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Amerikanismus: Unterschied zwischen den Versionen

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Amerikanisierung: es gibt keine einheitliche Kultur
 
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[[Datei:Three Flags.jpg|thumb|400px|Das Gemälde [[Three Flags (Gemälde von Jasper Johns)|''Three Flags'']] von [[Jasper Johns]]]]
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'''Amerikanismus''' steht für:
'''Amerikanismus''' ist ein wenig gebräuchlicher Begriff, der verschiedene Bedeutungen haben kann:
* ein Lehnwort aus dem Amerikanischen, siehe {{W|Anglizismus}}
* ein Lehnwort aus dem US-amerikanischen Englisch, siehe [[Anglizismus]]
* [[#Amerikanisierung|Amerikanisierung]], Kulturtransfer aus den USA
* Amerikanisierung im Sinne eines [[Kultur]]transfers aus den [[USA]]
* ältere Bezeichnung für den {{W|American Way of Life}}
* ältere Bezeichnung für den ''American Way of Life''
Als Gegenbegriff zum ''[[#Antiamerikanismus|Antiamerikanismus]]'' werden uneinheitlich die Begriffe '''Philoamerikanismus'''<ref name="gienow">Jessica Gienow-Hecht: [http://www.bpb.de/apuz/31438/europaeischer-antiamerikanismus-im-20-jahrhundert?p=all Europäischer Antiamerikanismus im 20. Jahrhundert.], in: ''Aus Politik und Zeitgeschichte'' 5-6/2008</ref>, '''Proamerikanismus'''<ref>Gesine Schwan: ''Antiamerikanismus und demokratisches Bewusstsein in der Bundesrepublik von 1945 bis heute.'', in: ''Amerika und Deutschland: ambivalente Begegnungen.'' Herausgegeben von Frank Kelleter und Wolfgang Knöbl, Wallstein Verlag, 2006, S.&nbsp;73 ff.</ref> und '''Amerikanismus'''<ref>Egbert Klautke: ''Unbegrenzte Möglichkeiten: "Amerikanisierung" in Deutschland und Frankreich (1900-1933)'', Wiesbaden, Franz Steiner Verlag 2003, S.&nbsp;269 ff.</ref> verwendet.
Als Gegenbegriff zum [[Antiamerikanismus]] werden uneinheitlich die Begriffe ''Philoamerikanismus''<ref name="gienow">Jessica Gienow-Hecht: [http://www.bpb.de/apuz/31438/europaeischer-antiamerikanismus-im-20-jahrhundert?p=all Europäischer Antiamerikanismus im 20. Jahrhundert.], in: ''Aus Politik und Zeitgeschichte'' 5-6/2008</ref>, ''Proamerikanismus''<ref>Gesine Schwan: ''Antiamerikanismus und demokratisches Bewusstsein in der Bundesrepublik von 1945 bis heute.'', in: ''Amerika und Deutschland: ambivalente Begegnungen.'' Herausgegeben von Frank Kelleter und Wolfgang Knöbl, Wallstein Verlag, 2006, S.&nbsp;73 ff.</ref> und ''Amerikanismus''<ref>Egbert Klautke: ''Unbegrenzte Möglichkeiten: "Amerikanisierung" in Deutschland und Frankreich (1900-1933)'', Wiesbaden, Franz Steiner Verlag 2003, S.&nbsp;269 ff.</ref> verwendet.


== Amerikanisierung ==
== Amerikanisierung ==
'''Amerikanisierung''' bezeichnet einerseits den Integrationsprozess von Einwanderern in die US-amerikanische Kultur, andererseits den Wandel einer Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur oder Person in Richtung der vorherrschenden Gegebenheiten in den USA, beziehungsweise hin zum Leitbild des so genannten {{W|American Way of Life|"American Way of Life"}}.
''[[Amerikanisierung]]'' bezeichnet zunächst den [[Integration]]sprozess von [[Einwanderer]]n in die US-amerikanische [[Gesellschaft (Soziologie)]]. Das umfasst die Anpassung einer Person in Richtung der vorherrschenden Gegebenheiten in den USA, beziehungsweise hin zum Leitbild des so genannten ''American Way of Life''.<ref>https://de.wikipedia.org/wiki/Amerikanisierung</ref>


