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Geschichte der Judenverfolgung im Mittelalter/ Allgemein: Unterschied zwischen den Versionen

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====Die Pest: Die Juden werden der Brunnenvergiftung<ref name="Brunnenvergiftung"></ref> beschuldigt====
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Die Pestzeit beginnt. <u>'''1348'''</u> beschuldigte man die südfranzösischen Juden der Brunnenvergiftung.<ref>"Geschichte der Juden in Köln am Rhein von den Römerzeiten bis auf die Gegenwart, Köln 187"; ebd. Seite 186"</ref><ref>"Volkstümliche Geschichte der Juden in drei Bänden von Dr. H. Graetz weiland Prof. an der Universität Breslau - Zweiter Band. Von der zweitmaligen Zerstörung Jerusalems unter Kaiser Vespasian bis zu den massenhaften Zwangstaufen der Juden in Spanien. Fünfte Auflage, Leipzig 1914"; ebd. Seite 575"</ref> Es gab damals keine andere Erklärung. Die Verfolgungen gegen die Juden nahm im gesamten mittelalterlichen Europa massiv zu. Hunderte von Juden wurden durch verängstigte Christen verbrannt, ertränkt, gehenkt, erwürgt, gerädert. Allein 3000 Judengemeinden wurden in dieser Zeit systematisch vernichtet.<ref name="zweidreidrei"></ref><ref>[http://u0028844496.user.hosting-agency.de/malexwiki/index.php/Brunnenvergiftung "Mittelalter Lexikon: Brunnenvergiftung"]</ref>
Die Pestzeit beginnt. <u>'''1348'''</u> beschuldigte man die südfranzösischen Juden der Brunnenvergiftung.<ref>"Geschichte der Juden in Köln am Rhein von den Römerzeiten bis auf die Gegenwart, Köln 1887"; ebd. Seite 186"</ref><ref>"Volkstümliche Geschichte der Juden in drei Bänden von Dr. H. Graetz weiland Prof. an der Universität Breslau - Zweiter Band. Von der zweitmaligen Zerstörung Jerusalems unter Kaiser Vespasian bis zu den massenhaften Zwangstaufen der Juden in Spanien. Fünfte Auflage, Leipzig 1914"; ebd. Seite 575"</ref> Es gab damals keine andere Erklärung. Die Verfolgungen gegen die Juden nahm im gesamten mittelalterlichen Europa massiv zu. Hunderte von Juden wurden durch verängstigte Christen verbrannt, ertränkt, gehenkt, erwürgt, gerädert. Allein 3000 Judengemeinden wurden in dieser Zeit systematisch vernichtet.<ref name="zweidreidrei"></ref><ref>[http://u0028844496.user.hosting-agency.de/malexwiki/index.php/Brunnenvergiftung "Mittelalter Lexikon: Brunnenvergiftung"]</ref>
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In den folgenden Pestjahren wiederholten sich in vielen Städten immer wieder das Hetzen und Morden gegenüber den jüdischen Bürgern. Über Köln berichtet Ernst Weyden:
In den folgenden Pestjahren wiederholten sich in vielen Städten immer wieder das Hetzen und Morden gegenüber den jüdischen Bürgern. Über Köln berichtet Ernst Weyden:

Version vom 2. September 2010, 19:29 Uhr

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Geschichte der Judenverfolgung im Mittelalter
Geschichte der Judenverfolgung im Mittelalter/ Allgemein
Geschichte der Judenverfolgung im Mittelalter/ Böhmisches Reich (bis 1400)
Geschichte der Judenverfolgung im Mittelalter/ Böhmisches Reich (bis 1600)


Dieser Artikel ist in vorbereitender Arbeit...

Er wird hauptsächlich die
Geschichte der Judenverfolgung im Mittelalter
behandeln.

Da das Thema sehr umfangreich ist, wurde der Artikel bereits in der Entstehungsphase in Unterthemen geteilt.

Bis zur Entfernung der obigen Vorlagen bittet der Hauptautor diesen, sowie die Unterartikel nicht zu editieren.

Aufteilung des Themas in einzelne Lemma

0. Geschichte der Judenverfolgung im Mittelalter
Hauptartikel mit Kurzeinleitung und Inhaltsverzeichniss zu den folgenden Unterbereichen
(ist angelegt, wird noch weiterbearbeitet).
1. Geschichte der Judenverfolgung im Mittelalter/ Allgemein (derzeit diese Seite)
Detaillierter Artikel vom 6. bis 15 (od. 16.) Jahrhundert (ist angelegt, wird noch weiterbearbeitet).
2. Geschichte der Judenverfolgung im Mittelalter/ Böhmisches Reich (bis 1400)
Der jetzige Text (11. bis einschl. 14. Jahrhundert) (ist angelegt, wird noch weiterbearbeitet).
3. Geschichte der Judenverfolgung im Mittelalter/ Böhmisches Reich (bis 1600)
Der jetzige Text (ab 15. Jahrhundert)- (ist angelegt, wird noch weiterbearbeitet).

Zukünftiger Artikeltext ab hier - wird noch erweitert...


Um die Verfolgung der Juden des Mittelalters verstehen zu können, ist es notwendig, geschichtlich bis zurück in die Römerzeit zu blicken. Ganz langsam entwickelte sich, durch die Missionierung der christlichen Apostel, aus jüdische Gemeinden die ersten Christengemeinden. In dieser Zeit existierten die "alte" jüdischen Glaubensgemeinden und die neuen Christengemeinschaften überwiegend friedlich nebeneinander. Doch es kam auch der Vorwurf auf, die Juden seien Schuld am Kreuzestod Jesu Christi.
Später wurde den Juden der Ausbruch der mittelalterlichen Pest vorgeworfen[1], sie würden christliche Kinder ermorden[2][3] und Hostienfrevel[4] begehen.

Die Vorgeschichte - Zerstreuung der Juden

Nach der Zerstörung des Zweiten Jerusalemer Tempels im Jahre 70 durch die Römer, so kann man durchaus feststellen, begann die große Flucht der Juden aus ihrer Heimat Palästina. Schon in den Jahren zuvor haben bereits mehr als die Hälfte der Juden außerhalb ihres verheißenen Landes gelebt. In den angrenzenden Ländern, in Syrien, Babylonien, Ägytpen, ja sogar in Spanien und in Frankreich entstanden neue blühende jüdische Gemeinden welche, durch Missionierung schnell wuchsen.
Diese jüdischen Gemeinden waren es auch, die der Apostel Paulus auf seinen Missionsreisen besuchte, um ihnen vom wiederauferstandenen Messias zu erzählen. 132 bis 135 begehrten die noch in Palästina lebenden Juden gegen den römischen Kaiser Hadrian unter der Führung Bar Kochbas[5] auf. Der Aufstand scheiterte. Hadrian belegte die Ausübung der jüdischen Religionsvorschriften mit der Todesstrafe. In Jerusalem durften die Juden nicht mehr wohnen. 500.000 der ca. 1,3 Millionen Einwohner Palästinas wurden von den Römern getötet oder in die Sklaverei verkauft.
Erst Kaiser Caracalla erklärte im Jahre 212 die Juden des Römischen Reiches zu Vollbürgern. Viele verpflichteten sich im Römisichen Heer, andere Juden begleiteten die Römer bis in die neu gegründeten römischen Städte am Rhein und Britannien.[6]

Das älteste noch erhaltene Dokument über die Existenz einer jüdischen Gemeinschaft ist datiert auf den 18. Oktober 321.
Dort ordnet Kaiser Konstantin an, daß Juden, die einen vom Judentum zum Christentum übergetretenen...

„...
mit Steinen oder auf eine andere Art des Unwillens angreifen, sofort den Flammen übergeben und zusammen mit ihren Helfern verbrannt werden sollen. Ferner, wer aus der Bevölkerung ihrer abscheulichen Religion beitritt und ihren Zusammenkünften beiwohnt, soll mit ihnen die verdienten Strafen erhalten.“[7]

Am 11. Dezember 321 allerdings schreibt Konstantin an die römische Verwaltung in Köln folgendes:

„Allen Behörden erlauben wir durch allgemeines Gesetz, die Juden zur Kurie zu berufen...“[8][9]

Erste Gesetze gegen die Juden

Kaiser Theodosius II. war es, der im Jahre 408 das erste gegen die Juden gerichtete Gesetz veröffentlichte. Er verbot das Purim-Fest. Er war der Ansicht, daß die Juden während des Festes Nachbildungen von Kruzifixen verbrannten.[10]
In einem auf den 31. Januar 439 datiertem Dokument, wandte er sich wiederum gegen die Juden:

„Kein Jude ... soll Ämter und Würden erhalten. Ihm soll die Verwaltung der Stadt nicht erlaubt sein, auch soll er nicht das Amt eines Verteidigers der Stadt ausüben. Wir halten es für eine Sünde, daß Feinde der himmlischen Majestät und der römischen Gesetze die Vollstrecker unserer Gesetze sein sollen. ... Aus dem gleichen Grunde verbieten wir, daß irgendeine Synagoge ein neues Gebäude errichtet.
...“[11][12]

Das Frühmittelalter (500 - 1050 n. Chr.)

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Durch Gründung erster Klöster, hauptsächlich durch die Benediktiner, verbreitet sich der (römisch-katholische) christliche Glaube.
Trotz massiver Missionierungsversuche und vereinzelter Represessalien halten die jüdischen Gemeinden an ihrem Glauben fest. Die Juden treten hauptsächlich als Händler auf. Ihre Geschäftsbeziehungen reichen bis nach Indien und China. Ebenso sollen sie Sklavenhandel betrieben haben,[13] welches jedoch Forschungen des israelischen Historikers Michael Toch widersprechen [14].

Immer wieder gab es auch Zwangstaufen jüdischer Erwachsener [15].
Doch nicht nur die Christen, sondern auch die Anhänger der ganz neu aufkeimende muslimischen Religion, durch Mohammed (570–632) postulliert, verfolgen die Juden. So wird über die Stadt Medina berichtet, daß, im Jahre 627, Anhänger Mohammeds zwischen 600 und 900 jüdische Männer ermordeten. Die Frauen und Kinder wurden unter den Siegern aufgeteilt[16].

Seit dem Jahre 768 Karl der Große - bis 771 teilte er sich die Regentschaft mit seinem Bruder Karlmann - durch Waffengewalt die sächsischen Heiden bekehrte, durften die Juden, als das Volk der Bibel, ihre Religion größtenteils wieder ungestört ausüben. Er schütze die Juden umfassend. Diese versprachen ihm dafür Gefolgschaft und Treue. Karl erlaubte ihnen sogar eine eigene Gerichtsbarkeit einzurichten, wo zivile Streitigkeiten beigelegt werden konnten. Juden durften weiterhin auch als Händler und Seefahrer ihren Lebensunterhalt verdienen. Wertvolle Handelsgüter wurden durch jüdische Handelshäuser nach Europa gebracht: Elfenbein, Seide, Reis, Zucker, Orangen, Parfüm, Rosenöl, Edelsteine, Kuzpfer und Glasgefäße.[17]

Erst Ludwig der Fromme, seit 814 deutscher Kaiser, ging die Juden etwas schärfer an. Er stelle sie zwar, wie Kaiser Karl, unter seinem Schutz. Doch mußten sie ihm die "Unterschutzstellung" durch eine Sondersteuer bezahlen.[18]

Ab 900 organisieren sich die ersten Handwerkerschaften in Zünfte, welche gleichermaßen christliche Buderschaften waren. Jüdische Handwerker durften nicht Mitglied werden und wurden aus ihren Handwerksberufen herausgedrängt. Sie mussten auf geächtete Berufe, z.B. Trödelhandel, Pfandleihe, Kreditvergaben ausweichen. Es wurden ihnen Zinseinnahmen in massvoller Höhe erlaubt. In den wirtschaftlichen Krisen dieser Zeit konnten viele arme Bauern ihre Zinsen nicht mehr zurückzahlen. Schnell kam daher auch der Vorwurf des "Judenwuchers" auf.[19] Im späteren Mittelalter wurde das Privileg des "Judenwuchers" teilweise gar von der Obrigkeit geduldet.[20]

Das Hochmittelalter (1050 - 1250 n. Chr.)

1050 - 1149


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Ein Stadtteil für die Juden

Im Laufe der Jahre erkannte man zunehmend, dass die Städte, in denen Juden ihre Geschäfte betrieben, immer wohlhabender wurden. Bischof Rüdiger von Speyer erhob 1084 die kleine Ansiedlung Speyer zu einer Stadt und lud die Juden ein, in einem eigenen Stadtteil zu leben [21]:

„Ich, Rüdiger ...
Als ich den Weiler Speyer in eine Stadt verwandelte, glaubte ich, die Ehre unseres Ortes noch zu vergrößern, wenn ich die Juden vereinigte ... damit sie Übermut des Pöbels nicht beunruhigt würden, umgab ich sie mit einer Mauer."“[22]

Rüdiger verbriefte ihnen die volle Freiheit in der Stadt, Wehrrechte und -Pflichten und einen Begräbnissplatz.[23]

Papst Urban bereitet den Weg vor für den ersten Kreuzzug

Ein Jahr später, 1085, erstarkte die Macht des Papstes Urban II. Er sah sich zur Herrschaft über die Welt berufen. So kam es, im November 1095, zu einem Aufruf an alle Christen in Europa. Jerusalem sollte von den Heiden befreit werden:

„Sie beschneiden die Christen und das Blut der Beschneidung gießen sie auf den Altar oder in die Taufbecken. Es gefällt ihnen, andere zu töten, indem sie ihnen die Bäuche aufschneiden, ein Ende der Därme herausziehen und an einen Pfahl binden. Unter Hieben jagen sie sie um den Pfahl, bis die Eingeweide hervordringen und sie tot auf den Boden fallen. Ihr solltet von dem Umstand berührt sein, dass das Heilige Grab unseres Erlösers in der Hand des unreinen Volkes ist, das die heiligen Stätten schamlos und gotteslästerlich mit seinem Schmutz besudelt.“[24]

Hierbei ging es allerdings nicht um die Juden, sondern um die Muslime, welche in Jerusalem herrschten.

Allerdings berichtet der Chronist Salomo bar Simeon über Herzog Gottfried von Boullion über die Juden:

„Er tat den bösen Schwur, nicht anders seinen Weg zu ziehen, als indem er das Blut seines Erlösers an dem Blute Israels rächen und von jedem, der den Namen Jude trägt, weder Rest noch Flüchtling übrig lassen werde...“[25]

Die Juden baten Deutschlands Kaiser Heinrich IV. um Hilfe. Heinrich wies Bouillon an, die Juden nicht zu verfolgen. Für diesen Schutz jedoch forderte Heinrich den Juden eine hohe Geldzahlung ein. Daraufhin baten die Juden Deutschlands Kaiser Heinrich IV. um Hilfe. Dieser wies Bouillon an, sie ungeschoren zu lassen, erlegte ihnen dafür aber eine hohe Geldzahlung an ihn auf. Verschuldete Adlige ergriffen die Gelegenheit, ihre verhassten Gläubiger und jüdischen Geldverleiher zu beseitigen.[25]

Papst Urban ruft zum Kreuzzug auf

Am 26.11.1095 ruft Papst Urban II. vor dem Konzil in Clermont (Südfrankreich) in einer Predigt zu dem ersten Kreuzzug auf:

„Zieht nach Jerusalem...
Jerusalem ist geknechtet von unseren gottlosen Feinden...
Gewinnt das Land von den Heiden zurück! Fürchtet euch nicht! Denen, die auf dieser Fahrt ihr Leben lassen, sind ihre Sünden vergeben. Das verspreche ich kraft des Amtes, das Gott mir verliehen hat...“[26]

Der "Kreuzzug der Armen"

Von Frankreich her zogen 1096 Tausende von verarmten Bauern, Bettler und Handwerker unter der Leitung des Eremits Peter von Amiens[27] im "Kreuzzug der Armen" über den Nierrhein in Richtung Jerusalem. Sie begannen ihren Kreuzzug im eigenen Land mit Pogromen gegen die Juden, die sie als "Feinde Christi" und "Christusmörder" bezeichneten.

König Heinrich IV. versuchte aus Italien heraus mit Schutzedikten für die Juden dem bösen Treiben Einhalt zu gebieten. Es half nichts: Wenn sich die Juden nicht zwangstaufen ließen, so wurden sie ermordet.
Die Juden verteidigten sich in ihren Ghettos, so gut sie es konnten. Doch gelang das nur selten. In manchen Orten versammelten sich die Juden, sprachen das "Schma Israel" und töteten sich gegenseitig in der Tradition des "Kiddusch Haschem".[28][29]

Der Kreuzzug gegen die Juden beginnt unter einem Grafen im eigenen Land

Das Gefolge des Grafen Emicho von Leiningen ließ sich dadurch nicht von Raub, Plünderung und Massenmord abhalten. Am 3. Mai 1096 erreichte er mit seinem Heer die Stadt Speyer. Es misslang ihm die jüdische Synagoge während eines Gottesdienstes zu umstellen, da die jüdische Gemeinde Bischof Johann I. von Speyer rechtzeitig um Hilfe gebeten hatte. Er nahm viele Speyerer Juden unter seinem Schutz in seinem Palast auf. Emicho's Gefolge verwüstete daraufhin wütend das Judenvirtel. Elf aufgefundene Juden wurden erschlagen. Andere mussten sich, um dem Tod zu entgehen, zwangstaufen lassen. Eine jüdische junge Frau, die an ihrem Glauben festhielt, beging Kiddusch-ha-Schem, Selbstmord zur Heiligung des göttlichen Namens.[30]
Bischof Johann griff jetzt militärisch ein und ließ Emicho und sein Heer aus der Stadt werfen. Einige der Mörder konnten gefangengenommen werden. Als Strafe für ihre Morde wurden ihnen die Hände abgehackt.[31][26]

Am 18. Mai kam Emicho nach Worms. Die Stimmung war dort gegen die Juden schon angeheizt. Es ging das Gerücht um, die Juden hätten eine Frau ertränkt und ihre Leiche gekocht. Mit der Brühe wollten sie die Brunnen der Stadt vergiften. Auch in dieser Stadt flüchteten die meisten Juden in den Bischofspalast. Bischof Albrand ließ sich den Schutz bezahlen. Viele Juden die keinen Einlass in den Palast gefunden hatten, töten sich selbst. Am 23. Mai stürmten Emichos Männer, verstärkt durch viele Einwohner von Worms, Albrands Palast. Zwischen 400 und 800 Juden wurden dort ermordet.[31][26]

Dann ritt Graf Emicho nach Mainz. Auch Erzbischof Ruthard von Mainz versuchte, die Juden zu schützen. Ebenso ohne Erfolg. Wieder gab es Zwangstaufen, wieder begingen viele Juden Kiddusch-ha-Shem. Zwischen 1.000 und 1.200 (andere Quellen berichten von 1300) Menschen starben. Oberrabbiner Kalonymos fand mit 62 Gemeindemitgliedern Schutz im Dom. Ruthard ließ sie nach Rüdesheim bringen.[31][26]

In Köln und Trier wiederholten sich die Judenpogrome.[31]

Anschließend zog er weiter nach Bamberg, wo er "mit der Schärfe des Schwertes von der Religion der Liebe" den dort lebenden Juden das Christentum predigte. Er zwang sie, sich taufen zu lassen. Im darauffolgenden Jahr durften die so getauften Juden, mit Billigung des damaligen Bamberger Bischofs Rupert und des Kaisers Heinrich IV. zu ihrem Glauben zurückkehren.[32]

Emicho wandte sich anschließend in Richtung Jerusalem. Insgesamt haben er und seine Männer über 4000 Juden allein im Rheinland ermordet.[31] Aber auch andere haben Judenpogrome durchgeführt. Insgesamt sollen es innerhalb der zwei Monate April und Mai 1096 12000 Juden ermordet worden sein.[30] Fast überall versagte zudem der Schutz der christlichen Bischöfe.[31]

Die Böhmischen Juden versuchen sich zu wehren

In Böhmen, wo die Kreuzfahrer hindurchzogen, herrschte Krieg. Dadurch hatten sie ein leichtes Spiel. Wer sich nicht Zwangstaufen ließ, wurde getötet[30]. Auch Gottlieb Bondy berichtet darüber, wobei er auch berichtet, dass sich Juden gewehrt haben:

„Ein Teil der Wallfahrer, welcher durch Böhmen zog, überfiel die Juden und taufte sie; diejenigen, welche sich widersetzten, wurden getödtet. Bischof Kosmas, durch seine Gerechtigkeitsliebe bewogen, versuchte vergeblich zu verwehren, dass die Juden wider ihren Willen getauft werden; denn er hatte niemand, der ihm Beistand geleistet hätte, indem Herzog Bretislaw mit seinem Heere in Polen weilte. Nach kurzer zeit legten die Juden das Christentum wieder ab und kehrten zum mosaischen Glauben zurück. In derselben Zeit wollten die nach Böhmen gekommenen Kreuzfahrer von den Juden Geld erpressen oder sie gefangennehmen. Der König widmete der Sache nur wenig Aufmerksamkeit, er meinte, jeder solle sich selbst wehren; infolge dessen wurden die Kreuzfahrer von den Juden überfallen und an zweihundert Deutsche dabei erschlagen.“

Gottlieb Bondy: Zur Geschichte der Juden in Böhmen, Mähren und Schlesien von 906 bis 1620, HG: Gottlieb Bondy, Prag 1906; ebd. S. 5; Abschn. 10
s.a.: "Geschichte der Judenverfolgung im Mittelalter/ Böhmisches Reich (bis 1400)#1096"

Die Kreuzfahrer kamen nach drei Jahren in Jerusalem an. Auch dort wurden Männer, Frauen und Kinder von den Kreuzfahrern hingemetzelt. Juden wurden in eine Synagoge getrieben und verbrannt. Zehntausend Menschen wurden in dern al-Aqsa-Moschee geköpft.[33]

Nach dem ersten Kreuzzug

1103 benannte Kaiser Heinrich IV. im sogenannten Mainzer Reichslandfrieden die Juden zu besonders schutzbedürftigen Personen und entzog ihnen das Recht, Waffen zu tragen. Auch Geistliche, Frauen, Witwen und Kinder waren in der Urkunde als schutzbedürftige Personen aufgelistet. Ein Verbrechen gegen ein Mitglied dieser Gruppe war zugleich ein Verbrechen gegen das Reich. Es wurden hohe Strafen angedroht.[34]

Zehn Jahre später, 1113, kommt es auch in dem heutigen Russland unter dem Großfürsten Wladimir II. Monomach (1113 - 1125)[35] zu einer Judenverfolgung in Kiew[36]. 1114 werden die Juden aus der Stadt verweisen.[37]

Die Anschuldigungen gegen die Juden werden konkreter

Immer wieder, hauptsächlich seit Mitte des 12. Jahrhunderts, wurden die Juden satanischer Verbrechen beschuldigt: Ritualmord (auch Blutbeschuldigung genannt) (oft mit vorrangegangener Kindesentführung)[38], Hostienfrevel[39], Gotteslästerung und Brunnenvergiftung[40].

In der Zeit des zweiten Kreuzzugs

Zu Beginn des Zweiten Kreuzzuges (1147-1149) hetzte der Mönch Rudolph im Rheinland erneut gegen die dort lebenden Juden. Die Vorwürfe waren, wie bei vielen Pogromen zuvor, Blutbeschuldigung[38] und Hostienschändigung. Papst Eugen II versuchte durch einen Erlass ("Bulle") ("Sicut Judaeis") die Juden zu schützen. Dieser Erlass verbot die Zwangtaufen, Übergriffe ohne Rechtsverfahren, erpresste Dienstleistungen. Er erlaubte ausdrücklich das ungestörte Feiern jüdischer Feste. Er schützte die jüdischen Friedhöfe. Wer dagegen verstieß, sollte exkommuniziert werden.[41][42]

Petrus Venerabilis von Cluny drängte den fränkischen König Ludwig II., die Juden zwar leben zu lassen, sie aber vollständig zu enteignen. Ihre Besitztümer sollten dazu verwendet werden, die Kreuzfahrer zu verpflegen und auszurüsten. Er begründete dieses damit, daß die Juden weit schlimmere Feinde Gottes wären, als die "Sarrazenen" (Muslime).[42]
Das der 9. Abt von Cluny[43] eindeutig ein Judenhasser war, geht auch aus einer Anmerkung Günter Sternbergers hervor. So sei der Talmud...

