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Der Templerorden: Unterschied zwischen den Versionen

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Weiterleitung nach Templerorden erstellt
 
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[[Datei:Die Niederlassungen des Templerordens in Europa um 1300.png|thumb|300px|Die Niederlassungen des Templerordens in Europa um 1300]]
#REDIRECT [[Templerorden]]
Der '''Templerorden''' war eine [[Christentum|christliche]] Ordensgemeinschaft, die von 1118 bis 1312 bestand. Seine Mitglieder werden als Templer, Tempelritter oder Tempelherren bezeichnet. Sein [[latein]]ischer Name lautete: „Pauperes commilitones Christi templique Salomonici Hierosolymitanis“ (deutsch: ''Arme Ritter Christi und des Salomonischen Tempels zu Jerusalem''). Der Ritterorden wurde infolge des [[Erster Kreuzzug|Ersten Kreuzzugs]] gegründet. Er war der erste Orden, der die Ideale des [[Ritter]]tums mit denen der [[Mönch]]e vereinte, zweier [[Feudalsystem|Stände]], die bis dahin streng getrennt waren.<ref>Der letzte Kampf der Tempelritter[http://www.zeit.de/2012/13/Templer/seite-2] Christian Staas, Die Zeit, 22. März 2012 Nr. 13/2012</ref> Aufgrund der vielen Legenden wird vermutet, dass sich der Templerorden zu einem [[Okkultorden]] mit esoterischen, neugnostischen und magischen Ritualen entwickelte.
 
=== Entstehung und Entwicklung ===
==== Ritterschaft ====
[[Datei:Cross-Pattee-red.svg.png|thumb|Das rote Tatzenkreuz auf weißem Grund wurde zum Symbol der Tempelritter]]
Durch den Zerfall der staatlichen Ordnung des weströmischen Reiches im späten 4. bis 5. Jahrhundert bestand die Notwendigkeit, den Fernhandel mit dem byzantinischen Reich mit einer Heerschar abzusichern. Zudem hatten christliche Pilger, jüdische Händler und andere Gruppen ein Interesse daran, den Schutz durch eine organisierte Ritterschaft auf den bisher bekannten Handels- und Wanderwegen in Anspruch zu nehmen. Der sich ausbreitende [[Islam]] mit seinen Heerscharen stellte ab dem 7. Jahrhundert eine weitere Gefahr dar.
 
==== Endzeit-Prophetie um das Jahr 1000 bis 1100 ====
Ein Aspekt der Motivation für die Gründung des Ordens erschließt sich aus der Prophetie der [[Bibel]]. Nach dieser wird der [[Messias]] in der [[Endzeit]] erscheinen und ein Gottesreich errichten; zudem wird der Dritte Tempel in der Endzeit wieder errichtet. Quellen berichten, dass die Menschen daran glaubten, Jesus werde im Jahre 1000 das Gottesreich errichten. Die Stimmung wurde insbesondere von Papst [[Silvester II.]] angeheizt.<ref>Die Angst der Menschen war so groß wie nie zuvor[https://www.welt.de/geschichte/article150402522/Die-Angst-der-Menschen-war-so-gross-wie-nie-zuvor.html] Jan von Flocken, Die Welt, 30. Dezember 2015</ref> Die furchtbaren Kämpfe um Jerusalem im Jahre 1099 am Ende des Ersten Kreuzzugs wurden vielfach im Sinne der Endzeitprophetie gedeutet.
 
==== Beziehung zu Jerusalem ====
Nach den Quellen haben Mitglieder des Templerordens angeblich auch nach dem Heiligen Gral gesucht. Wahrscheinlich ist dies aber eine Tarnung gewesen, um heimlich im Bereich des ehemaligen [[Jerusalemer Tempel|Salomonischen Tempels]] nach der Bundeslade zu graben, die in der Tradition des [[Judentum]]s eine wichtige Rolle spielt. An diesen Grabungen waren Mitbegründer des Templerordens beteiligt. Eine Motivation dürfte die Tatsache sein, dass sich die im damaligen [[Palästina]] und im Vorderen Orient lebenden Juden von der neuen Religion des [[Islam]] bedrängt fühlten und von den christlichen Kreuzrittern Hilfe erwarteten.
 
