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'''Treblinka''' ist ein Dorf in der Gemeinde Małkinia Górna in der polnischen [[Woiwodschaft Masowien]], nordöstlich von [[Warschau]]. Der Ort wurde international bekannt, weil hier im besetzten [[Polen]] ab 1941 eines der größten [[Konzentrationslager]] im Herrschaftsbereich des [[Nationalsozialismus]] entstanden war. Zunächst wurden Menschen aus den Ghettos des [[Generalgouvernement]]s hierher deportiert und zur Zwangsarbeit eingesetzt. Die meisten waren [[Juden]] und Polen. Dabei starben zahllose Menschen bereits während des massenhaften Transports oder kurz danach infolge der rücksichtslosen Behandlung durch die Wachmannschaften. Einige Lagerinsassen waren nur vorübergehend hier, um eine Strafe abzubüßen. Die durchschnittliche Länge der Strafe lag bei etwa sechs Monaten. Aufgrund der Zustände im Lager erlebten jedoch viele nicht das Ende der Haftzeit.
'''Treblinka''' ist ein Dorf in der Gemeinde Małkinia Górna in der polnischen [[Woiwodschaft Masowien]], nordöstlich von [[Warschau]]. Der Ort wurde international bekannt, weil hier im besetzten [[Polen]] ab 1941 eines der größten [[Konzentrationslager]] im Herrschaftsbereich des [[Nationalsozialismus]] entstanden war. Zunächst wurden Menschen aus den Ghettos des [[Generalgouvernement]]s hierher deportiert und zur Zwangsarbeit eingesetzt. Die meisten waren [[Juden]] und Polen. Dabei starben zahllose Menschen bereits während des massenhaften Transports oder kurz danach infolge der rücksichtslosen Behandlung durch die Wachmannschaften. Einige Lagerinsassen waren nur vorübergehend hier, um eine Strafe abzubüßen. Die durchschnittliche Länge der Strafe lag bei etwa sechs Monaten. Aufgrund der Zustände im Lager erlebten jedoch viele nicht das Ende der Haftzeit.


Im April 1942 wurde mit der Errichtung eines zweiten Lagers begonnen, um weitere Deportierte, teilweise aus ganz Europa, aufzunehmen. Das Baumaterial stammte zum Teil aus dem Ghetto Warschau. Inzwischen brachen aufgrund der schlechten hygienischen Zustände [[Fleckfieber]] und andere ansteckende Krankheiten aus, welche die Menschen schwächte und zu zahllosen Toten führten. Da die nationalsozialistische Regierung mit ihrer Rassenpolitik die nach ihrer Ansicht minderwertigen Menschen vernichten wollte, fand praktisch keine Versorgung der Kranken statt. Wer sich den Anordnungen der Wachleute widersetzte, wurde totgeschlagen oder erschossen. Wer aufgrund von Alter, Verletzungen, Krankheit oder sonstiger körperlicher Schwäche nicht arbeitsfähig war, wurde in der Gaskammer getötet.  
Im April 1942 wurde mit der Errichtung eines zweiten Lagers begonnen, um weitere Deportierte, teilweise aus ganz Europa, aufzunehmen. Das Baumaterial stammte zum Teil aus dem Ghetto Warschau. Inzwischen brachen aufgrund der schlechten hygienischen Zustände [[Fleckfieber]] und andere ansteckende Krankheiten aus, welche die Menschen schwächten und zu zahllosen Toten führten. Da die nationalsozialistische Regierung mit ihrer Rassenpolitik die nach ihrer Ansicht minderwertigen Menschen vernichten wollte, fand praktisch keine Versorgung der Kranken statt. Wer sich den Anordnungen der Wachleute widersetzte, wurde erschlagen oder erschossen. Wer aufgrund von Alter, Verletzungen, Krankheit oder sonstiger körperlicher Schwäche nicht arbeitsfähig war, wurde in der Gaskammer getötet.  


