PlusPedia wird derzeit technisch modernisiert. Aktuell laufen Wartungsarbeiten. Für etwaige Unannehmlichkeiten bitten wir um Entschuldigung; es sind aber alle Artikel zugänglich und Sie können PlusPedia genauso nutzen wie immer.
Neue User bitte dringend diese Hinweise lesen:
Anmeldung - E-Mail-Adresse Neue Benutzer benötigen ab sofort eine gültige Email-Adresse. Wenn keine Email ankommt, meldet Euch bitte unter NewU25@PlusPedia.de.
Hinweis zur Passwortsicherheit:
Bitte nutzen Sie Ihr PlusPedia-Passwort nur bei PlusPedia.
Wenn Sie Ihr PlusPedia-Passwort andernorts nutzen, ändern Sie es bitte DORT bis unsere Modernisierung abgeschlossen ist.
Überall wo es sensibel, sollte man generell immer unterschiedliche Passworte verwenden! Das gilt hier und im gesamten Internet.
Aus Gründen der Sicherheit (PlusPedia hatte bis 24.07.2025 kein SSL | https://)
Bei PlusPedia sind Sie sicher: – Wir verarbeiten keine personenbezogenen Daten, erlauben umfassend anonyme Mitarbeit und erfüllen die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) vollumfänglich. Es haftet der Vorsitzende des Trägervereins.
PlusPedia blüht wieder auf als freundliches deutsches Lexikon.
Wir haben auf die neue Version 1.43.3 aktualisiert.
Wir haben SSL aktiviert.
Hier geht es zu den aktuellen Aktuelle Ereignissen
Kleinkastell „An der Altheimer Straße“: Unterschied zwischen den Versionen
Die Seite wurde neu angelegt: „{{All Coordinates}} {{Infobox Limeskastell |Name = Kleinkastell „An der Altheimer Straße“ |Antiker Name = |Nummer der RLK = -- |Strecke nach ORL = [[Ober…“ |
Koordinaten ! |
||
| (8 dazwischenliegende Versionen von 2 Benutzern werden nicht angezeigt) | |||
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
{{Infobox Limeskastell | {{Infobox Limeskastell | ||
|Name = Kleinkastell „An der Altheimer Straße“ | |Name = Kleinkastell „An der Altheimer Straße“ | ||
| Zeile 5: | Zeile 4: | ||
|Nummer der RLK = -- | |Nummer der RLK = -- | ||
|Strecke nach ORL = [[Obergermanisch-Raetischer Limes|Obergermanischer Limes]],<br />Vorderer Limes, Strecke 7 | |Strecke nach ORL = [[Obergermanisch-Raetischer Limes|Obergermanischer Limes]],<br />Vorderer Limes, Strecke 7 | ||
|Belegung von bis = 1. Hälfte des 3. | |Belegung von bis = 1. Hälfte des 3. Jahrhunderts n. Chr. | ||
|Kastelltyp = Kleinkastell | |Kastelltyp = Kleinkastell | ||
|Truppenteil = | |Truppenteil = | ||
|Abmessungen oder Fläche =42,48 (43,40) m × 37,92 (33,10) m | |Abmessungen oder Fläche =42,48 (43,40) m × 37,92 (33,10) m<br />(= 1.600 m²) | ||
|Verwendetes Material = Steinkastell | |Verwendetes Material = Steinkastell | ||
|Kurzbeschreibung = nicht sichtbar im Waldboden | |Kurzbeschreibung = nicht sichtbar im Waldboden | ||
|Heutiger Ortsname = [[Buchen (Odenwald)|Buchen]]-Hettingen | |Heutiger Ortsname = [[Buchen (Odenwald)|Buchen]]-Hettingen | ||
|Breitengrad = 49/32/42.78/N | |Breitengrad = 49/32/42.78/N | ||
|Längengrad = 9/23/0.83/E | |Längengrad = 9/23/0.83/E | ||
| Zeile 24: | Zeile 23: | ||
== Lage und Forschungsgeschichte == | == Lage und Forschungsgeschichte == | ||
[[Datei:Limes Haselburg-Rinschheim. | [[Datei:Limes Haselburg-Rinschheim.png|mini|Limesverlauf im Großraum des Kleinkastells]] | ||
[[Datei:ORL A 07 tab 05 pic 07 KK Hönehaus Wp 7-48 bis Wp 8-1.jpg|thumb|left|KK „An der Altheimer Straße“ im Limesverlauf]] | [[Datei:ORL A 07 tab 05 pic 07 KK Hönehaus Wp 7-48 bis Wp 8-1.jpg|thumb|left|KK „An der Altheimer Straße“ im Limesverlauf]] | ||