„... ein Werk des Antichrist; den Juden sei er als Strafe für ihre Sünden gegeben worden, um sie vom Alten Testament abzulenken – ein später immer wiederkehrendes Motiv.“

– Günter Sternberger, Der Talmud. Einführung – Texte – Erläuterungen, München 1987, S. 299

Erst Bernhard von Clairvaux[44], seit 1118 Leiter des Zisterzienserordens, bezog 1146 gegen die Judenpogrome etwas eindeutiger Stellung:

„Töte sie nicht, damit mein Volk es nicht vergesse; lass sie umherirren durch deine Macht, und stürze sie nieder, Herr, unser Schild!“

– Psalm 59, Vers 12 - "Elberfelder Übersetzung"

Er war der Ansicht, daß die Juden in der ganzen Welt zerstreut sind, um als lebendiges Zeichen für das Leiden Jesu Christi zu dienen und die Völker auf die kommende Erlösung hinzuweisen. Auch die Juden würden dann, gemäß dem Römerbrief Kap. 11, Vers 25 f.

„Meine Brüder und Schwestern, ich muss euch jetzt mit Gottes geheimnisvollem Plan bekannt machen. Wenn ihr euch auf eure eigene Klugheit verlasst, könnt ihr leicht zu falschen Schlüssen kommen. Gott hat verfügt, dass ein Großteil des jüdischen Volkes sich gegen die Einladung zum Glauben verhärtet. Aber das gilt nur so lange, bis alle, die er aus den anderen Völkern erwählt hat, den Weg zum Heil gefunden haben.
Wenn das geschehen ist, dann wird das ganze Volk Israel gerettet werden, wie es in den Heiligen Schriften vorhergesagt ist: "Vom Zionsberg wird der Retter kommen und alle Auflehnung gegen Gott von den Nachkommen Jakobs nehmen.
Dann werde ich ihnen ihre Verfehlungen vergeben, sagt Gott; und so erfüllt sich der Bund, den ich mit ihnen geschlossen habe."“

– Römer 11, Vers 25-27 ("Gute Nachricht")

Sie müssten dazu verschont werden, so Bernhard. Sie sollten jedoch auf die Zinsen für ihre Kredite verzichten. Wenn man die Juden töte, so könne es den Kreuzfahrern ähnlich gehen, wie denen in Ungarn. Bernhard von Clairvaux konnte durch diese Äußerungen Gemetzel, wie im Jahre 1096 geschehen, verhindern.[42]

1150 - 1249


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Dennoch: In dem Jahr 1168 (im englischen Gloucester)[45][46] und 1171 kam es wieder wegen Ritualmord[38] zu Beschuldigungen.
1171 führte eine erfundene Ritualmordanklage in dem französischen Ort Blois zu einem Prozess gegen vierzig (andere Quellen schreiben von über dreißig) Juden. Wenn sie sich zum christlichen Glauben bekannten, sollten sie am Leben gelassen werden. Trotz Folter blieben sie in ihrem eigenen Glauben und wurden verbrannt.[45][47]
Rabbi Ephraim ben Jaakow (geb. 1132, gest. um 1200) berichtet:

„Es ereignete sich im Jahre 4931 (1171). Zu dieser Zeit lebten in Blois über vierzig Juden. Einer von ihnen, Isaak ben Eleasar, ritt an einem Donnerstagabend, kurz vor Pessach, zum Fluss. Es ereignete sich, dass ein Stallbursche zur gleichen Zeit zum Wasser ritt, um das Pferd seines Herren zu tränken. Der Jude trug auf seiner Brust ein ungegerbtes Fell, aber eine der Ecken hatte sich gelöst und ragte von dem Mantel hervor. Als das Pferd des Dieners in der Dunkelheit die weiße Seite des Fells sah, erschrak es und sprang zurück, und konnte nicht zum Wasser gebracht werden.

Der christliche Diener war ein einfacher Bauer, welcher oft in der Kirche gehört hatte, dass Juden christliches Blut für ihre Mazzot und ihren Wein zu Pessach nutzten, er warnte seine "Herde" während der Pessach-Zeit ein wachsames Auge auf ihre Kinder zu haben. Als nun sein Pferd zurückschreckte, eilte er zu seinem Herren zurück und sagte: "Höre, mein Herr, was ein bestimmter Jude getan hat. Als ich hinter ihm in Richtung Fluss ritt, sah ich ihn ein kleines christliches Kind, welches die Juden getötet hatten, ins Wasser werfen. Als ich dies sah, war ich entsetzt und eilte schnell zurück, da ich fürchtete, dass er mich auch töten würde. Auch das Pferd unter mir war durch das Spritzen des Wassers, als er das Kind hineinwarf, so schockiert, dass es nicht trinken wollte!"

Der Diener wusste, dass sein Herr sich über das Unglück der Juden freuen würde, weil er eine bestimmte Jüdin hasste, welche in der Stadt einflussreich war. So war es nicht verwunderlich als sein Herr sagte, "Nun kann ich an dieser Frau und dem Rest der Juden Rache nehmen."

Am nächsten Morgen ritt der Herr zu dem Herrscher der Stadt, Theobald, Sohn von Theobald, Graf von Blois (Schwiegersohn von König Louis VII. von Frankreich). Die Christen nannten ihn "den Guten", aber er war ein bösartiger und grausamer Mann.

Als der Herrscher die Anschuldigung vernahm, wurde er wütend und ließ alle Juden von Blois ergreifen und ins Gefängnis werfen, wo sie alle in eiserne Ketten gelegt wurden. Die einzige Ausnahme war die einflussreiche jüdische Dame, Madame Pulcelina, die für ihre Weisheit und ihre Schönheit berühmt war. Es war ihr oft möglich Vergünstigungen für die jüdischen Händler von Blois vom Herrscher zu erlangen. Aber nun gab die Ehefrau des Grafen (Alix, die Tochter des Königs) strikte Anweisungen an die Diener, dass sie nicht mit ihrem Ehemann sprechen durfte, da sie befürchtete, dass er seine Meinung ändern würde.

Der Herrscher hatte keinen Beweis gegen die Juden, außer den einfältigen Stallburschen. Der Graf war bereit mit den Juden einen Handel abzuschließen, und sie für eine große Summe Lösegeld freizulassen. Er sandte einen Juden zu den benachbarten Gemeinden und fragte sie, wie viel sie für die Freilassung ihrer Brüder zahlen würden. Die Juden berieten sich mit den inhaftierten Geiseln, und die letzte Offerte betrug nur einhundert Pfund, zuzüglich der unzähligen Schulden von christlichen Schuldnern in Höhe von einhundertacht Pfund. Die Juden im Verlies sagten ihren Brüdern in den anderen Gemeinden, dass sie das hohe Lösegeld für ihre Leben nicht zahlen sollten, damit dies nicht dazu führe, dass Christen es als profitabel ansehen würden, Juden für Lösegeld zu inhaftieren.

Es kam nicht zu Verhandlungen, weil der Bischof in dem Ort eintraf und darauf bestand, dass die Juden zum Tode verurteilt werden, und dass er ihre Schuld "beweisen" würde.

Der Priester riet dem Grafen den Zeugen durch die Wassertortur zu prüfen, um zu entdecken, ob er die Wahrheit sagte. Die Prüfung wurde wie folgt arrangiert: Ein großer Tank wurde mit Wasser gefüllt, und der Diener, der "sah", dass der Jude das Kind in den Fluss geworfen hatte, hatte den Behälter zu besteigen, wenn er schwimmen würde, wären seine Worte wahr; wenn er untergehen würde, hätte er gelogen.

Der Graf von Blois befahl, dass die Prüfung umgehend durchgeführt werden sollte. Nun hatte der Priester es zum Vorteil des Dieners so arrangiert, so dass dieser nicht unter gehen sollte. Dies war die Justiz in jenen Tagen. Die Juden wurden, auf der Basis der Wasserprüfung für schuldig befunden und dazu verurteilt, lebendig verbrannt zu werden.

Auf das Geheiß des bösartigen Herrschers hin wurden die Juden in ein hölzernes Haus gebracht, daneben wurden Dornenbüsche und Reisigbündel angehäuft. Dabei wurde ihnen gesagt, "Ihr könnt eure Leben retten, wenn ihr eure Religion verlasst und unsere Religion annehmen werdet." Die Juden lehnten dieses ab. Sie wurden geschlagen und gequält, damit sie die christliche Religion annehmen würden, aber sie lehnten es immer noch ab. Sie ermutigten sich gegenseitig standhaft zu bleiben und für die Heiligung des Göttlichen Namens zu sterben.

Auf das Geheiß des Grafen hin wurden zwei führende Juden, beides Kohanim, Rabbi Jechiel, der Sohn von Rabbi David HaKohen, und Rabbi Jekutiel, der Sohn von Rabbi Juda HaKohen, ergriffen und vor den anderen an einen einzelnen Pfahl gebunden, damit dies die anderen dazu führen würde zu konvertieren. Sie waren beide heilige und demütige Menschen mit großem Tora-Wissen, Schüler von Rabbeinu Tam und Rabbeinu Schmuel ben Me’ir, dem Enkel von Raschi. Ein dritter prominenter Jude, Rabbi Juda, der Sohn von Rabbi Aaron, wurde ebenfalls mit ihnen an den Pfahl gebunden.

Auf Befehl des Herrschers hin wurden die Reisigbündel entzündet. Das Feuer verbrannte die Fesseln an ihren Händen, so dass sie sich lösten. Die drei Juden entkamen dem Feuer riefen den Christen entgegen, welche sich versammelt hatten, um sie sterben zu sehen: "Euren Gesetzen gemäß solltet ihr uns frei lassen, da ihr gesehen habt, dass wir dem Feuertod lebend entkommen sind!" Sie kämpften darum freizukommen, wurden aber übermannt und zurück in das Haus gestoßen, und das Haus wurde in Brand gesetzt. Sie entkamen wieder und ergriffen einen der Scharfrichter und zogen ihn mit sich ins Feuer. Als sie im Feuer waren, rückten bewaffnete Soldaten vor und retteten den Christen aus ihren Händen, töteten sie mit ihren Schwertern und warfen ihre Körper in das Feuer.

Ein Jude, namens Rabbi Baruch ben David HaKohen, war dort und sah all dieses zu dieser Zeit mit seinen eigenen Augen. Er lebte im Territorium dieses Herrschers und war gekommen die Einzelheiten für die Freilassung der Juden von Blois auszuhandeln, aber unglücklicherweise war er nicht erfolgreich. Eine Vereinbarung wurde durch ihn getroffen, um die anderen Juden des Herrschers für tausend Pfund zu retten. Er rettete ebenfalls die Tora-Rollen und andere heilige Bücher.

Diese furchtbare Gräueltat ereignete sich am Mittwoch, den 20. Siwan, im Jahre 4931 (26. Mai 1171). All die Fakten wurden durch die Juden von Orleans niedergeschrieben, eine Stadt nahe der der Märtyrer, und wurden Rabbeinu Jaakow ben Me’ir bekannt, Raschis Enkel und der größte Rabbiner seiner Zeit.

In diesem Brief wurde ebenfalls berichtet, dass, als die Flammen in die Höhe schlugen, die Märtyrer einstimmig eine Melodie zu singen begannen, die sanft begann, aber mit ganzer Kraft endete. Die Christen kamen und fragten uns, 'Was für eine Art von Lied ist dies, wir haben nie eine derart liebliche Melodie gehört?' Wir kannten es gut, denn es war die Hymne Aleinu – "An uns ist es, den Herrn von allem zu preisen, ... dass er uns nicht geschaffen hat wie die Völker der Länder, ..."

Rabbi Ephraim von Bonn zeichnete die erstaunliche Tatsache auf, die durch Rabbi Baruch bezeugt wurde, dass die Körper der Märtyrer nicht durch das Feuer verzehrt wurden; nur ihre Seelen verließen die Körper. Als die Menge dies sah, waren sie erstaunt und sagten einer zum anderen, "Wahrlich, dies sind Heilige." Für eine lange Zeit wurde es nicht gestattet die 31 (oder 32) Märtyrer von Blois zu beerdigen. Sie wurden am Fuß des Berges liegengelassen, an welchem sie verbrannt wurden. Es war erst viel später, als Juden kamen und um ihre Überreste zu begraben."

Rabbi Ephraim fügte die Klage hinzu, "Oh Tochter von Israel, weine für um die Seelen, die die Heiligung des Namens verbrannt wurden, und lass deine Brüder, das ganze Haus Israel, den Feuertod beklagen."“[47] [48]

Acht Jahre später, im März 1179 lockerte der Vatikan im 3. Laterankonzil unter Papst Alexander III. einige der antijüdischen Gesetzgebungen, er verbot die Haltung christlicher Leibeigener durch Juden und plädierte für den Schutz der Juden vor der Zwangstaufe. Zudem verbot er die Störung jüdischer Gottesdienste.[45][49]

1181, so wird berichtet, ließ Philipp II. von Frankreich auf eigene Nachforschungen eines angeblichen Ritualmordes am 16.2.1181 den gesamten Besitz aller französischen Juden beschlagnahmen. Ein Jahr später vertrieb er sie aus dem Land, die Synagogen ließ er in Kirchen umwidmen.[50] Bereits 16 Jahre später, 1198 holt Philipp die Juden wieder zurück.[51] Durch Philipp IV. (genannt "der Schöne") wurden sie, viele Jahre später, im Jahre 1306 wieder ausgewiesen.[52][53].

Der dritte Kreuzzug

Kurz vor dem dritten Kreuzzug (1189-1192) wurden in England Ritualmordvorwürfe[38] laut. Es kam zu grausamen Verfolgungen. Fast alle jüdische Gemeinden in England wurden angegriffen, als König Richard I. (gen. "Löwenherz") seine Teilnahme am Kreuzzug bekanntgab.[50] Im darauffolgenden Jahr, am 16.3.1190, richteten sich die Bürger von York gegen die jüdische Bevölkerung. Unter der Führung von Ritter Eugenius Craven zu Gainsborough wurden die Juden in Clifford's Tower verbracht wo sie sich selbst töteten. (Andere Quellen berichten, die Juden flüchteten in den Tower, welcher unter dem Schutz des Sheriffs stand. Der Tower wurde in Brand gesetzt.)[54] [55]
Möglicherweise waren die Unruhen von einflußreichen Schuldnern gegen die jüdischen Geldverleiher angestiftet worden.[54]

Bücherverbrennungen und Verschärfung der Maßnamen gegen Juden durch den Papst

Bald wurden auch hebräische Handschriften zensiert und als ketzerische Handschriften bewertet. Oft geschah das auch durch die schreibenden Juden selbst. Immer wieder wurden hebräische Schriftstücke verbrannt.[56] So fand am 29.9.1242 eine öffentliche Talmudverbrennung statt (s.u.).[57]

1215 - Es findet der 4. Laterankonzil statt. Den Vorsitz hatte Papst Innozenz III. Es wurden eine Reihe Maßnahmen gegen die Juden beschlossen:[58][59]

  • Gläubigen Christen wurde untersagt, mit ungläubigen (auch mit Juden) gemeinsam zu wohnen;
  • Juden wurden eigene Stadtviertel zugewiesen (In Trier, der ältesten deutschen Stadt, gibt es, wie in vielen anderen Städten, heute noch eine "Judengasse".[60][61])
  • Juden wurde untersagt, "christliche Berufe" auszuüben;
  • Sie mussten sich auffällig kleiden[62][63], sowie den "Judenhut"[64][65][22] und den "Judenfleck"[66] sichtbar tragen (später, im Nationalsozialismus, erinnerte man wieder des "Judenfleckes", es wurde daraus der "Judenstern"[67]).
  • Die Juden mussten 10% ihrer "Wucherzinsen"[68] abgeben.
  • Getaufte Juden durften ihre jüdischen Riten nicht mehr durchführen.

Papst Innozenz verlangte zudem vom König, er solle die Juden unterdrücken...:

„...damit diese nicht wagen, ihren Nacken, der dem Joch ewiger Knechtschaft unterworfen ist, zu erheben ... sondern immer die Scham ihrer Schuld betrachten.“[59]

Auch aufgrund der Lateranbeschlüsse wurden im Laufe der kommenden Jahre verstärkt Juden verfolgt. So kam es 1221 zur Vernichtung der jüdischen Gemeinde in Erfurt.[69][70]

Kaiser Friedrich II. ernennt Juden zu "Kammerknechten"

Um die Juden zu schützen erließ Kaiser Friedrich II.(1194 - 1250) im Jahr 1236 ein Schutzprivileg. Nun hatten die Juden auf ihren Reisen etwas mehr Bewegungsfreiheit. Zudem wurden sie von den Sonderzöllen an die Fürsten und die Städte befreit. Gleichzeitig aber ernannte der Kaiser die Juden zu seinen "Kammerknechten", er zählte sie zu seinem Privateigentum.[71] Somit konnte Friedrich über die Besitztümer der Juden, insbesondere über ihr Vieh, frei verfügen.[72][73]

Der Angeklagte "Talmud"

Für den 3.3.1240 wird von einer krotesken Gerichtsverhandlung berichtet, welche in Paris stattfand. Angeklagt war der Talmud, Kläger die katholische Kirche unter Papst Gregor IX. (1167 - 1241), als Verteidiger waren jüdische Gelehrte geladen. Für diese war es schwer, die 35 Anklagepunkte zu widerlegen, denn der gesamte Talmud ist den Juden heilig. Die Bischöfe, welche auch gleichzeitig in dem Prozess "Recht" sprachen, befanden, dass die Rabbiner viele anstößige Stellen zugeben (obgleich sie das, gemäß anderer Überlieferungen niemals getan haben). So wurde das Buch "Talmud" zum Feuertod verurteilt. 24 Wagenladungen Talmudbücher, so wird berichtet, wurden am 29.9.1242 verbrannt.
1248 sowie 1250 wurden weitere, ähnliche, Prozesse mit demselben Ausgang durchgeführt. Manchmal konnte die Bücherverbrennung auch durch Geldzahlungen seitens der jüdischen Gemeinden verhindert werden. Für die damalige Kirche, ganz bestimmt, ein lohnendes Geschäft.[74][75][73]
Rabbi Meir von Rothenburg hat die Bücherverbrennung in Paris 1242 selbst erlebt. Er dichtete folgendes Klagelied:

„Fragst du nicht, die einst in Flammen geglühet,

nach dem Gruß deiner trauernden Jünger,
die keinen Wunsch so sehnlich hegen,
als zu wallen und zu weilen
in deinen Höfen, in deinen Hallen;
die da lechzen und sich sehnen
nach dem Staub von deinem Boden,
und mit Schmerz und Grauen
nach der Brandstatt schauen,
in der du einst verglommen?
Sie wallen in der Finsternis,
verdüstert ist das Lebenslicht;
sie hoffen auf das Licht und auf den Tag,
der aufgehen werde,
leuchten werde
über sie und über dich.

Fragst du nicht nach dem Gruße des jammernden Menschen,

der da weinet.
der da klaget,
dem das Herz bricht,
wenn er gedenket deiner Schmerzen, deiner Wehen?
Wie Strauß und Uhu in den Wüsten, in den Wäldern,
klagt und stimmt er an um dich das Trauerlied.“[76]

Papst Innozenz IV. erklärt die Blutbeschuldigung als Unwahr

Nach einem Folterprozess in Frankreich im Jahre 1247 erließ Innozenz IV. eine Bulle[57], indem auch er die Blutbeschuldigung[38] als erdichtet erklärte:

„Wir haben die flehentliche Klage der Juden vernommen, dass manche kirchlichen und weltlichen Würdenträger wie auch sonstige Edelleute und Amtspersonen in Euren Städten und Diözesen gottlose Anklagen gegen die Juden erfänden, um sie aus diesem Anlass auszuplündern und ihr Hab und Gut an sich zu raffen. Diese Männer scheinen vergessen zu haben, dass es gerade die alten Schriften der Juden sind, die für die christliche Religion Zeugnis ablegen. Während die Heilige Schrift das Gebot aufstellt: Du sollst nicht töten! und ihnen sogar am Passahfest die Berührung von Toten untersagt, erhebt man gegen die Juden die falsche Beschuldigung, dass sie an diesem Feste das Herz eines ermordeten Kindes äßen. Wird irgendwo die Leiche eines von unbekannter Hand getöteten Menschen gefunden, so wirft man sie in böser Absicht den Juden zu. Es ist dies alles nur ein Vorwand, um sie in grausamster Weise zu verfolgen. Ohne gerichtliche Untersuchung, ohne Überführung der Angeklagten oder deren Geständnis, ja in Missachtung der den Juden vom apostolischen Stuhl gnädig gewährten Privilegien beraubt man sie in gottloser und ungerechter Weise ihres Besitzes, gibt sie den Hungerqualen, der Kerkerhaft und anderen Torturen preis und verdammt sie zu einem schmachvollen Tode... Solcher Verfolgungen wegen sehen sich die Unglückseligen gezwungen, jene Orte zu verlassen, wo ihre Vorfahren von alters her ansässig waren. Eine restlose Ausrottung befürchtend, rufen sie nun den apostolischen Stuhl um Schutz an ...“[74][77]

Das Spätmittelalter (1250 - 1600 n. Chr.)

Das Spätmittelalter[78] bricht an. Es werden viele Erfindungen gemacht, die das Alltagsleben erleichtern. Überlieferungen aus dieser Zeit sind jetzt, auch Dank des Buchdruckes, vermehrt erhalten.

