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Schreiben: Unterschied zwischen den Versionen
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→Geschichte und Schreibgeräte: Berufe fehlen |
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Manuelles Schreiben gibt es in jeder [[Schrift]]. Dazu gehören [[Alphabetschrift|Alphabet-]], [[Silbenschrift|Silben-]] und [[Logografie|Wortschriften]], sowie Kombinationen dieser Klassen, wie etwa die [[japanische Schrift]] oder die [[Stenografie]]. Das Schreiben umfasst nicht nur die geschriebene Sprache in Form von [[Text]], sondern auch [[Zahl]]en, [[Musiknote]]n und Ähnliches. Mit seiner individuellen Gestaltung jedes einzelnen Schriftzeichens steht es im Gegensatz zum Erzeugen von vorgefertigten [[Glyphe]]n mit [[Typografie|typografischen]] Mitteln wie dem [[Buchdruck|Druck]], einer Schreibmaschine oder einem Computer. | Manuelles Schreiben gibt es in jeder [[Schrift]]. Dazu gehören [[Alphabetschrift|Alphabet-]], [[Silbenschrift|Silben-]] und [[Logografie|Wortschriften]], sowie Kombinationen dieser Klassen, wie etwa die [[japanische Schrift]] oder die [[Stenografie]]. Das Schreiben umfasst nicht nur die geschriebene Sprache in Form von [[Text]], sondern auch [[Zahl]]en, [[Musiknote]]n und Ähnliches. Mit seiner individuellen Gestaltung jedes einzelnen Schriftzeichens steht es im Gegensatz zum Erzeugen von vorgefertigten [[Glyphe]]n mit [[Typografie|typografischen]] Mitteln wie dem [[Buchdruck|Druck]], einer Schreibmaschine oder einem Computer. | ||
== Geschichte | == Geschichte == | ||
Das manuelle Schreiben ist die älteste und ursprüngliche Form des Schreibens und ist in jeder [[Schriftkultur]] zu finden. Vor der Erfindung des [[Buchdruck]]s war jede Schrift von Hand geschrieben bzw. geritzt, geschnitzt oder gemeißelt. Parallel dazu wurde auch bereits in der Antike mit in Rohre gegossenem [[Blei]] als Schreibgerät nach dem Prinzip eines [[Mine (Schreibgerät)|Minenstifts]] geschrieben. Dies entwickelte sich weiter zum [[Bleistift]]. | Das manuelle Schreiben ist die älteste und ursprüngliche Form des Schreibens und ist in jeder [[Schriftkultur]] zu finden. Vor der Erfindung des [[Buchdruck]]s war jede Schrift von Hand geschrieben bzw. geritzt, geschnitzt oder gemeißelt. Parallel dazu wurde auch bereits in der Antike mit in Rohre gegossenem [[Blei]] als Schreibgerät nach dem Prinzip eines [[Mine (Schreibgerät)|Minenstifts]] geschrieben. Dies entwickelte sich weiter zum [[Bleistift]]. | ||
Ebenfalls aus der Antike stammt das Schreiben mit einem [[Pinsel]] aus [[Binsen]] oder einem [[Schreibrohr]] und [[Tinte]] auf [[Papyrus]] oder [[Pergament]]. Dies entwickelte sich im frühen Mittelalter weiter zum Schreiben mit einem [[Federkiel]]. Der Federkiel wiederum wurde Ende des 18. Jahrhunderts zum Vorbild für metallene [[Schreibfeder]]n, aus denen sich im 19. Jahrhundert der [[Füllfederhalter]] und im 20. Jahrhundert der Patronenfüllfederhalter sowie andere auf Tinte basierende Schreibgeräte wie der [[Kugelschreiber]] oder der [[Filzstift]] entwickelten. [[Papier]] als Beschreibstoff wurde zuerst im antiken China erfunden, erreichte dann in der arabischen Welt und Indien Verbreitung und gelangte im 11. Jahrhundert nach Europa, wo es | Ebenfalls aus der Antike stammt das Schreiben mit einem [[Pinsel]] aus [[Binsen]] oder einem [[Schreibrohr]] und [[Tinte]] auf [[Papyrus]] oder [[Pergament]]. Dies entwickelte sich im frühen Mittelalter weiter zum Schreiben mit einem [[Federkiel]]. Der Federkiel wiederum wurde Ende des 18. Jahrhunderts zum Vorbild für metallene [[Schreibfeder]]n, aus denen sich im 19. Jahrhundert der [[Füllfederhalter]] und im 20. Jahrhundert der Patronenfüllfederhalter sowie andere auf Tinte basierende Schreibgeräte wie der [[Kugelschreiber]] oder der [[Filzstift]] entwickelten. [[Papier]] als Beschreibstoff wurde zuerst im antiken China erfunden, erreichte dann in der arabischen Welt und Indien Verbreitung und gelangte im 11. Jahrhundert nach Europa, wo es später auch maschinell produziert wurde. | ||
