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Deichbau in Ostfriesland

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Der Deichbau in Ostriesland zum Schutz des besiedelten Lands vor der Nordsee spielte in der Geschichte des Landes über Jahrhunderte eine wichtige Rolle.

Die Bauern Ostfrieslands waren in genossenschaftlichen Vereinigungen zusammengeschlossen, und jedem einzelnen oblag die Pflege seines Deichstücks als Gemeinschaftsaufgabe. Wer dazu nicht mehr bereit war oder in der Lage war, musste seinen Hof verlassen, und ein anderer übernahm das Land und die damit verbundenen Deichpflichten.

Die ersten Deiche waren einfache und niedrige Erdwälle. Als Baustoff diente der klei- und torfhaltige Moorboden. Die Erdwälle deckte man mit Grassoden ab. Aufgrund der Erfahrungen mit immer neuen Deichbrüchen wurden die von den Deichbauern angelegten Wälle immer höher und deren Querschnitte immer breiter. Etwas um das Jahr 1000 n. Chr. wurde mit der Eindeichung der Küstenline begonnen. Im 12. und 13. Jahrhundert bestand dann erstmals ein geschlossener Deichzug entlang der Nordseeküste. Der Deichbau wurde aber immer wieder durch große Sturmfluten zunichte gemacht. Deiche brachen und Buchten entstanden, so dass kein Jahrhundert verging, in dem die Deichlinie nicht aufgebrochen und der Verlauf der Küste verändert wurde.

Zu den folgenschwersten Naturkatastrophen gehörte die Marcellusflut am 16. Januar 1362. Dabei starben in Ost- und Nordfriesland an die 100.000 Menschen. Der Dollart, die Leybucht und der Jadebusen entstanden dadurch oder wurden erweitert.