Dieser Prozess beschränkt sich allerdings nicht auf die Vereinigten Staaten von Amerika, sondern entwickelt auch eine Strahlkraft in andere Länder der Welt. Besonders nach dem {{W|Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg}} hat die {{W|Hegemonie|Hegemonialmacht}} USA der Welt in zunehmendem Maße in militärischen<ref>{{W|Full-spectrum dominance}} (dt. etwa: "Überlegenheit auf allen Ebenen") ist ein militärisches Einsatzkonzept der US-Streitkräfte.</ref>, wirtschaftlichen<ref>Siehe beispielsweise: {{WM|Transatlantisches Freihandelsabkommen}}</ref>, politischen<ref>Siehe beispielsweise: {{WM|Transatlantiker}}</ref>, kulturellen und rechtlichen Bereichen ihr Wertesystem vermittelt. Die zunehmende Amerikanisierung der Welt wird auch "Globalisierung" genannt.<ref>Wikipedia: {{W|Henry Kissinger}}</ref><ref>[[Ken Jebsen]]: [http://www.facebook.com/KenFM.de/posts/10152750159536583:0 Tarnen & Täuschen], 8. Mai 2015; Youtube: [http://www.youtube.com/watch?v=fJTHB7QL_Wg Tarnen & Täuschen] - KenFM (14. Mai 2015) (Länge: 11:02 Min.)</ref>
Dieser Einfluss beschränkt sich allerdings nicht auf die Vereinigten Staaten von Amerika, sondern entwickelt auch eine Strahlkraft in andere Länder der Welt. Besonders nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] hat die Hegemonialmacht USA der Welt in zunehmendem Maße in militärischen, wirtschaftlichen, politischen, kulturellen und rechtlichen Bereichen ihr Wertesystem vermittelt bzw. auch oft aufgezwungen. Kritiker bezeichnen die zunehmende Amerikanisierung der Welt auch als [[Globalisierung]].<ref>[[Ken Jebsen]]: [http://www.facebook.com/KenFM.de/posts/10152750159536583:0 Tarnen & Täuschen], 8. Mai 2015; Youtube: [http://www.youtube.com/watch?v=fJTHB7QL_Wg Tarnen & Täuschen] - KenFM (14. Mai 2015) (Länge: 11:02 Min.)</ref> Was jedoch die USA-typische [[Kultur]] sein soll, ist nicht klar beschrieben, sondern von der Wahrnehmung und Erfahrung einzelner Menschen geprägt. Als Beispiel wird oft der [[Anglizismus]] in der [[Sprache]] genannt, der sich aber nicht nur auf die USA bezieht, da viele dieser Spracheinflüsse auch aus [[England]] kommen.
 
Andererseits entwickelte sich in vielen Ländern der Welt eine Gegenreaktion, die zum Beispiel von der [[Sowjetunion]] unterstützt wurde. Insofern steht meist die [[Politik]] im Vordergrund.


== Antiamerikanismus ==
== Antiamerikanismus ==
''Amerikanismus'' und '''Antiamerikanismus''' sind zwei Seiten einer Medaille. Wenn beispielsweise ''Wahrigs Deutsches Wörterbuch'' Antiamerikanismus als eine ''"ablehnende Haltung gegenüber der Politik und Kultur der [[Vereinigte Staaten von Amerika|USA]]"'' definiert<ref>Stichwort ''Antiamerikanismus'', in: Gerhard Wahrig: ''Deutsches Wörterbuch. Jubiläumsausgabe'', Bertelsmann 1991, ISBN 3-570-03648-0</ref> oder das ''Oxford Dictionary'' als ''"Anfeindung der Interessen der Vereinigten Staaten"''<ref>Online-Ausgabe des Oxford Dictionary: [http://www.oxforddictionaries.com/definition/english/anti-Americanism Anti-Americanism], im Original: "Hostility to the interests of the United States"</ref>, dann beschreibt das allenfalls eine Seite der Medaille und auch davon nur einen Teilbereich.
Wenn beispielsweise ''Wahrigs Deutsches Wörterbuch'' Antiamerikanismus als eine ''ablehnende Haltung gegenüber der Politik und Kultur der USA'' definiert<ref>Stichwort ''Antiamerikanismus'', in: Gerhard Wahrig: ''Deutsches Wörterbuch. Jubiläumsausgabe'', Bertelsmann 1991, ISBN 3-570-03648-0</ref> oder das ''Oxford Dictionary'' als ''Anfeindung der Interessen der Vereinigten Staaten'',<ref>Online-Ausgabe des Oxford Dictionary: [http://www.oxforddictionaries.com/definition/english/anti-Americanism Anti-Americanism], im Original: "Hostility to the interests of the United States"</ref> dann beschreibt das nur Teilbereiche des Themas.  
 