Um eine Vorstellung von der Größenordnung zu geben, sei nur erwähnt dass allein 265.000 Juden in Güterzügen aus dem Warschauer Ghetto in der Zeit vom 22. Juli bis zum 12. September 1942 hierher transportiert wurden.<ref>{{cite web |url=http://www.ushmm.org/wlc/en/article.php?ModuleId=10005188 |title=Warsaw Ghetto Uprising |publisher=US Holocaust Memorial Museum |date=10 June 2013 |accessdate=27. Januar 2017 |author=Holocaust Encyclopedia |archiveurl=https://web.archive.org/web/20120502213631/http://www.ushmm.org/wlc/en/article.php?ModuleId=10005188 |archivedate=2 May 2012 }}</ref> Bis Ende 1942 gab es in beiden Lagern 713.555 Tote, die teilweise in Massengräbern landeten. Diese Zahl ergibt sich durch neuste Forschungen und stützt sich auf verschiedene Dokumente, unter anderem das Telegramm von [[Hermann Höfle (SS-Sturmbannführer)]].
Um eine Vorstellung von der Größenordnung zu geben, sei nur erwähnt dass in der Zeit vom 22. Juli bis zum 12. September 1942 allein 265.000 Juden in Güterzügen aus dem Warschauer Ghetto hierher transportiert wurden.<ref>{{cite web |url=http://www.ushmm.org/wlc/en/article.php?ModuleId=10005188 |title=Warsaw Ghetto Uprising |publisher=US Holocaust Memorial Museum |date=10 June 2013 |accessdate=27. Januar 2017 |author=Holocaust Encyclopedia |archiveurl=https://web.archive.org/web/20120502213631/http://www.ushmm.org/wlc/en/article.php?ModuleId=10005188 |archivedate=2 May 2012 }}</ref> Bis Ende 1942 gab es in beiden Lagern 713.555 Tote, die teilweise in Massengräbern landeten. Diese Zahl ergibt sich durch neuste Forschungen und stützt sich auf verschiedene Dokumente, unter anderem das Telegramm von [[Hermann Höfle (SS-Sturmbannführer)]].


Um die Ausbreitung der Krankheiten zu verhindern, wurden zunächst nur die Toten nach der Vergasung verbrannt, von denen eine Ansteckung befürchtet wurde. Später wurden auch die Leichen aus den Massengräbern geholt und auf dem Feld verbrannt, um die Spuren vor der heranrückenden Sowjetarmee zu beseitigen.  
Um die Ausbreitung der Krankheiten zu verhindern, wurden zunächst nur die Toten, von denen eine Ansteckung befürchtet wurde nach der Vergasung verbrannt. Später wurden auch die Leichen aus den Massengräbern geholt und auf dem Feld verbrannt, um die Spuren vor der heranrückenden Sowjetarmee zu beseitigen.  
   
   
Im August 1943 kam es unter den Häftlingen zu einem Aufstand, der bereits monatelang geplant war. Dieser Aufstand wurde brutal niedergeschlagen. Insgesamt sind in Treblinka schätzungsweise eine Million Menschen gestorben. Es gibt bis heute nur etwa 60 namentlich bekannte Überlebende.
Im August 1943 kam es unter den Häftlingen zu einem bereits monatelang geplanten Aufstand, der brutal niedergeschlagen wurde. Insgesamt sind in Treblinka schätzungsweise eine Million Menschen gestorben. Es gibt bis heute nur etwa 60 namentlich bekannte Überlebende.


Durch den [[Stalinismus]] wurde eine würdige Erinnerung verzögert, da die Vorschläge nicht in das Konzept der sowjetischen Machthaber passten. Erst 1964 wurde eine Gedenkstätte eröffnet. Sie besteht aus Rekonstruktionen von Teilen des Konzentrationslagers, einem Mahnmal an dem vermuteten Standort einer Gaskammer und tausenden von Granitsteinen, die zum Beispiel an ausgelöschte jüdische Gemeinden erinnern sollen. Seit 2006 gibt es eine Ausstellung im Verwaltungsgebäude der Gedenkstätte. Jährlich kommen etwa 60.000 Menschen nach Treblinka, die Hälfte davon aus dem Ausland.
Durch den [[Stalinismus]] wurde eine würdige Erinnerung verzögert, da die Vorschläge nicht in das Konzept der selber antisemitisch eingestellten sowjetischen Machthaber passten. Erst 1964 wurde eine Gedenkstätte eröffnet. Sie besteht aus Rekonstruktionen von Teilen des Konzentrationslagers, einem Mahnmal an dem vermuteten Standort einer Gaskammer und tausenden von Granitsteinen, die zum Beispiel an ausgelöschte jüdische Gemeinden erinnern sollen. Seit 2006 gibt es eine Ausstellung im Verwaltungsgebäude der Gedenkstätte. Jährlich kommen etwa 60.000 Besucher nach Treblinka, von denen ungefähr die Hälfte aus dem Ausland stammt.


