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Männer und Buben: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Datei:Th-Körner.jpg|thumb|230px|Der Dichter Theodor Körner in Uniform im Jahr 1813]] '''Männer und Buben''' ist ein Gedicht des deutschen Schriftstellers [[Theodor Körner]], dass dieser anlässlich der Napoleonischen Freiheitskriege im Jahr 1813 verfasste. Es erschien 1814 posthum von seinem Vater herausgegeben im Gedichtband ''Leyer und Schwerdt''. Im Jahr 1814 wurde es von [[Carl Maria von Weber]] in op. 42 für vierstimmigen Männergesang und Klavier vertont. Es war im 19. Jahrhundert ein beliebtes Lied und erschien z.B., allerdings mit einer gänzlich
[[Datei:Th-Körner.jpg|thumb|230px|Der Dichter Theodor Körner in Uniform im Jahr 1813]] '''Männer und Buben''' ist ein Gedicht des deutschen Schriftstellers [[Theodor Körner]], dass dieser anlässlich der Napoleonischen Freiheitskriege im Jahr 1813 verfasste. Es erschien 1814 posthum von seinem Vater herausgegeben im Gedichtband ''Leyer und Schwerdt''. Das Gedicht wurde zur Melodie von ''Brüder, mir ist alles gleich'' von ca. 1750 gesungen. Im Jahr 1814 wurde es von [[Carl Maria von Weber]] in op. 42 für vierstimmigen Männergesang und Klavier vertont. Es war im 19. Jahrhundert ein beliebtes Lied und erschien z.B. auch im [[Kommersbuch|Allgemeinen Deutschen Commersbuch]] von 1858 als Titel Nr. 11.
anderen als von Webers Melodie, auch im [[Kommersbuch|Allgemeinen Deutschen Commersbuch]] von 1858 als Titel Nr. 11.


==Entstehungshintergrund==
==Entstehungshintergrund==

Version vom 6. November 2010, 08:13 Uhr

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Der Dichter Theodor Körner in Uniform im Jahr 1813

Männer und Buben ist ein Gedicht des deutschen Schriftstellers Theodor Körner, dass dieser anlässlich der Napoleonischen Freiheitskriege im Jahr 1813 verfasste. Es erschien 1814 posthum von seinem Vater herausgegeben im Gedichtband Leyer und Schwerdt. Das Gedicht wurde zur Melodie von Brüder, mir ist alles gleich von ca. 1750 gesungen. Im Jahr 1814 wurde es von Carl Maria von Weber in op. 42 für vierstimmigen Männergesang und Klavier vertont. Es war im 19. Jahrhundert ein beliebtes Lied und erschien z.B. auch im Allgemeinen Deutschen Commersbuch von 1858 als Titel Nr. 11.

Entstehungshintergrund

Aus patriotischer Motivation schloss Körner sich 1813 in Breslau einem Freikorps an, das Adolf von Lützow und Friedrich Ludwig Jahn Anfang 1813 zum Kampf gegen Napoleon gegründet hatten. Schon am 26. August 1813 ignorierte Körner einen Rückzugsbefehl und fiel bei einer kleineren Reiterattacke nahe des mecklenburgischen Ortes Gadebusch. Seine Einheit begrub ihn einen Tag später unter einer Doppeleiche beim Dörfchen Wöbbelin. Bald danach setzte die Verehrung Körners ein und er avancierte zum nationalen Helden und der Idealfigur eines Freiwilligen, der das Leben begeistert fürs Vaterland hingibt. Bei den Feiern zu Körners 50. Todestag im Jahr 1863 huldigten Turner, Sänger und Schützen dem Helden der Freiheitskriege landesweit mit Umzügen und Gedenkstunden.

Textlicher Inhalt

Körner stellt in den einzelnen Strophen jeweils den patriotisch gesinnten "Mann, der für seine nationalen Ziele Risiken für Leib und Leben auf sich nimmt und diverse Enbehrungen/Belastungen wie Regen, Sturm, Hitze, Durst, Kugelhagel und Heimweh erduldet, dem unpatriotischen, ängstlichen und mit Faulenzerei, Hofintrigen, Frauenaffären, Opernbesuchen, Glücksspiel, und mit Völlerei und Champagnergenuss nur hedonistisch seinem eigenen Genuß lebenden "Buben" gegenüber. Dieser wird dann im Refrain als "erbärmlicher Wicht" abgewertet, der von den deutschen Grundwerten wie Wein, Weib und Gesang ausgeschlossen wird.