Die Ambivalenz der Wahrnehmung ist unauflöslich mit der Geschichte der Vereinigten Staaten verbunden. Wikipedia schreibt:
{{Zitat|Die Vereinigten Staaten von Amerika konstituierten sich 1776 als neues politisches System in Abgrenzung zu den etablierten Systemen in Europa, woher die Begründer der neuen Nation stammten. In Europa löste das neue, an den Prinzipien der [[Aufklärung]] orientierte Staatsmodell bald sowohl Sympathie als auch Ablehnung aus - die als die ersten Ausdrücke von Philoamerikanismus und Antiamerikanismus gesehen werden. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts nahm in Europa die Auseinandersetzung mit positiv oder negativ gewerteten Einflüssen der US-amerikanischen Wirtschafts-, Kultur- und Militärmacht zu, bevor sich die Debatte mit Beginn des Kalten Kriegs stark politisierte.<ref name="gienow" /> Der Begriff des Antiamerikanismus ist erst nach dem Zweiten Weltkrieg aufgekommen - eine Untersuchung über den Antiamerikanismus in Frankreich nennt 1948 als erste dokumentierte Verwendung.<ref>Phillipe Roger: ''The American Enemy: The History of French Anti-Americanism'', [http://www.press.uchicago.edu/Misc/Chicago/723682.html einführender Auszug (englisch)], University of Chicago Press, 2005</ref>|<ref>Wikipedia: {{W|Antiamerikanismus#Geschichte|Antiamerikanismus - Abschnitt "Geschichte"}}</ref>}}
 
Für das {{W|Britisches Weltreich|British Empire}} dürfte die {{W|Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten}} einfach ein Akt der {{W|Insubordination}} gewesen sein und als Bedrohung der "Alten Weltordnung" abgelehnt werden sein. Für die fortschrittlichen Kräfte in Europa hingegen dürfte sie als eine Zukunftshoffnung auf Freiheit und [[Selbstbestimmung]] begrüßt worden sein. Doch was für die europäischen Einwanderer Zukunft und Chancen verhießt, bedeutete für die Ureinwohner Nordamerikas Untergang und Verderben. Tatsächlich haben sie z.B. im Zweiten Weltkrieg in den ersten Angriffswellen vorzugsweise die schwarzen Afroamerikaner "genutzt" und ihnen die Bürgerrechte vorenthalten. Der {{W|Spanisch-Amerikanischer Krieg|Spanisch-Amerikanische Krieg}} 1898 führte nicht zur Freiheit für die {{W|Philippinen}}, sondern er steht für den Anfang einer Politik der Vereinigten Staaten, ihre Interessensgebiete über das nordamerikanische Festland hinaus auszuweiten, ein eigenes Imperium aufzubauen und es ging um den Zugang zu asiatischen Märkten durch die Philippinen. Diese Ambivalenz ist prägend für die Geschichte der Vereinigten Staaten: Seit dem Spanisch-Amerikanischen Krieg 1898 bis zu dem {{W|Zweiter Golfkrieg|Zweiten}} (1990/91) und {{W|Irakkrieg|Dritten Golfkrieg}} (2003) werden die Kriege im Namen von "Frieden" und "Freiheit" geführt, neuerdings auch "gegen den Terror", obwohl leicht erkennbar ist, dass die wirklichen Motive ganz andere sind.
 
Es ist auch nicht unüblich, den Vorwurf des (angeblichen) ''Antiamerikanismus'' als {{W|Totschlagargument|Totschlagargumente}} zu verwenden, wenn jemand auch nur auf die Ambivalenz des Amerikanismus hinweist.
Das militärische Einsatzkonzept der "Überlegenheit auf allen Ebenen" (engl.: {{W|Full-spectrum dominance}}) wird abgewandelt auf die ziviele Ebene eben auch zur Erringung der absoluten [[Diskurshoheit]] verwendet.
 