[[Datei:ORL A 07 tab 05 pic 08 KK Altheimer Straße.jpg|miniatur|Grundriss des KK „An der Altheimer Straße“ nach den Befunden der RLK]] | [[Datei:ORL A 07 tab 05 pic 08 KK Altheimer Straße.jpg|miniatur|Grundriss des KK „An der Altheimer Straße“ nach den Befunden der RLK]] | ||
Das Kleinkastell liegt südlich eines Limesknicks. Dort beginnt ein über 80 Kilometer schnurgerade von Nord nach Süd laufendes Stück der römischen Grenzanlagen. Die umgebende Landschaft ist sehr hügelig und wird von tiefen Taleinschnitten durchzogen. Der Blick vom Lagerplatz war aufgrund des sich nördlich, westlich und südlich erhebenden Rehbergs beschränkt. Von hier aus konnte jedoch der Osten, das [[Magna Germania|Freie Germanien]], mit der etwas tiefer vorbeilaufenden Limes-Palisade beobachtet werden. Sichtkontakt bestand außerdem mit den nächsten nördlichen und südlichen vermuteten Wachtürmen, die an den Außenflanken der Bergmulde errichtet worden waren, in der sich das kleine Lager befand. Nur rund 350 m südöstlich hätten die Geometer einen wesentlich günstigeren Platz finden können, von dem aus in beherrschender Lage ein weiter Rundumblick möglich gewesen wäre. Hier errichtete man etwas später das [[Kleinkastell Hönehaus]].<ref | Das Kleinkastell liegt südlich eines Limesknicks. Dort beginnt ein über 80 Kilometer schnurgerade von Nord nach Süd laufendes Stück der römischen Grenzanlagen. Die umgebende Landschaft ist sehr hügelig und wird von tiefen Taleinschnitten durchzogen. Der Blick vom Lagerplatz war aufgrund des sich nördlich, westlich und südlich erhebenden Rehbergs beschränkt. Von hier aus konnte jedoch der Osten, das [[Magna Germania|Freie Germanien]], mit der etwas tiefer vorbeilaufenden Limes-Palisade beobachtet werden. Sichtkontakt bestand außerdem mit den nächsten nördlichen und südlichen vermuteten Wachtürmen, die an den Außenflanken der Bergmulde errichtet worden waren, in der sich das kleine Lager befand. Nur rund 350 m südöstlich hätten die Geometer einen wesentlich günstigeren Platz finden können, von dem aus in beherrschender Lage ein weiter Rundumblick möglich gewesen wäre. Hier errichtete man etwas später das [[Kleinkastell Hönehaus]].<ref>Kleinkastell Hönehaus bei {{Coordinate |text=DMS |NS= 49.542872 |EW= 9.387542 |type=landmark |dim=20 |region=DE-BW |name=Kleinkastell Hönehaus}}.</ref> | ||
1892 wurde an diesem Platz durch die [[Reichs-Limes-Kommission]] (RLK) unter dem Streckenkommissar [[Wilhelm Conrady]] (1829-1903) gegraben. | 1892 wurde an diesem Platz durch die [[Reichs-Limes-Kommission]] (RLK) unter dem Streckenkommissar [[Wilhelm Conrady]] (1829-1903) gegraben. | ||
== Baugeschichte == | == Baugeschichte == | ||
Schon ihr Ausgräber Conrady stellte fest, dass die rechteckige, leicht verschobene, 42,48 (43,40) | Schon ihr Ausgräber Conrady stellte fest, dass die rechteckige, leicht verschobene, 42,48 (43,40) × 37,92 (33,10) Meter (= 1.600 Quadratmeter) umfassende Befestigung nicht vor dem dritten Jahrhundert entstanden sein kann, also einer späten Phase des „Äußeren Limes“ angehört. Da die RLK zudem keinerlei Hinweise auf eine Kulturschicht finden konnte und auch sonst nirgends Fundmaterial auftauchte,<ref>Philipp Filtzinger (Hrsg.): ''Die Römer in Baden-Württemberg''. Theiss, Stuttgart 1986, ISBN 3806202877, S. 263.</ref> nimmt die Forschung an, dass dieses Kastell entweder gar nicht fertiggestellt wurde, nie oder nur sehr kurz belegt war.<ref>[[Dieter Planck]]: ''Neue Forschungen zum obergermanischen und raetischen Limes''. In: Hildegard Temporini (Hrsg.): ''Aufstieg und Niedergang der römischen Welt''. Teil 2, Band 5, 1, de Gruyter, Berlin–New York 1976, ISBN 3110066904, S. 419.</ref> Zeitlich ist die Anlage „An der Altheimer Straße“ knapp vor dem Bau des nahen Kleinkastells Hönehaus anzusiedeln. | ||
