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Rassismus in der Schweiz

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Das Bergluft nicht immer frei macht beweißt die Schweiz mit zunehmender Fremdenfeindlichkeit und dumpfem Rassismus.

Rassismus ist in der Schweiz weit verbreitet, und stärker als in vielen anderen Ländern Europas.

Historische Entwicklung

  • Angesichts ihrer kulturellen Heterogenität wurde eine kulturalistische oder gar "rassische" Antwort auf das Wesen der Schweiz bzw. der Schweizer bis in das 20. Jahrhundert abgelehnt. Carl Hilty schrieb z.B. im Jahr 1875:
"Am allerwenigsten sollten sprachliche oder gar sog. Racenanhänglichkeiten auf uns wirken. Niemand mehr als wir, die wir ein aus verschiedenen Sprachen und Stämmen in Freiheit geeinigtes Volk sind, haben Ursache, eine solche verwerfliche, die Menschenwürde und das allgemeine Gefühl einer allgemeinen Brüderlichkeit beleidigende Theorie zuzückzuweisen, wo immer sie sich zeigen will." [1]
  • Anfang des 20. Jahrhunderts kamen dann aber auch in der Schweiz ethnisch-kulturelle Vorstellungen von der Nation auf, und bereiteten rassistischen Vorstellungen den Weg.
  • Ab dem 1. Weltkrieg wurde der Erwerb des Schweizer Staatsbürgerschaft zunehmend erschwert.
  • Nun kam es auch vermehrt zu Antisemitismus. [2]
  • Inzwischen hat sich in der Schweiz Rassismus und Fremdenfeindlichkeit als feste, in weiten Teilen des Gesellschaft aktzeptierte Größe etabliert.

Rassistische Vorfälle

"Der politische Diskurs hat in den letzten Jahren einen rassistischen und fremdenfeindlichen Ton angenommen, der zu rassistischen Verallgemeinerungen über Ausländer, Muslime und andere Minderheitengruppen geführt hat."
  • Natalie Rickli, Abgeordnete der konservativen Schweizerischen Volkspartei meinte in rassistischer Weise, dass die Masse der Deutschen in der Schweiz sie störe.
  • Im April 2012 zeigte die Schweizer Zeitung Weltwoche auf ihrer Titelseite einen vierjährigen dunkelhäutigen Jungen, der eine Pistole auf die Kamera richtet. Darunter stand die Schlagzeile:
"Die Roma kommen: Raubzüge in die Schweiz." [4]
"Warum fliegen Deutsche in unseren FA-18? Warum arbeiten Deutsche als Fliegerärzte der Schweizer Armee? Sorry, hier hat's einfach Grenzen!" [14]
"Ich ärgere mich schwarz über die vielen Einbürgerungen mit unaussprechlichen Namen in meiner Heimatgemeinde. Leute, die sich nicht integrieren können, gehören nicht in unsere Gesellschaft. Ich habe es satt, dass wir Schweizer im eigenen Land dauernd die Neger sind." [15]
  • Die Partei der Schweizer Demokraten (SD) verwendete im Wahlkampf 2011 rassitische Begriffe wie "Neger" und forderte u.a. ein "schweizerisch geprägtes, weisses Zürich zu erhalten". [16]
  • Der Schweizer Kabarettist Marco Rima machte im Jahr 2013 des folgenden rassistischen Witz:
"Ich habe kein Problem damit, wenn ein Neger Offizier der Schweizer Armee ist – aber er soll sich dann nicht beschweren, wenn ich ihn während einer Nachtübung nicht sehe." [17]
  • Im Jahr 2013 wurde ein in Zürich lebender Kurde von der Polizei mit Handschellen an ein Geländer gekettet, weil er seinem dreijährigen Sohn unerlaubterweise während einer Schiffahrt einen Apfelschnitz zu essen gab und der Sohn auf die Sitze kletterte. [18]
  • Ein anerkannter Flüchtling aus Eritrea wurde im Jahr 2012 bei seiner Suche nach einer Wohnung in der Schweiz als "Blutsauger" beschimpft. [19]
  • Ein Schweizer Restaurant hatte im Jahr 2012 ein Schild angebracht, auf dem stand:
"Keine Araber, keine Schwarzafrikaner (ausser Stammgäste) und Jugos nur in minimaler Masse." [20]
  • Am 15. Februar 2014 marschieren in Solothurn 80 masken- und fackeltragende Rechtsextremisten durch die Altstadt. Sie trugen ein Transparent mit dem Slogan "Asylanten raus". Ein Teilnehmer überklebte das Strassenschild "Judengasse" mit einem Kleber "Freiheit". [21]
  • In Neuenburg beleidigte im Januar 2012 ein Schüler der 1. Gymnasiumklassen einen Lehrer nordafrikanischer Herkunft mehrfach als "Drecksaraber". [22]
  • Im Juli 2011 leugnete der Journalist Frank Brunner auf seiner Homepage den Holocaust. [23]

Links und Quellen

Siehe auch

Weblinks

Bilder / Fotos

Videos

Quellen

Literatur

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Einzelnachweise

  1. Regula Argast: Staatsbürgerschaft und Nation - Ausschließung und Integration in der Schweiz 1848-1933, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, 2011, S. 278 ff.
  2. Regula Argast: Staatsbürgerschaft und Nation - Ausschließung und Integration in der Schweiz 1848-1933, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, 2011, S. 278 ff.
  3. [1]
  4. [2]
  5. [3]
  6. [4]
  7. [5]
  8. (VD)
  9. [6]
  10. [7]
  11. [8]
  12. [9]
  13. [10]
  14. [11]
  15. [12]
  16. [13]
  17. [14]
  18. [15]
  19. Rassismusvorfälle in der Beratungspraxis 2012 (PDF) auf www.edi.admin.ch
  20. Rassismusvorfälle in der Beratungspraxis 2012 (PDF) auf www.edi.admin.ch
  21. [16]
  22. [17]
  23. [18]

Andere Lexika

Wikipedia kennt dieses Lemma (Rassismus in der Schweiz) vermutlich nicht.