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'''Avigon''' ([[Französisch|frz.]] ''Avignon'') ist eine am [[Rotten]] gelegene Stadt in [[Frankreich]]. Sie zählt 89.592 Einwohner (Stand 1. Januar 2009) und ist geschichtlich vor allem als Sitz eines der beiden [[Gegenpapst|Gegenpäpste]] während des morgenländischen [[Schisma]]s im Spätmittelalter bekannt.
'''Avigon''' oder [[Französisch|frz.]] '''Avignon''' ist eine an der [[Rotten|Rhone]] gelegene Stadt in der [[Provence]] in [[Frankreich]]. Sie zählt 89.592 Einwohner (Stand 1. Januar 2009) und ist geschichtlich vor allem als Sitz eines der beiden [[Gegenpapst|Gegenpäpste]] während des abendländischen [[Schisma]]s im Spätmittelalter bekannt.


== Geschichte ==
== Geschichte ==
Avigon hieß zur [[römisch]]en Zeit ''Avenio'' (''Avenio Cavarum'', ''Avenicorum civitas'') und war die Hauptstadt des [[Gallien|gallischen]] Stammes der Cavares. In der Stadt und ihrer Umgebung sind noch viele Überreste aus der Römerzeit erhalten. Im [[Mittelalter]] gehörte Avigon und das dazugehörige Gebiet den Grafen von [[Toulouse]] und [[Provence]] gemeinschaftlich, bis es die [[Papst|Päpste]], die bereits die Grafschaft Venaissin 1273 von König [[Philipp III. (Frankreich)|Philipp III.]] zum Geschenk erhalten hatten, von Johanna, Königin von [[Neapel]] und Gräfin von Provence, 1848 kauften. Beide Länder regierte der Papst durch einen Vize-Legaten und besaß sie bis 1790, wo nach mehrern stürmischen und blutigen Auftritten (zuletzt am 16. Oktober 1791) sich die Stadt mit ihrem Gebiete an [[Frankreich]] anschloss. Im [[Frieden von Tolentino]] (19.02.1797) leistete dann der Papst auf Avigon und Venaissin förmlich Verzicht. Eine besondere Stellung hat Avigon in der Kirchengeschichte, indem auf Anordnung König [[Philipp IV. (Frankreich)|Philipps IV.]] von Frankreich [[Papst Clemens V.]] und dessen sechs Nachfolger bis [[Papst Gregor XI.|Gregor XI.]] 1309-78 ihren Sitz in der Stadt nehmen mussten. Später hielten bis 1409 in Avigon noch mehrere nicht anerkannte Päpste Hof. Auch fanden dort mehrere Kirchenversammlungen statt, z. B. 1209 über die [[Albigenser]], 1320 über kirchliche Sitte und Verfassung, 1327 über die klerikale Zucht, 1328 wider den kaiserlichen Gegenpapst. Am 2. August 1815 wurde in Avigon [[Guillaume-Marie-Anne Brune|Marschall Brune]] ermordet.
Avigon hieß zur [[römisch]]en Zeit ''Avenio'' (''Avenio Cavarum'', ''Avenicorum civitas'') und war die Hauptstadt des [[Gallien|gallischen]] Stammes der Cavares. In der Stadt und ihrer Umgebung sind noch viele Überreste aus der Römerzeit erhalten. Im [[Mittelalter]] gehörte Avigon und das dazugehörige Gebiet den Grafen von [[Toulouse]] und [[Provence]] gemeinschaftlich, bis es die [[Papst|Päpste]], die bereits die Grafschaft Venaissin 1273 von König [[Philipp III. (Frankreich)|Philipp III.]] zum Geschenk erhalten hatten, von Johanna, Königin von [[Neapel]] und Gräfin von Provence, 1348 kauften. Beide Länder regierte der Papst durch einen Vize-Legaten und besaß sie bis 1790, wo nach mehreren stürmischen und blutigen Auftritten (zuletzt am 16. Oktober 1791) sich die Stadt mit ihrem Gebiete an [[Frankreich]] anschloss. Im [[Frieden von Tolentino]] (19.02.1797) leistete dann der Papst auf Avigon und Venaissin förmlich Verzicht. Eine besondere Stellung hat Avigon in der Kirchengeschichte, indem auf Anordnung König [[Philipp IV. (Frankreich)|Philipps IV.]] von Frankreich [[Papst Clemens V.]] und dessen sechs Nachfolger bis [[Papst Gregor XI.|Gregor XI.]] 1309-78 ihren Sitz in der Stadt nehmen mussten. Später, nach dem Schisma, hielten bis 1409 in Avigon noch mehrere nicht anerkannte Päpste Hof. Auch fanden dort mehrere Kirchenversammlungen statt, z. B. 1209 über die [[Albigenser]], 1320 über kirchliche Sitte und Verfassung, 1327 über die klerikale Zucht, 1328 wider den kaiserlichen Gegenpapst. Am 2. August 1815 wurde in Avigon [[Guillaume-Marie-Anne Brune|Marschall Brune]] ermordet.


== Literatur ==
== Literatur ==

Version vom 2. Oktober 2017, 19:43 Uhr

Avigon oder frz. Avignon ist eine an der Rhone gelegene Stadt in der Provence in Frankreich. Sie zählt 89.592 Einwohner (Stand 1. Januar 2009) und ist geschichtlich vor allem als Sitz eines der beiden Gegenpäpste während des abendländischen Schismas im Spätmittelalter bekannt.

Geschichte

Avigon hieß zur römischen Zeit Avenio (Avenio Cavarum, Avenicorum civitas) und war die Hauptstadt des gallischen Stammes der Cavares. In der Stadt und ihrer Umgebung sind noch viele Überreste aus der Römerzeit erhalten. Im Mittelalter gehörte Avigon und das dazugehörige Gebiet den Grafen von Toulouse und Provence gemeinschaftlich, bis es die Päpste, die bereits die Grafschaft Venaissin 1273 von König Philipp III. zum Geschenk erhalten hatten, von Johanna, Königin von Neapel und Gräfin von Provence, 1348 kauften. Beide Länder regierte der Papst durch einen Vize-Legaten und besaß sie bis 1790, wo nach mehreren stürmischen und blutigen Auftritten (zuletzt am 16. Oktober 1791) sich die Stadt mit ihrem Gebiete an Frankreich anschloss. Im Frieden von Tolentino (19.02.1797) leistete dann der Papst auf Avigon und Venaissin förmlich Verzicht. Eine besondere Stellung hat Avigon in der Kirchengeschichte, indem auf Anordnung König Philipps IV. von Frankreich Papst Clemens V. und dessen sechs Nachfolger bis Gregor XI. 1309-78 ihren Sitz in der Stadt nehmen mussten. Später, nach dem Schisma, hielten bis 1409 in Avigon noch mehrere nicht anerkannte Päpste Hof. Auch fanden dort mehrere Kirchenversammlungen statt, z. B. 1209 über die Albigenser, 1320 über kirchliche Sitte und Verfassung, 1327 über die klerikale Zucht, 1328 wider den kaiserlichen Gegenpapst. Am 2. August 1815 wurde in Avigon Marschall Brune ermordet.

Literatur

  • Höfler: Die avignonesischen Päpste, ihre Machtfülle und ihr Untergang (Wien 1871)