Bei der Grabung wurde festgestellt, dass die Befestigung nur ein Tor nach Osten, zum Limes hin, besessen hat, dessen Wangen nach innen gezogen waren. | Bei der Grabung wurde festgestellt, dass die Befestigung nur ein Tor nach Osten, zum Limes hin, besessen hat, dessen Wangen nach innen gezogen waren. | ||
| Zeile 43: | Zeile 42: | ||
== Literatur == | == Literatur == | ||
* [[Dietwulf Baatz]]: ''Der römische Limes. Archäologische Ausflüge zwischen Rhein und Donau''. 4. Auflage | * [[Dietwulf Baatz]]: ''Der römische Limes. Archäologische Ausflüge zwischen Rhein und Donau''. 4. Auflage, Mann, Berlin 2000, ISBN 3-7861-2347-0, S. 234f. | ||
* Willi Beck und [[Dieter Planck]]: ''Der Limes in Südwestdeutschland''. 2. Auflage | * Willi Beck und [[Dieter Planck]]: ''Der Limes in Südwestdeutschland''. 2. Auflage, Theiss, Stuttgart 1980, ISBN 3-8062-0242-7. | ||
* Christian Fleer: ''Typisierung und Funktion der Kleinbauten am Limes.'' In: [[Egon Schallmayer|E. Schallmayer]] (Hrsg.): ''Limes Imperii Romani. Beiträge zum Fachkolloquium „Weltkulturerbe Limes“ November 2001 in Lich-Arnsburg.'' Bad Homburg v.d.H. 2004, ISBN 3-931267-05-9 S. 75–92 | * Christian Fleer: ''Typisierung und Funktion der Kleinbauten am Limes.'' In: [[Egon Schallmayer|E. Schallmayer]] (Hrsg.): ''Limes Imperii Romani. Beiträge zum Fachkolloquium „Weltkulturerbe Limes“, November 2001 in Lich-Arnsburg.'' (= ''Saalburg-Schriften'' 6) Bad Homburg v. d. H. 2004, ISBN 3-931267-05-9, S. 75–92. | ||
{{PPA-Silber}} | |||
== Anmerkungen == | == Anmerkungen == | ||
<references | <references /> | ||
{{Navigationsleiste Kastelle des Obergermanischen Limes, ORL-Strecke 7}} | {{Navigationsleiste Kastelle des Obergermanischen Limes, ORL-Strecke 7}} | ||
| Zeile 58: | Zeile 56: | ||
[[Kategorie:Römische Befestigungsanlage (Germania superior)]] | [[Kategorie:Römische Befestigungsanlage (Germania superior)]] | ||
[[Kategorie:Römisches Bauwerk in Baden-Württemberg|Buchen]] | [[Kategorie:Römisches Bauwerk in Baden-Württemberg|Buchen]] | ||
[[Kategorie:Kulturdenkmal | [[Kategorie:Kulturdenkmal in Buchen (Odenwald)]] | ||
[[Kategorie:Buchen (Odenwald)]] | [[Kategorie:Bauwerk in Buchen (Odenwald)]] | ||
Aktuelle Version vom 19. Januar 2025, 20:35 Uhr
| Kleinkastell „An der Altheimer Straße“ | |
|---|---|
| Limes | ORL -- (RLK) |
| Strecke (RLK) | Obergermanischer Limes, Vorderer Limes, Strecke 7 |
| Datierung (Belegung) | 1. Hälfte des 3. Jahrhunderts n. Chr. |
| Typ | Kleinkastell |
| Größe | 42,48 (43,40) m × 37,92 (33,10) m (= 1.600 m²) |
| Bauweise | Steinkastell |
| Erhaltungszustand | nicht sichtbar im Waldboden |
| Ort | Buchen-Hettingen |
| Geographische Lage | 49° 32′ 42,8″ N, 9° 23′ 0,8″ O |
| Höhe | 450 m ü. NHN |
| Vorhergehend | Kastell Walldürn (nördlich) |
| Anschließend | Kleinkastell Hönehaus (südlich) |
Das Kleinkastell „An der Altheimer Straße“ ist ein ehemaliges römisches Militärlager am sogenannten „Vorderen Limes“ des Obergermanisch-Rätischen Limes. Es befindet sich auf dem „Rehberg“ im „Großen Wald“ bei Hettingen, Stadt Buchen im Neckar-Odenwald-Kreis. Von der Anlage ist heute nichts mehr sichtbar.