1250 - 1349


Ein berühmter jüdischer Minnesänger mit "Judenhut"

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Um das Jahr 1250 macht sich Süsskind von Trimberg, er ist vermutlich der einzige bekannte jüdische Minnesänger, immer bekannter. Geboren wurde er auf Burg Trimberg bei Hammelburg oder in dem ebenfalls den bis zum Ende des 14. Jahrhunderts urkundlich belegten Herren von Trimberg gehörendem Elfershausen im jetzigen Unterfranken. Erhalten sind nur 12 Spruchlieder in mittelhochdeutscher Sprache mit biblisch-rabbinischen Anklängen. Ein Bild in der Manesseschen Liederhandschrift zeigt ihn in vornehmer Kleidung mit "Judenhut". [79][80][81][82]

Papst Innozenz IV droht Strafen an, wenn Christen den Juden Blutbeschuldigung vorwerfen

1253 erneuert Papst Innozenz IV. seine Bulle von 1247. Er droht darin Strafen, bis hin zur Exkommunikation an, wenn jüdische Blutbeschuldigungsvorwürfe laut werden. Er verbot auch das Schänden jüdischer Friedhöfe.[81][83][84]

König Premsyl Ottokar II. (Böhmen und Mähren) schafft rechtsverbindliche Grundlagen für die Juden

In Böhmen und Mähren schafft König Premsyl Ottokar II. im Jahr 1254 verbindliche Rechtsgrundlagen[84] für die Juden:

„Die Urkunde enthält folgende Bestimmungen: Im Rechtstreite mit einem Juden darf ein Christ allein nicht Zeugenschaft ablegen, sondern es muss noch ein Jude als Zeuge dabei sein; im Streite um ein Pfand, von welchem der Jude behauptet, dass er um dasselbe durch unglücklichen Zufall kam, genügt ein einfacher Eid des Juden; ebenso bei der Berechnung der Zinsen vom Pfände; es wird bestimmt, was der Jude als Pfand annehmen kann; in Rechtsstreitigkeiten der Juden untereinander sind dieselben von der Gerichtsbarkeit der Gemeindeämter ausgenommen und vor das Gericht des Königs oder der Kammer gewiesen; ferner wird bestimmt, wie viel ein Christ für die Verwundung oder Tötung eines Juden als Strafe zahlen soll; was für ein Zoll von den Juden verlangt werden soll; was für ein Zoll von den Juden verlangt werden soll; welche Strafe für die Verwüstung ihres Friedhofes verhängt wird; wie der Ungehorsam der Juden vor Gericht zu ahnden ist. Weitere Bestimmungen betreffen: die Verwundung eines Juden durch einen Juden, die Eidesleistung, die geheime Ermordung oder Verwundung eines Juden, die Competenz des Judenrichters, den Besuch der Judenhäuser, die Zinsen, die Entführung eines Judenkindes, das Verbot der Belangung eines Juden an seinem Feiertage vor Gericht, die gewaltsame Wegnahme der dem Juden übergebenen Pfänder; die Gerichtshandlung gegen Juden soll in ihrer Schule gehalten werden; die Juden dürfen nicht beschuldigt werden, dass sie Christenblut geniessen; die gerichtsverhandlung gegen einem Juden, wenn er der Ermordung einen Christenkind beschuldigt wird.“

Gottlieb Bondy: Zur Geschichte der Juden in Böhmen, Mähren und Schlesien von 906 bis 1620, HG: Gottlieb Bondy, Prag 1906; ebd. S. 17ff.; Abschn. 24
s.a.: "Geschichte der Judenverfolgung im Mittelalter/ Böhmisches Reich (bis 1400)#1254"

Der Talmud wird zensiert - in England werden Juden verfolgt - Juden werden mit hohen Steuern belastet

1263 kommt es in Spanien zu Talmudverboten, später zu Zensuren "anstößiger" Stellen. Die Zensur wird 1265 zurückgezogen.[84][85]

1264 werden englische Juden Opfer einer Verfolgung in London. Ihnen wurde Ritualmord[38] vorgeworfen.

1273 bis 1291 herrschte Rudolf von Habsburg. Er zwang die Juden zu hohen Steuerabgaben. Rabbi Meir ben Baruch aus Rothenburg er wurde um 1215 in Worms geboren und lebte vierzig jahre lang in Rothenburg plante 1286 nach Israel auszuwandern. Ob dieses mit den hohen Steuern zusammengehangen hat, ist nicht eindeutig geklärt.[86][87]

Judenverfolgungen in München und in Bacharach ("Der heilige Werner")

180 Juden, so die Geschichtsschreibung fielen einem Pogrom in München im Jahre 1285 zum Opfer.[88][89] Wieder ging es um einen Ritualmord.
Eine alte Frau soll auf einer Folter getanden haben, daß sie ein Kind gestohlen und den Juden verkauft habe.[90]

1287 erschütterte ein weiterer angeblicher Ritualmordfall die mittelalterlichen Orte am Rhein.
In Oberweichsel einem Teil des Ortes Bacharach, soll ein 16jähriger den juden zum Opfer gefallen sein:
Am Gründonnerstag des Jahres 1287 soll er erschlagen (nach anderer Überlieferung mit Stichwunden übersät) aufgefunden worden sein.
Zweifelhaften Zeugenaussagen nach, soll sein Blut von Juden für das Passah-Fest benötigt worden sein. Andere Quellen berichten, daß er an den Füßen aufgehängt wurde, damit die Juden in den Besitz der Hostie gelangen, welche er geschluckt habe. Seine Leiche soll in den Rhein geworfen worden sein, wo sie gefunden wurde.
Die beschuldigten Juden wurden nicht lange befragt, sechsundzwanzig Juden wurden ohne Prozess ermordet.
Die jüdischen Gemeinden des Umlandes empörten sich und wandten sich an den Kaiser Rudolf von Habsburg (1218 -1291). Dieser war von der Unschuld der Juden überzeugt. Er legte den Mördern eine Geldbuße auf und befahl den Leichnam des Werner zu verbrennen.
Seinem Befehl wurde nicht Folge geleistet. Im Gegenteil: Man errichtete für den ermordeten Werner eine Kapelle, denn viele Christen pilgerten nach Bacharach, sein Leichnam wurde verehrt. Bis in das Jahr 1963 feierte man das Fest des heiligen Werner.[91][2][3][89][92]

Hosteinfrevelvorwürfe[39] in Paris

Einige Jahre später, 1290, gab es in Paris die erste Verfolgung der Juden.[93]. Johannes von Tilrode (gest. 1298), berichtet davon:
Ein Jude habe einer christlichen Magd für 10 Pfund Silber eine geweihte Hostie gekauft. Die Judengemeinde habe diese Hostie dann mit Messer bearbeitet. Sie ließ sich nicht zerstören. Erst mit einem großen Messer konnte die Hostie zerteilt werden. Dabei sei Blut geflossen. Anschließend seien die Stücke in heißes Wasser geworfen worden, worauf sie sich in ein Stück Fleisch verwandelten. Johannes berichtete, daß durch dieses Wunder viele Augenzeugen sich zum Christentum bekehrt haben.[94][89]
Im gleichen Jahr vertreibt König Eduard I. von England alle Juden aus seinem Herrschaftsbereich.[89]

Das "Rintfleisch-Pogrom"

In Deutschland zieht 1298 ein Mann namens Rintfleisch.[95] mit seinem Gefolge in Franken umher, um jüdische Bürger zu ermorden. Ausgangspunkt der Verfolgung war wieder einmal Gerücht über einen Hostienfrevel[39][96][97]
Insgesamt sind, laut dem Nürnberger Memorbuch, einem alten Toten-Gedenkbuch, 3.441 namentlich bekannte ermordete Juden aus 44 Städten bekannt,[98] es sollen jedoch, so andere Quellen, an die 5.000 Menschen gewesen sein, die er ermordete.[99] In Rothenburg ob der Tauber, Würzburg, Nördlingen, Bamberg und Nürnberg wurden alle jüdischen Gemeinden ausgerottet. Der Habsburger König Albrecht I. ließ Rintfleisch schließlich festnehmen und aufhängen. Die Städte, in denen Juden getötet worden waren, wurden zu Geldstrafen an den König verurteilt.[100]

Prof. Dr. H. Graetz beschreibt in seinem 1914 erschienen Buch die Ereignisse wie folgt:

„...
Es hieß, die Juden des Städtchens Röttingen (in Franken) hätten eine Hostie geschändet und sie in einem Mörser zerstoßen; daraus sei nun Blut geflossen. Ein Edelmann dieses Ortes, namens Rindfleisch, nahm sich der angeblich geschändeten Hostie an, gab vor, er sei vom Himmel berufen worden, das verfluchte Geschlecht der Juden vom Erdboden zu vertilgen, und sammelte den leichtgläubigen, verdummten Pöbel um sich, als Helfer zu seinem blutigen Beginnen. Er und seine Schar überlieferten zuerst die Mitglieder der Gemeinde Röttingen dem Feuertode (April 1298). Von hier aus zog die Rotte der Judenschlächter unter Rindfleischs Anführung von Stadt zu Stadt, nahm Gesinnungsgenossen in ihre Reihen auf und amchte alle Juden nieder, die ihr in die Hände fielen, es sei denn, daß sie sich zum Christentume bekehrten. Rindfleisch, von verwegenem Blute und falscher Begeisterung getrieben, zwang förmlich die Bürger der Städte gegen ihre jüdischen Mitbewohner zu wüten. Die große Gemeinde Würzburg wurde vollständig aufgerieben (24. Juli). In Nürnberg hatten sich die Juden zuerst in die Burg geflüchtet, aber auch da angegriffen, setzten sie sich mit Hilfe menschlich gesinnter Christen zur Wehr, unterlagen natürlich zuletzt und wurden sämtlich totgeschlagen (1. August). Ascheris Verwandter und Studiengenosse Mardochai Ben-Hillel, der ein sehr geschätztes rabbinisches Sammelwerk angelegt hatte, fiel in Nürnberg mit seiner Frau und fünf Kindern als Märtyrer. Viele Eltern, welche fürchteten, daß ihre Kinder aus Todesfurcht nicht standhaft im Glauben bleiben würden, warfen sie mit eigenen Händen in die Flammen und stürzten sich nach. In bayern entgingen nur die Gemeinden von regensburg und Augsburg dem Gemetzel.
Die blutige Verfolgung unter Rindfleischs Führung wälzte sich von Franken und Bayern nach Östereich, raffte über hundertvierzig Gemeinden und über 100 000 Juden hin und dauerte beinah ein halbes Jahr. Sämtliche Juden Deutschlands zitterten und waren auf den sicheren Untergang vorbereitet. Es wäre in der Tat dahingekommen, wenn der Bürgerkrieg in Deutschland nicht durch den Tod des Kaisers Adolf und die Wahl Albrechts zu Ende gegangen wäre. Der zweite habsburger, welcher den gestörten Landfrieden kräftig wieder herstellte, zog diejenigen, welche sich an den Juden vergangen hatten, zur Rechenschaft und legte den dabei beteiligten Städten Strafgelder auf. Er tat es aus dem Grunde, weil er durch den Verlust seiner Kammerknechte und ihrer Habe an seinem Fiskus Einbuße erlitten habe. Von den unter dem Schrecken getauften Juden kehrten die meisten zum Judentum zurück; wie es scheint, hatten der Kaiser und auch die Vertreter der Kirche dabei ein Auge zugedrückt.
...“

Prof. Dr. H. Graetz: "Volkstümliche Geschichte der Juden in drei Bänden - Zweiter Band. Von der zweitmaligen Zerstörung Jerusalems unter Kaiser Vespasian bis zu den massenhaften Zwangstaufen der Juden in Spanien. Fünfte Auflage, Leipzig 1914"; ebd. Seite 540f.

Die französichen Juden werden vertrieben, später wieder zurückgeholt - Bernhard Gui verbrennt jüdische Bücher

1306 vertreibt Philipp IV. (König von Frankreich) alle Juden aus seinem Land. Wenige Jahre später, 1315 ruft sein Nachfolger, König Ludwig X. die vertriebenen Juden wieder zurück.[53]

Einer der bekannteste Inquisitoren, der Dominikanermönch Bernhard Gui, verbrennt 1319 im französischen Toulouse öffentlich jüdische Bücher.[53] Er hatte das Amt des Inquisitors in der Zeit von 1307 bis zum 23. September 1323 inne. 1323 wurde er zum Bischof von Tuy in Galizien erhoben, am 20. Juli 1324 starb er als Bischof von Lodève am 30. Dezember 1331 in Lauroux, Départment de l'Hérault.[101][102]

Bauern verfolgen Juden - Hostienschändung in Deggendorf - "König Armleder" verfolgt die Juden

1330 kamen zu den üblichen Anklagen gegen die Juden die Klage über den "Wucherjuden". Offiziell war den Juden der Geldhandeln zugewiesen, da den Christen das Zinsnehmen verboten war. Immer mehr verarmte Bauern mußten sich Kredite bei den Juden holen. Es kam, durch unzufriedene Bauern immer wieder zu Racheakten an den ghetthoisierten Juden in den Städten.[53]

Die "Deggendorfer Gnad", eine eucharistische Wallfahrt, welche erst im Jahr 1992 eingestellt wurde, geht ebenfalls auf ein Judenpogrom im bayerischen Deggendorf im Oktober 1338 zurück.
Unter dem Vorwurf einer Hostienschändung beschuldigte man im Jahre 1337 die Deggendorfer Juden. Die Christen der Umgebung überfielen, unter der Führung eines Hartmann (oder Hartwig) von Degenberg, ein gutes Jahr nach den Anschuldigungen, am 30. September 1338 die Deggendorfer Juden und verbrannten sie. Hintergründig ging es jedoch um die Entledigung der hohen Schulden, welche die Christen bei den Juden hatten. Dem Beispiel der Deggendorfer folgend, wurden bald auch in Straubing und weiteren Orten Juden ermordet.[103][104]

So kam es auch in den Jahren 1336 bis 1338 zu einer Pogromwelle in Franken, Schwaben, Östereich, dem Elsass, der Steiermark und im Rheingau. Der Ritter Arnold d. J. von Uissigheim (bei Wertheim), wegen seines ledernen Armschutzes "König Armleder" genannt, Anführer einiger Gruppe Bauern brachte ca. 1.500 Juden um. Er wurde wurde noch Ende 1338 durch das Schwert hingerichtet, dem Volk blieb er jedoch „der selige Arnold“, sein Grab in der Kirche von Uissigheim wurde zu einem vielbesuchten Wallfahrtsort.[104][105][106]

„...
Unter der Anführung eines Bauern mit Namen Armleder hatten sich dort seit 1337 Scharen von Landleuten und fahrendem gesindel zusammegerottet, in hellen haufen umherziehend, den juden Tod und Verdderben drohend. Wohin diese Mordbrenner, Schläger oder Judenschläger genannt, kamen, übten sie Raub und Mord an den Juden, verbreiteten sie Schreck und Angst, und gewiß auch unter der Judengemeinde Kölns; denn wer sicherte ihr Schirm und Schutz gegen diese Horden, kamen sie auf ihrem Vertilgungszuge nach dem Niederrheine? Kaiser Ludwig, dem sich die Juden Frankfurts verpflichtet hatten, bot Alles auf, die Juden, seine lieben kammerknecjhte, wie er sie in einer Urkunde nannte, zu schützen, forderte die Herren von Eppstein und hanau und den Erzbischof von mainz, Heinrich III (1328-1354), und Bürgermeister, Schöffen und Rath der Stadt Frankfurt dringlichst auf, mit aller Strenge gegen die Judenschläger zu verfahren und die Juden zu schiormen. Für den Niederhein hatte dieser Sturm keine weiteren Folgen. Armleder büßte seine Frevel durch Henkershand, die unter ihm zusammengescharten Mordbrenner=Haufen verliefen sich.
...“

Ernst Weyden: "Geschichte der Juden in Köln am Rhein von den Römerzeiten bis auf die Gegenwart, Köln 1887"; ebd. Seite 173

Die Pest: Die Juden werden der Brunnenvergiftung[40] beschuldigt

Die Pestzeit beginnt. 1348 beschuldigte man die südfranzösischen Juden der Brunnenvergiftung.[107][108] Es gab damals keine andere Erklärung. Die Verfolgungen gegen die Juden nahm im gesamten mittelalterlichen Europa massiv zu. Hunderte von Juden wurden durch verängstigte Christen verbrannt, ertränkt, gehenkt, erwürgt, gerädert. Allein 3000 Judengemeinden wurden in dieser Zeit systematisch vernichtet.[104][109]
In den folgenden Pestjahren wiederholten sich in vielen Städten immer wieder das Hetzen und Morden gegenüber den jüdischen Bürgern. Über Köln berichtet Ernst Weyden:

„...
Am Abend des 24. August 1349 stürmte der gemeine Pöbel das Judenviertel, da ihm der Rath keinen Widerstand mehr zu leisten vermochte, und verübte an Leib und Leben, an Gut und Habe der überfallenen Juden alle Gräuel der fanatischen Roheit und Wuth. Noch am folgenden Tage währt die grausamste Metzelei, hallt das Judenviertel wieder vom Weheruf, dem Angstgeschrei der Verfolgten, der Ermordeten, von dem Wuthgebrüll ihrer erbarmungslosen Mörder. Tage lang währt das Rauben und Plündern, das Sengen und Brennen. Nichts ist natürlicher, als das bei solchem zügellosen Treiben auch mehrere Judenhäuser in Flammen aufgingen, denn fanatisierte Voklkswuth kennt kein Mitleid, keine Schonung; Zerstörung ist ihre Wollust, und dies gewiß um so mehr in einer so unmenschlich rohen Zeit, als die, von der wir reden.
...“

Ernst Weyden: "Geschichte der Juden in Köln am Rhein von den Römerzeiten bis auf die Gegenwart, Köln 1887"; ebd. Seite 192

Auch in Berlin, Konstanz[110] und Basel gab es Judenverbrennungen. Auch in Mainz: Dort leisteten am 24.8.1349 6.000 Juden ihren Mördern Widerstand. Als sie sich zurückziehen mussten, starben sie freiwillig in den Flammen ihrer Häuser.[111][112]

1350 - 1449


Die Juden im böhmischen Eger werden ermordet

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Gottlieb Bondy berichtet über Judenmorde im Jahre 1350 in Eger:

„Der Judenmord in Eger
Anno Christ 1350 erhob sich der Juden Mord zu Eger mit solcher Weise: >>Es predigte ein Mönch die Passion (Das Leiden Christi)zu gewöhnlicher Zeit vor Ostern und zeigte da an, wie der unschuldige Sohn Gottes von den treulosen Juden wäre gemartert und in den Tod gegeben worden. Nun war da ein unverständiger Kriegsmann zugegen; dem ging diese Unbill so tief zu Herzen und er wurde dermassen über die Juden erzürnt, dass er das unschuldige Blut Christi rächen wollte. Er lief deshalb zu einem Altare, nahm ein Krucifix und ermahnte mit starker Stimme die Gemeinde: Wenn sie wollten solchen unschuldigen Tod und die an den Heiland gelegte Schmach rächen helfen, sollten sie ihm nachfolgen; er wolle das rächen und ihr geireuer Hauptmann sein. Da aber der Pöbel, welcher ohnehin den Juden, von denen er lange Zeit geplagt worden, gram und feind war, solche Rede des Kriegsmannes vernahm, willigte er bald dazu und folgte dem Landsknecht in Haufen nach. Was ein jeder im Sturm erwischte, war seine Waffe. Und sie überfielen die Juden, schlugen sie alle zu Tod, nahmen und theilten ihre Güter unter sich. Also wurden die von Eger ihrer Juden los.<< — Die Bücher gaben sie einem ehrbaren, wohlweisen Rat zur Aufbewahrung... Und obwohl dies alles angefangen wurde und geschehen ist ohne Vorwissen eines ehrbaren Rates, mussten sie doch dem König zu Böhmen etliche Tausend Gulden zur Strafe geben.“

Gottlieb Bondy: Zur Geschichte der Juden in Böhmen, Mähren und Schlesien von 906 bis 1620, HG: Gottlieb Bondy, Prag 1906; ebd. S. 61-62; Abschn. 115.
s.a.: "Geschichte der Judenverfolgung im Mittelalter/ Böhmisches Reich (bis 1400)#1350"

In Erinnerung an diese Morde gibt es in Eger immer noch das "Mordgässchen".[113][114]

Die Pest ist gebannt - Ein Drittel der europäischen Juden sind ermordet worden

1351 - Die große Pest ist endlich gebannt. Über 200 jüdische Gemeinden Deutschlands sind ausgelöscht worden. Im gesamten Europa ein Drittel aller Juden.[115] Viele Überlebende flüchteten nach dem Osten Europas. Die deutschen Juden ziehen in das heutige Polen, in die Ukraine, nach Litauen und Russland. Es entwickelt sich die jiddische Sprache[116][117], welche sich an das mittelalterliche Deutsch anlehnt.[116][113][118]
Im böhmischen Breslau zeigen sich auch die Ratsherren gegenüber den Juden wieder etwas freundlicher. Teilweise wird den Juden ihre Steuer (bis auf einen geringen Betrag) erlassen[119]

Die "Goldene Bulle" stellt die Juden unter Schutz - in Prag werden 3000 Juden erschlagen

Auf das Jahr 1356 datiert die sogenannte "Goldene Bulle" (so gegannt aufgrund ihres goldenen Siegels). Sie legt, in lateinischer Sprache, das Verfahren der deutschen Königswahl fest und regelt weitere rechtliche Verfahren, unter anderem auch die Judensteuer. Hiernach wurden die Kurfürsten verpflichtet, die Juden gegen Zahlung von Schutzgeldern zu beschützen.[120][121][122] Die Kurfürsten setzten die Judensteuer oft so hoch an, daß sie jüdischen Geldverleiher (den Juden wurde oft nur die Berufsausübung eines "Geldverleihers" oder "Pfandleihers" erlaubt[123]) zwang, hohe Zinsen zu verlangen. Hierdurch entstanden wiederum neue Vorurteile gegen die "Wucherjuden". [113]

1360, die Juden durften sich nach der Vertreibung während der Pestjahre wieder in Ungarn und der Slowakei ansiedeln, wurden sie wiederum aus dem Land getrieben.[124][125]

Dreißig Jahre später, 1389, werden in Prag 3000 Juden erschlagen.[124] Gottlieb Bondy berichtet darüber:

„Missgeschick der Juden in Prag. »Leta 1389 byla pohroma na Zidy v Praze na Novdm Meste na veliku noc. Neb kdyz sel knez s telem bozim v cas nesporni, a Zide louceli kamenim na kneze a vyrazili mu tu drahu svatost z ruku, takz jedny zbili a druhe spalili.«
18. April. 1389.
Bericht über den Juden Mord in Prag. Während dass der König zu Eger für die Ruhe Deutschlandes sorgte, entstand zu Prag ein schauervoller Aufruhr. Die Juden hatten zwar einen besonderen, von den Christen durch Mauern und Thore abgesonderten Bezirk in der Stadt, den sie bewohnten. Es fügte sich aber doch, dass ein katholischer Priester, mit der Hostie in der Hand, vielleicht zu einem kranken Christen, durch die Judenstadt gieng. Diess muss sehr ungewöhnlich gewesen sein, denn die Juden stiessen sich daran 31). Sie liefen zusammen, griffen nach Steinen und riefen »lasst uns den steinigen, der sich für einen Sohn Gottes ausgegeben hat«. Zu dem Priester sprachen sie: »Verflucht sei der, den du in deinen Händen trägst.» Sie liessen es nicht bei diesen Lästerungen bleiben, sondern warfen mit Steinen nach dem Priester und zwangen ihn zur Rückkehr. Doch wurden die Juden, welche dies gethan hatten, in Verhaft genommen, um sie sodann ihrer Ausgelassenheit wegen, wie sie es verdienten, zu bestrafen. Allein die Priester, welche dem Volke das Evangelium öffentlich in Kirchen predigten, stiegen am Ostertage auf die Kanzeln und stellten die Sache ihren Zuhörern von der grässlichsten Seite vor, vielleicht mehr dadurch beleidigt, dass ein Mann von ihrem Stande von den Juden so sehr gemisshandelt worden, als aus Eifer zur Religion. Sie rieten mit heiligem Feuer entflammt zu dem Volke: »Wenn ihr das Unrecht und die Schmach, die man unserm Herrn Jesu angethan hat, nicht rächet, so werdet ihr alle, noch ehe als ein Jahr vergeht, Schand und Spott ertragen müssen « Durch dies und dergleichen Zureden der Prediger ward das Volk wider die Juden dergestalten angefeuert, dass es sich hie und da zusammenrottete und mit Spiessen, Lanzen, Pfeilen und Steinen bewaffnete. Die Magistrate liessen den zusammengelaufenen Pöbel auf das ernsthafteste zur Ruhe ermahnen, mit der Versicherung man wolle die schuldigen Juden nach Gebühr strafen, und sie sollten sich zum Rathhause begeben. Allein das Volk, durch die Ermahnungen der Prediger,sagt der Kronist, mit der Gnade Gottes durchdrungen, und mit der Liebe zu ihm erfüllt, folgte nicht den Befehlen ihrer Vorsteher, wohl aber folgte es der Stimme eines gewissen Jesko, der da rief: »Es ist besser, dass alle Juden sterben, als dass die Christen zu Grund gehen sollten.« Auf diese Worte drangen sie in die Judenstadt mit Gewalt und mit einer fanatischen Wuth, zündeten die Häuser an, und ermordeten die Juden, welche den Flammen entlaufen wollten. Dreitausend wurden in kurzer Zeit getödtet oder verbrannt. Nur einige Weiber und Kinder brachte man auf die Rathhäuser, und man taufte sie, um sie hiedurch der Wuth des rasenden Pöbels zu entreissen. Ein glechzeitiger Kronist, der damals zu Prag studierte, erzählt in der Kürze das nämliche. Ein anderer alter Schriftsteller sagt auch, dass aus oben angeführten Ursachen fast alle Juden zu Prag am Ostertage sind ermordet und verbrannt worden.
31) Der Minorit Bencsch sagt jedoch: quia sacerdotes corpus domini nostri ad infirmos impediverunt(Dobner IV. 63.).
Start letopisove cesti p. 4. Veleslavins hist. Kal. 215. Passio Prag. Jud. Kap. Arch. Prag.

