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Issak ben Abraham Mosche Wallich (* um 1570; gest. September1632 in Worms[1][2]), bekannter als Eisik Wallich von Worms, war ein jüdischer Gemeindevorsteher und Sammler von Liedern.
Seine Vorfahren kamen vermutlich um das 13. Jahrhundert aus Italien. Es handelte sich bei den Wallichs um eine einflussreiche und bedeutende jüdische Familie, die in Worms und Speyer lebte, und aus der viele Ärzte und Literaten hervorgingen. [3] Über Eisik Wallichs Leben ist wenig biografisches bekannt. [4]
Eisik Wallich wird in einer Quelle aus dem Jahr 1600 als Parnas (Gemeindevorsteher) bezeichnet. Aus der Zeit seiner Amtsführung findet sich eine Rechnung des Gemeindevorstands der Stadt Worms aus dem Jahr 1609, in der zusammen mit Wolf Oppenheim und Liwa Hoheneck diese bestätigt.
Eisik Wallich ist vor allem durch eine von ihm verfasste Liedersammlung bekannt, die vermutlich irgendwann nach 1595 begonnen wurde. In der Sammlung sind 54 jüdische Lieder und ein Spiel über Jona vorhanden. [7] 12 der Lieder stammen von jüdischen Autoren. Die restlichen Lieder sind auch in nichtjüdischen Sammlungen zu finden. [8] Bei den deutschen Liedern handelt es sich um Tanz-, Liebes- und Schlemmerlieder, sowie um Parodien (z.B. die Selichot-Parodie Taub Jeklein) und Spottlieder.
Es handelt sich um die älteste Sammlung weltlicher jüdischer Lieder im deutschsprachigen Raum.
Einige der jüdischen Lieder haben einen Bezug zu Purim. Eisik Wallich hat in den aus dem deutschen übernommenen Texten die Bezüge auf christliche Religion und Bräuche durch jüdische Namen und Symbole ersetzt. Die Texte der jüdischen Lieder sind mit hebräischen Worten und Phrasen durchsetzt, und haben oft auch didaktischen oder humorvollen Charakter. [9] In einem satirischen Lied heißt es u.a.:
"Jüdischer stamm, von echten art, / Ich will euch singen von einem, der / hat einen gruen bart. / Eisak Stilingain ist er genant, / er wohnt im Schweizerland."
Ein Beispiel für die Übertragung eines Liedes von Deutsch in den jüdischen Kontext ist das Lied Es ist kein größer freud uf erden (der jüdische Musikwissenschaftler Abraham Zevi Idelssohn, siehe Bild, hat es transkribiert), dass auf dem deutschen Lied Es ist auf erden kein schwerer leiden beruht. Der traditionelle deutsche Text lautet:
"Es ist auf erd kein schwerer leiden / als wen sich zwei herzlieb mussen scheiden. / Ja bitter tot, mit deiner Not / und ganzen rat: / dir kan ich nichts vergleichen."
In der Version des Eisik Wallich heißt es:
"Es ist kein grösser freud uf erden / als wen zwei lieb zusammen geben werden; / Zu dieser freud sol sich jederman sein bereit, / knecht und maid, / Choson und kalloh zu eren."[10]
In der Sammlung ist auch ein Gedicht mit dem Titel Hildebrant lid vorhanden, das sich entfernt auf das deutsche Hildebrandslied bezieht. [11]
Die Texte der Lieder werden aufgrund von Sprache und Stil im fränkischen Raum verortet. [12]
Eines der Lieder stammt von Eisik Wallich selber. In dem Lied geht es um einen reichen und geizigen Mann, der im Angesicht des Todes erkennt, dass er sich zu sehr an seinen Besitz geklammert hat. Das Lied greift einen Totentanz von Caspar Scheit, einem Zeitgenossen Eisik Wallichs aus Worms, auf. Im Text heißt es u.a.:
"Ich welt mich geren stellen ganz wild, / Muss iiber mein Dank sein gestilt, / Es hilft mich doch kein spreissen. / Alle Menschen miissen auch davon, /Wenn es Oott der Allmechtig will hon. / Spricht Eisuk Wallich Wirmeissen."[13]
Das illuminierte Tittelblatt wurde später von Eljakim Carmoly erstellt, der der Sammung auch den Namen fokls lider gab.
Die Sammlung befindet sich heute in der Bodleian Library in Oxford in der Sammlung David Oppenheims.
Literatur
Diana Matut: Dichtung und Musik im frühneuzeitlichen Aschkenas, Brill, Leiden, 2011
↑Helmut Dinse: Die Entwicklung des jiddischen Schrifttums im deutschen Sprachgebiet, Verlag Metzler, 1974, S. 32
↑Anm.: Zu seinem Todesdatum gibt es verschiedene Angaben. Es werden z.B. der 19. September und auch der 10. September 1632, sowie das Jahr 1630 genannt.
↑Evi Butzer: Die Anfänge der jiddischen purim shpiln in ihrem literarischen und kulturgeschichtlichen Kontext, Helmut Buske Verlag, Hamburg, 2003, S. 43 und 44
↑Jerold C. Frakes: Early Yiddish Epic, Syracuse University Press, 2014, S. 436
↑Christoph Daxelmüller: Assimilation vor der Assimilation - Säkularer Lebensstil und Religiosität in der jüdischen Gesellschaft des 17. Jahrhunderts; in Anne-Charlott Trepp: Im Zeichen der Krise - Religiosität im Europa des 17. Jahrhunderts, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, 1999, S. 285
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