PlusPedia wird derzeit technisch modernisiert. Aktuell laufen Wartungsarbeiten. Für etwaige Unannehmlichkeiten bitten wir um Entschuldigung; es sind aber alle Artikel zugänglich und Sie können PlusPedia genauso nutzen wie immer.
Neue User bitte dringend diese Hinweise lesen:
Anmeldung - E-Mail-Adresse Neue Benutzer benötigen ab sofort eine gültige Email-Adresse. Wenn keine Email ankommt, meldet Euch bitte unter NewU25@PlusPedia.de.
Hinweis zur Passwortsicherheit:
Bitte nutzen Sie Ihr PlusPedia-Passwort nur bei PlusPedia.
Wenn Sie Ihr PlusPedia-Passwort andernorts nutzen, ändern Sie es bitte DORT bis unsere Modernisierung abgeschlossen ist.
Überall wo es sensibel, sollte man generell immer unterschiedliche Passworte verwenden! Das gilt hier und im gesamten Internet.
Aus Gründen der Sicherheit (PlusPedia hatte bis 24.07.2025 kein SSL | https://)
Bei PlusPedia sind Sie sicher: – Wir verarbeiten keine personenbezogenen Daten, erlauben umfassend anonyme Mitarbeit und erfüllen die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) vollumfänglich. Es haftet der Vorsitzende des Trägervereins.
PlusPedia blüht wieder auf als freundliches deutsches Lexikon.
Wir haben auf die neue Version 1.43.3 aktualisiert.
Wir haben SSL aktiviert.
Hier geht es zu den aktuellen Aktuelle Ereignissen
Benutzer:Funker/Test: Unterschied zwischen den Versionen
Funker (Diskussion | Beiträge) |
Funker (Diskussion | Beiträge) Keine Bearbeitungszusammenfassung |
||
| Zeile 24: | Zeile 24: | ||
<small>Quelle: [http://www.judentum.org/judenmission/antijudaismus/hostie.htm "Judentum.org: Heiliges Blut: Hinter- und Abgründiges zum "Hostienfrevel""]</small></ref>, Gotteslästerung und Brunnenvergiftung<ref name="Brunnenvergiftung">Brunnenvergiftung:<br/>Im Jahr 1321 wurden die Juden beschuldigt, sie hätten, um die Christen des landes zu ermorden, die Brunnen verseucht. Zwei jahre später, im Jahre 1323, hatten eben aus diesem Grunde, alle Juden das Land verlassen. Zur Zeit der Pest kam erneut der Verdacht der Brunnenvergiftung wieder auf. In den jahren 1348 und 1349 erreichte die Gewalt gegen die Juden ihren Höhepunkt.<br/><small>Quelle: [http://www.politische-bildung-brandenburg.de/juden/geschichte/juden_christen.htm "Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung: Juden im Mittelalter - Juden und Christen - 3. Die Brunnenvergiftung"]</small></ref>. | <small>Quelle: [http://www.judentum.org/judenmission/antijudaismus/hostie.htm "Judentum.org: Heiliges Blut: Hinter- und Abgründiges zum "Hostienfrevel""]</small></ref>, Gotteslästerung und Brunnenvergiftung<ref name="Brunnenvergiftung">Brunnenvergiftung:<br/>Im Jahr 1321 wurden die Juden beschuldigt, sie hätten, um die Christen des landes zu ermorden, die Brunnen verseucht. Zwei jahre später, im Jahre 1323, hatten eben aus diesem Grunde, alle Juden das Land verlassen. Zur Zeit der Pest kam erneut der Verdacht der Brunnenvergiftung wieder auf. In den jahren 1348 und 1349 erreichte die Gewalt gegen die Juden ihren Höhepunkt.<br/><small>Quelle: [http://www.politische-bildung-brandenburg.de/juden/geschichte/juden_christen.htm "Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung: Juden im Mittelalter - Juden und Christen - 3. Die Brunnenvergiftung"]</small></ref>. | ||
==== | ====In der Zeit des zweiten Kreuzzugs==== | ||
Zu Beginn des Zweiten Kreuzzuges ('''1147-1149''') hetzte der Mönch Rudolph im Rheinland erneut gegen die dort lebenden Juden. Die Vorwürfe waren, wie bei vielen Pogromen zuvor, Blutbeschuldigung und Hiostienschändigung. Papst Eugen II versuchte durch einen Erlass ("Bulle") ("Sicut Judaeis") die Juden zu schützen. Dieser Erlass verbot die Zwangtaufen, Übergriffe ohne Rechtsverfahren, erpresste Dienstleistungen. Er erlaubte ausdrücklich das ungestörte Feiern jüdischer Feste. Er schützte die jüdischen Friedhöfe. Wer dagegen verstieß, sollte exkommuniziert werden.<ref>[http://www.focus.de/wissen/bildung/theologie/tid-13327/juden-und-christen-hostienfrevel-ritualmorde-vergiftete-brunnen_aid_368567.html "Focus-Online: Juden und Christen Hostienfrevel, Ritualmorde, vergiftete Brunnen"]</ref><ref name="zweinullsieben">Michael Kühntopf: "Juden, Juden, Juden Band I - Jüdische Chronik - bis 07. November 1862"; ISBN 978-3-8334-8628-9; S. 207f.</ref> | Zu Beginn des Zweiten Kreuzzuges ('''1147-1149''') hetzte der Mönch Rudolph im Rheinland erneut gegen die dort lebenden Juden. Die Vorwürfe waren, wie bei vielen Pogromen zuvor, Blutbeschuldigung und Hiostienschändigung. Papst Eugen II versuchte durch einen Erlass ("Bulle") ("Sicut Judaeis") die Juden zu schützen. Dieser Erlass verbot die Zwangtaufen, Übergriffe ohne Rechtsverfahren, erpresste Dienstleistungen. Er erlaubte ausdrücklich das ungestörte Feiern jüdischer Feste. Er schützte die jüdischen Friedhöfe. Wer dagegen verstieß, sollte exkommuniziert werden.<ref>[http://www.focus.de/wissen/bildung/theologie/tid-13327/juden-und-christen-hostienfrevel-ritualmorde-vergiftete-brunnen_aid_368567.html "Focus-Online: Juden und Christen Hostienfrevel, Ritualmorde, vergiftete Brunnen"]</ref><ref name="zweinullsieben">Michael Kühntopf: "Juden, Juden, Juden Band I - Jüdische Chronik - bis 07. November 1862"; ISBN 978-3-8334-8628-9; S. 207f.</ref> | ||