===  Einfluss einzelner Personen === 
 
Beim Aufbau des Templerordens spielten neben den Großmeistern weitere Personen eine wichtige Rolle.
 
====  Propagandist Bernhard von Clairvaux ====
Einer der Propagandisten der Kreuzzüge war der Zisterzienser [[Bernhard von Clairvaux]]. Auf seiner Propagandareise für den Zweiten Kreuzzug erfuhr er in Deutschland von den Pogromen des Jahres 1096 gegen Juden in Mainz, Worms und Speyer. Diese verurteilte er aufs schärfste. Seine besonderen Fähigkeiten als Redner erwähnen die Quellen: so wird Bernhard von Clairvaux als Prediger auch „der Honigsüße“ genannt.<ref>[https://www.youtube.com/watch?v=xqWVHLWGILM Zweiter Kreuzzug & Bernhard von Clairvaux - Verlauf], von Peter Milger, Youtube, ab etwa 02:30, abgerufen am 12. Mai 2017</ref>
 
1115 gründete Bernhard von Clairvaux in der Nähe von [[Troyes]] das Kloster Clairvaux. Das Land auf dem dieses Kloster gebaut wurde, war eine Schenkung des Grafen [[Hugo I. von Champagne]], dessen Residenzstadt Troyes war.
 
====  Rabbi Raschi ====
Einer der wichtigsten mittelalterlichen Rabbiner, Rabbi Raschi (1040–1105), lehrte in Troyes. Unter anderen behauptete er, dass die Bundeslade sich in einer versteckten Höhle unter dem Tempelberg befindet. Nach einer jüdischen Legende ließ sogar der Kreuzritter Gottfried von Bouillon Rabbi Raschi rufen, um sich von ihm den Ausgang des Ersten Kreuzzuges vorhersagen zu lassen. Als Raschi nicht bei dem Fürsten erschien, suchte dieser ihn im Lehrhaus in Begleitung eines bedrohlichen Heeres auf. Raschi soll ihm einen unglücklichen Ausgang des Kreuzzuges prophezeit haben, wie er später tatsächlich eintraf.<ref>Quelle Wikipedia: Raschi, textliche Übernahmen</ref>
 
====  Chrétien de Troyes ====
Der mittelalterliche Dichter [[Chrétien de Troyes]] (etwa 1140–1190) hatte mit seinen Erzählungen wahrscheinlich Einfluss auf die Entstehung des Templerordens. Es kann aber auch sein, dass er nur die Gedanken und Stimmungen seines Umfeldes aufnahm und niederschrieb. Auf Chrétien de Troyes geht die [[Parzival]]-Erzählung, der älteste bekannte Bericht über den Heiligen Gral, zurück.
 
====  Hugo de Champagne (Regent von Troyes) und Hugo von Payns ====
Graf Hugo de Champagne (Hugo I. von Champagne) hatte nicht am [[Erster Kreuzzug|Ersten Kreuzzug]] teilgenommen. Er zog 1104, also noch vor der Gründung des Templerordens, nach Jerusalem und kehrte erst 1107 zurück. 1114 ging er erneut auf [[Pilgerfahrt]], diesmal gemeinsam mit [[Hugo von Payns]], dem späteren Mitbegründer und ersten Großmeister des Templerordens. Beide gingen offenbar wie Rabbi Raschi davon aus, dass sich die Bundeslade in einer versteckten Höhle unter dem Tempelberg befinden könnte.
 
Einigen Behauptungen zufolge beginnt die Geschichte des Templerordens bereits im Jahre 1115 durch die Gründung der ritterlichen Gemeinschaft ''Militia Christi''. Zudem soll Hugo von Payns der ''Militia Christi'' vorgestanden haben. Offizieller Anlass zur Gründung des Templerordens war ein Überfall auf Pilger zwischen Jerusalem und Jordan im Jahre 1119. Unter dem Eindruck dieses Ereignisses soll Hugo von Payns einige Ritter um sich geschart haben, um eine Miliz zur Verteidigung der Christen im Heiligen Land aufzustellen. Als Hauptquartier wählte er die El-Aqsah-Moschee und gründete dort zunächst den ''Sacer ordo militae templi Hierosalemitani'', den Heiligen Orden der Ritter des Tempels zu Jerusalem.<ref>Die Gründung des Ordens [http://www.templer-mark.de/content/index2.php?page=knowledgearticle&id=12] Templer Komthurey Mark e. V., abgerufen am 16. Mai 2017</ref>
 