{{Zitat|Konzepte wie "Antiromanismus" oder "Antiamerikanismus" hat es immer gegeben, waren aber immer nur [[Propaganda]]-Konzepte von {{W|Imperialismus|Imperien}}. Damit wollte man eine [[Kritik]] verhindern. Das Konzept "Antiamerikanismus" ist also ein Propaganda-Konzept, war es immer. [...] In der Regel soll es jemanden marginalisieren. [...]
Wenn jemand als '''Antiamerikanist''' gebrandmarkt ist, hat er keine verantwortliche Position. Wenn ein Geschichtswissenschaftler sich intensiv mit dem Römischen Reich beschäftigt, würde man nicht sagen, der sei Antiromanist. [...] Das Konzept ist in sich selbst unsinnig, weil es nicht darauf zielt, eine Mitglieder einer kulturellen Gruppe kollektiv haftbar zu machen.|[[Rainer Mausfeld]]<ref>Youtube: [http://www.youtube.com/watch?v=_B1Ilx9N0C0 Warum schweigen die Lämmer? - Der Neoliberalismus ist das geplante endgültige Ende der Demokratie] - [[Rainer Mausfeld]] (Vortrag im Dietrich-Bonhoeffer-Haus zu Aachen am 22. April 2016) (Länge: ab 38:00 Min.)</ref>}}
{{Zitat|Antiamerikanismus ist ein Propagandabegriff. [...] Sie finden solche Begriffe wie Antiamerikanismus immer nur von Imperien. In der Sowjetunion gab es "antisowjetische" Umtriebe. Da kam man ins Irrenhaus, weil man sich nicht vorstellen konnte, dass man dagegen sein kann. Das war "antisowjetisch". In den USA gab es zur {{W|McCarthy-Ära|McCarthy-Zeit}} intern "antiamerikanische" Umtriebe. Das sind Begriffe, die finden Sie nur in Imperien. Es gab im spanischen Kolonialreich, gegen einen der ersten {{W|Whistleblower}}, {{W|Bartolomé de Las Casas|de Las Casas}}, der berichtet hatte, wie gemetzelt wurde in Amerika, gab es ein Verfahren wegen "antispanischer" Propaganda. Es sind immer nur Imperien, die sich dieses Begriffs bedienen. Niemand käme auf die Idee, wenn Sie {{W|Luxemburg-Leaks}} betrachten, zu sagen, das sind ja "anti-luxemburgische" Umtriebe. Das wäre lächerlich. [...]
 
Im Spiegel gab es eine sehr bezeichnende Überschrift "Europäische Politiker fürchten den Zorn der USA".<ref>Markus Becker: [http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/ttip-dokumente-leak-koennte-ende-der-geheimhaltung-markieren-a-1090466.html TTIP-Leak: Europas Politiker fürchten den Zorn der USA], Spiegel Online am 2. Mai 2016</ref> [...] Stellen Sie sich eine ähnliche Überschrift in den USA vor: "Amerikanische Politiker fürchten den Zorn der Deutschen". Die ist undenkbar. Da ist also eine Asymmetrie. Und diese Asymmetrie ist so gigantisch, wenn wir da einen Vergleich machen, der immer sehr erhellend ist, zum Feudalismus. Da gab es Leute, die waren zur unbedingten Loyalität dem Lehnsherren gegenüber mit Rat und Tat verpflichtet. Im {{W|Feudalismus}} nannte man sie {{W|Vasall|Vasallen}}. [...]
|Rainer Mausfeld<ref>Youtube: [http://www.youtube.com/watch?v=OwRNpeWj5Cs KenFM im Gespräch mit: Prof. Rainer Mausfeld] - KenFM (5. August 2016) (Länge: ab 47:00 Min., ab 49:00 Min., ab 53:47 Min.)</ref>}}
 
== Kritik ==
{{Zitat|Alle [[Kritik]] an den [[Vereinigte Staaten von Amerika|USA]] wird {{WM|Pathologisierung|pathologisiert}} und als Sprachmanipulation hingestellt. Man kann die USA gar nicht kritisieren, weil jede Form von Kritik nur Ausfluss eigener {{W|Psychische Störung|psychischer Störungen}} sein kann.


