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Jadghaus St. Hubert

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Das „Jagdhaus St. Hubert“ liegt in St. Hubert (Ortsteil von Kempen, Niederrhein) am Rande des Naturschutzgebietes Elsdonker Rahm in der Nähe des Ausflugslokal "Gaststätte Waldschenke", im nordrhein-westfälischen Landkreis Viersen.

Anschriften

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St.Hubert (Kempen) - Jagdhaus Vorderseite Bauzeichnung Mathieu Janssen, Goch 1926
früher:

St.Hubert - Jagdhaus

(St. Hubert - Krs. Kempen - Jagdhaus)

(Jagdhaus, Stendener Str.)

später dann: Stendener Str. 24

heute:

Schadbruch 11, 47906 St.Hubert

Planung

Zuständig für Idee, Vorplanung und Bau war als Bauherr Frans Jurgens, ein Mitglied der bekannten Jurgens Familie aus (Oss, Niederlande), die sich mit der Margarineproduktion befassten.

Wegen des 1887 eingeführten Schutzzolls auf Margarine gründeten niederländische Unternehmer in Deutschland Tochterfirmen. (Jurgens & Prinzen, Goch).

Interessantes zu Frans Jurgens

Aus dem Industriestädtchen Oss stammend, errichtete er im Einzugsgebiet von Nijmegen ein neues Landhaus im Stil der holländischen Renaissance, das heutzutage bekannt ist als das -Schlösschen Heyendaal-, einem Teil der Radboud-Universität-Nijmegen.

  • Frans Jurgens trat 1920 für die Niederlande bei den olympischen Spielen in der Disziplin Schießen an und belegte Platz 6.


Architekt

Die Baupläne wurden in den 1920er Jahren vom berühmten Architekt und Abenteurer Mathieu Janssen (14. März 1880 – 21. September 1947) erstellt. Mathieu Janssen absolvierte ein Architekturstudium in Holzminden und unterhielt ab 1912 als Architekt in Goch und in Kleve ein Baubüro. Die gesamte Statik des Gebäudes wurde von Janssen im Original-Bauplan berechnet.

Datei:St. Hubert (Kempen) - Jagdhaus Lageplan .jpg
St. Hubert (Kempen) - Jagdhaus Lageplan Bauzeichnung Mathieu Janssen, Goch 1926

Auch die Niersbrücke in Goch am Nordring wurde 1928 nach dem Architektenentwurf von Mathieu Janssen errichtet. Im Auftrag der Margarine-Werke Jurgens & Prinzen plante und baute er viele Wohnungen für die Industriearbeiter der Margarinewerke.

Zwischen dem Architektenplan und der Fertigstellung des Gebäudes lagen 9 Jahre.

Bau

Mit dem Bau beauftragt wurde der Bauunternehmer Baumanns aus St. Hubert (Eigentümer der Gaststätte Waldschenke, St. Hubert). Es wurde aus Feldbrandsteinen im Reichsformat in zweischaliger, massiver Bauweise nach dem Architektenentwurf von Mathieu Janssen errichtet. Bezugsfertig war es im Jahr 1935.

Geschichte der Bewohner und der Hauses

Der Revierjäger Heinrich Heynen (* 10. November 1892, Kervenheim) mit Ehefrau Elisabeth Heynen (* 28. Februar 1898, geb. Bauer) aus Kervenheim und 2 Töchter (Gertrud, * 03. Januar 1918 und Maria, * 18. Juli 1920), bezogen das Haus als freie Dienstwohnung im Juni 1935.

Das Dienstverhältnis begann am 15. Juli 1935 (Eintragung gem. Arbeitsbuch – Arbeitgeber Direktor Geweke, Goch).


Für damalige Verhältnisse war es großzügig ausgestattet mit großen Fenstern und Deckenhöhen von 3,00 m. Das Haus erhielt bereits im Jahr 1935 einen Telefonanschluss.