====  Stefan Harding, Abt der Zisterzienser ====
Aus Jerusalem zurückgekehrt setzte sich Hugo de Champagne sofort mit Stefan Harding (1059-1134) in Verbindung. Harding stammte aus England, beherrschte vier Sprachen und war ab 1109 der dritte Abt der Zisterzienser-Mutterabtei Citaux. Er rief die Weisesten unter den Religiösen des Landes, inklusive der Rabbis, zu einer Beratung zusammen.
 
===  Konzil von Troyes 1128/1129 ===
Beim Konzil von Troyes wurden am 13. Januar 1129 die Regeln des Templerordens genehmigt. Das Konzil bestätigte im neunten Jahr nach der Gründung, dass der Orden sich „Arme Ritter Christi und des Tempels von Salomon zu Jerusalem“ nennen durfte. König Salomo war − nach der Darstellung der Bibel − im 10. Jahrhundert v. Chr. Herrscher des Königreichs Israel. In den Erzählungen der Bibel gilt er als der Erbauer des ersten Tempels in Jerusalem und als der dritte König in Israel nach Saul und David. Eines der Ziele des Templerordens war, diesen salomonischen Tempel, der durch die Römer im Jahre 66 n. Chr. zerstört worden war, wieder zu errichten. Der Orden sollte zudem die Straßen des heiligen Landes für die christlichen Pilger sichern.<ref>Quelle Wikipedia: textliche Übernahmen</ref>
 
=== Wirtschaftlicher Aufstieg der Templer ===
Viele Christen hatten nach der Vertreibung der Juden aus Frankreich von 1182 bis 1198 durch Philipp II. keine Möglichkeit mehr, sich bei Juden Geld zu leihen. Zudem mussten die Juden ihre Immobilien und ihren Grundbesitz vor der Ausweisung innerhalb von 3 Monaten verkaufen.<ref>Quelle Wikipedia: [https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Juden_in_Frankreich Geschichte der Juden in Frankreich]</ref> Somit kann dieses Edikt der Judenausweisung aus Frankreich der Grund dafür gewesen sein, dass der Templerorden innerhalb einiger Jahrzehnten zum mächtigsten Orden in Frankreich wurde. Es besteht die Wahrscheinlichkeit, dass die Templer viele Geschäfte jüdischen Vorbesitzer weiterführten. Zwar waren die Templer nach ihren Idealen der persönlichen Armut verpflichtet, aber laut der Autoren Gisela Graichen und Alexander Hesse spielten wirtschaftliche Fragen für die Templer von Anfang an eine wichtige Rolle.<ref>Gisela Graichen/Alexander Hesse, Geheimbünde: Freimaurer und Illuminaten, Opus Dei und Schwarze Hand: [https://books.google.de/books?id=GRJsAgAAQBAJ&pg=PT220&lpg=PT220&dq=Templer+Bankgesch%C3%A4fte&source=bl&ots=_pNmeqvH24&sig=g2cfS1F9HCTQeWA6fDtfQs2zwSw&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwippIr-yOrTAhXkLcAKHd8EB7AQ6AEIMjAC#v=onepage&q=Templer%20Bankgesch%C3%A4fte&f=false Kapitel: Grund und Boden, Handel und Bankgeschäfte]</ref>
 
=== Die Großmeister der Templer ===
[[Datei:Wappem TEmpler Armoiries Guillaume de Saunhac.png|thumb|200px|Wappen des Templer-Großmeisters ​Guillaume de Sonnac mit 12 Rauten]]
 
Beim Abgleich der Großmeister des Tempelordens mit der Datenbank Ancestry.com finden sich bei fast allen ihren Vorfahren [[Jüdische Namenskodierung|jüdische Familiennamen]]. Hierüber kann nicht abgeleitet werden, dass diese Großmeister getaufte Juden waren. Familien wurden oft nach Orten benannt, um ihren Stammbaum dort zu verankern.
 