| Zeile 48: | Zeile 48: | ||
|Quelle=Römer 11, Vers 25-27 ("Gute Nachricht") | |Quelle=Römer 11, Vers 25-27 ("Gute Nachricht") | ||
|ref= }} | |ref= }} | ||
Sie müssten dazu verschont werden, so | Sie müssten dazu verschont werden, so Bernhard. Sie sollten jedoch auf die Zinsen für ihre Kredite verzichten. Wenn man die Juden töte, so könne es den Kreuzfahrern ähnlich gehen, wie denen in Ungarn. Bernhard von Clairvaux konnte durch diese Äußerungen Gemetzel, wie im Jahre 1096 geschehen, verhindern.<ref name="zweinullsieben"></ref> | ||
Dennoch: In dem Jahr '''1168''' (im englischen Gloucester)<ref name="zweieinsnull">Michael Kühntopf: "Juden, Juden, Juden Band I - Jüdische Chronik - bis 07. November 1862"; ISBN 978-3-8334-8628-9; S. 210</ref><ref>[http://www.politische-bildung-brandenburg.de/juden/geschichte/juden_christen.htm "Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung: Juden im Mittelalter - Juden und Christen - 2. Die Ritualmord-Legende"]</ref> und '''1171''' kam es wieder wegen Ritualmord<ref name="Ritualmord"></ref> zu Beschuldigungen.<br/> | |||
1171 führte eine erfundene Ritualmordanklage in dem Ort Blois zu einem Prozess gegen vierzig (andere Quellen schreiben von über dreißig) Juden. Wenn sie sich zum christlichen Glauben bekannten, sollten sie am Leben gelassen werden. Trotz Folter blieben sie in ihrem eigenen Glauben und wurden verbrannt.<ref name="zweieinsnull"></ref><ref name="juediinfo">[http://www.de.chabad.org/library/article_cdo/aid/468990/jewish/Die-Mrtyrer-von-Blois-1171.htm "jüdische.info: Die Märtyrer von Blois (1171)"]</ref><br/> | |||
Rabbi Ephraim ben Jaakow (geb. 1132, gest. um 1200) berichtet: | |||
{{Zitat | |||
|Text=Es ereignete sich im Jahre 4931 (1171). Zu dieser Zeit lebten in Blois über vierzig Juden. Einer von ihnen, Isaak ben Eleasar, ritt an einem Donnerstagabend, kurz vor Pessach, zum Fluss. Es ereignete sich, dass ein Stallbursche zur gleichen Zeit zum Wasser ritt, um das Pferd seines Herren zu tränken. Der Jude trug auf seiner Brust ein ungegerbtes Fell, aber eine der Ecken hatte sich gelöst und ragte von dem Mantel hervor. Als das Pferd des Dieners in der Dunkelheit die weiße Seite des Fells sah, erschrak es und sprang zurück, und konnte nicht zum Wasser gebracht werden.<br/><br/> | |||
Der christliche Diener war ein einfacher Bauer, welcher oft in der Kirche gehört hatte, dass Juden christliches Blut für ihre Mazzot und ihren Wein zu Pessach nutzten, er warnte seine "Herde" während der Pessach-Zeit ein wachsames Auge auf ihre Kinder zu haben. Als nun sein Pferd zurückschreckte, eilte er zu seinem Herren zurück und sagte: "Höre, mein Herr, was ein bestimmter Jude getan hat. Als ich hinter ihm in Richtung Fluss ritt, sah ich ihn ein kleines christliches Kind, welches die Juden getötet hatten, ins Wasser werfen. Als ich dies sah, war ich entsetzt und eilte schnell zurück, da ich fürchtete, dass er mich auch töten würde. Auch das Pferd unter mir war durch das Spritzen des Wassers, als er das Kind hineinwarf, so schockiert, dass es nicht trinken wollte!"<br/><br/> | |||
Der Diener wusste, dass sein Herr sich über das Unglück der Juden freuen würde, weil er eine bestimmte Jüdin hasste, welche in der Stadt einflussreich war. So war es nicht verwunderlich als sein Herr sagte, "Nun kann ich an dieser Frau und dem Rest der Juden Rache nehmen."<br/><br/> | |||
Am nächsten Morgen ritt der Herr zu dem Herrscher der Stadt, Theobald, Sohn von Theobald, Graf von Blois (Schwiegersohn von König Louis VII. von Frankreich). Die Christen nannten ihn "den Guten", aber er war ein bösartiger und grausamer Mann.<br/><br/> | |||
Als der Herrscher die Anschuldigung vernahm, wurde er wütend und ließ alle Juden von Blois ergreifen und ins Gefängnis werfen, wo sie alle in eiserne Ketten gelegt wurden. Die einzige Ausnahme war die einflussreiche jüdische Dame, Madame Pulcelina, die für ihre Weisheit und ihre Schönheit berühmt war. Es war ihr oft möglich Vergünstigungen für die jüdischen Händler von Blois vom Herrscher zu erlangen. Aber nun gab die Ehefrau des Grafen (Alix, die Tochter des Königs) strikte Anweisungen an die Diener, dass sie nicht mit ihrem Ehemann sprechen durfte, da sie befürchtete, dass er seine Meinung ändern würde.<br/><br/> | |||
