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Raetischer Limes: Unterschied zwischen den Versionen
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== Limesverlauf == | == Limesverlauf == | ||
Nördlich des [[Kastell Rainau-Buch|Kastells Rainau-Buch]] verläuft der Limes zwischen den Wachtürmen Wp 12/77<ref name="Wp">Wp = '''W'''ach'''p'''osten, Wachturm. Die Ziffer vor dem Schrägstrich bezeichnet den Limesabschnitt, die Ziffer hinter dem Schrägstrich in fortlaufender Nummerierung den jeweiligen Wachturm.</ref> bis 12/79 in nordnordöstliche Richtung, passiert unmittelbar hinter dem Wp 2/80 die Jagst und knickt dort nach Osten ein. Diese Richtung behält er bis zum Wp 12/84, bei dem er erneut seinen Verlauf ändert, um im Folgenden bis zum Kastell Halheim bzw. dem Wachturm Wp 12/103 in nordöstliche Richtung zu ziehen. Vom Wp 12/77 (mit {{Höhe|487|DE-NN}}) bis zum Wp 12/103 (mit {{Höhe|531|DE-NN}}) steigt er insgesamt um rund 44 Höhenmeter an, wobei er in der Jagstsenke mit {{Höhe|438|DE-NN}} seine tiefsten und auf der Halheimer Heide bei Wp 12/101 mit {{Höhe|531.2|DE-NN}} seinen höchsten Punkt erreicht. Bis auf wenige Ausnahmen, bei denen er besiedeltes Gebiet durchquert (Dalkingen, Röhlingen, Pfahlheim und Halheim), verläuft er in diesem Abschnitt überwiegend auf landwirtschaftlich genutzten Flächen. | Nördlich des [[Kastell Rainau-Buch|Kastells Rainau-Buch]] verläuft der Limes zwischen den Wachtürmen Wp 12/77<ref name="Wp">Wp = '''W'''ach'''p'''osten, Wachturm. Die Ziffer vor dem Schrägstrich bezeichnet den Limesabschnitt, die Ziffer hinter dem Schrägstrich in fortlaufender Nummerierung den jeweiligen Wachturm.</ref> bis 12/79 in nordnordöstliche Richtung, passiert unmittelbar hinter dem Wp 2/80 die Jagst und knickt dort nach Osten ein. Diese Richtung behält er bis zum Wp 12/84, bei dem er erneut seinen Verlauf ändert, um im Folgenden bis zum [[Kastell Halheim]] bzw. dem Wachturm Wp 12/103 in nordöstliche Richtung zu ziehen. Vom Wp 12/77 (mit {{Höhe|487|DE-NN}}) bis zum Wp 12/103 (mit {{Höhe|531|DE-NN}}) steigt er insgesamt um rund 44 Höhenmeter an, wobei er in der Jagstsenke mit {{Höhe|438|DE-NN}} seine tiefsten und auf der Halheimer Heide bei Wp 12/101 mit {{Höhe|531.2|DE-NN}} seinen höchsten Punkt erreicht. Bis auf wenige Ausnahmen, bei denen er besiedeltes Gebiet durchquert (Dalkingen, Röhlingen, Pfahlheim und Halheim), verläuft er in diesem Abschnitt überwiegend auf landwirtschaftlich genutzten Flächen. | ||
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! ORL !! Name/Ort !! Beschreibung/Zustand | ! ORL !! Name/Ort !! Beschreibung/Zustand | ||
Version vom 15. Juni 2025, 17:03 Uhr
Der Raetische Limes ist ein Teil des Obergermanisch-Raetischen Limes (ORL), einem 550 Kilometer langen Abschnitt der ehemaligen Außengrenze des Römischen Reichs. Er beginnt am Kleinkastell Freimühle bei Schwäbisch Gmünd im Osten Baden-Württembergs und endet am Kastell Unterfeld bei Neustadt an der Donau im niederbayerischen Landkreis Kelheim. Bekannte und teilweise noch erhaltene Bauwerke sind das Limestor Dalkingen und das Kastell Theilenhofen. Mit dem Bau dieser Anlage wurde etwa um 80 n. Chr. begonnen, erforscht und dokumentiert wurde sie erstmalig von der Reichs-Limes-Kommission mit der Streckennummerierung ORL 64–75.
Numismatische und dendrochronologische Untersuchungen legen nahe, dass dieser Teil des Limes bald nach 254 n. Chr., während der Regierungszeit des Kaisers Valerian (253–260), wieder aufgegeben wurde.[1]
Limesverlauf
Nördlich des Kastells Rainau-Buch verläuft der Limes zwischen den Wachtürmen Wp 12/77[2] bis 12/79 in nordnordöstliche Richtung, passiert unmittelbar hinter dem Wp 2/80 die Jagst und knickt dort nach Osten ein. Diese Richtung behält er bis zum Wp 12/84, bei dem er erneut seinen Verlauf ändert, um im Folgenden bis zum Kastell Halheim bzw. dem Wachturm Wp 12/103 in nordöstliche Richtung zu ziehen. Vom Wp 12/77 (mit 487 m ü. NN) bis zum Wp 12/103 (mit 531 m ü. NN) steigt er insgesamt um rund 44 Höhenmeter an, wobei er in der Jagstsenke mit 438 m ü. NN seine tiefsten und auf der Halheimer Heide bei Wp 12/101 mit 531,2 m ü. NN seinen höchsten Punkt erreicht. Bis auf wenige Ausnahmen, bei denen er besiedeltes Gebiet durchquert (Dalkingen, Röhlingen, Pfahlheim und Halheim), verläuft er in diesem Abschnitt überwiegend auf landwirtschaftlich genutzten Flächen.
