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Body Integrity Identity Disorder: Unterschied zwischen den Versionen

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== Geschichte ==
== Geschichte ==
Von [[Lukian von Samosata|Lukian]] stammt die Überlieferung von [[Kombabus]], der sich als Reisebegleiter der syrischen Königsgemahlin zuvor aus eigenem Entschluss einer [[Kastration]] unterzogen hatte.<ref>https://de.wikipedia.org/wiki/Kastration#Mensch</ref>
In der arabischen Medizin ist das Phänomen seit 100 Jahren bekannt. Bereits im 13. Jahrhundert verurteilte Imam Nawawi (1233 – 1279 n.Ch.) im Minhag at-Talibin freiwillige Amputationen durch Ärzte als "einfache Sünde". Im 18. Jahrhundert berichtete eine französische Quelle über das Glück eines Mannes, dem 1785 ein gesundes Bein amputiert worden war (Sue J.J., [richtig: Jean-Baptiste]: Anecdotes historiques, litteraires et critiques, sur la medicine, la chirurgie, et la pharmacie, Chez la Bocher, 1785). Im 20. Jahrhundert präsentierte ein umstrittener Sexologe einen ähnlichen Fall in den USA. Im Jahre 2000 berichtete die BBC über den Fall einer freiwilligen Amputation in Schottland. Das schottische Nationalparlament verbot dem Krankenhaus weitere Behandlungen dieser Art.
In der arabischen Medizin ist das Phänomen seit 100 Jahren bekannt. Bereits im 13. Jahrhundert verurteilte Imam Nawawi (1233 – 1279 n.Ch.) im Minhag at-Talibin freiwillige Amputationen durch Ärzte als "einfache Sünde". Im 18. Jahrhundert berichtete eine französische Quelle über das Glück eines Mannes, dem 1785 ein gesundes Bein amputiert worden war (Sue J.J., [richtig: Jean-Baptiste]: Anecdotes historiques, litteraires et critiques, sur la medicine, la chirurgie, et la pharmacie, Chez la Bocher, 1785). Im 20. Jahrhundert präsentierte ein umstrittener Sexologe einen ähnlichen Fall in den USA. Im Jahre 2000 berichtete die BBC über den Fall einer freiwilligen Amputation in Schottland. Das schottische Nationalparlament verbot dem Krankenhaus weitere Behandlungen dieser Art.



Version vom 12. Februar 2024, 10:25 Uhr

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Body Integrity Identity Disorder (kurz BIID, deutsch: Körperintegritäts-Identitätsstörung) ist eine sehr seltene Erkrankung und ist mit bestimmten, oft nicht umzusetzenden Wünschen nach einer körperlichen Veränderung verbunden. Dazu gehören die "Freiwillige Amputation" und nach bisherigen Erkenntnissen (Nitschmann, Schramme, Waible) auch das Verlangen nach dem Eintritt oder der Herstellug einer Querschnittlähmung. Andere Wünsche wurden bisher nur anekdotenhaft übermittelt (z.B. der Wunsch danach, gehörlos zu sein). Die meisten Wünsche können nur unter Mithilfe von Ärzten erfüllt werden. Seit den 2000er-Jahren untersuchen Neurologen, Psychiater, Philosophen und Juristen dieses Phänomen, das auch als "Amputee Identity Disorder" ("AID") oder "Xenomelia" in den Medien bekannt geworden ist.

Geschichte

Von Lukian stammt die Überlieferung von Kombabus, der sich als Reisebegleiter der syrischen Königsgemahlin zuvor aus eigenem Entschluss einer Kastration unterzogen hatte.[1]

In der arabischen Medizin ist das Phänomen seit 100 Jahren bekannt. Bereits im 13. Jahrhundert verurteilte Imam Nawawi (1233 – 1279 n.Ch.) im Minhag at-Talibin freiwillige Amputationen durch Ärzte als "einfache Sünde". Im 18. Jahrhundert berichtete eine französische Quelle über das Glück eines Mannes, dem 1785 ein gesundes Bein amputiert worden war (Sue J.J., [richtig: Jean-Baptiste]: Anecdotes historiques, litteraires et critiques, sur la medicine, la chirurgie, et la pharmacie, Chez la Bocher, 1785). Im 20. Jahrhundert präsentierte ein umstrittener Sexologe einen ähnlichen Fall in den USA. Im Jahre 2000 berichtete die BBC über den Fall einer freiwilligen Amputation in Schottland. Das schottische Nationalparlament verbot dem Krankenhaus weitere Behandlungen dieser Art.

Derzeit versuchen Mediziner "Freiwillige Amputationen" hinsichtlich ihrer Verbreitung, Ursache und Erscheinungsform zu untersuchen. Seitens der Betroffenen besteht jedoch kaum eine Bereitschaft zur Mitwirkung, da sie den Betroffenen keine praktische Hilfestellung bei der Erfüllung ihres Wunsches zukommen lassen. Der Hirnwissenschaftler Swaab schätzt, dass 28 % der Betroffene ihre Wünsche erfüllen können (Quelle folgt).

Freiwillige Amputationen verursachen medizinethische und in einigen Ländern strafrechtliche Probleme.

Während in Deutschland nach einem Urteil des BGHs Eingriffe dieser Art zulässig sein können, ist die Kostenübernehme der Operation und nachfolgenden Behandlung sozialrechtlich bisher nicht geregelt.

Personen, die sich einer freiwilligen Amputation unterziehen wollen, unterliegen der Gefahr moralischer Entrüstung über einen Wunsch dieser Art.

Weblinks

Literatur

  • Kathrin Nitschmann: Chirurgie für die Seele? Eine Fallstudie zu Gegenstand und Grenzen der Sittenwidrigkeitsklausel, Zeitschrift: Zeitschrift für die gesamte Strafrechtswissenschaft, Band 119, Heft 3, 2007, S. 547 - 593
  • Thomas Schramme: Freiwillige Verstümmelung: Warum eigentlich nicht?, In: Johann S. Ach, Arnd Pollmann (Hg.), no body is perfect. Baumaßnahmen am menschlichen Körper. Bioethische und ästhetische Aufrisse, Bielefeld 2006
  • Elmar Waibl: Body Integrity Identity Disorder (BIID): Eine extreme Herausforderung für die Medizinethik, in: PluralismusKonflikte - Le pluralisme en conflits, Marie-Luisa Frick, Pascal Mbongo, Florian Schallhart, S. 307 ff. Münster 2010
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