Der Herrscher hatte keinen Beweis gegen die Juden, außer den einfältigen Stallburschen. Der Graf war bereit mit den Juden einen Handel abzuschließen, und sie für eine große Summe Lösegeld freizulassen. Er sandte einen Juden zu den benachbarten Gemeinden und fragte sie, wie viel sie für die Freilassung ihrer Brüder zahlen würden. Die Juden berieten sich mit den inhaftierten Geiseln, und die letzte Offerte betrug nur einhundert Pfund, zuzüglich der unzähligen Schulden von christlichen Schuldnern in Höhe von einhundertacht Pfund. Die Juden im Verlies sagten ihren Brüdern in den anderen Gemeinden, dass sie das hohe Lösegeld für ihre Leben nicht zahlen sollten, damit dies nicht dazu führe, dass Christen es als profitabel ansehen würden, Juden für Lösegeld zu inhaftieren.<br/><br/> | |||
Es kam nicht zu Verhandlungen, weil der Bischof in dem Ort eintraf und darauf bestand, dass die Juden zum Tode verurteilt werden, und dass er ihre Schuld "beweisen" würde.<br/><br/> | |||
Der Priester riet dem Grafen den Zeugen durch die Wassertortur zu prüfen, um zu entdecken, ob er die Wahrheit sagte. Die Prüfung wurde wie folgt arrangiert: Ein großer Tank wurde mit Wasser gefüllt, und der Diener, der "sah", dass der Jude das Kind in den Fluss geworfen hatte, hatte den Behälter zu besteigen, wenn er schwimmen würde, wären seine Worte wahr; wenn er untergehen würde, hätte er gelogen.<br/><br/> | |||
Der Graf von Blois befahl, dass die Prüfung umgehend durchgeführt werden sollte. Nun hatte der Priester es zum Vorteil des Dieners so arrangiert, so dass dieser nicht unter gehen sollte. Dies war die Justiz in jenen Tagen. Die Juden wurden, auf der Basis der Wasserprüfung für schuldig befunden und dazu verurteilt, lebendig verbrannt zu werden.<br/><br/> | |||
Auf das Geheiß des bösartigen Herrschers hin wurden die Juden in ein hölzernes Haus gebracht, daneben wurden Dornenbüsche und Reisigbündel angehäuft. Dabei wurde ihnen gesagt, "Ihr könnt eure Leben retten, wenn ihr eure Religion verlasst und unsere Religion annehmen werdet." Die Juden lehnten dieses ab. Sie wurden geschlagen und gequält, damit sie die christliche Religion annehmen würden, aber sie lehnten es immer noch ab. Sie ermutigten sich gegenseitig standhaft zu bleiben und für die Heiligung des Göttlichen Namens zu sterben.<br/><br/> | |||
Auf das Geheiß des Grafen hin wurden zwei führende Juden, beides Kohanim, Rabbi Jechiel, der Sohn von Rabbi David HaKohen, und Rabbi Jekutiel, der Sohn von Rabbi Juda HaKohen, ergriffen und vor den anderen an einen einzelnen Pfahl gebunden, damit dies die anderen dazu führen würde zu konvertieren. Sie waren beide heilige und demütige Menschen mit großem Tora-Wissen, Schüler von Rabbeinu Tam und Rabbeinu Schmuel ben Me’ir, dem Enkel von Raschi. Ein dritter prominenter Jude, Rabbi Juda, der Sohn von Rabbi Aaron, wurde ebenfalls mit ihnen an den Pfahl gebunden.<br/><br/> | |||
Auf Befehl des Herrschers hin wurden die Reisigbündel entzündet. Das Feuer verbrannte die Fesseln an ihren Händen, so dass sie sich lösten. Die drei Juden entkamen dem Feuer riefen den Christen entgegen, welche sich versammelt hatten, um sie sterben zu sehen: "Euren Gesetzen gemäß solltet ihr uns frei lassen, da ihr gesehen habt, dass wir dem Feuertod lebend entkommen sind!" Sie kämpften darum freizukommen, wurden aber übermannt und zurück in das Haus gestoßen, und das Haus wurde in Brand gesetzt. Sie entkamen wieder und ergriffen einen der Scharfrichter und zogen ihn mit sich ins Feuer. Als sie im Feuer waren, rückten bewaffnete Soldaten vor und retteten den Christen aus ihren Händen, töteten sie mit ihren Schwertern und warfen ihre Körper in das Feuer.<br/><br/> | |||
Ein Jude, namens Rabbi Baruch ben David HaKohen, war dort und sah all dieses zu dieser Zeit mit seinen eigenen Augen. Er lebte im Territorium dieses Herrschers und war gekommen die Einzelheiten für die Freilassung der Juden von Blois auszuhandeln, aber unglücklicherweise war er nicht erfolgreich. Eine Vereinbarung wurde durch ihn getroffen, um die anderen Juden des Herrschers für tausend Pfund zu retten. Er rettete ebenfalls die Tora-Rollen und andere heilige Bücher.<br/><br/> | |||
Diese furchtbare Gräueltat ereignete sich am Mittwoch, den 20. Siwan, im Jahre 4931 (26. Mai 1171). All die Fakten wurden durch die Juden von Orleans niedergeschrieben, eine Stadt nahe der der Märtyrer, und wurden Rabbeinu Jaakow ben Me’ir bekannt, Raschis Enkel und der größte Rabbiner seiner Zeit.<br/><br/> | |||