| ORL | Name/Ort | Beschreibung/Zustand |
|---|---|---|
| Wp 12/77[2] | Mahdholz |
|
| Wp 12/78 und Wp 12/79 | Zwei vermutete, aber nicht archäologisch nachgewiesene Turmstellen.[10] | |
| Wp 12/80 | Turmstelle[11] nicht sichtbar. | |
| Wp 12/81 | Der ursprüngliche Wachturm[12] wurde später durch das Limestor Dalkingen ersetzt. Insgesamt konnte die Forschung bei Wp 12/81 fünf Bauphasen dokumentieren. In seiner letzten Ausbaustufe stand dort ein einzigartiges triumphbogenartiges Tor. Außerdem konnten wichtige Erkenntnisse zum rätischen Limes allgemein gesammelt werden. Das Limestor, ein Bauwerk mit Wachräumen, kontrollierte den Grenzverkehr zwischen dem römischen Reich und dem freien Germanien. Von dort bis Dalkingen wird der Limesverlauf als Hecke veranschaulicht. | |
| Wp 12/82 bis Wp 12/83 | Drei Turmstellen werden vermutet, sind aber nicht archäologisch nachgewiesen.[13] Im Bereich von Dalkingen ist der Limesverlauf nicht sicher geklärt. | |
| Wp 12/84 | Hart | |
| Wp 12/85 | Rot | Nicht mehr sichtbare Turmstelle[15] eines Steinturms 3,60 Meter hinter der Limesmauer. Zur Zeit der Untersuchungen durch den Limesforscher Heinrich Steimle (1846–1907) war nur noch die Nordecke des Turms gut erhalten. Die Stärke seiner in opus spicatum ausgeführten Mauer betrug an der Frontseite 68, an der Ostseite 76 Zentimeter. |
| Wp 12/86 | Oberhartbühl | Nicht sichtbare Turmstelle.[16] |
| Wp 12/87 bis Wp 12/97 | Insgesamt elf vermutete, aber nicht archäologisch nachgewiesene Turmstellen.[17] | |
| Wp 12/98 | Pfahlheim | Im Bereich der vermuteten Turmstelle[18] wurde ein Stück der Limesmauer konserviert.[19] |
| Wp 12/99 und Wp 12/100 | Zwei vermutete, aber nicht archäologisch nachgewiesene Turmstellen[20] | |
| Wp 12/101 | Nicht mehr sichtbare Stelle eines Holz-[21] und eines Steinturms.[22] Die Türme lagen im Bereich des heutigen trigonometrischen Punktes 531,2.[23] Heute befindet sich hier ein Hinweisstein.[24] | |
| Wp 12/102 | Vermutete, aber nicht archäologisch nachgewiesene Turmstelle.[25] | |
| Wp 12/103 | Krautgarten | Der Steinturm war nachträglich in die Limesmauer eingebunden worden.[26] Heute ist hier nichts mehr zu sehen.[27] |
| ORL 67a | Buschelacker | [28] |
Andere Lexika
Wikipedia kennt dieses Lemma (Raetischer Limes) vermutlich nicht.
- ↑ Thomas Fischer, Erika Riedmeier-Fischer: Der römische Limes in Bayern. Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 2008, ISBN 978-3-7917-2120-0, S. 41; Marcus Reuter: Das Ende des raetischen Limes im Jahr 254 n. Chr. In: Bayerische Vorgeschichtsblätter. Band 72, 2007, S. 77–149.
- ↑ 2,0 2,1 Wp = Wachposten, Wachturm. Die Ziffer vor dem Schrägstrich bezeichnet den Limesabschnitt, die Ziffer hinter dem Schrägstrich in fortlaufender Nummerierung den jeweiligen Wachturm.
- ↑ Bei 48° 54′ 57,97″ N, 10° 7′ 51,61″ O.
- ↑ Ernst Hollstein: Mitteleuropäische Eichenchronologie. von Zabern, Mainz 1980. ISBN 3805300964. S. 115; Philipp Filtzinger (Hrsg.): Die Römer in Baden-Württemberg. 3. Auflage. Theiss, Stuttgart 1986, ISBN 3-8062-0287-7, S. 488.
- ↑ Dieter Planck: Neue Ausgrabungen am Limes. Kleine Schriften zur Kenntnis der römischen Besetzungsgeschichte Südwestdeutschlands (Schriften des Limesmuseums Aalen) 12, Gentner, Stuttgart 1975, S. 18.