Das [[Wappen]] des Templer-Großmeisters [[​Guillaume de Sonnac]] zeigt jeweils 12 Rauten in zwei Feldern. Dies könnte ein Synonyme für die [[Zwölf Stämme Israels]] sein. Die Großmeister hatten eigene Wappen, in denen sie neben dem Templerkreuz Symbole aus ihrer eigenen Stammesfamilie verwendeten.
 
Nachgewiesen sind folgende Großmeister:
 
{| class="wikitable"
! Nr. !! Name !! Beginn der Amtszeit !! Ende der Amtszeit !! Anmerkungen
|-
| 1 || [[Hugo von Payns|Hugues de Payns]] || unbekannt || † 24. Mai 1136 ||
|-
| 2 || [[Robert de Craon]] || Juni 1136 || † 13. Januar 1147 ||
|-
| 3 || [[Everard des Barres]] || Januar 1147 || Herbst 1152 || Rücktritt
|-
| 4 || [[Bernard de Tromelai]] || 1152 || † 16. August 1153 || gefallen vor [[Askalon]]
|-
| 5 || [[André de Montbard]] || 14. August 1153 || † 17. Januar 1156 ||
|-
| 6 || [[Bertrand de Blanquefort]] || Oktober 1156 || † 2. Januar 1169 ||
|-
| 7 || [[Philipp von Milly|Philippe de Milly]] || 27. Januar 1169 || Anfang 1171 || Rücktritt; † 3. April 1171
|-
| 8 || [[Eudes de Saint-Amand]] || April 1171 || † 19. Oktober 1179 ||
|-
| 9 || [[Arnaud de Toroge]] || 1179 || † 30. September 1184 ||
|-
| 10 || [[Gérard de Ridefort]] || Oktober 1184 || † 1. Oktober 1189 || gefallen vor [[Akkon]]
|-
| 11 || [[Robert de Sablé]] || Ende 1189 || † 13. Januar 1193 ||
|-
| 12 || [[Gilbert Hérail]] || Februar 1193 || † 20. Dezember 1200 ||
|-
| 13 || [[Philippe du Plessiez]] || Anfang 1201 || † 12. November 1209 ||
|-
| 14 || [[Guillaume de Chartres]] || 1210 || † 26. August 1218 ||
|-
| 15 || [[Pedro de Montaigu]] || 1219 || † 1232 ||
|-
| 16 || [[Armand de Périgord]] || 1232 || 17./20. Oktober 1244 || † zwischen 1244 und 1247 in Gefangenschaft
|-
| 17 || [[Richard de Bures]] || 1244 || † 1247 || möglicherweise nur in Vertretung
|-
| 18 || [[Guillaume de Sonnac]] || 1247 || † April 1250 || gefallen bei [[al-Mansura]]
|-
| 19 || [[Renaud de Vichiers]] || Juli 1250 || † 1256 ||
|-
| 20 || [[Thomas Bérard]] || 1256 || † 25. März 1273 ||
|-
| 21 || [[Guillaume de Beaujeu]] || 13. März 1273 || † 18. Mai 1291 || gefallen in Akkon
|-
| 22 || [[Thibaud Gaudin]] || August 1291 || † 16. April 1292 ||
|-
| 23 || [[Jacques de Molay]] || Mai 1292 || † 18. März 1314 || hingerichtet
|}
 
== Auflösung des Ordens ==
=== Anklagen gegen die Templer ===
1307 wurden die Mitglieder des Ordens der Ketzerei und der Sodomie (im Sinne [[Homosexualität|homosexueller]] Handlungen) angeklagt. Am 13. Oktober ließ Philipp IV. von Frankreich alle Templer verhaften, derer er habhaft werden konnte.
 