In diesem Brief wurde ebenfalls berichtet, dass, als die Flammen in die Höhe schlugen, die Märtyrer einstimmig eine Melodie zu singen begannen, die sanft begann, aber mit ganzer Kraft endete. Die Christen kamen und fragten uns, 'Was für eine Art von Lied ist dies, wir haben nie eine derart liebliche Melodie gehört?' Wir kannten es gut, denn es war die Hymne Aleinu – "An uns ist es, den H-rrn von allem zu preisen, ... dass er uns nicht geschaffen hat wie die Völker der Länder, ..."<br/><br/> | |||
Rabbi Ephraim von Bonn zeichnete die erstaunliche Tatsache auf, die durch Rabbi Baruch bezeugt wurde, dass die Körper der Märtyrer nicht durch das Feuer verzehrt wurden; nur ihre Seelen verließen die Körper. Als die Menge dies sah, waren sie erstaunt und sagten einer zum anderen, "Wahrlich, dies sind Heilige." Für eine lange Zeit wurde es nicht gestattet die 31 (oder 32) Märtyrer von Blois zu beerdigen. Sie wurden am Fuß des Berges liegengelassen, an welchem sie verbrannt wurden. Es war erst viel später, als Juden kamen und um ihre Überreste zu begraben."<br/><br/> | |||
Rabbi Ephraim fügte die Klage hinzu, "Oh Tochter von Israel, weine für um die Seelen, die die Heiligung des Namens verbrannt wurden, und lass deine Brüder, das ganze Haus Israel, den Feuertod beklagen." | |||
|Autor= | |||
|Quelle= | |||
|ref= <ref name="juediinfo"></ref> <ref>[http://www.fordham.edu/halsall/source/1171blois.html "fordham.edu: Medieval Sourcebook: Ephraim ben Jacob: The Ritual Murder Accusation at Blois, May, 117 (o. zit. Text in engl.)"</ref>}} | |||
Acht Jahre später, im März '''1179''' lockerte der Vatikan im 3. Laterankonzil unter Papst Alexander III. einige der antijüdischen Gesetzgebungen, er verbot die Haltung christlicher Leibeigener durch Juden und plädierte für den Schutz der Juden vor der Zwangstaufe. Zudem verbot er die Störung jüdischer Gottesdienste.<ref name="zweieinsnull"></ref><ref>[http://www.heiligenlexikon.de/Glossar/Konzile_im_Lateran.htm "Ökumenisches Heiligenlexikon: Konzile im Lateran", ebd. "3. Laterankonzil"]</ref> | |||
'''1181''', so wird berichtet, ließ Philipp II. von Frankreich auf eigene Nachforschungen eines angeblichen Ritualmordes am 16.2.1181 den gesamten Besitz aller französischen Juden beschlagnahmen. Ein Jahr später vertrieb er sie aus dem Land, die Synagogen ließ er in Kirchen umwidmen.<ref name=zweieinseins>Michael Kühntopf: "Juden, Juden, Juden Band I - Jüdische Chronik - bis 07. November 1862"; ISBN 978-3-8334-8628-9; S. 211</ref> Bereits 16 Jahre später holt Philipp die Juden wieder zurück. Durch Philipp IV. (genannt "der Schöne") wurden sie, viele Jahre später, im Jahre '''1306''' wieder ausgewiesen.<ref>[http://www.arte.tv/de/Die-Welt-verstehen/Mittelalter/2422256.html "arte.tv: Leben im Mittelalter - Ausgrenzung und Verfolgung - Juden im Mittelalter", ebd.: "Verfolgung und Vertreibung"]</ref>. | |||
====Der dritte Kreuzzug==== | |||
Kurz vor dem dritten Kreuzzug ('''1189-1192''') wurden in England Ritualmordvorwürfe<ref name="Ritualmord"></ref> laut. Es kam zu grausamen Verfolgungen. Fast alle jüdische Gemeinden in England wurden angegriffen, als König Richard I. (gen. "Löwenherz") seine Teilnahme am Kreuzzug bekanntgab.<ref name=zweieinseins></ref> Im darauffolgenden Jahr, am 16.3.1190, richteten sich die Bürger von York gegen die jüdische Bevölkerung. Unter der Führung von Ritter Eugenius Craven zu Gainsborough wurden die Juden in Clifford's Tower verbracht wo sie sich selbst töteten. (Andere Quellen berichten, die Juden flüchteten in den Tower, welcher unter dem Schutz des Sheriffs stand. Der Tower wurde in Brand gesetzt.)<ref name="zweieinszwei">Michael Kühntopf: "Juden, Juden, Juden Band I - Jüdische Chronik - bis 07. November 1862"; ISBN 978-3-8334-8628-9; S. 212</ref> <ref>[http://home.arcor.de/robertecraven/thecountcraven.html "The count Craven"]</ref><ref>[http://www.dickemauern.de/york/gerav.htm "dickemauern.de: Cliffords Tower / York - England"]</ref><br/> | |||
Möglicherweise waren die Unruhen von einflußreichen Schuldnern gegen die jüdischen Geldverleiher angestiftet worden.<ref name="zweieinszwei"></ref> | |||
... | ... | ||
Version vom 31. Juli 2010, 09:03 Uhr
Testseite - bitte nicht ändern! --Funker 08:52, 5. Jun. 2010 (UTC)
===================
Die Anschuldigungen gegen die Juden werden konkreter
Immer wieder, hauptsächlich seit Mitte des 12. Jahrhunderts, wurden die Juden satanischer Verbrechen beschuldigt: Ritualmord (oft mit vorrangegangener Kindesentführung)[1], Hostienfrevel[2], Gotteslästerung und Brunnenvergiftung[3].
