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Wissenschaft: Unterschied zwischen den Versionen

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Gerhard kemme (Diskussion | Beiträge)
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Gerhard kemme (Diskussion | Beiträge)
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Der '''Positivismus''' ist charakterisiert durch die Vorstellung einer positiven („positiv" bedeutet hier: gesetzt, gegeben, wirklich vorhanden) Realität, die man durch Forschung entdecken kann. Das wiederum beruht auf der Vorstellung, dass es eine endgültige Wahrheit und Wirklichkeit gebe, die durch Beobachten und Experimentieren entdeckt und bewiesen werden könne. Das Streben nach Objektivität steht dabei im Vordergrund. Wahrheit ist hier objektive Wirklichkeit, die mit den Sinnen erfasst, erforscht und gemessen werden kann. Das Ziel ist es, Gesetzmäßigkeiten (für Abläufe in der Natur, im menschlichen Organismus, im menschlichen Verhalten etc.) zu entdecken. Nach dem Prinzip der Deduktion - Wissenschaft beginnt mit theoretischen Konzepten - sollen wissenschaftliche Hypothesen (Theorien) empirisch (mittels Forschung) verifiziert werden. Je häufiger dies passiert, desto höher ist der Vorhersagewert für künftige Ereignisse.
Der '''Positivismus''' ist charakterisiert durch die Vorstellung einer positiven („positiv" bedeutet hier: gesetzt, gegeben, wirklich vorhanden) Realität, die man durch Forschung entdecken kann. Das wiederum beruht auf der Vorstellung, dass es eine endgültige Wahrheit und Wirklichkeit gebe, die durch Beobachten und Experimentieren entdeckt und bewiesen werden könne. Das Streben nach Objektivität steht dabei im Vordergrund. Wahrheit ist hier objektive Wirklichkeit, die mit den Sinnen erfasst, erforscht und gemessen werden kann. Das Ziel ist es, Gesetzmäßigkeiten (für Abläufe in der Natur, im menschlichen Organismus, im menschlichen Verhalten etc.) zu entdecken. Nach dem Prinzip der Deduktion - Wissenschaft beginnt mit theoretischen Konzepten - sollen wissenschaftliche Hypothesen (Theorien) empirisch (mittels Forschung) verifiziert werden. Je häufiger dies passiert, desto höher ist der Vorhersagewert für künftige Ereignisse.


Der '''Kritische Rationalismus''' wurde von Sir Karl Popper als Weiterentwicklung des Positivismusses begründet. Auch dieser folgt dem deduktiven Prinzip, und auch hier ist es das Ziel der Wissenschaften, Gesetzmäßigkeiten aufzudecken um damit zu einer objektiven Wahrheit zu gelangen. Theorien und Hypothesen werden mit der Wirklichkeit konfrontiert und an ihr überprüft. Popper beruft sich aber im Gegensatz zu den Positivisten auf das Falsifikationsprinzip. Dieses beruht auf dem Gedanken, dass es keine allgemein gültigen Sätze geben kann, da eine Ausnahme hinreicht, um eine Theorie zu stürzen. Es kann in der Wissenschaft daher nicht um die Verifikation von Hypothesen gehen, sondern nur um eine Falsifikation, die Wiederlegung dieser Hypothesen. Die treibende Kraft im wissenschaftlichen Erkenntnisprozess ist demnach die Kritik des "Bestehenden". Die Sozialwissenschaften, genauso wie die Gesundheitswissenschaften, sind stark von dieser Denkschule beeinflusst.
Der '''Kritische Rationalismus''' wurde von Sir Karl Popper als Weiterentwicklung des Positivismusses begründet. Auch dieser folgt dem deduktiven Prinzip, und auch hier ist es das Ziel der Wissenschaften, Gesetzmäßigkeiten aufzudecken um damit zu einer objektiven Wahrheit zu gelangen. Theorien und Hypothesen werden mit der Wirklichkeit konfrontiert und an ihr überprüft. Popper beruft sich aber im Gegensatz zu den Positivisten auf das Falsifikationsprinzip. Dieses beruht auf dem Gedanken, dass es keine allgemein gültigen Sätze geben kann, da eine Ausnahme hinreicht, um eine Theorie zu stürzen. Es kann in der Wissenschaft daher nicht um die Verifikation von Hypothesen gehen, sondern nur um eine Falsifikation, die Wiederlegung dieser Hypothesen. Die treibende Kraft im wissenschaftlichen Erkenntnisprozess ist demnach die Kritik des "Bestehenden". Die Sozialwissenschaften, genauso wie die Gesundheitswissenschaften, sind stark von dieser Denkschule beeinflusst.<ref>[http://www.pflege-paedagogik.de/docs/06_forschen/6_1_forschen_in_der_pflege/leseprobe_mayer.htm Einführung in die Pflegeforschung] - pflege-paedagogik.de</ref>