Gottlieb Bondy: Zur Geschichte der Juden in Böhmen, Mähren und Schlesien von 906 bis 1620, HG: Gottlieb Bondy, Prag 1906; ebd. S. 82-84; Abschn. 171.
s.a.: "Geschichte der Judenverfolgung im Mittelalter/ Böhmisches Reich (bis 1400)#1389

In Spanien, Frankreich und in der Schweiz werden die Juden verfolgt

Kurze Zeit später beginnt eine Verfolgungswelle in Spanien. Die dortige katholische Kirche will 1391 eine Einheit von Kirche und Staat erzwingen. Katholische Prieser fordern die Juden auf, sich taufen zu lassen, sonst würde man sie töten. Am 6. Juni beginnt das blutige Gemetzel, welches sich drei Monate lang in Andalusien, in Toledo, und an der Küste von Valencia bis nach Barcelona hin verbreitet. Es bleibt den juden nur die Flucht.
[126][127]

Die durch Philipp IV., König von Frankreich, im Jahre 1306 vertriebenen die Juden aus seinem Land - sie wurden 1315 durch Ludwig X. zurückgeholt - werden 1394 wiederum vertreiben. Diesesmal ist es Karl IV. Erst im 15. Jahrhundert siedeln sich wieder Juden in Frankreich an.[126]

Um das Jahr 1400 verschlechterte sich die Lage der Juden in der Schweiz. Schikanen waren an der Tagesordnung. Juden wurde verboten, vor gericht gegen Christen auszusagen. Vielfach wurde ihnen Ritualmord[38] vorgeworfen. Dieses führte zur Vertreibung der Juden aus den Städten. In Diessenhofen, Schaffhausen und Winterthur kam es 1401 zu Judenpogromen:
Die Schikanen wurden häufiger, und das den Juden mancherorts auferlegte Verbot, vor Gericht gegen Christen auszusagen (Zürich 1404), bedeutete eine massive Einschränkung der Geschäftstätigkeit. Vorwürfe des Ritualmordes führten in vielen Städten zur Vertreibung oder Flucht der Juden und 1401 in Diessenhofen, Schaffhausen sowie Winterthur zu neuen Judenverfolgungen.[128]
In Diessenhofen hatte ein Knecht des Vogtes namens Zan den vierjährigen Sohn des Ratsherren Lory ermordet. Es ging das Gerücht um, dass der Mörder im Dienste eines Schaffhausener Juden, Michel Vivelmann, die Tat angestiftet hat. Vivelmann befand sich seit acht Tagen in Diessenhofen. Der Knecht gestand, dem Juden das Blut des Kindes versprochen zu haben. Nach einem kurzen Gerichtsverfahren wurde Zan gerädert. Vivelmann und alle Juden Dissenhofens wurden verbrannt. Die Schaffhausener Juden bekamen Kenntniss von den Vorgängen und flüchteten über den Rhein. Sie versuchten in einer Nachtwanderung nach dem Ort Stein zu gelangen. Die Verfolger holten sie ein, brachten sie nach Schaffhauen zurück und machten ihnen den Prozess. Vielmann hatte nämlich auf der Folter ausgesagt, er hätte auf Geheiss eines Juden namens Hirz den Mord begehen lassen. Unter den Qualen des peinlichen Verhörs (Folter) gab Hirz alles zu. Auch seine Genossen Matthias und Lemblin gabe die Anstiftung zu. Auf dem Weg zum Scheiterhaufen jedoch nahmen sie ihr Geständniss zurück und erklärten, daß sie nur durch die Folter gestanden hätten. Man glaubte ihnen nicht. So bezeichneten sie ihre Verurteilung als Justizmord, ihre Richter als Mörder und Bösewichte. Dennoch wurden sie verbrannt. [129]
Ab Mitte des 15. Jh. wurden die Juden, die vom Ende des 14. Jh. an nach und nach ihre Bedeutung als Geldverleiher verloren, aus praktisch allen Städten weggejagt; 1489 beschloss die Tagsatzung die Ausweisung aus der ganzen Eidgenossenschaft für das Jahr 1491.[128]

Der Talmud wird, wieder einmal, verboten - der Reformpapst Martin V. prangert Judenverfolgungen und -beschuldigungen an

Der Gegenpapst Benedikt XIII. erliess im Jahre 1415 in seiner Judenbulle das Verbot, den Talmud zu benutzen oder zu verbreiten. Nur päpstliche Judenmissionare waren von dem Verbot ausgenommen.[130][131][132][133]

Auch in Östereich wurden Juden verfolgt. 1420 wurde in Enns ein Hostienschändungsprozess angestrengt. 1421 wurden in Wien, wegen Hostiendiebstahls Juden verbrannt.[130]

Kurze Zeit später nimmt sich der Reformpapst Martin V. des Thema der Judenverfolgungen und -beschuldigungen an. Er weist, ähnlich wie sein Vorgänger, Papst Innozenz IV. , im Jahre 1247, Ritualmorde[38], Brunnenvergiftungen[40] usw. scharf zurück:

„Papst Martin V. weist in seiner Bulle darauf hin, dass die Christen den Juden mit Unrecht vorwerfen, dass sie Gift in die Brunnen werfen und ihre ungesäuerten Brote mit Menschenblut mischen. Jeder Christ solle die Juden mit menschlicher Milde behandeln. Wer gegen diese Bulle handeln würde, soll der Strafe der Excommunication verfallen. Rom, 20. Feb. 1422.
Diese Urkunde ist aus den Registerbüchern im Päpstl. Geheimarchiv zu Rom veröffentlicht in den Annalecta iuris Pontificii XII.
(Anm. des Hauptautors: Es folgt der Urkundentext in lateinischer Sprache, anschl. die deutsche Übersetzung als Fußnote:)
Martin Bischof dc. (wie bei Nro 28.). Nun haben wir kürzlich die Klagen einiger Juden erhalten, welche besagten, dass mehrere Prediger des Wortes Gottes sowohl von den Bettler- als von anderen Orden, in ihren Predigten zum Volke unter Anderem den Christen ausdrücklich gebieten, dass sie jeglichen Umgang mit den Juden fliehen und meiden, mit ihnen in keiner Weise eine Gemeinschaft haben, und nicht wagen, noch sich unterfangen sollten, für sie zu kochen, Feuer oder irgend etwas zur Arbeit ihnen zu reichen oder von ihnen zu nehmen, die Kinder der Juden zu säugen oder zu nähren; und die Zuwiderhandelnden seien allen Rechtens den schweren Urteilen der Excomunication und anderen Kirchenstrafen verfallen. Deshalb entstehen bis weilen unter ihnen und den Christen Streitigkeiten und Ärgernisse und es wird den Juden, welche, wenn sie milde und menschlich behandelt würden, vielleicht zum Christenglauben sich bekehrten, Anlass gegeben, in ihrem Unglauben zu verharren. Um zu bewirken, dass die genannten Juden sich loskaufen, um sie ihrer Güter und Habe berauben und steinigen zu können, erdichten bisweilen zahlreiche Christen Anlässe und Vorwände, und streuen in den Zeiten des häufigen Sterbens und anderer Calamitäten aus, dass die Juden Gift in die Brunnen geworfen und in ihre ungesäuerten Brode Menschenblut gemischt haben. Diese Verbrechen, welche ihnen so mit Unrecht vorgeworfen werden, streut man aus, um Menschen zu verderben. Aus diesen Anlässen werden die Völker gegen die Juden aufgereizt, tödten dieselben, suchen sie heim und quälen sie mit unterschiedlichen Verfolgungen und Bedrückungen. In Erwägung, dass es der christlichen Religion zukömmt, um so williger den Juden gegen ihre Verfolger und Bedrücker sichersten Schutz zu gewähren, je ausdrücklicher sie als Zeugniss für den wahren Glauben erhalten wurden, indem ihr Prophet bezeugt, dass ihre Überreste dereinst werden selig werden, verfügen wir, dass das Verbot der Prediger, wonach die Juden nicht mit Christen verkehren dürfen, und das Urteil der Excommunication keinerlei Gewicht habe, und verbieten euerer Bürgerschaft und zumal den Ortsbehörden und den Oberen der genannten Orden aufs strengste, zu gestatten, dass fernerhin Derartiges oder Aehnliches gegen die Juden beiderlei Geschlechts, wo immer dieselben in ihren Diöcesen, Staaten, Ländern und Orten wohnen, von irgend welchen geistlichen und weltlichen Predigern jeglichen Standes, Grades, Ordens, Glaubens oder Verhältnisses gepredigt werde, indem wir beachtet wissen wollen, dass jeder Christ die Juden mit menschlicher Milde behandle, ihnen nicht an ihrer Person oder an ihren Hab und Gut Unrecht, Belästigung oder Anfeindung anthue, sondern dass, wie ihnen ein wechselseitiger Verkehr mit den Christen gestattet ist, also auch ihnen erlaubt sei gegenseitig Vorteil von einander zu haben. Ferner gewähren wir den Juden aus besonderer Gnade, dass sie aller und jeglicher Privilegien, Gnaden, Freiheiten und Vergünstigungen, gleichwie durch welche Autorität, durch welche Personen oder in welcher Wortfassung sie ihnen eingeräumt wurden oder in Zukunft eingeräumt werden, die wir ihnen auch als gebührend erachten wollen, sich bedienen und erfreuen können, indem wir bestimmen, dass die Inquisitoren der ketzerischen Verderbtheit gegen die Juden, welche in geistlichen Dingen diesen Oberen, in weltlichen aber den Herren eben dieser weltlichen Behörden unterworfen sind, keinerlei Gerichts- oder Herrscher-Gewalt ausüben, nichts von ihnen fordern können, oder um ein Urteil auszuführen, sie zu beunruhigen und zu belästigen sich herausnehmen, sei es selbst oder durch einen anderen auf irgend eine Weise. Alle diejenigen aber, welche Vorstehendem irgendwie zuwiderhandeln, sollen eben dadurch der Strafe der Excommunication verfallen sein: jedoch wollen wir, dass nur denjenigen Juden die Sicherheit dieser Beschirmung zu teil werde, welche nichts zur Untergrabung des christlichen Glaubens vorzunehmen sich unterfangen haben. Da es schwierig erscheint, vorliegenden Brief einzeln auszustellen, wollen wir, dass eine Ausfertigung dieses Schreibens und vorerwähnter Privilegien, Gnaden, Freiheiten und Vergünstigungen von der Hand eines öffentlichen Schreibers in öffentliche Form gebracht und mit dessen Siegel übertragen und verschlossen werden darf. Wir wollen und verfügen, dass jeder Ausfertigung überall voller Glaube, wie dem Original-Schreiben geschenkt werden soll, ohne dass apostolische oder irgendwelche andere entgegengesetzte Verordnungen dem im Wege stehen. Somit soll es keinem einzigen Menschen gestattet sein, diese unsere Urkunde, enthaltend unser Verbot, unseren Willen, unser Zugeständnis, Gesetz und unsere Anordnung, zu verletzen oder mit frevelhaftem Mute ihm zuwiderzuhandeln; wer dies aber trotzdem zu versuchen sich herausnimmt, der soll erfahren, dass er der Ungnade des allmächtigen Gottes und seiner Apostel Petrus und Paulus verfallen wird. Gegeben in Rom zu St. Peter am 20. Februar im fünften Jahre unseres Pontificats. (1422).
(1873), p. 387. Eine zweite gleichlautende Urkunde von demselben Tage, die jedoch nur den zweiten Teil enthält, beginnend Martinas etc. Considerantes quod religioni convenit Christiane etc. wird von Raynaldus, Annales ecciesiastici zum Jahre 1422 nr. 38 mitgeteilt. Die ganze Urkunde befindet sich ferner als ein im Jahre 1464 angefertigtes Transsumpt im lateinischen und gleichzeitigen deutschen Text im Kgl. Bayrischen Allgemeinen Reichsarchiv zu München, Rubrik "Juden in Bayern 1464".
Die päpstlichen Bullen über die Blutbeschuldigung. 1893.

Gottlieb Bondy: Zur Geschichte der Juden in Böhmen, Mähren und Schlesien von 906 bis 1620, HG: Gottlieb Bondy, Prag 1906; ebd. S.95-98; Abschn. 211.
s.a.: "Geschichte der Judenverfolgung im Mittelalter/ Böhmisches Reich (bis 1600)#1422

In Köln, im böhmischen Eger und werden die Juden verbannt - Papst Nicolaus V. schreibt eine Bulle gegen die ungerechtfertigten Ritualmordvorwürfe

1425: werden Juden aus der Stadt Köln in die Umgegend vertrieben.[130]
Die beiden regierenden Bürgermeister der Stadt, Johannes von Heimbach und Heinrich von Hardevust fasten, gemeinsam mit dem Stadtrat den Beschluß, die Juden aus der Stadt auszuweisen. Der Kölner Erzbischof und die Kölner Juden sprachen beim deutschen Kaiser vor. Dieser schrieb Dekrete an die Stadt Köln. Der Kölner Magistrat jedoch kümmerte sich nicht um die Anweisungen des Kaisers.[134]

Ein Dokument, datiert auf den 3. Oktober 1430, weist die Vertreibung der Juden aus der böhmischen Stadt Eger[130] nach:

„König Sigmund befiehlt dem Bürgermeister, Rate und den Bürgern zu Eger, dass sie die Juden aus ihrer Stadt ausweisen, doch sollen sie ihnen behilflich sein, dass sie ihre Habe, Pfänder und Schulden bekommen, mit Ausnahme ihrer Häuser, Höfe, der Synagoge und des Judenfriedhofes, welche den Egerer Bürgern zum Nutzen verbleiben sollen. Aus der Synagoge sollen sie eine Kapelle Gott und der heiligen Jungfrau zum Lobe stiften. Der König erklärt ferner alle Freiheitsbriefe, welche die Egerer Juden von Kaisern und Königen besitzen, für ewige Zeiten für ungültig. Die Juden sollen dies bestätigen. 1430, 3. Oct.
(Anm. des Hauptautors: In der Folge zitiert Bondy die Urkunde von König Sigmund in deutscher Sprache.)
Dr. y. Simon, Urkundliches Mat. zur Geschichte der Egerer Judengemeinde. Braun, Monatsschrift für Gesell, des Judentums 44. rocnik.

Gottlieb Bondy: Zur Geschichte der Juden in Böhmen, Mähren und Schlesien von 906 bis 1620, HG: Gottlieb Bondy, Prag 1906; ebd. S.102ff.; Abschn. 220.
s.a.: "Geschichte der Judenverfolgung im Mittelalter/ Böhmisches Reich (bis 1600)#1430

1435 werden die Juden aus Speyer vertrieben.[135][136]

Am 5. November 1447 veröffentlicht Papst Nicolaus V. seine Bulle gegen die ungerechtfertigten Ritualmordvorwürfe gegenüber den Juden:[135]

„Papst Nicolaus V. tritt in seiner Bulle gegen die Blutbeschuldigung, Bedrückung und Verfolgung der Juden auf; er droht in dieser Urkunde, welcher er das Gewicht ewiger, unvergänglicher Giltigkeit beilegt, allen Priestern und Laien, welche die Blutbeschuldigung gegen die Juden erheben, mit der Strafe der Exkommunikation. Rom, 5. Nov. 1447.
(Anm. des Hauptautors: In der Folge zitiert Bondy die Urkunde in lateinischer Sprache, darauf folgend die deutsche Übersetzung:)
Deutsch: Nicolauis, Bischof, Diener der Diener des Herrn, befiehlt zum ewigen Gedächtnis. Obschon die Huld des päbstlichen Stuhles sammtlichen Gläubigen gnädig sein muss, umfasst sie dennoch aus besonderer Menschlichkeit auch den Stamm der Juden, welche einen geringeren Schutz der Gesetze haben, damit sie in ihren Beziehungen mit den Gläubigen Ruhe und Frieden finden und von unverdienten Bedrückungen verschont bleiben.
Vor Kurzem wurde uns im Namen aller in Spanien lebenden Juden geklagt, dass ungeachtet der Vorschriften der verschiedenen römischen Bischöfe, unserer Vorgänger, insbesondere des Papstes Nicolaus, welche festsetzten, dass sie kein Christ gegen ihren Willen zur Taufe zwingen soll, sondern wenn irgend Einer von ihnen frei, aus Uiberzeugung zum Christentume Zuflucht nahm, wenn sich sein Wille offen zeigte und er ohne viele Umstände Christ würde; soll kein Christ es wagen ihre Personen, ohne Urteil der Landesobrigkeit, zu verwunden, zu tödten, sie um Geld berauben oder die gute Freiheit, welche sie bisher in dem von ihnen bewohnten Ländergebieten hatten, zu verkürzen. Ausserdem soll Niemand sie bei der Feier ihrer Festtage durch Prügel oder Steine in irgend einer Weise stören. Niemand mit Gewalt von ihnen andere Dienste fordern als jene, welche sie schon in früheren Zeiten geleistet haben und es Niemand wagen den Friedhof der Juden zu verwüsten, oder unter dem Vorwande Geld zu suchen, Todte auszuscharren. Es wurde geklagt, dass überdies einzelne Christen dieses Landes, insbesondere niedrig Gestellte und niederer Denkende, welche durch Absichten und Ratschläge anderer Christen, insbesondere einzelner Ordenspriester verführt, zur Zeit christlicher Festtage, namentlich in der Passionswoche, in welcher die Juden die Türen ihrer Häuser und Wohnungen geschlossen haben und halten, diese stürmen, die Türen gewaltsam herausreissen, ihrer Synagogen sich bemächtigen und sie zerstören, einige von ihnen in Kirchen umwandeln und zu weltlichen Zwecken verwenden und in anderer Weise sie vernichten, und damit sie um so leichter diese Juden den Christen verhasster machen können, versuchten und versuchen sie die Christen zu überzeugen, dass die Juden einzelne Feiertage ohne die Leber und das Herz eines Christen nicht feiern können.
Deshalb wurde seitens der genannten Juden, welche behaupten, dass die angeführten Ursachen sehr oft die Verstümmelung der Glieder, Morde und andere Gefahren und Nachteile für das Leben und den Besitz zur Folge hatten und, wie es scheint, künftighin noch mehr haben werden, an uns die dringende Bitte gestellt, dass wir sie dagegen in entsprechender Weise in unserer apostolischen Güte gnädig zu beschützen geruhen mögen.
In Erwägung, dass es dem christlichen Glauben zusteht, den Juden um so bereitwilliger sicheren Schutz gegen ihre Verfolger und Bedrücker zu gewähren, je ausdrücklicher sie als Zeugnis des wahren Glaubens erhalten blieben, sind wir jenen Bitten ebenfalls geneigt, indem wir den Spuren der erwähnten Vorgänger folgen, und verbieten mit dieser ewigen, unveränderlichen Bestimmung auf das strengste allen gläubigen, geistlichen und weltlichen Christen, so wie den Vorgesetzten der Bettel- und anderer verschiedenen Orden, wie auch den Laien jener Länder, welchem immer Stande, Range, Orden oder Verhältnissen sie angehören, auch wenn sie mit erzbischöflichen, bischöflichen oder anderen kirchlichen oder weltlichen Würden ausgezeichnet wären, dass sie künftig weder selbst, noch durch andere, öffentlich oder geheim, indirekt oder direkt gegen diese Juden nichts derartiges unternehmen sollen, damit sie dieselben oder einen von ihnen, insofern es sich nun auf die Person oder den Besitz bezieht, nicht belästigen oder verleumden und dass sie die Juden ohne gerechte Schuld nicht tödten, verwunden und nicht beleidigen, gefangenehmen, sie an Samstagen und anderen Tagen, welche sie nach ihren Gewohnheiten und Gesetzen feiern, in der Beibehaltung und in der freien, unverkürzten Ausübung ihrer Ceremonien, Gesetze, Verordnungen nicht behindern, und dies unter keinem ausfindig gemachten Verwände nicht wagen oder sich unterfangen, sondern sich mit menschlicher Gütigkeit zu ihnen verhalten sollen. Wir befehlen Allen und jeder Ortsobrigkeit und den Aemtern der Städte, Länder und Orte aller Landstriche und ihren Beamten, dass sie alle Christen und einen Jeden, von welchem geistlichem oder weltlichem Range immer, die Minoriten, Cistercienser, Bettel- und anderer Orden, Mönche, sowie Laien in ihren Staaten, Diöcesen, Ländern und Orten, Freien und Nichtfreien, welche dem zuwider handeln, was hier gesagt wurde, und es wagen würden besagte Juden zu belästigen, zu beunruhigen oder zu bedrücken, künftig gegen die für sie giltigen Gesetze, in welcher Weise immer, die Vorgesetzen nämlich und ihre Beamten durch Androhung der Excomunication, die Aemter aber und ihre Beamten mit Geld- und anderen strengen Strafen, welche ihnen angemessen erscheinen werden, jedesmal, wenn dies nötig ist und wenn Jemand wegen der genannten Juden oder einem von ihnen gegenwärtig oder künftig untersucht wird, ermahnen und warnen, ihnen anweisen und befehlen, damit sie von ähnlichen Sachen ablassen und dem beschädigten Juden nach Mass ihrer Schuld oder Benachteiligung Ersatz leisten, und falls von Jemand anerkannt war, dass er den vorstehenden Befehlen und Verwarnungen sich entgegenstellt und sie verachtet, ihn diesen Strafen nach gerichtlichem Verfahren unterwerfen.
Diesem stehen nicht entgegen die allgemeinen Bestimmungen, Befehle, Privilegien, Verbote und besondere apostolische Urkunden wenn auch von ihnen im ganzen Umfange und vollem Wortlaute hier ganz und ausdrücklich Erwähnung gemacht werden sollte, und sollen für jene, welche sie missachten und für alle Anderen, welche dagegen handeln, keine Entschuldigung sein. Aber nur jene Juden sollen durch den Schutz dieser Urkunde beschirmt sein, welche für alle Zukunft ewige Macht haben soll, welche sie nicht missbrauchen und es nicht wagen. Etwas zur Untergrabung des christlichen Glaubens zu unternehmen. Deshalb soll keinem einzigen Menschen erlaubt sein diese unsere Anordnung und unseren Willen umfassende Urkunde nicht einzuhalten und mit gottloser Absicht gegen sie zu handeln. Wer es aber dennoch wagen sollte dies zu versuchen, wisse, dass er der Ungnade des allmächtigen Gottes und seiner Apostel Peter und Paul verfällt.
Gegeben in Rom bei Set. Peter im Jahre der Geburt des Herrn 1447 am 5. November im ersten Jahre unseres Pontifikates.
(Anm. des Hauptautors: Bondy erläutert nun seine Quelle:)
Diese Bulle d. d. Romae IV. non. Novembr. MCCCCXLVII. (5. November 1447) befindet sich im Papstlichen Geheimarchiv zu Rom Reg. 385. Fol. 255 b.—256 b. Den Satz: "ut facilius Judeos ipsos — dietim presumunt" wird mitgeteilt von F. Kayer in "Archiv für katholisches Kirchenrecht" Bd. 53. (1885). S 210.
Israelitische Monatsschrift. Wissenschaftliche Beilage zur "Jüdische Presse" No 22, 1893.