In der Zeit des zweiten Kreuzzugs
Zu Beginn des Zweiten Kreuzzuges (1147-1149) hetzte der Mönch Rudolph im Rheinland erneut gegen die dort lebenden Juden. Die Vorwürfe waren, wie bei vielen Pogromen zuvor, Blutbeschuldigung und Hiostienschändigung. Papst Eugen II versuchte durch einen Erlass ("Bulle") ("Sicut Judaeis") die Juden zu schützen. Dieser Erlass verbot die Zwangtaufen, Übergriffe ohne Rechtsverfahren, erpresste Dienstleistungen. Er erlaubte ausdrücklich das ungestörte Feiern jüdischer Feste. Er schützte die jüdischen Friedhöfe. Wer dagegen verstieß, sollte exkommuniziert werden.[4][5]
Petrus Venerabilis von Cluny drängte den fränkischen König Ludwig II., die Juden zwar leben zu lassen, sie aber vollständig zu enteignen. Ihre Besitztümer sollten dazu verwendet werden, die Kreuzfahrer zu verpflegen und auszurüsten. Er begründete dieses damit, daß die Juden weit schlimmere Feinde Gottes wären, als die "sarrazenen" (Muslime).[5]
Das der 9. Abt von Cluny[6] eindeutig ein Judenhasser war, geht auch aus einer Anmerkung Günter Sternbergers hervor. So sei der Talmud...
„... ein Werk des Antichrist; den Juden sei er als Strafe für ihre Sünden gegeben worden, um sie vom Alten Testament abzulenken – ein später immer wiederkehrendes Motiv.“
– Günter Sternberger, Der Talmud. Einführung – Texte – Erläuterungen, München 1987, S. 299
Erst Bernhard von Clairvaux[7], seit 1118 Leiter des Zisterzienserordens, bezog gegen die Judenpogrome etwas eindeutiger Stellung:
„Töte sie nicht, damit mein Volk es nicht vergesse; lass sie umherirren durch deine Macht, und stürze sie nieder, Herr, unser Schild!“
– Psalm 59, Vers 12 - "Elberfelder Übersetzung"
Er war der Ansicht, daß die Juden in der ganzen Welt zerstreut sind, um als lebendiges Zeichen für das leiden Jesu Christi zu dienen und die Völker auf die kommende Erlösung hinzuweisen. Auch die Juden würden dann, gemäß dem Römerbrief Kap. 11, Vers 25 f.
„Meine Brüder und Schwestern, ich muss euch jetzt mit Gottes geheimnisvollem Plan bekannt machen. Wenn ihr euch auf eure eigene Klugheit verlasst, könnt ihr leicht zu falschen Schlüssen kommen. Gott hat verfügt, dass ein Großteil des jüdischen Volkes sich gegen die Einladung zum Glauben verhärtet. Aber das gilt nur so lange, bis alle, die er aus den anderen Völkern erwählt hat, den Weg zum Heil gefunden haben.
Wenn das geschehen ist, dann wird das ganze Volk Israel gerettet werden, wie es in den Heiligen Schriften vorhergesagt ist: "Vom Zionsberg wird der Retter kommen und alle Auflehnung gegen Gott von den Nachkommen Jakobs nehmen.
Dann werde ich ihnen ihre Verfehlungen vergeben, sagt Gott; und so erfüllt sich der Bund, den ich mit ihnen geschlossen habe."“– Römer 11, Vers 25-27 ("Gute Nachricht")
Sie müssten dazu verschont werden, so Bernhard. Sie sollten jedoch auf die Zinsen für ihre Kredite verzichten. Wenn man die Juden töte, so könne es den Kreuzfahrern ähnlich gehen, wie denen in Ungarn. Bernhard von Clairvaux konnte durch diese Äußerungen Gemetzel, wie im Jahre 1096 geschehen, verhindern.[5]
Dennoch: In dem Jahr 1168 (im englischen Gloucester)[8][9] und 1171 kam es wieder wegen Ritualmord[1] zu Beschuldigungen.
1171 führte eine erfundene Ritualmordanklage in dem Ort Blois zu einem Prozess gegen vierzig (andere Quellen schreiben von über dreißig) Juden. Wenn sie sich zum christlichen Glauben bekannten, sollten sie am Leben gelassen werden. Trotz Folter blieben sie in ihrem eigenen Glauben und wurden verbrannt.[8][10]
Rabbi Ephraim ben Jaakow (geb. 1132, gest. um 1200) berichtet:
„Es ereignete sich im Jahre 4931 (1171). Zu dieser Zeit lebten in Blois über vierzig Juden. Einer von ihnen, Isaak ben Eleasar, ritt an einem Donnerstagabend, kurz vor Pessach, zum Fluss. Es ereignete sich, dass ein Stallbursche zur gleichen Zeit zum Wasser ritt, um das Pferd seines Herren zu tränken. Der Jude trug auf seiner Brust ein ungegerbtes Fell, aber eine der Ecken hatte sich gelöst und ragte von dem Mantel hervor. Als das Pferd des Dieners in der Dunkelheit die weiße Seite des Fells sah, erschrak es und sprang zurück, und konnte nicht zum Wasser gebracht werden.
Der christliche Diener war ein einfacher Bauer, welcher oft in der Kirche gehört hatte, dass Juden christliches Blut für ihre Mazzot und ihren Wein zu Pessach nutzten, er warnte seine "Herde" während der Pessach-Zeit ein wachsames Auge auf ihre Kinder zu haben. Als nun sein Pferd zurückschreckte, eilte er zu seinem Herren zurück und sagte: "Höre, mein Herr, was ein bestimmter Jude getan hat. Als ich hinter ihm in Richtung Fluss ritt, sah ich ihn ein kleines christliches Kind, welches die Juden getötet hatten, ins Wasser werfen. Als ich dies sah, war ich entsetzt und eilte schnell zurück, da ich fürchtete, dass er mich auch töten würde. Auch das Pferd unter mir war durch das Spritzen des Wassers, als er das Kind hineinwarf, so schockiert, dass es nicht trinken wollte!"