In der Nähe von Troyes wurden zwei Templer von Jean de L'Isle, dem Prior des Dominikanerklosters, am 15. und 18. Oktober 1307 verhört. Es waren die Templer Jean de Genèfle und Nicolas de Serre. Die beiden Templer gestanden, „Christus verleugnet und auf das Kreuz gespien zu haben, obszöne Küsse gegeben und erhalten zu haben, den Rat erhalten zu haben, sich fleischlich mit anderen Ordensbrüder zu vereinigen, falls man sie dazu aufforderte.“ Drei Tage nach dem ersten Verhör wurden die Templer erneut vorgeführt und verhört. Es bleibt unklar, warum zunächst nur diese drei Templer verhört wurden. Die Zahl Drei könnte dabei eine symbolische Rolle gespielt haben (siehe [[Zahlenmystik]]). Drei steht für die Dreieinigkeit (Trinität). Zudem steht die Drei für das Ergebnis der Vereinigung des Männlichen mit dem Weiblichen, dem Schöpfungsprozess, wobei etwas Drittes entsteht. Auffällig ist, dass in den weiteren Verhörprotokollen dreimal 7 Templer genannt werden; auch das könnte eine symbolische Bedeutung haben.<ref>Die Verfolgung der Templer: Chronik einer Vernichtung, von [https://books.google.de/books?id=LRInDgAAQBAJ&pg=PT76&dq=Templer+Troyes&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwjrwqCpmfXTAhWIwxQKHeb3DJkQ6AEIKDAB#v=onepage&q=Templer%20Troyes&f=false Alain Demurger], Abschnitt: Troyes (15. und 28. Oktober 1307), Seite 12</ref>
 
=== Die Gründe für die Auflösung ===
Aus heutiger Sicht gibt es mehrere Gründe für die Auflösung des Ordens. Es gab die konkurrierenden Orden der Johanniter auf [[Rhodos]] und der Deutschordensritter in [[Preußen]], die eigene Herrschaftsbereiche aufgebaut hatten. Außerdem hatten die Templer den Mitgliedsantrag König Philipps IV. abgelehnt, der sich jetzt dafür rächen wollte. Für einen neuen Kreuzzug waren finanzielle Mittel nötig, wofür geheime Ratgeber dem König die Enteignung der Templer empfahlen. Aus heutiger Sicht waren die Vorwürfe der Ketzerei und Sodomie gegen die Templer nur ein Vorwand, wobei diese Verdächtigungen auch immer wieder gegen tatsächliche oder vermeintliche Nachfolgeorganisationen erhoben wurden.
 
=== Das Ende des Ordens ===
Der Großmeister [[Jacques de Molay]] und weitere Mitglieder des Ordens wurden - wie damals unter der [[Inquisition]] üblich - gefoltert, um Geständnisse zu erpressen. 1310 wurden 54 Templer bei [[Paris]] auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Auf dem [[Konzil von Vienne]] wurde endgültig über das Schicksal des Ordens entschieden. Im Jahr 1312 wurden die Güter des Ordens auf die Johanniter übertragen. Schließlich wurden 1314 Jacques de Molay und [[Geoffroy de Charnay]] auf dem Scheiterhaufen in Paris verbrannt.
 
Erst im Jahr 2007 - also nach rund 700 Jahren - erfolgte die Freigabe der angeblich im 17. Jahrhundert verlorengegangenen Akten über den [[Templerprozess]] durch den Vatikan, so dass die Öffentlichkeit Zugang bekam und Historiker den Fall aufarbeiten konnten.
 
Es gibt Anhaltspunkte, dass der Orden im Geheimen weitergeführt wurde. Ob es sich um eine echte Nachfolge handelt oder ob sich Nachfolger nur auf die Tradition berufen, konnte bisher nicht geklärt werden.
 
== Legenden und Mythen über die Templer ==
=== Blutlinie Christi ===
[[Datei:Maria Magdalene icon.jpg|thumb|300px|Es gibt die Behauptung, dass Maria Magdalena mit Jesus verheiratet gewesen und nach Gallien gegangen ist, wo von ihrem gemeinsamen Kind die Dynastie der Merowinger abstammen soll. Maria Magdalena wird darin auch mit dem Heiligen Gral in Verbindung gebracht, wobei der Ausdruck „San Greal“ als „Sang Real“ („königliches Blut“) gedeutet wird. Die Thematik wird später von den Esoterik-Autoren Louis Pauwels und Jacques Bergier aufgegriffen sowie in Peter Berlings fünfbändigem Gralszyklus und später in Dan Browns Roman „Sakrileg“ thematisiert.]]
 
