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Massenpsychologie: Unterschied zwischen den Versionen

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Die '''Massenpsychologie''' ist eine vom Franzosen [[Gustave Le Bon]] Ende des 19. Jahrhunderts unter dem Eindruck der entstehenden großen [[Arbeiterbewegung]]en begründete Richtung der [[Psychologie]]. Er stützte sich vorab auf die These, dass Massensituationen, also z.B. große öffentliche (damals vor allem politische) Versammlungen eine gesteigerte Irrationalität, also ein Überhandnehmen von gefühlsmäßigem Verhalten, der meisten Teilnehmenden zur Folge haben. Sie verlieren zusehends die [[verstand]]esmäßige Kontrolle über sich. Le Bon übertrug diese Versammlungs-Situationen, und da blieb er nicht unumstritten, auch auf den allgemeinen politischen Zustand der damaligen, noch von [[Karl Marx]] und [[Friedrich Engels]] beeinflussten [[Arbeiterbewegung]].
Die '''Massenpsychologie''' ist eine vom Franzosen [[Gustave Le Bon]] Ende des 19. Jahrhunderts unter dem Eindruck der entstehenden großen [[Arbeiterbewegung]]en begründete Richtung der [[Psychologie]]. Er stützte sich vorab auf die These, dass Massensituationen, also z.B. große öffentliche (damals vor allem politische) Versammlungen eine gesteigerte Irrationalität, also ein Überhandnehmen von gefühlsmäßigem Verhalten, der meisten Teilnehmenden zur Folge haben. Sie verlieren zusehends die [[verstand]]esmäßige Kontrolle über sich. Le Bon übertrug diese Versammlungs-Situationen, und da blieb er nicht unumstritten, auch auf den allgemeinen politischen Zustand der damaligen, noch von [[Karl Marx]] und [[Friedrich Engels]] beeinflussten Arbeiterbewegung.


Die Massensituations-These von Le Bon erfuhr im Nachhinein vor allem auch durch die Wirkung der Massenveranstaltungen im [[Nationalsozialismus]] eine eindrückliche Bestätigung. Doch bereits in der [[Bibel]] finden sich Beispiele wie etwa das aufgebrachte Volk bei der Verurteilung des [[Jesus von Nazareth]], die zu seiner [[Kreuzigung Jesu|Kreuzigung]] führte (siehe {{B|Mk|15|13-15}}, {{B|Mt|27|22-24}} und {{B|Lk|23|20-25}}).
Die Massensituations-These von Le Bon erfuhr im Nachhinein vor allem auch durch die Wirkung der Massenveranstaltungen im [[Nationalsozialismus]] eine eindrückliche Bestätigung. Doch bereits in der [[Bibel]] finden sich Beispiele wie etwa das aufgebrachte Volk bei der Verurteilung des [[Jesus von Nazareth]], die zu seiner [[Kreuzigung Jesu|Kreuzigung]] führte (siehe {{B|Mk|15|13-15}}, {{B|Mt|27|22-24}} und {{B|Lk|23|20-25}}).

Version vom 10. Juli 2024, 17:19 Uhr

Die Massenpsychologie ist eine vom Franzosen Gustave Le Bon Ende des 19. Jahrhunderts unter dem Eindruck der entstehenden großen Arbeiterbewegungen begründete Richtung der Psychologie. Er stützte sich vorab auf die These, dass Massensituationen, also z.B. große öffentliche (damals vor allem politische) Versammlungen eine gesteigerte Irrationalität, also ein Überhandnehmen von gefühlsmäßigem Verhalten, der meisten Teilnehmenden zur Folge haben. Sie verlieren zusehends die verstandesmäßige Kontrolle über sich. Le Bon übertrug diese Versammlungs-Situationen, und da blieb er nicht unumstritten, auch auf den allgemeinen politischen Zustand der damaligen, noch von Karl Marx und Friedrich Engels beeinflussten Arbeiterbewegung.

Die Massensituations-These von Le Bon erfuhr im Nachhinein vor allem auch durch die Wirkung der Massenveranstaltungen im Nationalsozialismus eine eindrückliche Bestätigung. Doch bereits in der Bibel finden sich Beispiele wie etwa das aufgebrachte Volk bei der Verurteilung des Jesus von Nazareth, die zu seiner Kreuzigung führte (siehe Mk 15,13-15 EU, Mt 27,22-24 EU und Lk 23,20-25 EU).

Heutige massenpsychologische Erscheinungen manifestieren sich relativ offensichtlich etwa noch in stark gefüllten Sportstadien oder in der etwas anders gelagerten Form der Massenpanik, z.B. seinerzeit an der Duisburger Loveparade. Vance Packard, Herbert Marcuse und andere gingen aber auch davon aus, dass die Konsumwerbung eine gesamte Gesellschaft maßgeblich in eine von der Wirtschaft gewünschte Richtung beeinflussen kann.

Literatur

  • Gustave Le Bon: Psychologie des foules, 1895; deutsch Psychologie der Massen, in der Übersetzung von R. Eisler (1911)
  • Vance Packard: The Naked Society; deutsch (wörtlich „Die nackte Gesellschaft“) Die wehrlose Gesellschaft, Econ Verlag 1964
  • Jana Toppe: Massenpsychologie und Weltuntergang, Dissertation an der Freien Universität Berlin 2012

Weblinks