Der Diener wusste, dass sein Herr sich über das Unglück der Juden freuen würde, weil er eine bestimmte Jüdin hasste, welche in der Stadt einflussreich war. So war es nicht verwunderlich als sein Herr sagte, "Nun kann ich an dieser Frau und dem Rest der Juden Rache nehmen."
Am nächsten Morgen ritt der Herr zu dem Herrscher der Stadt, Theobald, Sohn von Theobald, Graf von Blois (Schwiegersohn von König Louis VII. von Frankreich). Die Christen nannten ihn "den Guten", aber er war ein bösartiger und grausamer Mann.
Als der Herrscher die Anschuldigung vernahm, wurde er wütend und ließ alle Juden von Blois ergreifen und ins Gefängnis werfen, wo sie alle in eiserne Ketten gelegt wurden. Die einzige Ausnahme war die einflussreiche jüdische Dame, Madame Pulcelina, die für ihre Weisheit und ihre Schönheit berühmt war. Es war ihr oft möglich Vergünstigungen für die jüdischen Händler von Blois vom Herrscher zu erlangen. Aber nun gab die Ehefrau des Grafen (Alix, die Tochter des Königs) strikte Anweisungen an die Diener, dass sie nicht mit ihrem Ehemann sprechen durfte, da sie befürchtete, dass er seine Meinung ändern würde.
Der Herrscher hatte keinen Beweis gegen die Juden, außer den einfältigen Stallburschen. Der Graf war bereit mit den Juden einen Handel abzuschließen, und sie für eine große Summe Lösegeld freizulassen. Er sandte einen Juden zu den benachbarten Gemeinden und fragte sie, wie viel sie für die Freilassung ihrer Brüder zahlen würden. Die Juden berieten sich mit den inhaftierten Geiseln, und die letzte Offerte betrug nur einhundert Pfund, zuzüglich der unzähligen Schulden von christlichen Schuldnern in Höhe von einhundertacht Pfund. Die Juden im Verlies sagten ihren Brüdern in den anderen Gemeinden, dass sie das hohe Lösegeld für ihre Leben nicht zahlen sollten, damit dies nicht dazu führe, dass Christen es als profitabel ansehen würden, Juden für Lösegeld zu inhaftieren.
Es kam nicht zu Verhandlungen, weil der Bischof in dem Ort eintraf und darauf bestand, dass die Juden zum Tode verurteilt werden, und dass er ihre Schuld "beweisen" würde.
Der Priester riet dem Grafen den Zeugen durch die Wassertortur zu prüfen, um zu entdecken, ob er die Wahrheit sagte. Die Prüfung wurde wie folgt arrangiert: Ein großer Tank wurde mit Wasser gefüllt, und der Diener, der "sah", dass der Jude das Kind in den Fluss geworfen hatte, hatte den Behälter zu besteigen, wenn er schwimmen würde, wären seine Worte wahr; wenn er untergehen würde, hätte er gelogen.
Der Graf von Blois befahl, dass die Prüfung umgehend durchgeführt werden sollte. Nun hatte der Priester es zum Vorteil des Dieners so arrangiert, so dass dieser nicht unter gehen sollte. Dies war die Justiz in jenen Tagen. Die Juden wurden, auf der Basis der Wasserprüfung für schuldig befunden und dazu verurteilt, lebendig verbrannt zu werden.
Auf das Geheiß des bösartigen Herrschers hin wurden die Juden in ein hölzernes Haus gebracht, daneben wurden Dornenbüsche und Reisigbündel angehäuft. Dabei wurde ihnen gesagt, "Ihr könnt eure Leben retten, wenn ihr eure Religion verlasst und unsere Religion annehmen werdet." Die Juden lehnten dieses ab. Sie wurden geschlagen und gequält, damit sie die christliche Religion annehmen würden, aber sie lehnten es immer noch ab. Sie ermutigten sich gegenseitig standhaft zu bleiben und für die Heiligung des Göttlichen Namens zu sterben.
Auf das Geheiß des Grafen hin wurden zwei führende Juden, beides Kohanim, Rabbi Jechiel, der Sohn von Rabbi David HaKohen, und Rabbi Jekutiel, der Sohn von Rabbi Juda HaKohen, ergriffen und vor den anderen an einen einzelnen Pfahl gebunden, damit dies die anderen dazu führen würde zu konvertieren. Sie waren beide heilige und demütige Menschen mit großem Tora-Wissen, Schüler von Rabbeinu Tam und Rabbeinu Schmuel ben Me’ir, dem Enkel von Raschi. Ein dritter prominenter Jude, Rabbi Juda, der Sohn von Rabbi Aaron, wurde ebenfalls mit ihnen an den Pfahl gebunden.
Auf Befehl des Herrschers hin wurden die Reisigbündel entzündet. Das Feuer verbrannte die Fesseln an ihren Händen, so dass sie sich lösten. Die drei Juden entkamen dem Feuer riefen den Christen entgegen, welche sich versammelt hatten, um sie sterben zu sehen: "Euren Gesetzen gemäß solltet ihr uns frei lassen, da ihr gesehen habt, dass wir dem Feuertod lebend entkommen sind!" Sie kämpften darum freizukommen, wurden aber übermannt und zurück in das Haus gestoßen, und das Haus wurde in Brand gesetzt. Sie entkamen wieder und ergriffen einen der Scharfrichter und zogen ihn mit sich ins Feuer. Als sie im Feuer waren, rückten bewaffnete Soldaten vor und retteten den Christen aus ihren Händen, töteten sie mit ihren Schwertern und warfen ihre Körper in das Feuer.
