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Dictatus Papae: Unterschied zwischen den Versionen
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Nach dem Verzeichnis der [[Vatikan|römischen]] Kanzlei für das Jahr 1075 wurden 27 Vorschläge, die '''Dictatus Papae''', kopiert, von denen man nicht weiß, ob sie ein Memorandum, der Entwurf zu einer Predigt oder der Plan einer kanonischen Sammlung sind. Bestimmt aber stellen sie die Grundsätze dar, auf die [[Papst]] [[Gregor VII.]] und seine Nachfolger sich stützten. Von der elemaetaren Feststellung, dass ''„die römische Kirche vom Herrn allein gegründet wurde“'', leiten sich logisch die Definition per päpstlichen Gewalt, der Begriff der Kirche und die Beziehung zwischen geistlicher Macht und weltlicher Autorität ab. | Nach dem Verzeichnis der [[Vatikan|römischen]] Kanzlei für das Jahr 1075 wurden 27 Vorschläge, die '''Dictatus Papae''', kopiert, von denen man nicht weiß, ob sie ein Memorandum, der Entwurf zu einer Predigt oder der Plan einer kanonischen Sammlung sind. Bestimmt aber stellen sie die Grundsätze dar, auf die [[Papst]] [[Gregor VII.]] und seine Nachfolger sich stützten. Von der elemaetaren Feststellung, dass ''„die römische Kirche vom Herrn allein gegründet wurde“'', leiten sich logisch die Definition per päpstlichen Gewalt, der Begriff der Kirche und die Beziehung zwischen geistlicher Macht und weltlicher Autorität ab. | ||
Der Papst kann im Glauben nicht irren (Satz 22: Quod Romana ecclesia nunquam erravit nec imperpetuum scriptura testante errabit), er verleiht den kanonischen Texten Geltung /´(Satz 17: Quod nullum capitulum nullusque liber canonicus habeatur absque illius auctoritate), er hat keinen Richter über sich (Satz 19: Quod a nemine ipse iudicari debeat), andererseits kann er jedes Urteil revidieren (Satz 18: Quod sententia illius a nullo debeat retractari et ipse omnium solus retractare possit), er ist heilig (Satz 23: Quod Romanus pontifex, si canonice fuerit ordinatus, meritis beati Petri indubitanter efficitur sanctus testante sancto Ennodio Papiensi episcopo ei multis sanctis patribus faventibus, sicut in decretis beati Symachi pape continetur), und wer zu ihm in Widerspruch steht, gilt nicht als Katholik (Satz 26: Quod catholicus non habeatur, qui non concordat Romanae ecclesiae). | |||
Version vom 21. April 2023, 05:25 Uhr
Nach dem Verzeichnis der römischen Kanzlei für das Jahr 1075 wurden 27 Vorschläge, die Dictatus Papae, kopiert, von denen man nicht weiß, ob sie ein Memorandum, der Entwurf zu einer Predigt oder der Plan einer kanonischen Sammlung sind. Bestimmt aber stellen sie die Grundsätze dar, auf die Papst Gregor VII. und seine Nachfolger sich stützten. Von der elemaetaren Feststellung, dass „die römische Kirche vom Herrn allein gegründet wurde“, leiten sich logisch die Definition per päpstlichen Gewalt, der Begriff der Kirche und die Beziehung zwischen geistlicher Macht und weltlicher Autorität ab.
Der Papst kann im Glauben nicht irren (Satz 22: Quod Romana ecclesia nunquam erravit nec imperpetuum scriptura testante errabit), er verleiht den kanonischen Texten Geltung /´(Satz 17: Quod nullum capitulum nullusque liber canonicus habeatur absque illius auctoritate), er hat keinen Richter über sich (Satz 19: Quod a nemine ipse iudicari debeat), andererseits kann er jedes Urteil revidieren (Satz 18: Quod sententia illius a nullo debeat retractari et ipse omnium solus retractare possit), er ist heilig (Satz 23: Quod Romanus pontifex, si canonice fuerit ordinatus, meritis beati Petri indubitanter efficitur sanctus testante sancto Ennodio Papiensi episcopo ei multis sanctis patribus faventibus, sicut in decretis beati Symachi pape continetur), und wer zu ihm in Widerspruch steht, gilt nicht als Katholik (Satz 26: Quod catholicus non habeatur, qui non concordat Romanae ecclesiae).