Auch 'ne Art, [[Genderismus]]-[[Feminismus]] zu entlarven: Durch beliebige Austauschbarkeit des [[Feindbild]]es zeigen, dass es keinen inhaltlichen Bezug zum Feindbild gibt.|[[Hadmut Danisch]]<ref>[[Hadmut Danisch]]: [http://www.danisch.de/blog/2016/04/25/sprachlabor/ Sprachlabor], Ansichten eines Informatikers am 25. April 2016; Nimmt Bezug auf: [http://www.tagesspiegel.de/kultur/antiamerikanismus-in-deutschland-im-sprachlabor-der-vorurteile/13491928.html Antiamerikanismus in Deutschland: Im Sprachlabor der Vorurteile], Der Tagesspiegel am 25. April 2016 (Der Soziologe Felix Knappertsbusch geht dem Antiamerikanismus in Deutschland auf den Grund. Viele Motive sind in unserem alltäglichen Sprachgebrauch zu finden.)</ref>}}
{{Zitat|Im Spiegel gab es eine sehr bezeichnende Überschrift "Europäische Politiker fürchten den Zorn der USA".<ref>Markus Becker: [http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/ttip-dokumente-leak-koennte-ende-der-geheimhaltung-markieren-a-1090466.html TTIP-Leak: Europas Politiker fürchten den Zorn der USA], Spiegel Online am 2. Mai 2016</ref> [...] Stellen Sie sich eine ähnliche Überschrift in den USA vor: "Amerikanische Politiker fürchten den Zorn der Deutschen". Die ist undenkbar. Da ist also eine Asymmetrie. Und diese Asymmetrie ist so gigantisch, wenn wir da einen Vergleich machen, der immer sehr erhellend ist, zum Feudalismus. Da gab es Leute, die waren zur unbedingten Loyalität dem Lehnsherren gegenüber mit Rat und Tat verpflichtet. Im Feudalismus nannte man sie Vasallen. [...]|[[Rainer Mausfeld]]|<ref>Youtube: [http://www.youtube.com/watch?v=OwRNpeWj5Cs KenFM im Gespräch mit: Prof. Rainer Mausfeld] - KenFM (5. August 2016) (Länge: ab 47:00 Min., ab 49:00 Min., ab 53:47 Min.)</ref>}}


== Einzelnachweise ==
== Einzelnachweise ==
<references/>
<references/>
== Siehe auch ==
* [[Amerikanischer Exzeptionalismus]]


== Weblinks ==
== Weblinks ==
* {{Siehe auch extern|Wikipedia|American Way of Life}}
* [[Jill Lepore]]: [https://www.foreignaffairs.com/articles/united-states/2019-02-05/new-americanism-nationalism-jill-lepore ''A New Americanism''], auf der Internetseite des [[Council on Foreign Relations]]
* {{Siehe auch extern|Wikipedia|Amerikanisierung}}
* {{Siehe auch extern|Wikipedia|Anglizismus}}
* {{Siehe auch extern|Wikipedia|Antiamerikanismus}}


[[Kategorie:Politik]]
{{PPA-Silber}}
[[Kategorie:Weltanschauung]]
[[Kategorie:Vereinigte Staaten von Amerika]]


{{Aus WikiMANNia|id=62962|Datum=14. August 2016}}
[[Kategorie:Politik (Vereinigte Staaten)]]

Aktuelle Version vom 11. Juli 2023, 10:45 Uhr

Das Gemälde Three Flags von Jasper Johns.

Amerikanismus ist ein wenig gebräuchlicher Begriff, der verschiedene Bedeutungen haben kann:

  • ein Lehnwort aus dem US-amerikanischen Englisch, siehe Anglizismus
  • Amerikanisierung im Sinne eines Kulturtransfers aus den USA
  • ältere Bezeichnung für den American Way of Life

Als Gegenbegriff zum Antiamerikanismus werden uneinheitlich die Begriffe Philoamerikanismus[1], Proamerikanismus[2] und Amerikanismus[3] verwendet.

