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Macht

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Macht bezeichnet die Fähigkeit einer Person, Gruppe oder Organisation auf das Denken und Verhalten einzelner Personen oder sozialer so einzuwirken, dass diese sich ihren Ansichten oder Wünschen unterordnen und entsprechend verhalten.

Dauerhafte Formen der Machtausübung sind meist institutionalisiert und in Organisationen eingebettet. Außerdem bemühen sich die Machtausübenden häufig zusätzlich um die Legitimierung sowie die Akzeptanz ihrer Macht seitens derjenigen, welche ihrer Macht unterworfen sind. Dies hat für erstere Gruppe den Vorteil, dass sie ihre Macht in den seltensten Fällen offen zur Anwendung bringen müssen.[1]

Der Begriff Macht nach Max Weber

Nach dem Soziologen Max Weber bedeutet Macht „jede Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel worauf diese Chance beruht.“ [2] Macht wird von Weber nicht als Besitz, sondern vielmehr als handlungsbezogen innerhalb einer sozialen Beziehung verstanden. Deshalb zeigt Macht zumindest temporär eine Asymmetrie der konkreten sozialen Beziehung.

Der Begriff Macht nach Hannah Arendt

Für Hannah Arendt ist Macht nicht etwas Statisches, das man besitzen oder konservieren könnte, sondern ein Phänomen, das erst im menschlichen Handeln entsteht und nur in dieser Hinsicht existiert. Sie schreibt u.a.:

"Macht besitzt eigentlich niemand, sie entsteht zwischen Menschen, wenn sie zusammen handeln, und sie verschwindet, sobald sie sich wieder zerstreuen." [3]

Der Begriff Macht nach Michel Foucault

Anhand historischen Archivmaterials, insbesondere Akten von Gefängnissen und Psychiatrien, zieht Michel Foucault in seinen Studien Schlüsse auf das Wesen der Macht und versucht sie als grundlegendes Konstitutionsprinzip moderner Gesellschaften zu demonstrieren. Er hat sich dem Thema Macht in zahlreichen Schriften, wie u.a. Der Wille zum Wissen (1976) oder Überwachen und Strafen (1975) gewidmet. Anders als andere Theoretiker setzt Foucault nicht dei einer klaren Machtdefinition an, sondern unternimmt eine Vielzahl von Beschriebungsversuchen, die sich teilweise stark voneinander unterscheiden. [4] In Der Wille zum Wissen etwa schreibt Foucault:

"Unter Macht, scheint mir, ist zunächst zu verstehen: die Vielfältigkeit von Kraftverhaältnissen, die ein Gebiet bevölkern und organisieren; das Spiel, das in unaufhörlichen Kämpfen und Auseinandersetzungen diese Kraftverhaältnisse verwandelt, verstärkt, verkehrt; die Stützen, die diese Kraftverhältnisse aneinander finden, indem sie sich zu Systemen verketten - oder die Verschiebungen und Widersprüche, die sie gegeneinander isolieren; und schließlich die Strategien, in denen sie zur Wirkung gelangen und deren große Linien und institutionelle Kristallisierungen." [5]

Der Begriff Macht umfasst für Foucault hier also weniger eine Substanz oder spezifische Entität als vielmehr Verhältnisse von Beziehungen und Kräften.

Der Begriff Macht nach Heinrich Popitz

Der Soziologe Heinrich Popitz hat in seinen Machtsudien entscheidende Grundlagen für die anthropologische Fundierung der Machttheorie gelegt. Studien zur Machttheorie stehen sogar im Zentrum seines Werkes. Zu nennen sind hier besonders seine Bücher Phänomene der Macht (1992) sowie Prozesse der Machtbildung (1968). [6]

Macht gilt Popitz als "allgemeines Element der conditio humana" [7] und "bestimmt das Wesen menschlicher Vergesellschaftung von Grund auf". [8] Macht ist für Popitz also ein Teil der menschlichen Natur und prägt demzufolge das gesellschaftliche Zusammenleben. Letztlich ist Macht für Popitz sogar notwendig, damit gesellschaftliche Ordnung überhaupt entstehen und aufrechterhalten werden kann. Das gilt zum einen für den Schutz nach außen, denn eine Ordnung, die sich selbst schützen will, müsse "in der Lage sein, Macht zu konzentrieren". [9] Zum anderen gilt es für den Schutz nach innen, da Ordnungen nur durch Machtkonzentrationen "innere Konflikte zwischen ihren Mitgliedern eindämmen können". [10]

Der Begriff Macht nach Niklas Luhmann

Siehe auch

Literatur

  • Andreas Anter: Theorien der Macht zur Einführung, Junius Verlag GmbH, Hamburg, 2012
  • Michel Foucault: Analytik der Macht, (Hrsg.: Daniel Defert und Francois Ewald), Frankfurt a. Main, 2005
  • Heinrich Popitz: Phänomene der Macht, 2. Aufl., Tübingen, 1992
  • Arnold Gehlen: Soziologie der Macht; in Erwin von Beckerath (Hrsg.): Handwörterbuch der Sozialwissenschaften, Band VII, Göttingen, 1961, Seite 77 bis 81

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Armin Nassehi: Soziologie - Zehn einführende Vorlesungen, VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden, 2008, Seite 169-174
  2. Max Weber: Wirtschaft und Gesellschaft, 1922, Seite 28
  3. Hannah Arendt: Vita activa oder vom tätigen Leben, München, 1960, S. 194
  4. Andreas Anter: Theorien der Macht zur Einführung, Junius Verlag GmbH, Hamburg, 2012, S. 103 und 104
  5. Michel Foucault: Der Wille zum Wissen, Sexualität und Wahrheit Band I, Frankfurt am Main, 1983, S. 93
  6. Andreas Anter: Theorien der Macht zur Einführung, Junius Verlag GmbH, Hamburg, 2012, S. 75 und 76
  7. Heinrich Popitz: Phänomene der Macht, 2. Aufl., Tübingen, 1992, S. 11
  8. Heinrich Popitz: Phänomene der Macht, 2. Aufl., Tübingen, 1992, S. 11
  9. Heinrich Popitz: Phänomene der Macht, 2. Aufl., Tübingen, 1992, S. 64
  10. Heinrich Popitz: Phänomene der Macht, 2. Aufl., Tübingen, 1992, S. 64

Andere Lexika