prosa; Briefe und Lebensdokumente), im Sommer 2014 der Briefwechsel mit Hacks' Jugendfreund Hansgeorg Michaelis.

Von 2003 bis 2013 war Nickel Mitglied des Interdisziplinären Arbeitskreises für Drama und Theater an der Universität Mainz, dessen Vorsitzender er von Sommer 2011 an bis zu seiner Auflösung Ende 2013 war.

Politik

Gunther Nickel ist seit dem 14. Dezember 2013 Sprecher des Landesverbandes Hessen der politischen Partei Alternative für Deutschland.

Mit seinen eher linken Positionen und wiederholten Anfeindungen gegen konservative Strömungen in der Partei innerhalb der AfD umstritten. Auch Anhänger der AfD sehen durch die Rolle Nickels die Erfolgsaussichten der AfD in Hessen gefährdet.


Anfeindungen gegen konservative Strömungen und Mitglieder der AfD

Im April 2014 wetterte Nickel rechtsgerichtete und konservative Mitglieder der AfD als auch die konservative Stammwählerschaft. Während einer Pressekonferenz erklärte Nickel, da die AfD von den Medien immerzu als „rechtspopulistisch“ bezeichnet würde, hätten sich „Leute, die sich selber gerne rechtspopulistisch betätigen“, fälschlicherweise zur AfD hingezogen gefühlt.[1][2]

Nickel attackierte wiederholt die Junge Alternative, welche entschieden konservative Positionen vertritt, und versucht diese innerparteilich zu bekämpfen. Die Jungen Alternativen, die sich eigenständig gründeten aber mittlerweile von allen Landesverbänden als offizielle Jugendorganisation der Partei anerkannt wird, bezeichnete er als „sogenannt[e] „Jungen Alternative““, und als eine „von der AfD gänzlich unabhängig[e] Organisation“. Er warf der Jungen Alternative vor , sie sei bislang nicht durch viele Aktivitäten aufgefallen ist, die man als der AfD förderlich bezeichnen kann. Nickel stört sich ebenfalls daran, dass die Junge Alternative dezidiert konservativen Themen wie Patriotismus, Zuwanderung, und Gender-Ideologie aufgreift, welche der AfD in Sachsen, Thüringen und Brandenburg große Wahlerfolge beschert haben. Stattdessen solle sich die Jugendorganisation vorrangig mit weniger kontroversen Themen befassen wie „dem bildungspolitischen Desaster ... oder der fehlenden Generationengerechtigkeit oder ...der demographischen Entwicklung.“ Mit seiner Verurteilung der Jungen Alternative griff Nickel zugleich auch mehrere Landesverbände der AfD an, welche die Junge Alternative bereits zu ihrer Jugendorganisation erklärt hatten. Seine Aussagen über die JA brachten ihm die Kritik innerhalb der AfD ein. Markus Frohnmaier, Mitglied des Vorstandes der AfD-Baden-Würtemberg, und Sven Tritschler, Vorstandsmitglied der AfD Köln, kritisierten Nickels Aussagen über die Junge Alternative scharf.[3][4]

Finanzielle Unterstützung durch die Linkspartei

Am 25. September 2014 wurde berichtet, dass Nickel durch die Rosa-Luxemburg-Stiftung finanziell gefördert worden war. Die der Partei Die Linke nahestehende Stiftung förderte im Jahr 2012 ein Buch des Professors für Literatur über einen Kommunisten.[2] Die rechtsliberale Zeitung Blu News verglich Nickels Offenheit für die radikal linke Stiftung mit seiner Abneigung gegen vermeintliche Rechtspopulisten innerhalb seiner eigenen Partei. Nickel fühle „sich offenbar wohler dabei, Geld von einer nach Kommunismus strebenden Organisation anzunehmen, als Parteifreund vermeintlicher „Rechtspopulisten” zu sein.”

Weitere Veröffentlichungen

  • Kaufen! statt Lesen! Literaturkritik in der Krise? Hrsg. im Auftrag der Deutschen Literaturkonferenz. Mit Beiträgen von Thierry Chervel, Ina Hartwig, Tilman Krause, Gunther Nickel, Wilfried F. Schoeller und Burkhard Spinnen. Göttingen 2005.
  • Krise des Lektorats? Hrsg. im Auftrag der Deutschen Literaturkonferenz. Mit Beiträgen von Thorsten Ahrend, Momo Evers, Ekkehard Faude, Gunther Nickel, Hans-Ulrich Müller-Schwefe, Katharina Raabe, Denis Scheck, Daniela Seel und Dieter Wellershoff. Göttingen 2006.
  • „Erkenne die Lage“. Das Geschichtsdrama im frühen 19. Jahrhundert: Kleist – Grabbe – Büchner. In: Franz Norbert Mennemeier / Bernhard Reitz (Hrsg.): Amüsement und Schrecken. Studien zum Drama und Theater des 19. Jahrhunderts. Tübingen: Francke 2006, S. 97–118.
  • Beiträge zur Geschichte der Theaterkritik. Mit Aufsätzen von Heike Adamski, Jochen Althoff, Wolfgang Düsing, Frank Göbler, Ursula Kramer, Klaus Ley, Peter W. Marx, Beatrix Müller-Kampel, Gunther Nickel, Bernhard Reitz, Brigitte Schultze, Bernhard Spies, Jochen Strobel und Alexander Weigel. Tübingen 2007.
  • Die Schwierigkeiten politischer Hermeneutik am Beispiel Friedrich Sieburgs. In: Michael Braun / Georg Guntermann (Hrsg.): Gerettet und zugleich von Scham verschlungen. Neue Annäherungen an die Literatur der 'Inneren Emigration'. Frankfurt am Main 2007, S. 39–58.
  • Daniel Kehlmanns "Die Vermessung der Welt". Materialien, Dokumente, Interpretationen. Mit Beiträgen von Stephanie Catani, Ulrich Fröschle, Manfred Geier, Ijoma Mangold, Hubert Mania, Friedhelm Marx, Marius Meller, Uwe Wittstock, Klaus Zeyringer u.a. Reinbek bei Hamburg 2008.
  • Die Kritik der Postmoderne im postmodernen Roman. Robert Menasses "Trilogie der Entgeisterung" und Dietmar Daths "Für immer in Honig". In: Johanna Bohley / Julia Schöll (Hrsg.): Das erste Jahrzehnt. Narrative und Poetiken des 21. Jahrhunderts. Würzburg 2011, S. 57-66.
  • Reiseliteratur im Nationalsozialismus. In: Frank-Lothar Kroll / Rüdiger von Voss (Hrsg.): Schriftsteller und Widerstand. Facetten und Probleme der Inneren Emigration. Göttingen 2012, S. 205-220.
  • Erzählstruktur / Filmstruktur. Eric Rohmers Verfilmung von Kleists Erzählung "Die Marquise von O....". In: Gunther Nickel (Hrsg.): Kleists Rezeption. Heilbronn 2012, S. 154-173.

Online-Veröffentlichungen

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Erster Geburtstag der AfD. In: Blu News. 19. April 2014
  2. 2,0 2,1 . „Ich habe das Geld gebraucht” In: Blu News. 24 September 2014
  3. Markus Frohnmaier. Ein Schuss ins eigene Knie. In: Blu News, 5. August 2014.
  4. JA-NRW will keinen „politischen Sandkasten”. In: Blu News', 4. August 2014.
😃 Profil: Nickel, Gunther
Beruf deutscher Literaturwissenschaftler
Persönliche Daten
27. August 1961
Wiesbaden