Gottlieb Bondy: Zur Geschichte der Juden in Böhmen, Mähren und Schlesien von 906 bis 1620, HG: Gottlieb Bondy, Prag 1906; ebd. S.116ff.; Abschn. 232.
s.a.: "Geschichte der Judenverfolgung im Mittelalter/ Böhmisches Reich (bis 1600)#1447

1450 - 1600


Der Judeninquisitor Johannes von Capestrano beschuldigt Breslauer Juden der Hiostienschändung - Genf wird "Judenfrei" gemacht

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Der Franziskanermönch Johannes von Capestrano, ein von Papst Nikolaus V. ernannter Judeninquisitor[137] und Wanderprediger beschuldigt im Jahre 1453 die Breslauer Juden der Hostienschändung. Kurz darauf werden 41 Juden auf dem Scheiterhaufen verbrannt.[138] 1455 werden die restlichen Juden (über 300[139]) aus der Stadt getrieben.[140][141]. Auch Gottlieb Bondy berichtet in seiner Geschichte der Juden in Böhmen, Mähren und Schlesien darüber.[142][143]

Gegen die in einem Genfer Ghetto lebenden Juden wird Ostern 1461 von einem Prediger gehetzt. Er forderte die Christen auf, die Juden zu verprügeln, wenn sie sich auf der Straße zeigen sollten. Daraufhin griff in der Nacht des 6. April ein christlicher Mob die Juden an plünderter die Häuser.[144]
Der Genfer Stadtrat beschloss einige Jahre später, am 30. November 1490, jenen Prostituierten, die im Bordellquartier keinen Platz fanden, das jüdische Ghetto als Wohngebiet zuzuteilen. Die Juden wurden aus der Stadt gewiesen.[145]

"Simon von Trient": Eine Ritualmordanklage in Italien - Erst 1965 wird der "Irrtum" korrigiert

In Italien wurde die Ritualmordanklage über des Tod des dreijährigen Simon Unverdorben, später "Simon von Trient" genannt, bekannt. Am Ostersonntang des Jahres 1475, am 23.März, wurde in einem Bach im norditalienischen Trient ein zwei- (nach anderen Quellen ein drei-) jähriger Junge tot aufgefunden.[146][147][148]

„Im Jahre 1475, am Gründonnerstage (23. März), also kurz vor der für die Juden so oft schon verhängnisvollen Osterzeit, verschwand in Trient das etwa dreijährige Kind Simon des Schuhflickers oder Gerbers Andreas Unverdorben.Es wirkte damals in Trient als Guardian des dortigen Franziskanerklosters Bernardinus von Feltre, der, wie sein Ordensbruder Johannes Capistrano, mit glühendem Hasse gegen die Juden predigte, so dass ihm Herzog Galeazzo von Mailand das Predigen in meinem Gebiete untersagte und ihm in Florenz der Aufenthalt verboten wurde. Das friedliche Zusammenleben der Christen und Juden in Trient war diesem Mönch ein Dorn im Auge, und im Jahre 1475 benutzte er die Fastenpredigten, um gegen die Juden zu hetzen. Als ein solches Auftreten selbst bei einzelnen Christen Aegernis erregte und diese dem Mönch bemerkten, er tue den Juden unrecht, sie seien, wenn sie auch nicht den wahren Glauben hätten, doch gute Menschen, da rief er öffentlich auf der Kanzel aus:
"Ach, wüsstet Ihr, welches Unheil diese Euere vermeintlichen Freunde gegen Euch sinnen. Ich sage Euch, dieses Passahfest des Herrn wird nicht vorübergehen, bevor sie Euch einen schlagenden Beweis ihrer Herzensgute werden geliefert haben."
So sprach der geistliche Redner wohlgemerkt vier Wochen vor dem Osterfeste und vor dem verhängnisvollen Verschwinden des Knaben. Kaum war dieses Verschwinden ruchbar geworden, als, wie erklärlich, dieser Mönch den Verdacht sofort auf die Juden lenkte. Zur Seite stand ihm ein gewisser Schweizer Johannes oder Zanesus, der Nachbar des reichsten Juden von Trient namens Samuel. Er hatte mit Samuel einen langwierigen Prozess geführt, und das Unglück wollte es, dass er ihn verlor. Nun lenkte er die Nachforschungen sogleich in das Haus seines einstigen Prozessgegners. Zu diesen Hetzern gesellten sich noch einige andere Judenfeinde, sowie die Kinder auf der Gasse, aus deren Munde, wie eine christliche Quelle über den Vorgang sagt, ja oft der heilige Geist spricht, sie alle erklärten, das Kind müsse bei den Juden gesucht werden. Nach langen, auch im Hause des Juden Samuel vorgenommenen Nachforschungen nach dem vermissten Söhnchen rief Andreas Unverdorben die Intervention des Bischofs Johann Hinderbach von Trient an. Auf des Bischofs Anordnung Hess der Prätor Johann de Salis den Fall öffentlich ausrufen, es erfolgten wiederholte Hausdurchsuchungen bei den Juden, alles ohne Ergebnis. In der Nacht zum Ostersonntag (26. März) meldete der auch,bei den Christen sehr beliebte jüdische Arzt Tobias zunächst allein, später in Begleitung der Juden Angelus und Samuel in der Residenz des Bischofs, dass in dem unter dem Hause des Samuels fliessenden Bach der Leichnam eines Kindes gefunden worden sei. Die Leute wurden von dem Bischof nicht vorgelassen. Hingegen erschien noch in derselben Nacht der Prätor de Salis mit dem Kapitän Jakob Sporo und anderen in dem bezeichneten Hause, wo die Juden Samuel, Angelus, Tobias, Israel und Bonaventura anwesend waren, sie besahen den toten Körper, fanden daran zahlreiche Wunden und blaue Flecken und liessen die fünf ge- nannten Juden, ferner Joaff und Bonaventura, den Koch, noch in derselben Nacht verhaften. Am 27. März wurde die Totenbeschau vorgenommen und die drei vom Prätor beigezogenen christlichen Aerzte erklärten, das Kind sei nicht ertrunken, sondern getötet worden, denn der Körper sei nicht aufgedunsen, es fliesse Blut aus den Wunden, wie wenn er noch lebte, und die Glieder seien beweglich. Schon beim Anblick der Leiche rief der Bischof aus :
"Dieses Verbrechen kann nur ein Feind des christlichen Glaubens begangen haben."
Er schwor, diesen Frevel zu rächen. Als nun, so heisst es in den Akten von denen eine sehr wichtige Kopie auch in der Wiener Hofbibliothek zu finden ist, als nun jene verhafteten Juden - es waren die reichsten Trients - an den Leichnam herantraten und da die Wunden zu bluten begannen, was, wie die Erfahrung lehrt (experimentia compertumest) jedesmal geschieht, wenn der Mörder seinem Opfer naht, so war auf das Klarste erwiesen, dass die Juden die Schuldigen seien. Zum üeberfluss befand sich damals im Gefängnis zu Trient seit Jahren ein getaufter jüdischer Verbrecher, Johann de Peltre. Ihn befragte man über die Gebräuche derJuden an ihrem Pesachfeste. Und da der Wicht, wenn den Herren gefällig, auf seine Enthaftung rechnen durfte, erklärte er, die Juden gebrauchten zur Bereitung des ungesäuerten Brotes und zur Beimischung zum Osterwein das Blut eines Christenkindes unter Verwünschungen gegen das Christentum und seinen Stifter. Daraufhin wurden noch zehn andere Juden inhaftiert. Und genau nach dieser Aussage des getauften Juden wurden später den Unglücklichen auf der Folter die „Geständnisse" erpresst.
Am 28. März begann das peinliche Verhör der armen Verhafteten. Sämtliche Inquisiten beteuerten ihre. Unschuld mit aller Entschiedenheit und bezeichneten als den Täter jenen in ihrer Nachbarschaft wohnenden Schweizer Johannes, der sofort die Juden beschuldigt hatte, und einen Schneider Enzelin. Diese beiden hätten das Kind getötet und in das Haus Samuels gebracht. Der Schweizer Johannes und sein Weib Dorothea wurden eingezogen und verhört. Die Protokolle vom 28. und 31. März besagen, dass Johannes sein Alibi am 23. März, also dem Tag, an welchem das Kind Simon vermisst wurde, nachwies und dass er, dies gab den Ausschlag, auf wunderbare Weise aus dem Kerker befreit wurde.
Man wandte nun das beliebte Mittel an, um jüdische Inquisiten geständig zu machen. Sie wurden auf die Folter gespannt. Gerne hätte ich Ihnen die Schilderung der grausigen Details dieser Folterungen erspart. Allein angesichts der Tatsache, dass die späteren auf Grund dieser Folterungen erfolgten Depositionen dieser Unglücklichen, ihre sogenannten Geständnisse, als einzige Unterlage für die Verurteilung gedient haben und heute noch fortwährend gegen die Juden angerufen werden, kann ich Sie leider mit der Schilderung nicht ganz verschonen.
Die Armen wurden durch fünfzehn Tage hintereinander mit einer selbst in den blutgetränkten Annalen des mittelalterlichen Kriminalverfahrens unerhörten Grausamkeit gefoltert. Wir berichten nur nach den vom Bischof später zu seiner eigenen Rechtfertigung an den Papst auf dessen Aufforderung gesandten, also dementsprechend präparierten Akten. Am 30. März wurde Samuel zum erstenmal "verhört", er wurde zum Schluss ins Gefängnis zurückgeführt (animum repetendi), "um sich zu erholen", was in der Gerichtssprache jener Zeit bedeutet, dass er vor Schmerzen ohnmächtig geworden. Am folgenden Tage (31. März) wird Samuel entkleidet, an Händen und Füssen gebunden und an einem Seil hochgezogen, nach dem bekannten Verfahren der Strickfolter. Da er noch immer seine und der anderen Juden Unschuld beteuert, erhält er una cavaleta, einen "Sprung", d. h., man lässt ihn schnell niederfallen, um ihn ebenso schnell wieder hochzuziehen, dann lässt man ihn an dem Seil mehreremale auf- und niederschnellen. Eine Ohnmacht verhinderte vorläufig die Fortsetzung der Tortur.
Am 3. April werden alle bisher angewandten Grade der Folter wiederholt und, da Samuel auch da noch für seine Unschuld und die der übrigen Gefangenen sich verbürgen will, lässt man ihn zweimal aus doppelter Armhöhe auf- und niederschnellen. Der Unglückliche ruft:
"Herr Podesta, wo habt Ihr je gehört; dass wir Christenblut brauchten?"
Der Prätor antwortet:
"Von Juden, von deinesgleichen."
Der Bischof hatte nämlich, das wissen wir aus zuverlässigen Quellen, eigens für diesen Prozess sich Protokolle ähnlicher Prozesse kommen lassen, und die dort gebuchten Aussagen gefolterter Juden wollte man nun den Opfern von Trient erpressen; so wucherte die Saat des Drachengiftes von einem Prozess zum anderen fort. Samuel zeigte sich diesmal weit wider- standsfähiger. Die Prozedur des Wippens Hess er noch zweimal in verstärktem Masse über sich ergehen, zwei bis drei Stunden liess man ihn darauf in der Luft schwebend hängen. Da erst übermannte ihn eine Ohnmacht.
Der vierte Folterungstag, der 7. April, wiederholt abermals zunächst alle früheren Grade, und da Samuel nicht nur jede Schuld bestreitet, sondern ausruft:
"Wenn ich gestehen würde, eine Untat begangen zu haben, so würde ich lügen!"
, so bindet man, während er in der Luft schwebt, an sein rechtes Bein einen schweren Holzpflock und hält ihm eine Pfanne mit brennendem Schwefel vors Gesicht, wodurch ihm der Atem benommen wird. Doch der Inquisit bleibt standhaft, übermenschliche Kraft scheint in diesem von Martern entstellten Leib zu wohnen. Da greift man denn wieder zur Prozedur des Auf- und Niederschnellens und nun, nun endlich, dem Wahnsinn nahe, gesteht der Arme, er gesteht, dass er und Tobias, wie es in den Akten heisst, ein Schweisstüchlein um den Hals des Knaben gelegt und es zusammengezogen und so das Kind erdrosselt hätten. Mehr als dieses sogeheissene Geständnis, welches der Anklage auf Blutentziehung doch geradezu widerspricht, war aus Samuel nicht zu erpressen. Ueber die Art, wie man dem Knaben die Wunden beigebracht, erklärte er, nichts zu wissen.
In der "Vernehmung" Samuels tritt nun bis Juni eine Pause ein. In diesen zwei Monaten hatte man Zeit, auf Grund der den anderen Opfern erpressten "Geständnisse" eine neue Grundlage für die weitere Inquirierung Samuels zu erdichten. Am 6. Juni wird Samuel, laut den Protokollen, ohnmächtig, sonst hören wir nichts, ein Beweis, dass er trotz der furchtbarsten Qualen sein "Geständnis" vom 7. April widerrufen haben muss, wie er es am 7. Juni getan hat. Das Protokoll des Notars hierüber lautet: Mittwoch, den 7. Juni, in der Folterkammer. Aufgefordert, die Wahrheit zu sagen, da er ja, was alle seine Genossen bereits gestanden, nicht zu verheimlichen brauche, antwortet Samuel, dass jene, wenn sie etwas gestanden, nicht die Wahrheit gesagt haben. Da dem Herrn Prätor von irgend einer Seite gesagt worden war, dass das Trinken von Weihwasser Bösewichter, die nicht gestehen wollen, zum Geständnis bringe, gab er dem Samuel einen Löffel solchen Wassers ein. Nun von neuem aufgefordert, die Wahrheit zu sagen, erklärte Samuel: er habe sie gesagt. Hierauf nahm man zwei kochend heisse Eier und legte sie, so wie sie waren, dem Samuel unter die Achselhöhlen, und zwar je ein Ei unter jede Achsel. Nunmehr aufgefordert, die Wahrheit zu sagen, erklärte er, er wolle sie sagen; er wünsche aber, dass nur der erlauchte Herr Stadtkapitän und der erlauchte Herr Stadtprätor bei seinem Geständniss zugegen seien. Sodann hiessen der Kapitän und der Präfekt alle Anwesenden die Folterkammer verlassen, und nun erklärte Samuel, wie der Herr Kapitän mir dem Notar nachher berichtet hat, "er wolle die Wahrheit sagen unter der Bedingung, dass der Kapitän und der Präfekt ihm versprächen, ihn verbrennen und nicht eines anderen Todes sterben zu lassen." Dieser Ausschluss der Oeffentlichkeit war offenbar ein Trick, ein Akt blutgieriger Willkür. Denn Samuel, der, nun seit zweieinhalb Monaten unsagbar gemartert, den einzigen Wunsch hegt, lebendig verbrannt zu werden, Samuel erklärt vor den in die Folterkammer zurückgerufenen Beisitzern nur, er wolle die Wahrheit sagen. Anstatt ihn nun zu verhören, vielmehr sein Geständnis, das er doch angeblich in Gegenwart der Beiden abgelegt hat, wiederholen zu lassen, bringt man ihn in das Haus des Stadtkapitäns. Dort soll Samuel, auf einer Art Katheder sitzend, alles gestanden haben. Was muss sich dort, den Augen anderer Zeugen entzogen, abgespielt haben, wenn dieser Märtyrer der Wahrheit alles bestätigt haben soll, was seine Peiniger ihm in den Mund legten. Am 21. Juni ward der Arme endlich durch den Flammentod von seinen Leiden erlöst.
Ganz ähnlich erging es den anderen Gefangenen. Ein 80jähriger Greis, Moses, leugnete nach all den Qualen noch am 8. Juni hartnäckig, erst am 10. Juni gestand auch er alles, was man von ihm verlangte. Am 19. Juni wurde er im Kerker tot aufgefunden, sei es, so sagen die Akten, dass ihm Freunde Gift geliefert oder infolge der Folterqualen oder dass er sich selbst entleibt. Sein Leichnam wurde verbrannt. Am 21. und 22. Juni starben sechs andere Juden auf dem Scheiterhaufen. So lesen wir in den Protokollen, die bereits zu Gunsten der Henker gefärbt sind. Wie mag nun erst die Wirklichkeit sich dargestellt haben! Und alle diese Verurteilungen erfolgten auf Grund von "Geständnissen", welche die Unglücklichen auf der Folter "abgelegt" haben sollen.
Die Vorgänge in Trient hatten naturgemäss ein ungeheures Aufsehen hervorgerufen. Ueberall wurden die Juden auf das Ernsteste bedroht.“

Vortrag von Dr. Max Grunwald: gehalten am 26. März im "Zentralverein Deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" in Berlin W. und am 2. Mai 1906 in der General Versammlung des „Vereines zur Abwehr des Antisemitismus" in Wien. Druckschrift: Verlag von. Calvary & Gomp. in- Berlin NW./ Druck: Wien 1906; ebd. S. 9 ff.

Wenige Wochen später stellte der päpstliche Kommissar, der Bischof von Ventimiglia, eine Untersuchung an. Er kam zu dem Schluß, daß die Geständnisse der Juden nur durch die grausamen Foltern erzwungen wurden. Der wahre Mörder sei der Schweizer Johannes oder Zanesus. Zanesus gesteht sein Verbrechen. Die verbrannten Juden werden freigesprochen. Drei Jahre später, man sprach in der Öffentlichkeit immer noch darüber erklärte Papst Sixtus IV. am 30. Juni 1478 in einer Bulle den Prozess gegen die Juden in Trient als ordnungsmässig geführt. Gleichzeitig betonte er aber, dass kein Christ ohne Urteil der weltlichen Gewalt es wage, einen Juden zu töten oder in Ausübung seiner Riten zu stören.[149]

Im Laufe der Jahre entstand um den kindlichen Leichman des Simon ein Kult. Papst Sixtus V. bestätigte 1588 den Kult für Simon. 1965 machte eine päpstliche Kommission die Seligsprechung des Heiligen Simon rückgängig und stellte fest, dass die Trienter Juden einem Justizirrtum zum Opfer gefallen waren, im neuen römischen Martyrologium von 2001 ist Simon nicht mehr verzeichnet.[150][151]

Das spanische Königshaus instrumentalisiert die Judeninquisition - Der "Hexenhammer"

In Spanien drängten die katholischen Könige Isabella von Kastilien und Ferdinand von Aragon Papst Papst Sixtus IV. dazu, eine Spanische Inquisition[152] einzurichten.
1478 beauftragte der Papst Dominikanermönche in Spanien mit dem Aufspüren und verfolgen von Ketzern. Ein besonderes Augenmerk wurde hierbei auf Juden und Muslime gesetzt.[153]
Das Werkzeug der Inquisition war in der Religionspolitik des späten Mittelalters darauf gerichtet, die Rückkehr der christlichen Täuflinge (viele waren "Zwangsgetauft") zu ihrem ursprünglichen Glauben zu unterbinden.[154]
Im Jahre 1478 hat Papst Sixtus IV. auf Betreiben der katholischen Könige Isabella von Kastilien und Ferdinand von Aragon die Einrichtung einer Inquisition in Spanien genehmigt. Sie ähnelte anfangs dem Verfahren der mittelalterlichen Inquisition. Wieder waren es Dominikaner, die mit dem Aufspüren von Ketzern beauftragt wurden. Diesmal waren es Juden und Muslime, die sich vor der Inquisition verantworten mussten. Im Laufe der kommenden Jahre wird die Inquisition in Spanien immer mehr vom Königshaus kontrolliert. An der Spitze stand ein vom König vorgeschlagener und formell vom Papst ernannter Kardinal. Der Machtbereich erstreckte sich über das heutige Spanien, die Inseln Sizilien und Sardinien sowie die Kolonien in Amerika.[153]

Ein Buch verbreitet ab 1487 Angst und Schrecken. Der von Heinrich Kramer (Henricus Institoris, geb. 1430, gest. 1505), einem Dominikanermönch, verfasste "Hexenhammer" ("Malleus Maleficarum")[155], er erlebte zwischen 1487 und 1609 29 Überarbeitungen, wird Grundlage in der durch die katholische Kirche betriebene Inquisition. Auch in Deutschland wurden mit Hilfe des "Hexenhammers" die Religionsverfolgungen der Juden gerechtfertigt. Nur in Italien selbst war es etwas ruhiger. man entdeckte das antike philospphische Erbe wieder. Es kam zu toleranten Begegnungen zwischen gebildeten jüdischen und christlichen Humanisten.[156]

1492 wird, aufgrund der vom spanischen Königshaus kontrollierten Inquisition die Juden vertrieben. Wer blieb, musste sich Zwangstaufen lassen. Aber auch dann waren sie keine vollgültigen Mitglieder der Kirche. Sie wurden von der christlichen Mehrheit als "marranos", "Schweine", verspottet. Viele Juden wurden nach theologischen Scheindebatten und Schauprozessen auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Unter dem Großinquisitor Tomas de Torquemada erreichte die Hetze gegen die spanischen Juden ihren Höhepunkt. Er behauptete, daß ausschließlich nur reinblütige Spanier ohne jüdische oder maurische Vorfahren als vertrauenswürdig gelten. Zum ersten Mal wurde damit die Feindschaft gegenüber den Juden von der bisherigen religiösen Begründung gelöst und mit der Abstammung gerechtfertigt.[157] Der Beginn des Rassismus, so, wie er besonders in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts von der deutschen Diktatur der Nationalsozialisten unter Adolf Hitler gegen die Juden und andere gesellschaftliche Randgruppen umgesetzt wurde.
Nach der Massenvertreibung verfolgte die spanische Inquisition die im Land gebliebenen zum Chrsitentum konvertierten ehemaligen Juden, welche ihre ursprüngliche Religion entweder angeblich oder tatsächlich und heimlich weiterhin ausübten.[157] Ähnlich wie den spanischen Juden erging es auch den Juden in Portugal.[158] Viele Juden wanderten nach den Niederlanden aus. Besonders Amsterdam wurde so ein Zentrum des Zentren jüdisch-sephardischen[159] Lebens.[160]

Vertreibung der Juden aus Ulm und Nürnberg - Johannes Pfefferkorn beschlagnahmt hebräische Bücher in Frankfurt

Auch im späteren Deutschland wird Judenhetze betrieben. 1499 werden die Ulmer und Nürnberger Juden aus ihren Heimatstädten vertreiben.[161][162]

„Im Jahr 1498, am 21. Juli, erließ Kaiser Maximilian von Freiburg i.B. aus, die berühmte Urkunde, die den Nürnbergern erlaubte, die Juden auszubieten. In derselben wird diese Maßregel begründet dadruch, daß die Juden ihre "anzahl merklich gemehrt und übergangen," viel Wucherhandel getrieben, wodurch viele von "ihren Nahrungen, häußlichen Ehren und Wohnungen gedrungen (gedrängt)" werden, daß sie ferner unlauteren Personen Vorschub und Aufenthalt gewährten, daraus Diebstahl u.s.w. folgte.
Häuser, Synagoge und andere liegende Gründe wurden dem Reichsschultheißen Wolfgang von Parßberg abzutreten befohlen. Am 5. Juli bereits erschien derselbe Befehl in verkleinerter Form an den Reichsschultheißen Wolfgang von Parßberg mit dem Bemerken, das liegende Vermögen einstweilen als kaiserliches Kammergut einzuziehen. Zwei tage darauf wurde dem Rahe geboten, dem v. Parßberg dazu den nötigen Beistand zu leisten. Vom 26. Juli existieren zwei kaiserliche Urkunden, deren eine den Verkauf der gesammten Judenhäuser um 8000 Gulden an die Stadt bescheinigt, und deren zweite dem Reichsschultheißen befiehlt, solche an die Stadt abzutreten.“

Hugo Barbeck: Geschichte der Juden in Nürnberg und Fürth; Nürnberg 1878; ebd. S. 31

Barbeck berichtet über eine Anmerkung eines Nürnberger Christen:

„Recht gut hatten es die in Nürnberg angesessene Juden. Sie wurden darum übermüthig und unbändig. Der übermäßige Wucher, welchen sie getrieben, der unersättliche Geiz, dem Sie sich ergeben; die beständige und frevelhafte Religion-Verspottung und Verlästerung; die tägliche Vermehrung über die Zahl worauf sie gefreyet waren machte endlich den Rath und Burgerschaft verdrüßlich, solche böse Gäste und saugende Blut-Egel, zum Schaden der Commercien, länger bei sich zu beherbergen.“

Hugo Barbeck: Geschichte der Juden in Nürnberg und Fürth; Nürnberg 1878; ebd. S. 32

Als Tag der Ausweisung wurde der 6. November 1498 festgelegt. Dieser wurde, auf "demüthiges" Bitten der Juden zweimal bis 1499 verlängert. Beim Auszug der Juden aus der Stadt, so berichtet Hugo Barbeck weiter, mußten die Juden durch bewaffnete Stadtsoldaten vor den Ausschreitungen des Pöbels geschützt werden. Die meisten Juden fanden später eine neue Heimat im Frankfurter Ghetto. Einige sollen nach Prag weitergezogen sein.[163]

In Frankfurt wird um das Jahr 1510 durch einen zum Christentum konvertierten Juden, Johannes Pfefferkorn, die hebräisch sprachigen Schriften und Bücher beschlagnahmt.[164][165]
Bereits im September des Vorjahres sprach Pfefferkorn bei dem Frankfurter Rat vor und verwies auf eine Urkunde Kaiser Maximilians. Maximilian fordert darin den Rat auf, Pfefferkorn bei der Beschlagnaghme aller hebräischen Bücher zu unterstützen. Hervorgehoben ist darin der Talmud, welcher Lästerungen des christlichen Glaubens enthalten soll. Pfefferkorn betrat daraufhin in Begleitung einiger Ratsherren das jüdische Ghetto und begann in der Synagoge mit der Konfiszierung der hebräischen Bücher. Durch eine schnelle Intervention der jüdischen Bürger Frankfurts beim Erzbischof von Mainz gelang es, die Aktion abzubrechen. Jonathan Zion, der Vorsänger der jüdischen Gemeinde, wurde als Gesandter nach Oberitalien zum Kaiser geschickt, um die Bücher zurückzuholen und die Beschlagnahme zu stoppen. Leider waren seine Bemühungen erfolglos, so dass Johannes Pfefferkorn im April 1510 über 1000 Bücher in der Judengasse beschlagnahmen konnte. Ein Ausweg tat sich den Frankfurter Juden jedoch auf: Der Herzog von Braunschweig-Kalenberg hatte sichverschuldet und seinen Schmuck bei den Frankfurter Juden versetzt. Der Herzog bat nun den Kaiser Maximilian um Hilfe. Maximilian bot den Frankfurter Juden als Gegenleistung für eine Verlängerung der Pfandfrist die Rückgabe ihrer Bücher an. Johannes Pfefferkorn jedoch erreichte, dass trotz der Rückgabe der Bücher wenigstens fünf Gutachten zur grundsätzlichen Klärung seiner Vorwürfe eingeholt werden sollten. Hiermit wurde Johannes Reuchlin, einer der wenigen deutschen Theologen, die hebräisch lesen konnte, beauftragt. Reuchlin war jedoch, hauptsächlich aus juristischen Gründen, gegen die Beschlagnahme. Dadurch wurde Johannes Pfefferkorn povoziert. Es begann ein jahrelanger Streit.[166][167][168]

38 Juden sterben in Berlin auf dem Scheiterhaufen

Am 19. Juli 1510 starben 38 Juden den Feuertod in Berlin – wegen einer angeblichen Hostienschändung[39]:
Im Juni 1510 stiehlt ein christlicher Hausierer aus einer Dorfkirche eine goldene Monstranz mit zwei Hostien. Er wird verhaftet und gesteht unter der Folter, eine dieser Hostien an einen Juden namens Salomon von Spandau verkauft zu haben. Salomon wird ebenfalls verhaftet und gefoltert. Er sagt daraufhin aus, dass er die Hostie als den Leib Christi angesehen hat. Er hat die Hostie "lästerlich geflucht und zerstochen". Es folgt eine Hetzjagd auf Juden in Stendal, Osterburg, Nauen, Perleberg und in dem Rest der Mark Brandenburg. 38 Juden werden auf einem dreistöckigen Scheiterhaufen nahe der damaligen Georgenkirche beim heutigen Alexanderplatz in Berlin verbrannt. Alle anderen juden werden vertrieben.[169][164][170]
Viele Jahre später, 1539, verteidigt Phillip Melanchton auf dem Ständetag in Frankfurt posthum die Unschuld der 38 Juden.[171]

Der Reformator Martin Luther will die Juden für den neuen Glauben "gewinnen" - Im Laufe der Zeit wandelt sich seine Meinung: Er wird zum "Judenhasser".

Das 16. Jahrhundert in Deutschland ist überwiegend gekennzeichnet von der Reformation des Martin Luthers. Wie bereits erwähnt, wurden Juden in fast ganz Europa seit Jahrhunderten diskriminiert. Sie mussten in eigenen Stadteilen, den Ghettos, leben. Der jeweilige Landesherr konnte spezielle Judensteuern erheben oder auch "seine" Juden ausweisen.[172] In seinen jungen Jahren jedoch war Luther, im Vergleich zur Haltung der Kirche, gegenüber den juden gemässigter. Dieses zeigt sich besonders in der 1523 erschienenen Schrift "Daß Jesus Christus ein geborener Jude sei". Hier reagiert Luther auf den Vorwurf der Kirche, er habe die Jungfrauengeburt geleugnet.[173][174] Luther führte weiter aus, daß Juden und Jüdinnen Blutsfreunde Jesu Christi sind und von den Christen Respekt verdienen.[175] Er wollte erreichen, dass sich die Juden zu dem Glauben bekennen, zu dem er selbst nach jahrelanger Suche gekommen ist.[172] Er beklagte, dass die Kirche die Juden mit Zwangstaufen verfolgt hat. Nur allein das Wort Gottes, so glaubte Luther, könnte die Juden überzeugen. Man müsse anerkennen, dass Israel Gottes erwähltes Volk sei. Gott hat Israel besondere Privilegien verliehen.[173][176]
Bereits drei Jahre später, 1526 (die Abspaltung der "lutherischen" von der päpstlichen Kirche war so gut wie abgeschlossen) erkannte Luther, dass die juden seine Lehre nicht annahmen. Ganz im Gegenteil: Er erfuhr, daß einige Christen zum Judentum konvertiert waren. Seine Meinung gegenüber den Juden wandelte sich: "Blindheit, Verstockung und Verfluchung aller Juden" war das, was er nun öffentlich verbreitete.[177] Je älter Luther wurde, desto größe wurde seine feindliche Haltung gegenüber den Juden. Im Sommer 1532 äußerte er sich noch dahingehend, daß die "evangelischen" taufwillige Juden in ihre Gemeinden aufnehmen sollten. Wenige Monate später wollte er den nächsten juden mit einem Stein in der Elbe "taufen".[178]
1536 möchte Luther alle Juden vertreiben. Zwei Jahre später veröffentlicht er seine Schrift "Brief wider die Sabbather an einen guten Freund", gerichtet an einen Grafen aus Nordböhmen, der ihn über angebliche Erfolge jüdischer Propaganda im böhmisch-mährischen Raum berichtet hatte. Luther begründet darin seine Überzeugung gegenüber den Juden, daß sie vor damals 1500 Jahren „Jesus Christus, in dem der von Jeremias verheißene Gnadenbund erfüllt worden sei, nicht erkannt und damit auch diesen Gnadenbund nicht angenommen hätten, und daß sie durch ihren Unglauben Gott Lügen straften“. [179]

Papst Paul III. stellt sich gegen den Ritualmordwahn

1540 stellt sich Papst Paul III., wie sein Vorgänger, Papst Nicolaus V. am 5. November 1447, gegen den Ritualmordwahn[38][180]:

„Päpstliche Bulle Paul III. gegen die Verdächtigung, welche die Feinde der Juden aus Hass und Neid, wahrscheinlich von Habsucht geblendet, ihnen fälschlich andichten, dass sie kleine Kinder umbringen und ihr Blut trinken. Der Papst bestätigt die Privilegien, welche den Juden von seinen Vorgängern, namentlich vom Martin V. verliehen wurden und befiehlt den Bischöfen den Juden beizustehen und nicht zu erlauben, dass sie bedrängt werden.
Rom, 12. Mai 1540.
(Anm. des Hauptautors: In der Folge zitiert Bondy die Urkunde in lateinischer Sprache, anschließend folgt die Übersetzung in deutscher Sprache als Fußnote Nr. 62:)
Deutsch: Papst Paul III. entbietet allen Bischöfen der Königreiche Ungarn Böhmen und Polen, sowie den übrigen Personen besagter Königreiche, welche eine kirchliche Würde bekleiden, Gruss und apostolischen Segen. Obschon die Juden welche die allerheiligste allgemeine Kirche in den verschiedenen Teilen der Welt zum Zeugnis unseres Glaubens duldet, lieber in ihrer Hartnäckigkeit und Blindheit und in ihrem Unglauben verharren, als die Worte der Propheten und die Geheimnisse der heiligen Schrift erkennen, den besagten Glauben annehmen und für das Heil ihrer Seele sorgen wollen, so dürfen wir dennoch, da sie in ihren Nöten unsern Schutz und unsere Gnade anrufen, ihnen die Liebe christlicher Sanftmut nicht verweigern, damit sie, von einer gleichen Liebe geleitet, ihre Irrtümer erkennen und durch die Gnade von oben erleuchtet, endlich zu dem wahren Lichte von beständiger Klarheit, welches Christus ist, zu gelangen suchen. Wir haben fürwahr durch die Klage sämtlicher in jenen Ländern weilender Juden missfällig vernommen, dass seit einigen Jahren Magistrate und andere Herren und Machthaber, welche in denselben Gegenden wohnen, als heissspornige und so zu ssgen tödtliche Feinde derselben Juden von Hass und Neid, oder, was wahrscheinlicher ist, von Habsucht verblendet, damit sie die Habe derselben Hebräer unter einem gewissen Vorwande sich anzueignen im Stande seien, ihnen fälschlich andichten, dass sie kleine Kinder umbringen, deren Blut trinken und verschiedene andere ungeheuerliche Verbrechen begehen, welche sich namentlich gegen unseren besagten Glauben richten, und in solcher Weise bemüht sind, die Gemüter der einfältigen Christen gegen sie aufzuhetzen, wodurch es geschieht, dass die Juden häufig nicht bloss ihrer Habe, sondern sogar des Lebens in ungerechter Weise beraubt werden. Die Juden selbst behaupten nun, dass das, was ihnen angedichtet wird, nicht nur nicht wahr, sondern auch nicht wahrscheinlich sei, dass es eben so sehr durch ihr Gesetz, wie auch durch das unsrige verboten ist, und haben daher durch einen eigens zu diesem Zwecke an uns abgesandten Boten die Sanftmut christlicher Liebe beweglich angerufen und uns demüthig anflehen lassen, dass wir geruhen möchten, unsere Liebe, da die Juden so vielen Verfolgungen nicht mehr widerstehen können, auf sie auszudehnen und die Privilegien, welche durch die römischen Päpste, unsere Vorgänger, und auch durch uns, mit welchen Worten immer ihnen bewilligt worden, und namentlich diejenigen, welche Papst Martin V. seligen Andenkens, unser Vorgänger, ihnen bewilligt hat, zu bestätigen und zu bekräftigen und auch sonst hierin für ein geeignetes Heilmittel in apostolischer Milde zu sorgen. In Erwägung, dass es unsere Pflicht ist, selbigen Juden, da auch sie das Ebenbild Gottes haben, und da ihr Überrest nach der Wahrheit unseres Glaubens selig werden wird, unsere Hilfe und Fürsorge angede hen zu lassen, damit sie nicht, ungerechter Weise von den Christen bedrückt, schwieriger für die Aufnahme zu unserem Glauben gemacht werden, zumal besorgt wird, wie wir dies von vertrauenswürdigen Männern vernommen haben, dass sie schon aus höchster Verzweiflung zu den Ungläubigen, bei denen dann jegliche Hoffnung auf ihre Bekehrung schwinden müsste, übergehen würden, so bestätigen wir nun, derartigen Bitten geneigt, nach dem Beispiele unserer meisten Vorgänger bezüglich der besagten Verbrechen, welche selbigen Hebräern zugeschrieben werden, auch wenn es solche wären, die eine besondere Erwähnung bedürften, sie für ausdrücklich erwähnt erklärend, mit Gegenwärtigem kraft unserer Autorität, die sämmtlichen und einzelnen Privilegien, welche ihnen vornehmlich durch genannten Martin, unseren Vorgänger, bewilligt worden, und wir beschliessen, dass sie die Kraft beständiger Giltigkeit besitzen, indem wir Euch, aber auch jedem kraft des angelobten Gehorsams auftragen, dass Ihr besagten Juden, soweit es mit Gott gestattet sein wird, beistehet und nicht erlaubt, dass ihre obgenannten Privilegien ihnen beeinträchtigt und verletzt, oder dass sie selbst, von wem es auch sei, bedrängt oder aufgestört werden, dass ihr sie vielmehr gegen jene, welche ihnen ungerechterweise eine Unbill zufügen wollen, schützt und vertheidigt, indem ihr die Widerspenstigen, welche es auch sein mögen, und die Ungehorsamen durch kirchliche Censuren und Strafen und andere geeignete Rechtsmittel ohne Rücksicht auf ihre Appellation, zurechtweiset, wobei ihr, wenn es nötig ist, auch die Hilfe des weltlichen Armes anrufen könnt. Eben so sehr fordern wir unsere teuersten Söhne in Christo auf, die erlauchten Könige des Römischen Reiches, Ungarns und Böhmens wie auch Polens, ferner die geliebten Söhne, die Adeligen, die Fürsten und Barone und sonstige weltliche Herren und die übrigen Christi Getreuen jener Gegenden, und ermahnen sie angelegentlichst, dass sie bei ihren Beamten, Dienern und Völkern mit ihrer Autorität eintreten, dass die Juden keine Verfolgungen ungerechterweise erleiden sollen, damit sie, von christlicher Gütigkeit angelockt werden und grössere Hoffnung gefasst werden könnte, ihre Seelen für Gott zu gewinnen. Gegeben zu Rom bei St. Peter unter dem Fischerring am 12. Mai 1540, im sechsten Jahre unseres Pontifikats.
Auf diese Bulle bezieht sich die Angabe bei Zalaszkowski: Jus regni Poloniae tom I lit. 6 § 4 p. 78: "Janusovius in regestis statuti sui folio 1364 refert super hanc illis (Judaeis) concessam bullam a Paulo III. papa de dato Romae die XII Maji anno 1540, in qua datur testimonium, quia Judaei non utantur sanguine christiano." (Janusovius berichtet in den Regesten seines Statuts Seite 1364 über diese ihnen (den Juden) vom Papst Paul III. gewährte Bulle, in welcher bezeugt wird, dass die Juden kein Christenblut gebrauchen.)
Die päpstlichen Bullen über die Blutbeschuldigung, Berlin 1893. Verlag von Siegfried Cronbach. Oester. Wochenschrift VI. 1889. f. 359.
Diese Bulle wurde auf Verlangendes ungläubigen Abraham, Synagogendieners, welches im Namen der ganzen Posener Judenschaft erfolgte, nach ihrem Wortlaute und Inhalte den Acten einverleibt im kön. Staatsarchiv zu Posen (Inscriptiones Posnan. 1568/69. f. 656.).

Gottlieb Bondy: Zur Geschichte der Juden in Böhmen, Mähren und Schlesien von 906 bis 1620, HG: Gottlieb Bondy, Prag 1906; ebd. S.327ff..; Abschn. 453.
s.a.: "Geschichte der Judenverfolgung im Mittelalter/ Böhmisches Reich (bis 1400)#1540"

In den Jahren 1540/1541 fand der Regensburger Reichstag statt.[181] Kaiser Karl V. erließ von dort aus an die Juden in Neapel den Befehl, entweder das Judenabzeichen zu tragen oder die Stadt zu verlassen. Da die Juden wußten, dass es nicht bei der einen Demütigung bliebe, zogen sie die Auswanderung vor. 1550 wiederholte sich dasselbe bei den Juden der italienischen Stadt Genua.[182]

Luther ist immer noch entäuscht. Er schreibt "Von den Juden und ihren Lügen" - Bei seiner letzten Predigt ist er gegenüber den Juden etwas gemäßigter

1543 holt Luther in Wittenberg, in seiner tiefen Enttäuschung, nochmals weit aus und greift erneut die Juden massiv an. Er fasst alle Beschuldigungen gegenüber den Juden des Mittelalters zusammen und fordert ein Religionsverbot, einen Arbeitszwang und sogar die Vertreibung der Juden. Er veröffentlichte das Buch "Von den Juden und ihren Lügen"[176], indem er sich dem damaligen Zeitgeist der Judenfeindlichkeit massiv annäherte (auch heute noch werden dessen Aussagen von vielen politisch "rechts" stehenden Menschen für ihre judenfeindlichen Zwecke missbraucht [183][184]). Luther erläutert darin, dass der Grundfehler der Juden sei, dass sie glauben, ihre Erwählung sie bereits vor Gott rechtfertigen würde.

„Jawohl, sie halten uns (Christen) in unserm eigenen Lande gefangen, sie lassen uns arbeiten, im Nasenschweiß Geld und Gut gewinnen, sitzen dierweil hinter dem Ofen, faulenzen, pompen und braten Birnen, fressen, sauffen, leben sanft und wohl von unserm erarbeiteten Gut, haben uns und unsere Güter gefangen durch ihren verfluchten Wucher, spotten dazu und speien uns an, daß wir arbeiten und sie faule Juncker sein ... sind also unsre Herren, wir ihre Knechte.“

M. Luther: "Von den Juden und ihren Lügen" (nach Michael Kühntopf: "Juden, Juden, Juden Band I - Jüdische Chronik - bis 07. November 1862"; ISBN 978-3-8334-8628-9; S. 262)

In Wahrheit war es aber genau umgekehrt: Die Juden waren die "servi camerae", die "Kammerknechte"[71] der Junker und Mächtigen. Luther forderte, "daß man ihre Synagogen verbrenne", ihre Häuser zerstöre, sie in Ställen unterzubringen, ihre Bücher wegnehmen usw. [180].

Am 15.2.1546 steht Martin Luther das letzte Mal auf der Kanzel. Er mahnt erneut, dass sich die Christen um die Bekehrung der Juden bemühen sollen. Er relativiert damit seine wenige Jahre zuvor geäußerten Forderungen ein wenig. Doch er bleibt dabei: Ohne das Evangelium gibt es keine Erlösung.[185] Er stirbt am 18. Februar 1546.

Die Juden müssen sich in der Öffentlichkeit wieder kennzeichnen - In Rom wird ein jüdisches Ghetto eingericht

Im Königreich Böhmen befiehlt König Ferdinand I., dass die Juden in seinem Königreich einen gelben Ring auf der Brussttasche tragen sollten. Die Urkunde ist datiert auf den 10.11.1551.[186]

„König Ferdinand befiehlt, dass die Juden in den Ländern der böhmischen Krone einen gelben Ring an der linken Brustseite zum Unterschiede von den Christen tragen sollen. Wien, 10. Novemb. 1551.
(Anm. des Hauptautors: In der Folge zitiert Bondy die Urkunde in deutscher Sprache.) Böhm. Statthalt. -Arch. J. 4.

Gottlieb Bondy: Zur Geschichte der Juden in Böhmen, Mähren und Schlesien von 906 bis 1620, HG: Gottlieb Bondy, Prag 1906; ebd. S.402ff..; Abschn. 564.
s.a.: "Geschichte der Judenverfolgung im Mittelalter/ Böhmisches Reich (bis 1600)#1551"

Papst Paul IV. veröffentlichte am 17. Juli 1555, nur zwei Monate nach seiner Wahl, die Bulle "Cum nimis absurdum".[187] Darin wurde betont, dass die Christusmörder, die Juden, von Natur aus Sklaven und als solche zu behandeln seien. Paul IV. verfügte, dass in Rom ein jüdisches Ghetto entstehen solle. Angesichts der massiven Ausbreitung der lutherischen Lehre sah er überall "Ketzerei", wobei er auch die Juden als Anstifter sah. Bereits am 26. Juli des Jahres mussten die römischen Juden in das Ghetto einziehen.[185] Kurz vorher bereits mussten jüdische Männer, als Zeichen ihrer religiösen Abstammung, einen gelben Hut tragen, die Frauen ein gelbes Kopftuch[188] (nach anderen Quellen trugen die Frauen ein gelbes Band über der Schulter).

Juden werden aus der Stadt Oppeln verwiesen - Dasselbe Schicksal trifft auch die Juden im Vatikan

Kaiser Ferdinand I., er hält sich in Presburg auf, erlaubt am 8.11.1563 dem Rat der böhmischen Stadt Oppeln, dass alle dort wohnenden Juden vertrieben werde dürfen:

„Kaiser Ferdinand I. erteilt der Stadt Oppeln in Schlesien das Privilegium, dass alle dort wohnenden Juden binnen einer Jahresfrist die Stadt, Vorstadt und Umgebung verlassen müssen und nach Verlauf dieser Frist sich dort nicht aufhalten dürfen. Presburg, 8. November 1563.
(Diese im Original in böhm. Sprache verfasste Urkunde ist gleichlautend mit der der Stadt Ober-Glogau erteilten »Gnade«.*)
(Anm. des Hauptautors: In der Folge zitiert Bondy die Übersetzung der Urkunde in deutscher Sprache als Fußnote:) Deutsch Wir Ferdinand von Gottes Gnaden, erwaehlter Römischer Kaiser, zu allen Zeiten Mehrer des Reichs, und zu Hungarn und zu Boeheim, Dalmatien, Croatien König, Infant in Hispanien, Erz-Herzog zu Oesterreich, Marggraf zu Mähren, Lutzenburg und Hertzog in Schlesien, Marggraf zu Lausznitz etc. Entbieten allen durch diesen Brief, demnach an Uns durch ihre Abgesandten, der vorsichtige Burgermeister und Schoeppen, im Namen der ganzen Gemeinde Unserer Stadt Oppeln, Unsere liebe getreuen Unterthanen demuethigst anbringen lassen, wie dass grosse Beschwernussen Unsere Oppelische Innwohner von denen anwesenden Juden leiden muesten, und damit Wir ihnen die Gnade zu erzeigen geruheten, wormit auf künftige Zeiten allhier in der Stadt, vor der Stadt, und allenthalben bei der Stadt kein Jud verbleiben, wohnen, oder ankommen dörfte demuethigst angeflehet. In Ansehung nun derer Oppelcr billigen Petiti mit Unserm reifen Erwegen und Wissen, aus böhmischer königlicher Macht, auch als obrister Hertzog in Schlesien, Wir denen Burgermeistern und Schoeppen, wie auch der ganzen jetzigen und zukuenftigen Gemeinde der Stadt Oppeln, diese Gnad ertheilen, und darzu zu bewilligen geruhen, also, das alle Juden, die allhier in Oppeln, oder ausser der Stadt und um die Stadt sich aufhalten, vom dato Unsers ertheilten Kaiserl. Briefs innerhalb des Jahres nach eingeforderten ihren Capitalschulden und verkauften Haeusern, wie auch Bezahlung denen Christen dessen, was sie schuldig sein, ausdruecklich meiden, und davon sich wegbegeben sollen, und nach Ausgang des Jahrs damit keine Juden in gedachter Stadt, Vorstadt, und um die Stadt, unter allen ersinnlichen Unterschleif jetzt und in zukuenfftigen Zeiten bei Unser Kaiserl. ausgemessenen und wuercklichen Straf sich nicht aufhalten. Derohalben entbieten allen und jeden Innwohnern und unsern Unterthanen, wessen Standes sie in dem Hertzogthum Schlesien seind, jetzt und zukuenfftigen Unsern lieben Getreuen, damit ihr offtgcdachte Schoeppen und Bürgermeister, auch die ganze Gemeinde Unserer Stadt Oppeln jetzige und kuenfftige, bei dieser Unserer Gnad und Begnadigung unverruecklich haltet, ihnen desshalb keine Virhinderung thun, weder andern zu thun verstattet. Urkund dessen haben Wir Unser Kais. Innsiegel hiemit anzuhängen befohlen. Geben in Unserer Stadt Pressburg am Montag vor St. Martin an. Domini 1563 und Unser Königl. Roem. Reiche am vier und dreissig, und anderer sechts und dreissig Jahr. (Weingarten 1720.)
Böhm. Statth.-Arch, Recesse, 65. F. 190.