Die Entwicklung der Schrift hatte großen Einfluss auf die Sprache und umgekehrt. Mit der Möglichkeit, das gesprochene Wort durch Aufschreiben festzuhalten, entwickelten sich eigene Berufe wie der [[Schriftsteller]]. Zudem entstand die Idee einer [[Kurzschrift]], um eine Rede mitschreiben zu können: Der [[Stenograf]] war zeitweise ein wichtiger Beruf. | |||
Durch die Erfindung der Schreibmaschine, des Computers und der papierlosen Übertragung von Text ([[E-Mail]], [[Chat]], [[Instant Messaging]]) ist die Zahl der von Hand geschriebenen Schriftstücke sukzessive kleiner geworden. Heute wird Text zu großen Teilen digital über eine Tastatur am [[Bildschirm]] eingeben, teils auch über [[Spracherkennung]]. Überwiegend von Hand werden nach wie vor [[Notiz]]en, [[Postkarte|Post-]] und [[Glückwunschkarte]]n sowie auf [[Schreibtafel|Tafeln]], [[Schreibtafel#Whiteboard|Whiteboards]] und [[Flipchart]]s geschrieben. Mit der steigenden Verbreitung von [[Tablet]]s werden diese vermehrt für die handschriftliche Eingabe bei Notizen und Mitschriften genutzt. | Durch die Erfindung der Schreibmaschine, des Computers und der papierlosen Übertragung von Text ([[E-Mail]], [[Chat]], [[Instant Messaging]]) ist die Zahl der von Hand geschriebenen Schriftstücke sukzessive kleiner geworden. Heute wird Text zu großen Teilen digital über eine Tastatur am [[Bildschirm]] eingeben, teils auch über [[Spracherkennung]]. Überwiegend von Hand werden nach wie vor [[Notiz]]en, [[Postkarte|Post-]] und [[Glückwunschkarte]]n sowie auf [[Schreibtafel|Tafeln]], [[Schreibtafel#Whiteboard|Whiteboards]] und [[Flipchart]]s geschrieben. Mit der steigenden Verbreitung von [[Tablet]]s werden diese vermehrt für die handschriftliche Eingabe bei Notizen und Mitschriften genutzt. | ||
Version vom 18. September 2024, 12:53 Uhr
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Schreiben ist die Tätigkeit von Hand mit einem Schreibgerät, zum Beispiel einem Bleistift oder Kugelschreiber, um einen Text zu erzeugen. Das Ergebnis wird, insbesondere bei handgeschriebenen Büchern und Briefen, ein Manuskript oder eine Handschrift genannt. Ebenfalls handelt es sich um Handschrift, wenn es sich um eine typische Schrift eines Menschen handelt. Das Schreiben kann auch mit einer Maschine, etwa einer Schreibmaschine oder am Computer mit der Tastatur erfolgen. Im übertragenen Sinn ist Schreiben etwas, das die Arbeit eines Menschen im Büro charakterisiert.
Allgemeines
Das Schreiben gilt in der Pädagogik als grundlegende Kulturtechnik. Handschrift umfasst alles, was nicht mit vorgefertigten Lettern gedruckt wird, also auch in Ton gedrückte, in Stein gemeißelte oder in Metall geritzte Schrift.
Technisch gesehen hat das manuelle Schreiben viel mit dem Zeichnen gemeinsam. Es kommen oft die gleichen Werkzeuge als Schreib- und Zeichengeräte zum Einsatz, ebenso die gleichen Farbstoffe und Untergründe (z.B. Papier). Das manuelle Schreiben unterscheidet sich vom Zeichnen jedoch durch die Verwendung von im jeweiligen Schriftsystem vereinbarten eindeutigen Schriftzeichen.
Manuelles Schreiben gibt es in jeder Schrift. Dazu gehören Alphabet-, Silben- und Wortschriften, sowie Kombinationen dieser Klassen, wie etwa die japanische Schrift oder die Stenografie. Das Schreiben umfasst nicht nur die geschriebene Sprache in Form von Text, sondern auch Zahlen, Musiknoten und Ähnliches. Mit seiner individuellen Gestaltung jedes einzelnen Schriftzeichens steht es im Gegensatz zum Erzeugen von vorgefertigten Glyphen mit typografischen Mitteln wie dem Druck, einer Schreibmaschine oder einem Computer.