Einige Theorien zum Templerorden wurden von Henry Lincoln, Michael Baigent und Richard Leigh in dem pseudowissenschaftlichen Buch „Der Heilige Gral und seine Erben“ (englisch 1982) dargestellt, auf die sich auch Dan Brown stützt. Er verbindet Unterhaltung mit Verschwörungstheorien und einer alternativen Sicht auf die gesamte Kirchen- und die französische Geschichte. Zum Beispiel soll auf der Rückseite des Gemäldes von Saunière vor seinem Tod ein ungewöhnlicher Schlüssel versteckt worden sein. Es stellt sich heraus, dass es der Schlüssel eines Großmeisters der Bruderschaft ist, die als Nachfolger der Tempelritter des Mittelalters das Geheimnis um den [[Heiliger Gral|Heiligen Gral]] bewahrt. Zudem soll es eine Blutlinie von [[Jesus von Nazareth|Jesus]] in Frankreich geben.<ref>siehe Youtube Video: Der DA VINCI CODE Doku German 2014: [https://www.youtube.com/watch?v=IqqpCpqSJVI&t=655s Der DA VINCI CODE Doku German 2014], Kardo Ceri, abgerufen am 13. Mai 2017</ref>
 
=== Freimaurer ===
Einige Mitglieder und einzelne Logen der [[Freimaurer]] berufen sich auf die Tempelritter: „''Der Grund für diese Legende liegt in der Person des Freiherrn von Hund. Der Begründer der „Strikten Observanz“ bezog die Gründung der Freimauerer komplett auf die Tempelritter. Sein Ziel war es, die Besitztümer und den Reichtum der Templer in den Besitz der Freimauerer zu bekommen. Er strickte quasi die Legende, dass die Freimaurer die direkten Nachfahren der legendären Templer wären. Er sorgte dafür, dass alle Logenbrüder hochtrabende und wohlklingende Namen der Tempelritter bekamen und versprach, dass alle Freimaurer die Ländereien und die damit verbundenen Pachteinnahmen bekommen sollten. Freiherr von Hund sammelte sogar erhebliche Summen, um den angeblichen Schatz der Tempelritter zurückzuerobern – beziehungsweise zurückzukaufen. Viele Logenmitglieder fühlten sich von den Geheimnissen der Templer angezogen, aber in erster Linie ging es wohl um Macht, Besitz und enormen Reichtum, den Hund versprach.''
 
''Schließlich flog der Schwindel des Freiherrens nach Jahren des Verzögerns und Hinhaltens auf. Da sich aber rund um den Mythos der Templer und Freimaurer, in Verbindung mit Hund und die „Strikte Observanz“ jahrzehntelang neue Logen und eigene Zweige nicht nur in Deutschland gebildet hatten, gab es nach dem Zusammenbruch der Legende viele Probleme. Bei einem Konvent von Wilhelmsbad kam es schließlich zu einer Neuordnung und einer Neugliederung der Freimaurer.''
 
''Jahrhundertelang wurde bei den Freimaurern mit sehr viel Geld und noch mehr Aufwand versucht, einen Beweis zu erbringen, dass es eine direkte Verbindung zu den Tempelrittern gibt, leider ohne jeden Erfolg. Trotzdem halten sich bis heute hartnäckige Gerüchte und diese These wird immer noch von einigen Logen vertreten.''“<ref>Freimaurer und Templer[http://www.swanksigns.org/freimaurer-und-tempelritter.htm] swanksigns.org, abgerufen am 12. Mai 2017</ref>
 
== Siehe auch ==
*[[Die Templer und das Judentum (Kryobob)|Die Templer und das Judentum]]
*[[Templerorden]] (Compactwissen)
 
== Einzelnachweise ==
<references />
 
{{PPA-Gold}}
*[https://anthrowiki.at/Templerorden Templerorden] im [[AnthroWiki]]
 
[[Kategorie:Templerorden| ]]
[[Kategorie:Christentumsgeschichte (Mittelalter)]]
[[Kategorie:Militärgeschichte (Mittelalter)]]
[[Kategorie:Historische Organisation]]
[[Kategorie:Gegründet im 12. Jahrhundert]]
[[Kategorie:Aufgelöst im 14. Jahrhundert]]

Aktuelle Version vom 2. März 2021, 13:23 Uhr

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