- ↑ [ (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven: mementoweb.org, archive.org) Pressemitteilung des Ostabkreises] abgerufen am 20. Juli 2009.
- ↑ Holzturmrekonstruktion bei 48° 54′ 56,86″ N, 10° 7′ 50,78″ O.
- ↑ Egon Schallmayer: Der Odenwaldlimes. Theiss, Stuttgart 1984, ISBN 3-8062-0328-8, S. 33ff., Abb. S. 31.
- ↑ Dietwulf Baatz: Die Wachttürme am Limes. Aalener Schriften 15, Stuttgart 1976; Günter Ulbert, Thomas Fischer: Der Limes in Bayern. Theiss, Stuttgart 1983, ISBN 3-8062-0351-2, S. 38.
- ↑ Wp 10/78 ungefähr bei 48° 55′ 19,99″ N, 10° 8′ 23,5″ O und Wp 10/79 ungefähr bei 48° 55′ 34,34″ N, 10° 8′ 29,43″ O.
- ↑ Bei 48° 55′ 38,46″ N, 10° 8′ 41,07″ O.
- ↑ Bei 48° 55′ 36,93″ N, 10° 9′ 20,58″ O.
- ↑ Wp 10/82 ungefähr bei 48° 55′ 26,57″ N, 10° 9′ 56,45″ O, Wp 10/82a ungefähr bei 48° 55′ 25,97″ N, 10° 10′ 14,37″ O und Wp 10/83 ungefähr bei 48° 55′ 29,2″ N, 10° 10′ 33,65″ O.
- ↑ Bei 48° 55′ 29,07″ N, 10° 10′ 56,64″ O.
- ↑ Bei 48° 55′ 42,88″ N, 10° 11′ 22,61″ O.
- ↑ Bei 48° 55′ 56,31″ N, 10° 11′ 47,99″ O.
- ↑ Wp 12/87 ungefähr bei 48° 56′ 4,88″ N, 10° 12′ 4,21″ O, Wp 12/88 ungefähr bei 48° 56′ 17,23″ N, 10° 12′ 27,51″ O, Wp 12/89 ungefähr bei 48° 56′ 17,23″ N, 10° 12′ 27,51″ O, Wp 12/90 ungefähr bei 48° 56′ 34,88″ N, 10° 13′ 1,11″ O, Wp 12/91 ungefähr bei 48° 56′ 59,56″ N, 10° 13′ 48,2″ O, Wp 12/92 ungefähr bei 48° 56′ 59,56″ N, 10° 13′ 48,2″ O, Wp 12/93 ungefähr bei 48° 57′ 9,28″ N, 10° 14′ 6,28″ O, Wp 12/94 ungefähr bei 48° 57′ 22,29″ N, 10° 14′ 30,3″ O, Wp 12/95 ungefähr bei 48° 57′ 29,12″ N, 10° 14′ 43″ O, Wp 12/96 ungefähr bei 48° 57′ 35,69″ N, 10° 14′ 55,21″ O und Wp 12/97 ungefähr bei 48° 57′ 43,56″ N, 10° 15′ 9,47″ O.
- ↑ Wp 12/98 bei 48° 57′ 54,03″ N, 10° 15′ 28,81″ O.
- ↑ Dieter Planck: Die Römer in Baden-Württemberg. Römerstätten und Museen von Aalen bis Zwiefalten. Theiss, Stuttgart 2005. ISBN 978-3-8062-1555-7, S. 200.
- ↑ Wp 12/99 ungefähr bei 48° 58′ 4,49″ N, 10° 15′ 49,23″ O, Wp 12/100 ungefähr bei 48° 58′ 12,54″ N, 10° 16′ 4,73″ O.
- ↑ Wp 12/101 (Holzturm) bei 48° 58′ 20,42″ N, 10° 16′ 18,94″ O.
- ↑ Wp 12/101 (Steinturm) bei 48° 58′ 20,67″ N, 10° 16′ 19,64″ O.
- ↑ Dieter Planck, Willi Beck: Der Limes in Südwestdeutschland. 2. völlig neubearbeitete Auflage, Theiss, Stuttgart 1987, ISBN 3-8062-0496-9, S. 140.
- ↑ Dietwulf Baatz: Der Römische Limes. Archäologische Ausflüge zwischen Rhein und Donau. 4. Auflage. Gebr. Mann, Berlin 1993, ISBN 3-7861-1701-2, S. 266.
- ↑ Wp 12/102 ungefähr bei 48° 58′ 35,47″ N, 10° 16′ 36,39″ O.
- ↑ Wilhelm Schleiermacher: Der römische Limes in Deutschland. Ein archäologischer Wegweiser für Autoreisen und Wanderungen. Mann, Berlin 1967, S. 170.
- ↑ Wp 12/103 bei 48° 58′ 47,05″ N, 10° 16′ 49,03″ O.
- ↑ Kastell Halheim bei 48° 58′ 59,5″ N, 10° 17′ 8,5″ O.