Amerikanisierung

Amerikanisierung bezeichnet zunächst den Integrationsprozess von Einwanderern in die US-amerikanische Gesellschaft (Soziologie). Das umfasst die Anpassung einer Person in Richtung der vorherrschenden Gegebenheiten in den USA, beziehungsweise hin zum Leitbild des so genannten American Way of Life.[4]

Dieser Einfluss beschränkt sich allerdings nicht auf die Vereinigten Staaten von Amerika, sondern entwickelt auch eine Strahlkraft in andere Länder der Welt. Besonders nach dem Zweiten Weltkrieg hat die Hegemonialmacht USA der Welt in zunehmendem Maße in militärischen, wirtschaftlichen, politischen, kulturellen und rechtlichen Bereichen ihr Wertesystem vermittelt bzw. auch oft aufgezwungen. Kritiker bezeichnen die zunehmende Amerikanisierung der Welt auch als Globalisierung.[5] Was jedoch die USA-typische Kultur sein soll, ist nicht klar beschrieben, sondern von der Wahrnehmung und Erfahrung einzelner Menschen geprägt. Als Beispiel wird oft der Anglizismus in der Sprache genannt, der sich aber nicht nur auf die USA bezieht, da viele dieser Spracheinflüsse auch aus England kommen.

Andererseits entwickelte sich in vielen Ländern der Welt eine Gegenreaktion, die zum Beispiel von der Sowjetunion unterstützt wurde. Insofern steht meist die Politik im Vordergrund.

Antiamerikanismus

Wenn beispielsweise Wahrigs Deutsches Wörterbuch Antiamerikanismus als eine ablehnende Haltung gegenüber der Politik und Kultur der USA definiert[6] oder das Oxford Dictionary als Anfeindung der Interessen der Vereinigten Staaten,[7] dann beschreibt das nur Teilbereiche des Themas.

„Im Spiegel gab es eine sehr bezeichnende Überschrift "Europäische Politiker fürchten den Zorn der USA".[8] [...] Stellen Sie sich eine ähnliche Überschrift in den USA vor: "Amerikanische Politiker fürchten den Zorn der Deutschen". Die ist undenkbar. Da ist also eine Asymmetrie. Und diese Asymmetrie ist so gigantisch, wenn wir da einen Vergleich machen, der immer sehr erhellend ist, zum Feudalismus. Da gab es Leute, die waren zur unbedingten Loyalität dem Lehnsherren gegenüber mit Rat und Tat verpflichtet. Im Feudalismus nannte man sie Vasallen. [...]“

Rainer Mausfeld: [9]

Einzelnachweise

  1. Jessica Gienow-Hecht: Europäischer Antiamerikanismus im 20. Jahrhundert., in: Aus Politik und Zeitgeschichte 5-6/2008
  2. Gesine Schwan: Antiamerikanismus und demokratisches Bewusstsein in der Bundesrepublik von 1945 bis heute., in: Amerika und Deutschland: ambivalente Begegnungen. Herausgegeben von Frank Kelleter und Wolfgang Knöbl, Wallstein Verlag, 2006, S. 73 ff.
  3. Egbert Klautke: Unbegrenzte Möglichkeiten: "Amerikanisierung" in Deutschland und Frankreich (1900-1933), Wiesbaden, Franz Steiner Verlag 2003, S. 269 ff.
  4. https://de.wikipedia.org/wiki/Amerikanisierung
  5. Ken Jebsen: Tarnen & Täuschen, 8. Mai 2015; Youtube: Tarnen & Täuschen - KenFM (14. Mai 2015) (Länge: 11:02 Min.)
  6. Stichwort Antiamerikanismus, in: Gerhard Wahrig: Deutsches Wörterbuch. Jubiläumsausgabe, Bertelsmann 1991, ISBN 3-570-03648-0
  7. Online-Ausgabe des Oxford Dictionary: Anti-Americanism, im Original: "Hostility to the interests of the United States"
  8. Markus Becker: TTIP-Leak: Europas Politiker fürchten den Zorn der USA, Spiegel Online am 2. Mai 2016
  9. Youtube: KenFM im Gespräch mit: Prof. Rainer Mausfeld - KenFM (5. August 2016) (Länge: ab 47:00 Min., ab 49:00 Min., ab 53:47 Min.)

Siehe auch

Weblinks

Vergleich zu Wikipedia