Ein Jude, namens Rabbi Baruch ben David HaKohen, war dort und sah all dieses zu dieser Zeit mit seinen eigenen Augen. Er lebte im Territorium dieses Herrschers und war gekommen die Einzelheiten für die Freilassung der Juden von Blois auszuhandeln, aber unglücklicherweise war er nicht erfolgreich. Eine Vereinbarung wurde durch ihn getroffen, um die anderen Juden des Herrschers für tausend Pfund zu retten. Er rettete ebenfalls die Tora-Rollen und andere heilige Bücher.
Diese furchtbare Gräueltat ereignete sich am Mittwoch, den 20. Siwan, im Jahre 4931 (26. Mai 1171). All die Fakten wurden durch die Juden von Orleans niedergeschrieben, eine Stadt nahe der der Märtyrer, und wurden Rabbeinu Jaakow ben Me’ir bekannt, Raschis Enkel und der größte Rabbiner seiner Zeit.
In diesem Brief wurde ebenfalls berichtet, dass, als die Flammen in die Höhe schlugen, die Märtyrer einstimmig eine Melodie zu singen begannen, die sanft begann, aber mit ganzer Kraft endete. Die Christen kamen und fragten uns, 'Was für eine Art von Lied ist dies, wir haben nie eine derart liebliche Melodie gehört?' Wir kannten es gut, denn es war die Hymne Aleinu – "An uns ist es, den H-rrn von allem zu preisen, ... dass er uns nicht geschaffen hat wie die Völker der Länder, ..."
Rabbi Ephraim von Bonn zeichnete die erstaunliche Tatsache auf, die durch Rabbi Baruch bezeugt wurde, dass die Körper der Märtyrer nicht durch das Feuer verzehrt wurden; nur ihre Seelen verließen die Körper. Als die Menge dies sah, waren sie erstaunt und sagten einer zum anderen, "Wahrlich, dies sind Heilige." Für eine lange Zeit wurde es nicht gestattet die 31 (oder 32) Märtyrer von Blois zu beerdigen. Sie wurden am Fuß des Berges liegengelassen, an welchem sie verbrannt wurden. Es war erst viel später, als Juden kamen und um ihre Überreste zu begraben."
Rabbi Ephraim fügte die Klage hinzu, "Oh Tochter von Israel, weine für um die Seelen, die die Heiligung des Namens verbrannt wurden, und lass deine Brüder, das ganze Haus Israel, den Feuertod beklagen."“[10] [11]
Acht Jahre später, im März 1179 lockerte der Vatikan im 3. Laterankonzil unter Papst Alexander III. einige der antijüdischen Gesetzgebungen, er verbot die Haltung christlicher Leibeigener durch Juden und plädierte für den Schutz der Juden vor der Zwangstaufe. Zudem verbot er die Störung jüdischer Gottesdienste.[8][12]
1181, so wird berichtet, ließ Philipp II. von Frankreich auf eigene Nachforschungen eines angeblichen Ritualmordes am 16.2.1181 den gesamten Besitz aller französischen Juden beschlagnahmen. Ein Jahr später vertrieb er sie aus dem Land, die Synagogen ließ er in Kirchen umwidmen.[13] Bereits 16 Jahre später holt Philipp die Juden wieder zurück. Durch Philipp IV. (genannt "der Schöne") wurden sie, viele Jahre später, im Jahre 1306 wieder ausgewiesen.[14].
Der dritte Kreuzzug
Kurz vor dem dritten Kreuzzug (1189-1192) wurden in England Ritualmordvorwürfe[1] laut. Es kam zu grausamen Verfolgungen. Fast alle jüdische Gemeinden in England wurden angegriffen, als König Richard I. (gen. "Löwenherz") seine Teilnahme am Kreuzzug bekanntgab.[13] Im darauffolgenden Jahr, am 16.3.1190, richteten sich die Bürger von York gegen die jüdische Bevölkerung. Unter der Führung von Ritter Eugenius Craven zu Gainsborough wurden die Juden in Clifford's Tower verbracht wo sie sich selbst töteten. (Andere Quellen berichten, die Juden flüchteten in den Tower, welcher unter dem Schutz des Sheriffs stand. Der Tower wurde in Brand gesetzt.)[15] [16][17]
Möglicherweise waren die Unruhen von einflußreichen Schuldnern gegen die jüdischen Geldverleiher angestiftet worden.[15]
...
Fussnoten
- ↑ 1,0 1,1 1,2 Ritualmord:
Juden sollen, besonders um die Osterzeit herum christliche Jungen entführt und geschlachtet haben, um deren Blut zu trinken. Erstes namentlich bekanntes Opfer soll 1144 William aus Norwich gewesen sein. In Detschland ist eines der bekanntesten die Geschichte um den 16jährigen Werner aus Oberweichsel (Bacharach):
Am Gründonnerstag des Jahres 1287 soll er erschlagen (nach anderer Überlieferung mit Stichwunden übersät) aufgefunden worden sein. Zweifelhaften Zeugenaussagen nach, soll sein Blut von Juden für das Passah-Fest benötigt worden sein. Andere Quellen berichten, daß er an den Füßen aufgehängt wurde, damit Jdie Juden in den besitz der Hostie gelangen, welche er geschluckt habe. Seine Leiche soll in den Rhein geworfen worden sein, wo sie gefunden wurde.
Die beschuldigten Juden wurden nicht lange befragt, sechundzwanzig Juden wurden ohne Prozess ermordet.
Die jüdischen Gemeinden des Umlandes empörten sich und wandten sich an den Kaiser Rudolf von Habsburg (1218 -1291). Dieser war von der Unschuld der Juden überzeugt. Er legte den Mördern eine Geldbuße auf und befahl den Leichnam des Werner zu verbrennen.