Gottlieb Bondy: Zur Geschichte der Juden in Böhmen, Mähren und Schlesien von 906 bis 1620, HG: Gottlieb Bondy, Prag 1906; ebd. S.490f.; Abschn. 666.
s.a.: "Geschichte der Judenverfolgung im Mittelalter/ Böhmisches Reich (bis 1600)#1563"

Am 26. Februar 1569 veröffentliche Papst Pius V. seine bereits vorbereitete Bulle "Hebraeorum gens sola quondam a Deo dilecata". Die Juden, welche in den letzten 14 Jahren immer wieder kleineren und größeren Repressalien ausgesetzt waren, wurde darin der Unsittlichkeit, Wahrsagerei, Zauberei und Magie vorgeworfen.[189] Wer nach drei Monaten noch anzutreffen sei, würde seinen gesamten Besitz verlieren.[190] Durch Verhandlungen gelang es zwei jüdische Gemeinden (von Ancona und Rom), eine Bleibe-Erlaubniss zu erhalten. [190][189]

In Berlin wird der Jude Lippold Ben Chluchim hingerichtet

Am 28.1.1573 wurde, nach einer langen Untersuchung, der Berliner Jude Lippold Ben Chluchim wegen angeblichen Giftmordes an Kurfürst Joachim II. hingerichtet. Lippold bekleidete bis dahin das Amt des Hofjuweliers bzw. des Münzmeisters.
Oskar Schwebel berichtet in seinem Buch "Geschichte der Stadt Berlin" von diesem Vorfall:[191]
Lippold wurde, zunächst, nur verhaftet. Bei den darauffolgenden Verhören befanden ihn die Ankläger zunächst aber für unschuldig, zudem sie keinerlei Hinweise, welche gegen den Juden sprachen, fanden. Dennoch verblieb er in Haft, da er weiterhin des "Judenwuchers" beschuldigt wurde. Eines Tages besuchte ihn seine Frau. Beide verwickelten sich in ein Streitgespräch. Der diensthabende Wächter hörte dem Streit zu und hörte plötzlich die Jüdin sagen: "Ja wüsste der Kurfürst, was für ein Schelm du bist, so würdest du schon längst gerichtet sein."
Bei der darauffolgenden Folter bekannte sich Lippold der Zauberei schuldig. Tatsächlich wurde in Lippolds Haus ein Zauberbuch gefunden. In hebröisch enthielt es Anweisungen wie der Teufel zu bannen sei, und auch Gold zu finden sei. Bei einer weiteren peinlichen Befragung(Folter) sagte Lippold aus, er habe, um die Zuneigung Joachims II. zu erlangen, eben das volkstümliche Zaubermittel angewendet, welches die Landleute in der Mark Brandenburg nutzen: Er habe sich Haarlocken und Kleidungsstücke Joachims II. verschafft und diese an der Schwelle der Wendeltreppe im Schloss Grimnitz vergraben. Nach den Anschauungen der damligen Zeit hatte Lippold deshalb den qualvollen Tod verdient, mit welchem in diesem Falle zahllose Verbrechen der Zauberei gesühnt wurden.
Am Mittwoch vor Fastnacht 1572 wurde vor dem Berliner Rathaus die Hauptverhandlung abgehalten. Aus Liebe zum Leben widerrief Lippold an diesem Tag all seine früheren Bekenntnisse. Die Folter kam daher noch einmal zur Anwendung, und sie erfüllte ihren furchtbaren Zweck: Lippold gestand.
Oskar Schwebel beschreibt, anhand eines Holzschnittes aus dem Jahr 1573, die Hinrichtung:

„Dort unten im Medaillon befindet sich das Bild des eingekerkerten Juden; wir sehens den mumienhaften Zügen des Unseligen an: Thurneyssers Zeichner hat uns das Bild Lippolds in voller Treue überliefert. Das Zauberbuch liegt, an einem Stricke befestigt, auf der Brust des Juden: So ist er der Richtstätte zugeführt worden. Entsetzlich! Dort auf der Darstellung links wird der in furchtbaren Schmerzen zuckende Jude auf dem Karren des Schinders mit glühenden Zangen gezwickt; hier rechts werden ihm mit dem Rade dier Gebeine zermalmt; auf dem großen Mittelbilde aber wird er gevierteilt. Klaffend ist bereits die Bauchhöhle geöffnet, und jetzt saust das Beil herab, um die Brust der Länge nach zu zerspalten! Wir schaudern! Die Titelschrift aber lautet:
"Wahrhaftige Abkonterfeyung oder gestalt des Angesichts des Leupold Jüden, samt Fürbildung der Exekution, welche an ihme, seiner wohlverdienten grausamen und unmenschlichen Thaten halben (so er an dem unschuldigen Christlichen Blut begangen) den 28. Januars 1572 zu Berlin nach innhalt Göttlicher und Kayerlicher Rechten vollzogen worden ist."
Die Umschrift des Hauptes Lippolds aber trägt in griechischer Sprache den Vers:
"Wandle der Billigkeit Pfad; denn Übermut fället die Stolzen."
So furchtbares hat der "Neue Markt" der alten Stadt Berlin erblickt! Die Eingeweide Lippolds samt dem Zauberbuche wurden verbrannt. Da kam unter dem Gerüste, auf welchem der Jude allem Volke sichtbar hingerichtet worden war, eine große Maus hervor und lief grad' ins Feuer hinein. Sie verbrannte mit Lippolds Herzen und galt dem Volke für den Zaubergeist, welchen der Tote bei sich gehabt habe. Seine anderen reste wurden an den Stadtthoren aufgesteckt.
Eilen wir zum Schlusse! Lippolds Vermögen wurde eingezogen und zur Tilgung der gerichtskosten sowie zur Bezahlung einiger Schulden des Hofjuden verbraucht. Auf inständiges Bitten wurden der Witwe, welche die Verwendung des Kaisers Maximilian nachgesucht hatte, einige 1000 Thaler für sie und ihre Kinder herausbezahlt.“

Oskar Schwebel: "Geschichte der Stadt Berlin - Erster Band - Berlin - Verlag von Brachvogel & Ranst 1888"; ebd. S. 464

In demselben Jahr wurden die Juden aus Berlin und Brandenburg vertrieben.[192]

Einzelnachweise und Quellen

  1. "Lessing-Gymnasium Döbeln - Jüdische Geschichte und Kultur": "Pestjahre und Pogrome: Die Judenpogrome während der Pestepidemien in Europa"
  2. 2,0 2,1 "Lessing-Gymnasium Döbeln - Jüdische Geschichte und Kultur": "Gerüchte und Legenden: Ritualmordlegende"
  3. 3,0 3,1 "hagalil.com: Heinrich Heine: Der Rabbi von Bacherach, (1840)"
  4. "judentum.org: Die altbewährte Mär vom "Gottesmord": Hostienfrevel
  5. "hagalil.com": Der letzte Aufstand gegen die Besatzer: Bar Kochba scheitert
  6. Nachum Tim Gidal: "Die Juden in Deutschland von der Römerzeit bis zur Weimarer Republik"; ISBN 3-89508-540-5; S. 22f.
  7. Nachum Tim Gidal: "Die Juden in Deutschland von der Römerzeit bis zur Weimarer Republik"; ISBN 3-89508-540-5; S. 24f.
  8. Nachum Tim Gidal: "Die Juden in Deutschland von der Römerzeit bis zur Weimarer Republik"; ISBN 3-89508-540-5; S. 25.
  9. Michael Kühntopf: "Juden, Juden, Juden Band I - Jüdische Chronik - bis 07. November 1862"; ISBN 978-3-8334-8628-9; S. 110
  10. Michael Kühntopf: "Juden, Juden, Juden Band I - Jüdische Chronik - bis 07. November 1862"; ISBN 978-3-8334-8628-9; S. 145
  11. Nachum Tim Gidal: "Die Juden in Deutschland von der Römerzeit bis zur Weimarer Republik"; ISBN 3-89508-540-5; S. 25.
  12. M. Kühntopf berichtet in: "Juden, Juden, Juden Band I - Jüdische Chronik - bis 07. November 1862" (ISBN 978-3-8334-8628-9) auf Seite 145, daß Theodosius bereits im Jahre 415 den Bau neuer Synagogen verbot
  13. "Lessing-Gymnasium Döbeln - Jüdische Geschichte und Kultur": "Juden im Frühmittelalter"
  14. "hagalil.com": "Juden und Muslime: Der Mythos einer interreligiösen Utopie", ebd. 11. Absatz
  15. Michael Kühntopf: "Juden, Juden, Juden Band I - Jüdische Chronik - bis 07. November 1862"; ISBN 978-3-8334-8628-9; S. 177
  16. Michael Kühntopf: "Juden, Juden, Juden Band I - Jüdische Chronik - bis 07. November 1862"; ISBN 978-3-8334-8628-9; S. 178
  17. Nachum Tim Gidal: "Die Juden in Deutschland von der Römerzeit bis zur Weimarer Republik"; ISBN 3-89508-540-5; S. 28f.
  18. Michael Kühntopf: "Juden, Juden, Juden Band I - Jüdische Chronik - bis 07. November 1862"; ISBN 978-3-8334-8628-9; S. 188
  19. Michael Kühntopf: "Juden, Juden, Juden Band I - Jüdische Chronik - bis 07. November 1862"; ISBN 978-3-8334-8628-9; S. 189
  20. "Goethe-Universität Frankfurt - FACHBEREICH RECHTSWISSENSCHAFT Forschungsstelle für jüdisches Recht - Marcus Cohn: "Jüdisches Lexikon - ZINS", ebd.: "2. Die Zinsgeschäfte der Juden im Mittelalter.""
  21. "hagalil.com: Die Geschichte der Juden in Deutschland - Speyer
  22. 22,0 22,1 Nachum Tim Gidal: "Die Juden in Deutschland von der Römerzeit bis zur Weimarer Republik"; ISBN 3-89508-540-5; S. 30f.
  23. Michael Kühntopf: "Juden, Juden, Juden Band I - Jüdische Chronik - bis 07. November 1862"; ISBN 978-3-8334-8628-9; S. zweinulleins
  24. "Deutsche Welle: "Wir Europäer" - Gott will es – der erste Kreuzzug 1097 - 1099
  25. 25,0 25,1 Michael Kühntopf: "Juden, Juden, Juden Band I - Jüdische Chronik - bis 07. November 1862"; ISBN 978-3-8334-8628-9; S. zweinulleins
  26. 26,0 26,1 26,2 26,3 Michael Kühntopf: "Juden, Juden, Juden Band I - Jüdische Chronik - bis 07. November 1862"; ISBN 978-3-8334-8628-9; S. zweinullzwei
  27. "Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Pfalz e.V.: Judenverfolgung im rheinischen Raum zur Zeit des 1. Kreuzzuges (1096)"
  28. Nachum Tim Gidal: "Die Juden in Deutschland von der Römerzeit bis zur Weimarer Republik"; ISBN 3-89508-540-5; S. 34f.
  29. "hagalil.com: Projekte im jüdischen Religionsunterricht: Themenbeispiele zum Jom haSchoah; ebd.: "Kiddusch Haschem kann im Deutschen mit "Märtyrertum" oder "Aufopferung für Gott" übersetzt werden."
  30. 30,0 30,1 30,2 Michael Kühntopf: "Juden, Juden, Juden Band I - Jüdische Chronik - bis 07. November 1862"; ISBN 978-3-8334-8628-9; S. zweinulldrei
  31. 31,0 31,1 31,2 31,3 31,4 31,5 "suite101.de: Die Judenpogrome des ersten Kreuzzuges - Anti-jüdische Ausschreitungen in den rheinischen Städten"
  32. "juden-in-bamberg.de: Ein kurzer historischer Abriss der Geschichte jüdischen Lebens im Fürstbistum Bamberg"
  33. Michael Kühntopf: "Juden, Juden, Juden Band I - Jüdische Chronik - bis 07. November 1862"; ISBN 978-3-8334-8628-9; S. 204
  34. "Universität Salzburg: DIE JUDEN IN DER MITTELALTERLICHEN STADT - 6.Stellung der Juden in der Zeit der Kreuzzüge"
  35. "retrobibliothek.de: Meyers Konversationslexikon: Russisches Reich (Geschichte 1054-1340).
  36. Nicht zu verwechseln mit der heutigen Stadt Kiew.

    „Kiewer Rus - Die Kiewer Rus war ein mittelalterliches Großreich mit Zentrum in Kiew. Es wird als Vorläuferstaat der heutigen Staaten Russland, Ukraine und Weißrussland angesehen. Der Begriff wurde erst in der Neuzeit vom russischen Historiker Nikolai Karamsin als Bezeichnung jener Epoche der Rus geprägt, die Zeitgenossen nannten das Land schlicht "Rus" oder "russische Erde".
    ...
    Dieses frühmittelalterliche Großreich, dessen riesiges Gebiet von Ostslawen, Finnen und Balten, sowie (marginal) von iranischen und turkstämmigen Völkern bewohnt wurde, wurde von den hauptsächlich aus Schweden stammenden Warägern oder Rus beherrscht, die den Großteil der Adels-, Händler- und Kriegerschicht bildeten. Die dominierende Kultur und Sprache war jedoch die Slawische, und die Waräger erfuhren bereits nach wenigen Generationen die vollständige Slawisierung.“

    http://www.lehnswesen.de/page/html_reiche.html#reiche7

  37. Michael Kühntopf: "Juden, Juden, Juden Band I - Jüdische Chronik - bis 07. November 1862"; ISBN 978-3-8334-8628-9; S. 206
  38. 38,0 38,1 38,2 38,3 38,4 38,5 38,6 38,7 38,8 Ritualmord:
    Juden sollen, besonders um die Osterzeit herum christliche Jungen entführt und geschlachtet haben, um deren Blut zu trinken. Erstes namentlich bekanntes Opfer soll 1144 William aus Norwich gewesen sein. In Deutschland ist eines der bekanntesten die Geschichte um den 16jährigen Werner aus Oberweichsel (Bacharach):
    Am Gründonnerstag des Jahres 1287 soll er erschlagen (nach anderer Überlieferung mit Stichwunden übersät) aufgefunden worden sein. Zweifelhaften Zeugenaussagen nach, soll sein Blut von Juden für das Passah-Fest benötigt worden sein. Andere Quellen berichten, daß er an den Füßen aufgehängt wurde, damit die Juden in den Besitz der Hostie gelangen, welche er geschluckt habe. Seine Leiche soll in den Rhein geworfen worden sein, wo sie gefunden wurde.
    Die beschuldigten Juden wurden nicht lange befragt, sechsundzwanzig Juden wurden ohne Prozess ermordet.
    Die jüdischen Gemeinden des Umlandes empörten sich und wandten sich an den Kaiser Rudolf von Habsburg (1218 -1291). Dieser war von der Unschuld der Juden überzeugt. Er legte den Mördern eine Geldbuße auf und befahl den Leichnam des Werner zu verbrennen.
    Seinem Befehl wurde nicht Folge geleistet. Im Gegenteil: Man errichtete für den ermordeten Werner eine Kapelle, denn viele Christen pilgerten nach Bacharach, sein Leichnam wurde verehrt. Bis in das Jahr 1963 feierte man das Fest des heiligen Werner.
    Quelle: "Ökumenisches Heiligenlexikon: Werner von Oberwesel (von Bacharach)"
    Im Jahr 2001 brachte man an der Kapelle eine Tafel mit dem Text eines Gebetes Papst Johannes XXIII. an:

    „Wir erkennen heute, daß viele Jahrhunderte der Blindheit unsere Augen verhüllt haben, so daß wir die Schönheit Deines auserwählten Volkes nicht mehr sehen und in seinem Gesicht nicht mehr die Züge unseres gestorbenen Bruders wiedererkennen.
    Wir erkennen, daß ein Kainsmal auf unserer Stirn steht. Im Laufe der Jahrhunderte hat unser Bruder Abel in dem Blute gelegen, das wir vergossen, und er hat Tränen geweint, die wir verursacht haben, weil wir Deine Liebe vergaßen.
    Vergib uns den Fluch, den wir zu Unrecht an den Namen der Juden hefteten.
    Vergib uns, daß wir Dich in ihrem Fleische zum zweitenmal ans Kreuz schlugen.
    Denn wir wußten nicht, was wir taten.“

    "Verein für die Geschichte der Stadt Bacharach und der Viertäler e.V.: Bacharach und die Geschichte der Viertälerorte - Leseprobe: Die Wernerkapelle"

    Bis in die heutige Zeit wird immer wieder ein Bezug zwischen Juden und Ritualmorde hergestellt. Zuletzt im Januar 2010, als an der Kölner (Papplakat-)Klagemauer vom Betreiber ein Hetz-Plakat aufgehängt wurde. Dieses zeigte einen an einem Tisch sitzenden Mann, der mit Gabel und Messer ein totes ausgeblutetes palästinensisches Kind zerstückelt. Der Brustlatz des Mannes schückt ein blauer Davidstern.
    Quelle: "Zentralrat der Juden in Deutschland: Ritualmord - Kölner Plakat greift in die Rüstkammer alten Judenhasses"