Text

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Alternative Version des Liedes aus dem Allgemeinen Deutschen Commersbuch von 1858

Männer und Buben

Das Volk steht auf, der Sturm bricht los.

Wer legt noch die Hände feig in den Schoß?

Pfui über dich Buben hinter dem Ofen,

Unter den Schranzen und unter den Zofen!

Bist doch ein ehrlos erbärmlicher Wicht;

Ein deutsches Mädchen küßt dich nicht,

Ein deutsches Lied erfreut dich nicht,

Und deutscher Wein erquickt dich nicht.

Stoßt mit an,

Mann für Mann,

Wer den Flamberg schwingen kann!


Wenn wir die Schauer der Regennacht

Unter Sturmespfeifen wachend vollbracht,

Kannst du freilich auf üppigen Pfühlen

Wollüstig träumend die Glieder fühlen.


Bist doch ein ehrlos erbärmlicher Wicht;

Ein deutsches Mädchen küßt dich nicht,

Ein deutsches Lied erfreut dich nicht,

Und deutscher Wein erquickt dich nicht. Stoßt mit an,

Mann für Mann,

Wer den Flamberg schwingen kann!


Wenn uns der Trompeten rauher Klang

Wie Donner Gottes zum Herzen drang,

Magst du im Theater die Nase wetzen

Und dich an Trillern und Läufen ergötzen.


Bist doch ein ehrlos erbärmlicher Wicht;

Ein deutsches Mädchen küßt dich nicht,

Ein deutsches Lied erfreut dich nicht,

Und deutscher Wein erquickt dich nicht.

Stoßt mit an,

Mann für Mann,

Wer den Flamberg schwingen kann!


Wenn die Glut des Tags versengend drückt,

Und uns kaum ein Tropfen Wasser erquickt,

Kannst du Champagner springen lassen,

Kannst du bei brechenden Tafeln prassen.


Bist doch ein ehrlos erbärmlicher Wicht;

Ein deutsches Mädchen küßt dich nicht,

Ein deutsches Lied erfreut dich nicht,

Und deutscher Wein erquickt dich nicht.

Stoßt mit an,

Mann für Mann,

Wer den Flamberg schwingen kann!


Wenn wir vorm Drange der würgenden Schlacht

Zum Abschied ans ferne Liebchen gedacht,

Magst du zu deinen Mätressen laufen

Und dir mit Golde die Lust erkaufen.


Bist doch ein ehrlos erbärmlicher Wicht;

Ein deutsches Mädchen küßt dich nicht,

Ein deutsches Lied erfreut dich nicht,

Und deutscher Wein erquickt dich nicht.

Stoßt mit an,

Mann für Mann,

Wer den Flamberg schwingen kann!


Wenn die Kugel pfeift, wenn die Lanze saust,

Wenn der Tod uns in tausend Gestalten umbraust,

Kannst du am Spieltisch dein Septleva brechen

Und mit der Spadille die Könige stechen.


Bist doch ein ehrlos erbärmlicher Wicht;

Ein deutsches Mädchen küßt dich nicht,

Ein deutsches Lied erfreut dich nicht,

Und deutscher Wein erquickt dich nicht.

Stoßt mit an,

Mann für Mann,

Wer den Flamberg schwingen kann!


Und schlägt unser Stündlein im Schlachtenrot,

Willkommen dann, sel'ger Soldatentod!

Du verkriechst dich in seidene Decken,

Winselnd vor der Vernichtung Schrecken.


Stirbst als ein ehrlos erbärmlicher Wicht.

Ein deutsches Mädel beweint dich nicht,

Ein deutsches Lied besingt dich nicht,

Und deutsche Becher klingen dir nicht.

Stoßt mit an,

Mann für Mann,

Wer den Flamberg schwingen kann!