Im Erdgeschoss erhielt es ein Wohnzimmer und ein Schlafzimmer mit Waschplatz für den Jagdherren, eine große Gemeinschaftsküche, einen von der Küche zugänglichen Raum für Vorräte und einen Anbau, der als Waschküche (Stall, Schuppen) genutzt wurde. Im Anschluss gab es Hundezwinger mit Zugängen für die Hunde in den Abstellraum vom Außenzwinger aus. Die Toilette war im Haus integriert, aber über den Außen-Eingangsbereich begehbar. So blieben die „Toilettengerüche“ vor dem Haus.

Das „Schlafzimmer des Jagdherren“ ist nicht unterkellert. Es ist überliefert, dass der Bauherr Franz Jurgens abergläubisch war und nicht über einem Keller schlafen wollte. Im Obergeschoss gab es noch weitere Schlafräume mit Waschmöglichkeiten, so dass bereits 1935 die Nutzung als Mehr- oder Zweifamilienhaus möglich war. Der Zugang zum Obergeschoss erfolgte durch die Gemeinschaftsküche im EG ohne gesonderten Eingangsbereich zum OG.

Frans Jurgens pachtete in den 1930er Jahren die Jagdbezirke I + IV (St. Hubert) und zusätzlich angrenzend Jagdbezirke in Stenden (Kerken) (zu Geldern, Kleve). Somit hatte er die Verpflichtung zur Jagdaufsicht. Um das umfassend sicherzustellen, plante er das Jagdhaus als Dienstwohnung für einen Revierjäger.

Da Ausländer nach Machtergreifung der Nazionalsozialisten nicht gerne gesehen waren und nur noch 3 x 1 Tagesjagdscheine pro Kalenderjahr und keine Jahresjagdscheine mehr erhalten konnten, pachtete Frans Jurgens die Jagden auf einen „Strohmann“, Herrn Geweke, Direktor der Margarinefabrik Jurgens + Prinzen. Jurgens trat jedoch während der abgehaltenen Jagden als Geldgeber und als Jagdherr auf. In den Jahren Herbst 1937 bis Frühjahr 1938 wurden alleine 1660 Jungfasane, meistens Hähne in den Gebieten ausgesetzt, die aus England beschafft wurden. Für die Fasanenfütterung wurden jährlich 250 Zentner (12,5 Tonnen) Mais und Weizen eingesetzt.

Nach dem Tod des Herrn Dir. Geweke im Jahr 1938 wurde die Jagd von der Erbin zum 01. Februar 1939 gekündigt.

Da eine Weiterpacht aufgrund der neuen gesetzlichen Auflagen im Dritten Reich durch Jurgens nicht möglich war, fielen die Jagdbezirke I + IV nach Verhandlungen mit Ortsbürgermeister und Jagdvorsteher Greven (St.Hubert) und nach Zustimmung des Gemeinderates für 9 Jahre an Gustav Krupp von Bohlen und Halbach (Krupp von Bohlen’sche Jagdverwaltung). Der Jagdpachtvertrag wurde auf 9 Jahre abgeschlossenen und endete zum 31. Januar 1948.

Datei:Nicola Perscheid - Gustav Krupp von Bohlen und Halbach und Familie 1928.jpg
Gustav Krupp von Bohlen und Halbach und Familie 1928.jpg


Die Krupp’sche Jagdverwaltung unterhielt die Jagden von Krupp u.a. auch das bekannte Schloss Blühnbach bei Salzburg - Österreich, Sayneck Westerwald, Marienwasser/Geldern, Klausheide, etc.

Das Jagdhaus blieb trotz Übernahme der Jagd durch die Krupp und Bohlen´sche Jagdverwaltung zunächst noch im Privateigentum von Frans Jurgens. Im Jahr 1942 war ein Hr. Carl Halbach (i.Ha. Jurgens + Prinzen) mit der Abwicklung der finanziellen Interessen des Frans Jurgens beauftragt. In dem Zusammenhang wurde Gustav Krupp das Jadghaus zum Kauf angeboten. Die Übernahme des Hauses fand im Jahr 1942 statt. Der Grundbucheintragung und Notarvertrag erfolgte auf Namen von Bertha Krupp , der Ehefrau von Gustav Krupp zu Bohlen und Halbach.