Geschichte
Das manuelle Schreiben ist die älteste und ursprüngliche Form des Schreibens und ist in jeder Schriftkultur zu finden. Vor der Erfindung des Buchdrucks war jede Schrift von Hand geschrieben bzw. geritzt, geschnitzt oder gemeißelt. Parallel dazu wurde auch bereits in der Antike mit in Rohre gegossenem Blei als Schreibgerät nach dem Prinzip eines Minenstifts geschrieben. Dies entwickelte sich weiter zum Bleistift.
Ebenfalls aus der Antike stammt das Schreiben mit einem Pinsel aus Binsen oder einem Schreibrohr und Tinte auf Papyrus oder Pergament. Dies entwickelte sich im frühen Mittelalter weiter zum Schreiben mit einem Federkiel. Der Federkiel wiederum wurde Ende des 18. Jahrhunderts zum Vorbild für metallene Schreibfedern, aus denen sich im 19. Jahrhundert der Füllfederhalter und im 20. Jahrhundert der Patronenfüllfederhalter sowie andere auf Tinte basierende Schreibgeräte wie der Kugelschreiber oder der Filzstift entwickelten. Papier als Beschreibstoff wurde zuerst im antiken China erfunden, erreichte dann in der arabischen Welt und Indien Verbreitung und gelangte im 11. Jahrhundert nach Europa, wo es später auch maschinell produziert wurde.
Die Entwicklung der Schrift hatte großen Einfluss auf die Sprache und umgekehrt. Mit der Möglichkeit, das gesprochene Wort durch Aufschreiben festzuhalten, entwickelten sich eigene Berufe wie der Schriftsteller. Zudem entstand die Idee einer Kurzschrift, um eine Rede mitschreiben zu können: Der Stenograf war zeitweise ein wichtiger Beruf.
Durch die Erfindung der Schreibmaschine, des Computers und der papierlosen Übertragung von Text (E-Mail, Chat, Instant Messaging) ist die Zahl der von Hand geschriebenen Schriftstücke sukzessive kleiner geworden. Heute wird Text zu großen Teilen digital über eine Tastatur am Bildschirm eingeben, teils auch über Spracherkennung. Überwiegend von Hand werden nach wie vor Notizen, Post- und Glückwunschkarten sowie auf Tafeln, Whiteboards und Flipcharts geschrieben. Mit der steigenden Verbreitung von Tablets werden diese vermehrt für die handschriftliche Eingabe bei Notizen und Mitschriften genutzt.
Druck- und Schreibschrift
Beim Ausfüllen von Formularen werden oft Druckbuchstaben verlangt, um die Leserlichkeit zu verbessern oder die Maschinenlesbarkeit zu ermöglichen.
Wahl der Schreibhand und individuelle Handschrift
Beim manuellen Schreiben wird in der Regel nur eine Hand verwendet, die das Schreibgerät führt. Die meisten Menschen bevorzugen hierfür ihre dominante Hand.
Die individuelle Handschrift, der Duktus (Schreibstil), kann Rückschlüsse auf den Schreiber ermöglichen. In der Graphologie wird versucht, aus der Handschrift auf Eigenheiten der schreibenden Person zu schließen. Des Weiteren kann die Individualität der Handschrift auch verwendet werden, um den Schreiber eines Schriftstücks zu identifizieren. Dies führte zur Bedeutung der Unterschrift. Die Schriftvergleichung ist eine Methode in der Forensik.
Gesundheit
Manuelles Schreiben ist eine anspruchsvolle feinmotorische Tätigkeit. Wird die Tätigkeit über längere Zeit ausgeübt, kann es abhängig von der Art des Schreibens und der Körperhaltung zu einseitigen Belastungen führen. Daher wird eine entsprechende Einstellung des Schreibtisches und des passenden Stuhls insbesondere beim Maschinenschreiben empfohlen (Ergonomie). Bei Überlastung können zum Beispiel Verspannungen oder ein Krampf auftreten.
Schönschreiben und Kalligrafie
Beim Schulfach Schönschreiben ist das Ziel eine gute Leserlichkeit des geschriebenen Textes. Die Kalligrafie, die übersetzt ebenfalls Schönschreiben bedeutet, ist dagegen die Gestaltung handgeschriebener Schrift mit hohem Anspruch an Ästhetik zur Verwendung in der Kunst bzw. im Grafikdesign.
Siehe auch
Literatur
Weblinks
Andere Lexika