  39. 39,0 39,1 39,2 39,3 Hostienfrevel:
    Juden sollen angeblich geweihte Hostien gestohlen und mit Nadeln durchstochen haben. Ihre (angebliche) Überlegung: Wenn die Hostie tatsächlich der Leib Jesus von Nazareth sei, so müsse er ja bluten.
    Johannes von Tilrode (gest. 1298), berichtet von einem Fall, der sich in Paris abgespielt haben soll:
    Ein Jude habe einer christlichen Magd für 10 Pfund Silber eine geweihte Hostie gekauft. Die Judengemeinde habe diese Hostie dann mit Messer bearbeitet. Sie ließ sich nicht zerstören. Erst mit einem großen Messer konnte die Hostie zerteilt werden. Dabei sei Blut geflossen. Anschließend seien die Stücke in heißes Wasser geworfen worden, worauf sie sich in ein Stück Fleisch verwandelten. Johannes berichtete, daß durch dieses Wunder viele Augenzeugen sich zum Christentum bekehrt haben.
    Quelle: "Judentum.org: Heiliges Blut: Hinter- und Abgründiges zum "Hostienfrevel""
  40. 40,0 40,1 40,2 Brunnenvergiftung:
    Im Jahr 1321 wurden die Juden beschuldigt, sie hätten, um die Christen des Landes zu ermorden, die Brunnen verseucht. Zwei Jahre später, im Jahre 1323, hatten eben aus diesem Grunde, alle Juden das Land verlassen. Zur Zeit der Pest kam erneut der Verdacht der Brunnenvergiftung wieder auf. In den Jahren 1348 und 1349 erreichte die Gewalt gegen die Juden ihren Höhepunkt.
    Quelle: "Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung: Juden im Mittelalter - Juden und Christen - 3. Die Brunnenvergiftung"
  41. "Focus-Online: Juden und Christen Hostienfrevel, Ritualmorde, vergiftete Brunnen"
  42. 42,0 42,1 42,2 Michael Kühntopf: "Juden, Juden, Juden Band I - Jüdische Chronik - bis 07. November 1862"; ISBN 978-3-8334-8628-9; S. 207f.
  43. "abaelard.de: Petrus Venerabilis!"
  44. "heiligenlexikon.de: Bernhard von Clairvaux"
  45. 45,0 45,1 45,2 Michael Kühntopf: "Juden, Juden, Juden Band I - Jüdische Chronik - bis 07. November 1862"; ISBN 978-3-8334-8628-9; S. 210
  46. "Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung: Juden im Mittelalter - Juden und Christen - 2. Die Ritualmord-Legende"
  47. 47,0 47,1 "jüdische.info: Die Märtyrer von Blois (1171)"
  48. "fordham.edu: Medieval Sourcebook: Ephraim ben Jacob: The Ritual Murder Accusation at Blois, May, 117 (o. zit. Text in engl.)"
  49. "Ökumenisches Heiligenlexikon: Konzile im Lateran", ebd. "3. Laterankonzil"
  50. 50,0 50,1 Michael Kühntopf: "Juden, Juden, Juden Band I - Jüdische Chronik - bis 07. November 1862"; ISBN 978-3-8334-8628-9; S. 211
  51. Michael Kühntopf: "Juden, Juden, Juden Band I - Jüdische Chronik - bis 07. November 1862"; ISBN 978-3-8334-8628-9; S. 213
  52. "arte.tv: Leben im Mittelalter - Ausgrenzung und Verfolgung - Juden im Mittelalter", ebd.: "Verfolgung und Vertreibung"
  53. 53,0 53,1 53,2 53,3 Michael Kühntopf: "Juden, Juden, Juden Band I - Jüdische Chronik - bis 07. November 1862"; ISBN 978-3-8334-8628-9; S. 232
  54. 54,0 54,1 Michael Kühntopf: "Juden, Juden, Juden Band I - Jüdische Chronik - bis 07. November 1862"; ISBN 978-3-8334-8628-9; S. 212
  55. "dickemauern.de: Cliffords Tower / York - England"
  56. Michael Kühntopf: "Juden, Juden, Juden Band I - Jüdische Chronik - bis 07. November 1862"; ISBN 978-3-8334-8628-9; S. 217
  57. 57,0 57,1 Michael Kühntopf: "Juden, Juden, Juden Band I - Jüdische Chronik - bis 07. November 1862"; ISBN 978-3-8334-8628-9; S. 223
  58. Nachum Tim Gidal: "Die Juden in Deutschland von der Römerzeit bis zur Weimarer Republik"; ISBN 3-89508-540-5; S. 40f.
  59. 59,0 59,1 Michael Kühntopf: "Juden, Juden, Juden Band I - Jüdische Chronik - bis 07. November 1862"; ISBN 978-3-8334-8628-9; S. 220
  60. "Touristinformation Trier: Judengasse"
  61. "Quermania - Ausflug und Urlaub in Deutschland: Trier - Judengasse"
  62. Nachum Tim Gidal: "Die Juden in Deutschland von der Römerzeit bis zur Weimarer Republik"; ISBN 3-89508-540-5; S. 43ff.
  63. "Lessing-Gymnasium Döbeln - Jüdische Geschichte und Kultur: Kleiderordnung"
  64. "Hessisches Staatsarchiv Darmstadt: "... möchten verbrennet werden" - Ausgrenzung und Gewalt gegen Ketzer, Juden, Hexen ... auch in der hessischen Geschichte - Ausgrenzung und Gewalt im Mittelalter"
  65. "Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Pfalz e.V.: Das sogenannte “Judensau”- Motiv - eine Kurzinformation", ebd.: "3. Entstehung und Geschichte des Motivs"
  66. "Lessing-Gymnasium Döbeln - Jüdische Geschichte und Kultur: Rechtsstellung der Juden"
  67. "Deutsches Historisches Museum: LeMO: Lebendiges virtuelles Museum Online: Der "Gelbe Stern""
  68. "Lessing-Gymnasium Döbeln - Jüdische Geschichte und Kultur: Mittelalter/ Neuzeit: Juden in Sachsen während des Mittelalters"
  69. "Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum: Erfurt (Landeshauptstadt von Thüringen) - Jüdische Geschichte / Synagoge" ebd.: "Mittelalter"
  70. Michael Kühntopf: "Juden, Juden, Juden Band I - Jüdische Chronik - bis 07. November 1862"; ISBN 978-3-8334-8628-9; S. 221
  71. 71,0 71,1 "Bayern-online: Jüdisches Leben - Schutz per Privileg" (=Leibeigene)
  72. Nachum Tim Gidal: "Die Juden in Deutschland von der Römerzeit bis zur Weimarer Republik"; ISBN 3-89508-540-5; S. 46
  73. 73,0 73,1 Michael Kühntopf: "Juden, Juden, Juden Band I - Jüdische Chronik - bis 07. November 1862"; ISBN 978-3-8334-8628-9; S. 222
  74. 74,0 74,1 "judentum.org: Brennende Bücher und blutende Hostien: Der Prozess gegen den Talmud"
  75. "maschiach.de: Die Kirche und der Talmud"
  76. "Universität Konstanz: Judenfeindschaft. Eine öffentliche Vortragsreihe an der Universität Konstanz 1988/89 mit Beiträgen von Detlev Claussen u.a., hg. von Erhard R. WIEHN (Konstanz 1989) S. 47-71."
  77. Siehe auch: Geschichte der Judenverfolgung im Mittelalter/ Böhmisches Reich (bis 1400)#1247
  78. Anm. des Hauptautors: Eigentlich endet das Spätmittelalter mir der Reformation Martin Luthers. Ich möchte hier etwas darüber hinaus gehen, weil auch in der nachreformatorischen Zeit Juden teilweise massiv verfolgt wurden.
  79. "Heidelberger historische Bestände - digital: Große Heidelberger Liederhandschrift (Codex Manesse) - Zürich, 1305 bis 1340 Seite: 355r" (zeigt das Bild. Eine Seite weiter beginnen seine Spruchlieder.)
  80. "Biographisch Bibliografisches Kirchenlexikon: SÜSSKIND VON TRIMBERG"
  81. 81,0 81,1 Michael Kühntopf: "Juden, Juden, Juden Band I - Jüdische Chronik - bis 07. November 1862"; ISBN 978-3-8334-8628-9; S. 224f.
  82. Nachum Tim Gidal: "Die Juden in Deutschland von der Römerzeit bis zur Weimarer Republik"; ISBN 3-89508-540-5; S. 49
  83. "Schroefl.com: Ignaz Briess (1833 - 19..) - Schilderungen des Lebens und der Gebräuche der jüdischen Familien in einer kleinen mährischen Gemeinde (Prerau) in dem Jahrzehnt vor der Revolution 1848."; ebd. 18. Kapitel, 8. Absatz, Fußnote 32
  84. 84,0 84,1 84,2 Michael Kühntopf: "Juden, Juden, Juden Band I - Jüdische Chronik - bis 07. November 1862"; ISBN 978-3-8334-8628-9; S. 225
  85. "Freiburger Rundbrief: Zeitschrift für christlich-jüdische Begegnung - Clemens Thoma: Vorbemerkungen zum Aufsatz über Edith Stein"
  86. "heinrich-toppler.de: JÜDISCHES ROTHENBURG OB DER TAUBER"
  87. Michael Kühntopf: "Juden, Juden, Juden Band I - Jüdische Chronik - bis 07. November 1862"; ISBN 978-3-8334-8628-9; S. 227
  88. "BR-Online: Juden in München Vom Mittelalter zur Emanzipation"
  89. 89,0 89,1 89,2 89,3 Michael Kühntopf: "Juden, Juden, Juden Band I - Jüdische Chronik - bis 07. November 1862"; ISBN 978-3-8334-8628-9; S. 228
  90. "hagalil.com: Jüdisches Bayern: "Zur Geschichte der Juden in München" von Eduard Schöpflich (1926)"
  91. "Ökumenisches Heiligenlexikon: Werner von Oberwesel (von Bacharach)"
  92. "Volkstümliche Geschichte der Juden in drei Bänden von Dr. H. Graetz weiland Prof. an der Universität Breslau - Zweiter Band. Von der zweitmaligen Zerstörung Jerusalems unter Kaiser Vespasian bis zu den massenhaften Zwangstaufen der Juden in Spanien. Fünfte Auflage, Leipzig 1914"; ebd. Seite 514f.
  93. "Universität Konstanz: Judenfeindschaft. Eine öffentliche Vortragsreihe an der Universität Konstanz 1988/89 mit Beiträgen von Detlev Claussen u.a., hg. von Erhard R. WIEHN (Konstanz 1989) S. 47-71."
  94. "Judentum.org: Heiliges Blut: Hinter- und Abgründiges zum "Hostienfrevel""
  95. "Historisches Lexikon Bayerns: Rintfleisch - der Anführer der Verfolgung"
  96. "Historisches Lexikon Bayerns: Schulden bei Juden als Anlass der Verfolgung"
  97. Nachum Tim Gidal: "Die Juden in Deutschland von der Römerzeit bis zur Weimarer Republik"; ISBN 3-89508-540-5; S. 50f.
  98. "Historisches Lexikon Bayerns: Quellenlage"
  99. "Franken-Wiki/ Nürnberger Zeitung: Rintfleisch-Pogrom"
  100. "hagalil.com: Rintfleisch-Pogrom"
  101. "www.eckhart.de: Bernhard Gui"
  102. "temporati.de: Biografie von Bernard Gui"
  103. "Volkstümliche Geschichte der Juden in drei Bänden von Dr. H. Graetz weiland Prof. an der Universität Breslau - Zweiter Band. Von der zweitmaligen Zerstörung Jerusalems unter Kaiser Vespasian bis zu den massenhaften Zwangstaufen der Juden in Spanien. Fünfte Auflage, Leipzig 1914"; ebd. Seite 572f."
  104. 104,0 104,1 104,2 Michael Kühntopf: "Juden, Juden, Juden Band I - Jüdische Chronik - bis 07. November 1862"; ISBN 978-3-8334-8628-9; S. 233
  105. "Mittelalter Lexikon: Judenpogrom"
  106. Nachum Tim Gidal: "Die Juden in Deutschland von der Römerzeit bis zur Weimarer Republik"; ISBN 3-89508-540-5; S. 51
  107. "Geschichte der Juden in Köln am Rhein von den Römerzeiten bis auf die Gegenwart, Köln 1887"; ebd. Seite 186"
  108. "Volkstümliche Geschichte der Juden in drei Bänden von Dr. H. Graetz weiland Prof. an der Universität Breslau - Zweiter Band. Von der zweitmaligen Zerstörung Jerusalems unter Kaiser Vespasian bis zu den massenhaften Zwangstaufen der Juden in Spanien. Fünfte Auflage, Leipzig 1914"; ebd. Seite 575"
  109. "Mittelalter Lexikon: Brunnenvergiftung"
  110. Nachum Tim Gidal: "Die Juden in Deutschland von der Römerzeit bis zur Weimarer Republik"; ISBN 3-89508-540-5; S. 54
  111. Michael Kühntopf: "Juden, Juden, Juden Band I - Jüdische Chronik - bis 07. November 1862"; ISBN 978-3-8334-8628-9; S. 234
  112. "Volkstümliche Geschichte der Juden in drei Bänden von Dr. H. Graetz weiland Prof. an der Universität Breslau - Zweiter Band. Von der zweitmaligen Zerstörung Jerusalems unter Kaiser Vespasian bis zu den massenhaften Zwangstaufen der Juden in Spanien. Fünfte Auflage, Leipzig 1914"; ebd. Seite 579"
  113. 113,0 113,1 113,2 Michael Kühntopf: "Juden, Juden, Juden Band I - Jüdische Chronik - bis 07. November 1862"; ISBN 978-3-8334-8628-9; S. 235
  114. s.a.: "JewishEncyclopedia.com: EGER" (engl.)
  115. "Prof. Dr. Franz Ruppert: Kurzer geschichtlicher Überblick über das Judentum"; ebd. S. 2
  116. 116,0 116,1 "Exkurs 'Jiddisch': hagalilcom: (Jiddisch, eine kleine Enzyklopädie)"
  117. "Exkurs 'Jiddisch': jiddischkurs.org: Jiddisch: Sprachkurs im Internet"
  118. Nachum Tim Gidal: "Die Juden in Deutschland von der Römerzeit bis zur Weimarer Republik"; ISBN 3-89508-540-5; S. 64ff.
  119. s.a.: "Geschichte der Judenverfolgung im Mittelalter/ Böhmisches Reich (bis 1400)#1351"
  120. "Regionalgeschichte.net: Die Goldene Bulle von 1356"
  121. "nuernberg1380-1400.de: Die goldene Bulle von 1356"
  122. "Volkstümliche Geschichte der Juden in drei Bänden von Dr. H. Graetz weiland Prof. an der Universität Breslau - Zweiter Band. Von der zweitmaligen Zerstörung Jerusalems unter Kaiser Vespasian bis zu den massenhaften Zwangstaufen der Juden in Spanien. Fünfte Auflage, Leipzig 1914"; ebd. Seite 582"
  123. s.a.: "Der Geldhandel der deutschen Juden während des Mittelalters bis zum Jahr 1350 von Moses Hoffmann. Leipzig 1910"; ebd. Seite 22, §5
  124. 124,0 124,1 Michael Kühntopf: "Juden, Juden, Juden Band I - Jüdische Chronik - bis 07. November 1862"; ISBN 978-3-8334-8628-9; S. 236
  125. "World-Lingo: Geschichte der Juden in Ungarn" (autom. deutsche Übers. aus: "Jüdische Enzyklopädie, 1901-1906")
  126. 126,0 126,1 Michael Kühntopf: "Juden, Juden, Juden Band I - Jüdische Chronik - bis 07. November 1862"; ISBN 978-3-8334-8628-9; S. 237
  127. "hagalil.com: DIE JUDEN IN DER WELT: SPANIEN"
  128. 128,0 128,1 "Historischen Lexikon der Schweiz: 1 - Die Juden in den mittelalterlichen Städten"
  129. "Studien zur Geschichte der Juden in der Schweiz während des Mittelalters von Augusta Steinberg Dr. phil., Zürich 1902", ebd. Seite 138 f.
  130. 130,0 130,1 130,2 130,3 Michael Kühntopf: "Juden, Juden, Juden Band I - Jüdische Chronik - bis 07. November 1862"; ISBN 978-3-8334-8628-9; S. 240
  131. "hagalil.com: Wer ist schuldig am Tode Jesu: Wurzeln des Misstrauens"
  132. "The Jewish Encyclopedia; Isidore Singer, Ph. D; 1906"; ebd. S. 6 (engl.)
  133. "jewishencyclopedia.com: BENEDICT XIII. (PEDRO DE LUNA)"
  134. "Geschichte der Juden in Köln am Rhein von den Römerzeiten bis auf die Gegenwart, Köln 187"; ebd. Seite 244f."
  135. 135,0 135,1 Michael Kühntopf: "Juden, Juden, Juden Band I - Jüdische Chronik - bis 07. November 1862"; ISBN 978-3-8334-8628-9; S. 241
  136. "JewishEncyclopedia.com: SPEYER" (engl.)
  137. "Ökumenisches Heiligenlexikon: Johannes von Capestrano"
  138. Nachum Tim Gidal: "Die Juden in Deutschland von der Römerzeit bis zur Weimarer Republik"; ISBN 3-89508-540-5; S. 74f.
  139. "Wach auf mein Herz und denke!" - Zur Geschichte der Beziehungen zwischen Schlesien und Berlin-Brandenburg - "Przebudz się, serce moje, i pomyśl" - Przyczynek do historii stosunków między Śląskiem a Berlinem-Brandenburgia; Hrsg.: Gesellschaft für interregionalen Kulturaustausch - Berlin / Stowarzyszenie Instytut Śląskie - Opole; Berlin-Oppeln 1995, ISBN 3-87466-248-9 sowie ISBN 83-85716-36-X
  140. "slaskwroclaw.info: Wilkommen in Breslau!"
  141. Michael Kühntopf: "Juden, Juden, Juden Band I - Jüdische Chronik - bis 07. November 1862"; ISBN 978-3-8334-8628-9; S. 243
  142. Gottlieb Bondy: Zur Geschichte der Juden in Böhmen, Mähren und Schlesien von 906 bis 1620, HG: Gottlieb Bondy, Prag 1906; ebd. S.132ff.; Abschn. 243ff.
  143. s.a.: Geschichte_der_Judenverfolgung_im_Mittelalter/_Böhmisches_Reich_(bis_1600)#1453
  144. "Historisches Lexikon der Schweiz: Genf (Gemeinde) - 2 - Vom Hochmittelalter zum Ancien Régime - 2.5 - Kirche"
  145. Schweizerische Gesellschaft für Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Band 16; ebd. ab S. 93: HANS-JÖRG GILOMEN: Aufnahme und Vertreibung von Juden in Schweizer Städten im Spätmittelalter
  146. Michael Kühntopf: "Juden, Juden, Juden Band I - Jüdische Chronik - bis 07. November 1862"; ISBN 978-3-8334-8628-9; S. 244f
  147. "Lessing-Gymnasium Döbeln - Jüdische Geschichte und Kultur": "Gerüchte und Legenden: Geschichtlicher Hintergrund", ebd. Abschnitt: "Simon von Trient"
  148. Nachum Tim Gidal: "Die Juden in Deutschland von der Römerzeit bis zur Weimarer Republik"; ISBN 3-89508-540-5; S. 75
  149. Vortrag von Dr. Max Grunwald, gehalten am 26. März im "Zentralvrein Deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" in Berlin W. und am 2. Mai 1906 in der Greneral Versammlung des „Vereines zur Abwehr des Antisemitismus" in Wien. Druckschrift: Verlag von. Calvary & Gomp. in- Berlin NW./ Druck: Wien 1906
  150. "Ökumenisches Heiligenlexikon: Simon (Simonino) von Trient"; ebd. auch eine (frei erfundene) Abbildung: Michael Wolgemut: Holzschnitt über den Mord am Kind Simon. Aus Hartmann Schedels "Weltchronik", 1493.
  151. "kirchensite.de - Online mit dem Bistum Münster: 24. März - Heiliger Simon von Trient"
  152. Inquisition:
    In der röm ischen Kirche das geistliche Gericht zur Aufspürung und Bestrafung der Ketzer. Im entwickelte sich die eigentliche Inquisition unmittelbar unter päpstl. Leitung. Das vierte Laterankonzil (1215) machte die Aufspürung und Bestrafung der Ketzer zu einer Hauptausgabe der Bischöfe. Das Konzil zu Toulouse (1229) verschärfte diese Bestimmungen. Die geheimen Zufluchtsstätten der Ketzer sollten auf Grund des allgemeinen Gerüchtes, geheimer Denunziation oder auch der Selbstanzeige erforscht und entdeckte Ketzer gefangen genommen werden. Wer einen Ketzer verbarg, wurde mit Verlust des Vermögens oder gar des Lebens bedroht. Jedes Haus, in dem man einen Ketzer fändee, sollte niedergerissen werden. Wer mit einem Ketzer, sei es auch nur in einem Wirtshause, verkehrte oder ihm Almosen gab oder in der Ehe mit ihm lebte, war ebenfalls verdächtig. Der auf die Vorladung nicht Erscheinende oder Flüchtige galt als schuldig; wer erschien, wurde eingekerkert. Die Namen der Ankläger und Zeugen wurden den Angeklagten verheimlicht; als Zeugen wurden Gläubige und Ungläubige, ja selbst Meineidige und Verbrecher zugelassen. Wenn der Angeklagte leugnete, wurde die Tortur angewandt; schwor er sofort seinen Irrtum ab, so kam er mit den kirchlichen Strafen davon; wurde er für schuldig erkannt, so kamen meist noch weltliche Strafen hinzu. Kirchliche Strafen waren die öffentliche Schaustellung des Ketzers vor den Kirchenthüren, Wallfahrten, Bußübungen, bei denen die Büßer, angethan mit einem Sanbenito (Bußhemd, lat. saccus benedictus; ital. sacco benito), sonntäglich in die Kirche zogen und auf dem entblößten Rücken vom Priester mit Ruten gegeißelt wurden, ferner Exkommunikation und für ganze ketzerische Gegenden das Interdikt. Die leiblichen Strafen, namentlich die Todesstrafe, überließ die Kirche der weltlichen Obrigkeit; denn die Kirche "dürstet nicht nach Blut".
    Quelle (Auszug): "retrobibliothek.de: Meyers Konversationslexikon: Inquisition"
  153. 153,0 153,1 "Planet Wissen: Die spanische Inquisition"
  154. Michael Kühntopf: "Juden, Juden, Juden Band I - Jüdische Chronik - bis 07. November 1862"; ISBN 978-3-8334-8628-9; S. 245
  155. "historicum.net (Bayerische Staatsbibliothek - Fachkoordination Geschichte): Kramer, Heinrich (Henricus Institoris)"
  156. Michael Kühntopf: "Juden, Juden, Juden Band I - Jüdische Chronik - bis 07. November 1862"; ISBN 978-3-8334-8628-9; S. 246
  157. 157,0 157,1 Michael Kühntopf: "Juden, Juden, Juden Band I - Jüdische Chronik - bis 07. November 1862"; ISBN 978-3-8334-8628-9; S. 247f
  158. Michael Kühntopf: "Juden, Juden, Juden Band I - Jüdische Chronik - bis 07. November 1862"; ISBN 978-3-8334-8628-9; S. 249
  159. Sephardim (hebr.):
    Eine dem biblischen (Obadja 1, 20) Wort Sepharad (Name einer bis jetzt nicht ermittelten Gegend, in welcher israelitische Verbannte lebten) entlehnte Bezeichnung für die spanisch-portugiesischen Juden im Gegensatz zu den Aschkenasim, den deutsch-französischen Juden.
    Quelle: "retrobibliothek.de: Meyers Konversationslexikon: Sephardim"
  160. "welt-online: Kurz und knapp", ebd. Abschnitt "Jüdisches Amsterdam." (Buchvorstellung)
  161. "historicum.net (Bayerische Staatsbibliothek - Fachkoordination Geschichte): Jüdische Geschichte / Zeitleiste"
  162. Hugo Barbeck: Geschichte der Juden in Nürnberg und Fürth; Nürnberg 1878; ebd. S. 4, S. 27
  163. Hugo Barbeck: Geschichte der Juden in Nürnberg und Fürth; Nürnberg 1878; ebd. S. 32
  164. 164,0 164,1 Michael Kühntopf: "Juden, Juden, Juden Band I - Jüdische Chronik - bis 07. November 1862"; ISBN 978-3-8334-8628-9; S. 254
  165. Nachum Tim Gidal: "Die Juden in Deutschland von der Römerzeit bis zur Weimarer Republik"; ISBN 3-89508-540-5; S. 77ff.
  166. Michael Kühntopf: "Juden, Juden, Juden Band I - Jüdische Chronik - bis 07. November 1862"; ISBN 978-3-8334-8628-9; S. 253
  167. "judengasse.de - Judengasse Frankfurt Main - Museum Judengasse: Die Pfefferkornsche Bücherkonfiskation"
  168. "loebliche-singer-pforzheim.de: Johannes Reuchlin als juristischer Gutachter: "Der Ratschlag, ob man den Juden alle ire bücher nemmen, abthun und verbrennen soll." - Vortrag Dr. iur. Lars Jungemann, München anlässlich der Matinee zur Stadtgeschichte im Reuchlinjahr 2005 am 06.11.2005"
  169. "juedische-allgemeine.de: Spandauer Zitadelle - Anatomie des Verbrechens - Eine Ausstellung rekonstruiert den Hostienschändungs-Prozess von 1510"
  170. "zitadelle-spandau.de: Zeughaus - Das Verhängnis der Mark Brandenburg - der Berliner Hostienschändungsprozess von 1510" (Ausstellung vom 21.06.2010 bis 30.01.2011)
  171. Michael Kühntopf: "Juden, Juden, Juden Band I - Jüdische Chronik - bis 07. November 1862"; ISBN 978-3-8334-8628-9; S. 261
  172. 172,0 172,1 "luther.de: Martin Luthers Verhältnis zu den Juden"
  173. 173,0 173,1 Michael Kühntopf: "Juden, Juden, Juden Band I - Jüdische Chronik - bis 07. November 1862"; ISBN 978-3-8334-8628-9; S. 257f
  174. "Ökumenisches Heiligenlexikon: Martin Luther"
  175. [http://www.mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de/2010/08/05/gott-kommt-in-israel-zur-welt/ "mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de: Gott kommt in Israel zur Welt"
  176. 176,0 176,1 Nachum Tim Gidal: "Die Juden in Deutschland von der Römerzeit bis zur Weimarer Republik"; ISBN 3-89508-540-5; S. 82f.
  177. Michael Kühntopf: "Juden, Juden, Juden Band I - Jüdische Chronik - bis 07. November 1862"; ISBN 978-3-8334-8628-9; S. 258f
  178. Michael Kühntopf: "Juden, Juden, Juden Band I - Jüdische Chronik - bis 07. November 1862"; ISBN 978-3-8334-8628-9; S. 260
  179. PROF. DR. HANS-JOACHIM BARTMUß: Ascher gegen Jahn. Ein Freiheitskrieg? - Antisemitismus und Nationalismus im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert. (Vortrag im Rahmen einer Ringvorlesung zur Verabschiedung von Prof. Dr. Harald Braun aus dem Hochschuldienst an der Universität Bremen. Erstveröffentlichung in: Streifzug durch die Sportgeschichte. Festschrift für Prof. Dr. Harald Braun, Red. Klaus Achilles, Bremen 2004); ebd. S. 10 f.
  180. 180,0 180,1 Michael Kühntopf: "Juden, Juden, Juden Band I - Jüdische Chronik - bis 07. November 1862"; ISBN 978-3-8334-8628-9; S. 262f
  181. "religionsgespraeche.uni-bonn.de: Religionsgespräche im 16. Jahrhundert"
  182. "Dr. H. Kottek s.A.: Geschichte der Juden - Verlag der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft 1915"; ebd. S. 289
  183. "indymedia.org: Lutherkritisches Theater in Wittenberg"; ebd. Abschnitt "abgetippt: das NPD-Flugblatt (!)"
  184. "heise.de/ telepolis: Requiem für Hitler - Arno Kleinebeckel; 02.05.2010: 65 Jahre nach dem Niedergang: Der Mythos vom Retter und die Verantwortung der Kirchen"
  185. 185,0 185,1 Michael Kühntopf: "Juden, Juden, Juden Band I - Jüdische Chronik - bis 07. November 1862"; ISBN 978-3-8334-8628-9; S. 264
  186. [http://www.hagalil.com/galluth/ungarn/ungarn3.htm "hagalil.com: Die Geschichte der Juden in Osteuropa - Juden in Ungarn"
  187. "Dr. Hermann Vogelstein und Dr. Paul Rieger: Geschichte der Juden in Rom - Zweiter Band - Berlin Mayer&Müller, 1895"; ebd. S. 152
  188. "Dr. Hermann Vogelstein und Dr. Paul Rieger: Geschichte der Juden in Rom - Zweiter Band - Berlin Mayer&Müller, 1895"; ebd. S. 153
  189. 189,0 189,1 "Dr. Hermann Vogelstein und Dr. Paul Rieger: Geschichte der Juden in Rom - Zweiter Band - Berlin Mayer&Müller, 1895"; ebd. S. 167f.
  190. 190,0 190,1 Michael Kühntopf: "Juden, Juden, Juden Band I - Jüdische Chronik - bis 07. November 1862"; ISBN 978-3-8334-8628-9; S. 267
  191. Oskar Schwebel: "Geschichte der Stadt Berlin - Erster Band - Berlin - Verlag von Brachvogel & Ranst 1888"; ebd. S. 463ff.
  192. Michael Kühntopf: "Juden, Juden, Juden Band I - Jüdische Chronik - bis 07. November 1862"; ISBN 978-3-8334-8628-9; S. 268

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