Eigentumsübergang an Bertha Krupp erfolgte durch Zahlung des vereinbarten Kaufpreises auf das Konto des Hr. Frans Jurgens in Englefield Green, England. Trotz der Kriegswirren fanden in den Jagdrevieren in St. Hubert regelmäßige Jagden und Treibjagden statt. Im Jahr 1942 wurden per Bahnfracht aus Österreich von der Krupp´schen Jagd Schloss Blühnbach in St. Hubert-Bahnhof mehrere große Kisten mit insgesamt 3 großen Hirschgeweihen und 2 kleine Geweihen angeliefert. Eines der originalen Geweihe aus Österreich aus dem Jahr 1942 befindet sich noch heute am Hausgiebel.

Revierjäger Heynen wurde während der Kriegsjahre zum Abschuss von Kaninchen „im Interesse der Volksernährung“ und „zur Verhinderung größerer Wildschäden“ vom Wehrbezirkskommando von der Wehrpflicht befreit. Während der späten Kriegsjahre beklagte sich Heynen dass ein im Revier gesichteter Adler in St. Hubert sein Unwesen. Es gäbe nur geringe Abschüsse, da der Adler viel Wild erlegen würde.

Das Vermögen der Fa. Krupp wurde ab 1945 von den Besatzungsmächten gesperrt. Ebenso entfiel das Jagdrecht. Somit entfiel für die Krupp und Bohlen´sche Jagdverwaltung die Verpflichtung zur Jagdaufsicht.

Revierjäger Heinrich Heynen wurde nach zunächst monatlicher Verlängerung des Anstellungsvertrages letztendlich zum 31. März 1946 aus den Diensten von Krupp entlassen. Nach dem Krieg wurde die Jagd beschlagnahmt. Es übte die N.G.C.C (North German Coal Control / Norddeutsche Kohlen Kontrolle) die Jagdrechte aus.

Revierjäger Heinrich Heynen verstarb am 23. Januar 1947.

Nach Ablauf der Jagdpachtverträge im Jahr 1948 gab es einige Unklarheiten über die Weiterverpachtung der Jagdbezirke. Da die Krupp ´sche Jagdverwaltung keine Jagdrechte hatte, war man auch hier nicht bereit, die Jagdpacht zu entrichten. Durch Unstimmigkeiten und Beschlagnahme bei den Jagdrechten kam es erst in den 1950er Jahren zu einer Neuverpachtung.

Das Haus blieb weiterhin im Eigentum von Bertha Krupp und wurde von Essen Hügel aus verwaltet.

Aufgrund der Verdienste des Revierjägers durfte die Fam. Heynen auch über dessen Tod hinaus weiterhin und auf unbestimmte Zeit Mieter des Objektes bleiben konnte.

Datei:St.Hubert-Jagdhaus, Sommer 2012.jpg
St.Hubert-Jagdhaus (Kempen), Sommer 2012.jpg

In den 1950er Jahren kam es zu umfangreichen Renovierungsarbeiten durch örtliche Handwerksfirmen im Auftrag der Kruppschen Immobilienverwaltung.

Im Jahr 1957 verstarb Bertha Krupp und es gab div. Erbstreitigkeiten innerhalb der Fam. Krupp, so dass ein Verkauf des Privatvermögens und somit auch des Jagdhauses erfolgen sollte.

Die Gemeinde St. Hubert hatte kein Interesse am Ankauf des Hauses. Im Jahr 1958 übernahm die Witwe des Revierjägers, Elisabeth Heynen, zusammen mit ihrem Schwiegersohn Willy Roy und dessen Ehefrau Maria Roy, geb. Heynen das Haus von Krupp.

Im Jahr 2006 wurde das Haus aufgrund eines unglücklichen Todes- und Erbfalls privat weiter veräußert. Das Jagdhaus wird seitdem renoviert.

Siehe auch

Weblinks


Quellen

  • Krupp Archiv, Essen Hügel
  • Stadtarchiv Goch

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