Seinem Befehl wurde nicht Folge geleistet. Im Gegenteil: Man errichtete für den ermordeten Werner eine Kapelle, denn viele Christen pilgerten nach Bacharach, sein Leichnam wurde verehrt. Bis in das Jahr 1963 feierte man das Fest des heiligen Werner.
Quelle: "Ökumenisches Heiligenlexikon: Werner von Oberwesel (von Bacharach)
Im Jahr 2001 brachte man an der Kapelle eine Tafel mit dem Text eines Gebetes Papst Johannes XXIII. an:„Wir erkennen heute, daß viele Jahrhunderte der Blindheit unsere Augen verhüllt haben, so daß wir die Schönheit Deines auserwählten Volkes nicht mehr sehen und in seinem Gesicht nicht mehr die Züge unseres gestorbenen Bruders wiedererkennen.
Wir erkennen, daß ein Kainsmal auf unserer Stirn steht. Im Laufe der Jahrhunderte hat unser Bruder Abel in dem Blute gelegen, das wir vergossen, und er hat Tränen geweint, die wir verursacht haben, weil wir Deine Liebe vergaßen.
Vergib uns den Fluch, den wir zu Unrecht an den Namen der Juden hefteten.
Vergib uns, daß wir Dich in ihrem Fleische zum zweitenmal ans Kreuz schlugen.
Denn wir wußten nicht, was wir taten.“Bis in die heutige Zeit wird immer wieder ein Bezug zwischen Juden und Ritualmorde hergestellt. Zuletzt im Januar 2010, als an der Kölner (Pappplakat-)Klagemauer vom Betreiber ein Hetz-Plakat aufgehängt wurde. Dieses zeigte einen an einem Tsich sitzenden Mann, der mit gabel und Messer ein totes ausgeblutetes palästinensisches Kind zerstückelt. Der Brustlatz des Mannes schückt ein blauer Davidstern.
Quelle: "Zentralrat der Juden in Deutschland: Ritualmord - Kölner Plakat greift in die Rüstkammer alten Judenhasses"
- ↑ Hostienfrevel:
Juden sollen angeblich geweihte Hostien gestohlen und mit Nadeln durchstochen haben. Ihre (angebliche) Überlegung: Wenn die Hostie tatsächlich der Leib Jesus von Nazareth sei, so müsse er ja bluten.
Johannes von Tilrode (gest. 1298), berichtet von einem fall, der sich in Paris abgespielt haben soll:
Ein Jude hab einer christlichen Magd für 10 Pfund Silber eine geweihte Hostie gekauft. Die Judengemeinde habe diese Hostie dann mit Messer bearbeitet. Sie ließ sich nicht zerstören. Erst mit einem großen Messer konnte die Hostie zerteilt werden. Dabei sei Blut geflossen. Anschließend seien die Stücke in heißes Wasser geworfen worden, worauf sie sich in ein Stück Fleisch verwandelten. Johannes berichtete, daß durch dieses Wunder viele Augenzeugen sich zum Christentum bekehrt haben.
Quelle: "Judentum.org: Heiliges Blut: Hinter- und Abgründiges zum "Hostienfrevel"" - ↑ Brunnenvergiftung:
Im Jahr 1321 wurden die Juden beschuldigt, sie hätten, um die Christen des landes zu ermorden, die Brunnen verseucht. Zwei jahre später, im Jahre 1323, hatten eben aus diesem Grunde, alle Juden das Land verlassen. Zur Zeit der Pest kam erneut der Verdacht der Brunnenvergiftung wieder auf. In den jahren 1348 und 1349 erreichte die Gewalt gegen die Juden ihren Höhepunkt.
Quelle: "Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung: Juden im Mittelalter - Juden und Christen - 3. Die Brunnenvergiftung" - ↑ "Focus-Online: Juden und Christen Hostienfrevel, Ritualmorde, vergiftete Brunnen"
- ↑ 5,0 5,1 5,2 Michael Kühntopf: "Juden, Juden, Juden Band I - Jüdische Chronik - bis 07. November 1862"; ISBN 978-3-8334-8628-9; S. 207f.
- ↑ "abaelard.de: Petrus Venerabilis!"
- ↑ "heiligenlexikon.de: Bernhard von Clairvaux"
- ↑ 8,0 8,1 8,2 Michael Kühntopf: "Juden, Juden, Juden Band I - Jüdische Chronik - bis 07. November 1862"; ISBN 978-3-8334-8628-9; S. 210
- ↑ "Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung: Juden im Mittelalter - Juden und Christen - 2. Die Ritualmord-Legende"
- ↑ 10,0 10,1 "jüdische.info: Die Märtyrer von Blois (1171)"
- ↑ [http://www.fordham.edu/halsall/source/1171blois.html "fordham.edu: Medieval Sourcebook: Ephraim ben Jacob: The Ritual Murder Accusation at Blois, May, 117 (o. zit. Text in engl.)"
- ↑ "Ökumenisches Heiligenlexikon: Konzile im Lateran", ebd. "3. Laterankonzil"
- ↑ 13,0 13,1 Michael Kühntopf: "Juden, Juden, Juden Band I - Jüdische Chronik - bis 07. November 1862"; ISBN 978-3-8334-8628-9; S. 211
- ↑ "arte.tv: Leben im Mittelalter - Ausgrenzung und Verfolgung - Juden im Mittelalter", ebd.: "Verfolgung und Vertreibung"
- ↑ 15,0 15,1 Michael Kühntopf: "Juden, Juden, Juden Band I - Jüdische Chronik - bis 07. November 1862"; ISBN 978-3-8334-8628-9; S. 212
- ↑ "The count Craven"
- ↑ "dickemauern.de: Cliffords Tower / York - England"