== Einzelnachweise ==
== Einzelnachweise ==

Version vom 28. Januar 2017, 10:16 Uhr

Treblinka ist ein Dorf in der Gemeinde Małkinia Górna in der polnischen Woiwodschaft Masowien, nordöstlich von Warschau. Der Ort wurde international bekannt, weil hier im besetzten Polen ab 1941 eines der größten Konzentrationslager im Herrschaftsbereich des Nationalsozialismus entstanden war. Zunächst wurden Menschen aus den Ghettos des Generalgouvernements hierher deportiert und zur Zwangsarbeit eingesetzt. Die meisten waren Juden und Polen. Dabei starben zahllose Menschen bereits während des massenhaften Transports oder kurz danach infolge der rücksichtslosen Behandlung durch die Wachmannschaften. Einige Lagerinsassen waren nur vorübergehend hier, um eine Strafe abzubüßen. Die durchschnittliche Länge der Strafe lag bei etwa sechs Monaten. Aufgrund der Zustände im Lager erlebten jedoch viele nicht das Ende der Haftzeit.

Im April 1942 wurde mit der Errichtung eines zweiten Lagers begonnen, um weitere Deportierte, teilweise aus ganz Europa, aufzunehmen. Das Baumaterial stammte zum Teil aus dem Ghetto Warschau. Inzwischen brachen aufgrund der schlechten hygienischen Zustände Fleckfieber und andere ansteckende Krankheiten aus, welche die Menschen schwächten und zu zahllosen Toten führten. Da die nationalsozialistische Regierung mit ihrer Rassenpolitik die nach ihrer Ansicht minderwertigen Menschen vernichten wollte, fand praktisch keine Versorgung der Kranken statt. Wer sich den Anordnungen der Wachleute widersetzte, wurde erschlagen oder erschossen. Wer aufgrund von Alter, Verletzungen, Krankheit oder sonstiger körperlicher Schwäche nicht arbeitsfähig war, wurde in der Gaskammer getötet.

Um eine Vorstellung von der Größenordnung zu geben, sei nur erwähnt dass in der Zeit vom 22. Juli bis zum 12. September 1942 allein 265.000 Juden in Güterzügen aus dem Warschauer Ghetto hierher transportiert wurden.[1] Bis Ende 1942 gab es in beiden Lagern 713.555 Tote, die teilweise in Massengräbern landeten. Diese Zahl ergibt sich durch neuste Forschungen und stützt sich auf verschiedene Dokumente, unter anderem das Telegramm von Hermann Höfle (SS-Sturmbannführer).

Um die Ausbreitung der Krankheiten zu verhindern, wurden zunächst nur die Toten, von denen eine Ansteckung befürchtet wurde nach der Vergasung verbrannt. Später wurden auch die Leichen aus den Massengräbern geholt und auf dem Feld verbrannt, um die Spuren vor der heranrückenden Sowjetarmee zu beseitigen.

Im August 1943 kam es unter den Häftlingen zu einem bereits monatelang geplanten Aufstand, der brutal niedergeschlagen wurde. Insgesamt sind in Treblinka schätzungsweise eine Million Menschen gestorben. Es gibt bis heute nur etwa 60 namentlich bekannte Überlebende.

Durch den Stalinismus wurde eine würdige Erinnerung verzögert, da die Vorschläge nicht in das Konzept der selber antisemitisch eingestellten sowjetischen Machthaber passten. Erst 1964 wurde eine Gedenkstätte eröffnet. Sie besteht aus Rekonstruktionen von Teilen des Konzentrationslagers, einem Mahnmal an dem vermuteten Standort einer Gaskammer und tausenden von Granitsteinen, die zum Beispiel an ausgelöschte jüdische Gemeinden erinnern sollen. Seit 2006 gibt es eine Ausstellung im Verwaltungsgebäude der Gedenkstätte. Jährlich kommen etwa 60.000 Besucher nach Treblinka, von denen ungefähr die Hälfte aus dem Ausland stammt.

Einzelnachweise

  1. Holocaust Encyclopedia (10 June 2013). Warsaw Ghetto Uprising. US Holocaust Memorial Museum. Archiviert vom Original am 2 May 2012. Abgerufen am 27. Januar 2017.

Andere Lexika





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