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Din Rodef
Din Rodef ist ein von religiösen Autoritäten des Judentums aussprechbares Todesurteil über einen Juden. Sie ist trotz Unterschieden im Detail das Analogon zur islamischen Fatwa. Die Din Rodef ist eine halachische Pflicht eines Juden, einen anderen Juden, der Leben oder Eigentum eines anderen Juden gefährdet, zu töten. Sie leitet sich von der Mischna aus dem Traktat Sanhedrin her. Diese Pflicht wurde in der Vergangenheit meist nur in theoretischem und historischem Zusammenhang diskutiert, und hatte sehr selten praktische Auswirkungen für das jüdische Leben.
Ab 1995 Zeit hat sie allerdings wieder Bedeutung erlangt, da orthodoxe Rabbiner darüber diskutiren, ob diese Vorschriften z.B. auf israelische Politiker anzuwenden seien, die aus ihrer Sicht jüdische Interessen an die palästinensische Welt verraten würden. Die Führung des Yesha Rabbinical Council formulierte damals eine Anfrage an 40 halachische Kapazitäten, ob Yitchak Rabin und Shimon Peres durch den Rückzug israelischer Soldaten aus Gaza und Jericho und andere friedensstiftende Maßnahmen jüdische Sicherheitsmaßnahmen gefährdet hätten und Din Rodef auf sie anzuwenden sei. Obwohl das Dokument offiziel nur als Anfrage erweckten die maßgeblichen hinter der Anfrage stehenden Rabbis Dov Lior, Eliezer Melamed und Daniel Shilo schon vor der Anfrage mehr oder weniger den Eindruck dass Din Rodef und Din Moser in diesem Fall gegeben seien. [1]
Einzelnachweise und Anmerkungen
- ↑ Sasson Sofer: Peacemaking in a divided society - Israel after Rabin, Frank Cass Publ., London, 2001, S. 81 ff.
Andere Lexika
Wikipedia kennt dieses Lemma (Din Rodef) vermutlich nicht.