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Deichbau in Ostfriesland

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Der Deichbau in Ostriesland zum Schutz des besiedelten Lands vor der Nordsee spielte in der Geschichte des Landes über Jahrhunderte eine wichtige Rolle.

Die Bauern Ostfrieslands waren in genossenschaftlichen Vereinigungen zusammengeschlossen, und jedem einzelnen oblag die Pflege seines Deichstücks als Gemeinschaftsaufgabe. Wer dazu nicht mehr bereit war oder in der Lage war, musste seinen Hof verlassen, und ein anderer übernahm das Land und die damit verbundenen Deichpflichten.

Die ersten Deiche waren einfache und niedrige Erdwälle. Als Baustoff diente der klei- und torfhaltige Moorboden. Die Erdwälle deckte man mit Grassoden ab. Aufgrund der Erfahrungen mit immer neuen Deichbrüchen wurden die von den Deichbauern angelegten Wälle immer höher und deren Querschnitte immer breiter. Etwa um das Jahr 1000 n. Chr. wurde mit der Eindeichung der Küstenline begonnen. Im 12. und 13. Jahrhundert bestand dann erstmals ein geschlossener Deichzug entlang der Nordseeküste. Der Deichbau wurde aber immer wieder durch große Sturmfluten zunichte gemacht. Deiche brachen und Buchten entstanden, so dass kein Jahrhundert verging, in dem die Deichlinie nicht aufgebrochen und der Verlauf der Küste verändert wurde.

Zu den folgenschwersten Naturkatastrophen gehörte die Zweite Marcellusflut am 16. Januar 1362. Dabei starben in Ost- und Nordfriesland an die 100.000 Menschen. Der Dollart, die Leybucht und der Jadebusen entstanden dadurch oder wurden erweitert. Schwere Verwüstungen richtete auch die Sturmflut vom 24. auf den 25. Dezember 1717 an: Von Tondern im Norden des Herzogtums Schleswig bis zum ostfriesischen Emden ertranken damals an die 9.000 Menschen. Die letzte große Sturmflut trat am 16. und 17. Februar 1962 ein. Die Verluste waren aber geringer als die Überschwemmungen der vergangenen Jahrhunderte, da die Technik des Deichbaus einen so hohen Standard erreicht hatte, dass schwerwiegende Folgen vermieden werden konnten.

Heute kann man am Zeichentisch genau berechnen, wie ein bruchsicherer Deich aussehen muss, wobei die Querschnittsabmessungen entscheidende Bedeutung haben. Vor allem die Neigung von Außen- und Innenböschung ist für die Stabilität des Wasserschutzwerkes wichtig. Die seezugewandte Böschung des Deiches hat immer einen geringeren Neigungswinkel als die Innenböschung, da auf einer flachen Böschung die anstürmenden Wasserfluten besser auslaufen können als auf einer steilen. Um der Flut Widerstand entgegenzusetzen, bauen die Experten für Küstenschutz heute auch Pflasterungen aus Betonsteinen auf der Außenseite der Deiche ein.

Literatur

  • Rainer Krawitz: Ostfriesland mit Jever und Wangerland, DuMont Landschaftsführer, Köln, 1982, Seite 95-98
  • Christoph Ohlig: Ostfriesland und das Land Oldenburg im Schutz der Deiche und weitere wasserhistorische Beiträge, Verlag DWhG, 2005
  • Ostfriesland im Schutze des Deiches, Buchreihe

Andere Lexika

Wikipedia kennt dieses Lemma (Deichbau in Ostfriesland) vermutlich nicht.

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