Lage und Forschungsgeschichte
Das Kleinkastell liegt südlich eines Limesknicks. Dort beginnt ein über 80 Kilometer schnurgerade von Nord nach Süd laufendes Stück der römischen Grenzanlagen. Die umgebende Landschaft ist sehr hügelig und wird von tiefen Taleinschnitten durchzogen. Der Blick vom Lagerplatz war aufgrund des sich nördlich, westlich und südlich erhebenden Rehbergs beschränkt. Von hier aus konnte jedoch der Osten, das Freie Germanien, mit der etwas tiefer vorbeilaufenden Limes-Palisade beobachtet werden. Sichtkontakt bestand außerdem mit den nächsten nördlichen und südlichen vermuteten Wachtürmen, die an den Außenflanken der Bergmulde errichtet worden waren, in der sich das kleine Lager befand. Nur rund 350 m südöstlich hätten die Geometer einen wesentlich günstigeren Platz finden können, von dem aus in beherrschender Lage ein weiter Rundumblick möglich gewesen wäre. Hier errichtete man etwas später das Kleinkastell Hönehaus.[1]
1892 wurde an diesem Platz durch die Reichs-Limes-Kommission (RLK) unter dem Streckenkommissar Wilhelm Conrady (1829-1903) gegraben.
Baugeschichte
Schon ihr Ausgräber Conrady stellte fest, dass die rechteckige, leicht verschobene, 42,48 (43,40) × 37,92 (33,10) Meter (= 1.600 Quadratmeter) umfassende Befestigung nicht vor dem dritten Jahrhundert entstanden sein kann, also einer späten Phase des „Äußeren Limes“ angehört. Da die RLK zudem keinerlei Hinweise auf eine Kulturschicht finden konnte und auch sonst nirgends Fundmaterial auftauchte,[2] nimmt die Forschung an, dass dieses Kastell entweder gar nicht fertiggestellt wurde, nie oder nur sehr kurz belegt war.[3] Zeitlich ist die Anlage „An der Altheimer Straße“ knapp vor dem Bau des nahen Kleinkastells Hönehaus anzusiedeln.
Bei der Grabung wurde festgestellt, dass die Befestigung nur ein Tor nach Osten, zum Limes hin, besessen hat, dessen Wangen nach innen gezogen waren.
Denkmalschutz
Das Kleinkastell „An der Altheimer Straße“ und die erwähnten Bodendenkmale sind als Abschnitt des Obergermanisch-Rätischen Limes seit 2005 Teil des UNESCO-Welterbes. Außerdem sind die Anlagen Kulturdenkmale nach dem Denkmalschutzgesetz des Landes Baden-Württemberg (DSchG). Nachforschungen und gezieltes Sammeln von Funden sind genehmigungspflichtig, Zufallsfunde an die Denkmalbehörden zu melden.
Siehe auch
Literatur
- Dietwulf Baatz: Der römische Limes. Archäologische Ausflüge zwischen Rhein und Donau. 4. Auflage, Mann, Berlin 2000, ISBN 3-7861-2347-0, S. 234f.
- Willi Beck und Dieter Planck: Der Limes in Südwestdeutschland. 2. Auflage, Theiss, Stuttgart 1980, ISBN 3-8062-0242-7.
- Christian Fleer: Typisierung und Funktion der Kleinbauten am Limes. In: E. Schallmayer (Hrsg.): Limes Imperii Romani. Beiträge zum Fachkolloquium „Weltkulturerbe Limes“, November 2001 in Lich-Arnsburg. (= Saalburg-Schriften 6) Bad Homburg v. d. H. 2004, ISBN 3-931267-05-9, S. 75–92.
Vergleich zu Wikipedia
Anmerkungen
- ↑ Kleinkastell Hönehaus bei 49° 32′ 34,34″ N, 9° 23′ 15,15″ O.
- ↑ Philipp Filtzinger (Hrsg.): Die Römer in Baden-Württemberg. Theiss, Stuttgart 1986, ISBN 3806202877, S. 263.
- ↑ Dieter Planck: Neue Forschungen zum obergermanischen und raetischen Limes. In: Hildegard Temporini (Hrsg.): Aufstieg und Niedergang der römischen Welt. Teil 2, Band 5, 1, de Gruyter, Berlin–New York 1976, ISBN 3110066904, S. 419.