== Wissenschaftsbereiche ==
== Wissenschaftsbereiche ==

Version vom 7. Juli 2010, 15:22 Uhr

Wissenschaft ist ein Verfahren, mit dem aufbauend auf bekannten Grundlagen (Literatur und anderen Informationen) mittels systematischer Forschung (Experimente, Tests, Thesenüberprüfung, u.a.) Erkenntnis auf höherem Niveau erzielt und das Wissen erweitert werden kann. Wissenschaftliche Forschung folgt genau definierten und methodischen Verfahren und dokumentiert den eigenen Arbeitsprozess zur Gewährleistung der gegenseitigen Überprüfbarkeit. Die Überprüfung der Wissenschaftlichkeit eines Forschungsprozesses erfolgt im Rahmen der internationalen Diskussion auf Workshops, Tagungen und Kongressen und durch die systematische Kritik durch die Fachkollegenschaft in wissenschaftlichen Zeitschriften und anderen Medien (heute auch in Rundfunk, Fernsehen und Internet). Durch die Lehre (an der Universität, aber auch in außeruniversitären Kursen und in der Schule) und populärwissenschaftliche Publikationen werden die aktuellen Forschungsergebnisse auch an die allgemeinen RezipientInnen weitergegeben und ein Überblick über den aktuellen Stand der Forschung vermittelt.[1]

Wissenschaftlicher Erkenntnisprozess

Grundlegende Begriffe

Der Begriff Induktion beschreibt die Schlussfolgerung ausgehend vom Einzelfall zu einer Verallgemeinerung. Der Begriff Deduktion bezeichnet die Ableitung von einer allgemeinen Aussage auf einen Einzelfall.

Wissenschaftstheoretische Positionen

Der Positivismus ist charakterisiert durch die Vorstellung einer positiven („positiv" bedeutet hier: gesetzt, gegeben, wirklich vorhanden) Realität, die man durch Forschung entdecken kann. Das wiederum beruht auf der Vorstellung, dass es eine endgültige Wahrheit und Wirklichkeit gebe, die durch Beobachten und Experimentieren entdeckt und bewiesen werden könne. Das Streben nach Objektivität steht dabei im Vordergrund. Wahrheit ist hier objektive Wirklichkeit, die mit den Sinnen erfasst, erforscht und gemessen werden kann. Das Ziel ist es, Gesetzmäßigkeiten (für Abläufe in der Natur, im menschlichen Organismus, im menschlichen Verhalten etc.) zu entdecken. Nach dem Prinzip der Deduktion - Wissenschaft beginnt mit theoretischen Konzepten - sollen wissenschaftliche Hypothesen (Theorien) empirisch (mittels Forschung) verifiziert werden. Je häufiger dies passiert, desto höher ist der Vorhersagewert für künftige Ereignisse.

Der Kritische Rationalismus wurde von Sir Karl Popper als Weiterentwicklung des Positivismusses begründet. Auch dieser folgt dem deduktiven Prinzip, und auch hier ist es das Ziel der Wissenschaften, Gesetzmäßigkeiten aufzudecken um damit zu einer objektiven Wahrheit zu gelangen. Theorien und Hypothesen werden mit der Wirklichkeit konfrontiert und an ihr überprüft. Popper beruft sich aber im Gegensatz zu den Positivisten auf das Falsifikationsprinzip. Dieses beruht auf dem Gedanken, dass es keine allgemein gültigen Sätze geben kann, da eine Ausnahme hinreicht, um eine Theorie zu stürzen. Es kann in der Wissenschaft daher nicht um die Verifikation von Hypothesen gehen, sondern nur um eine Falsifikation, die Wiederlegung dieser Hypothesen. Die treibende Kraft im wissenschaftlichen Erkenntnisprozess ist demnach die Kritik des "Bestehenden". Die Sozialwissenschaften, genauso wie die Gesundheitswissenschaften, sind stark von dieser Denkschule beeinflusst.[2]

Wissenschaftsbereiche

Wissenschaft kann nach unterschiedlichen Kriterien in Wissenschaftsbereiche gegliedert werden:

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Wissenschaftsbereiche

Literatur

  • Michel Foucault: Die Ordnung der Dinge. Eine Archäologie des Wissens der Humanwissenschaften. Frankfurt a.M. 1974. (14. Aufl., 1997, ISBN 3-518-27696-4.)
  • Rudolf Stichweh: Zur Entstehung des modernen Systems wissenschaftlicher Disziplinen. Physik in Deutschland 1740-1890. Frankfurt a.M. 1984, ISBN 3-518-57688-7.
  • Nicholas Rescher: Die Grenzen der Wissenschaft. Reclam Philipp Jun., Stuttgart 1985, ISBN 3-15-008095-9.
  • Alan F. Chalmers: Wege der Wissenschaft. Einführung in die Wissenschaftstheorie. Berlin u.a. 1986, ISBN 3-540-16244-5. (6., verb. Aufl., 2007, ISBN 3-540-49490-1.)
  • Helmut Seiffert / Gerard Radnitzky (Hrsg.): Handlexikon zur Wissenschaftstheorie. München 1992, ISBN 3-423-04586-8. (2. Aufl., 1994, ISBN 3-423-04586-8.)
  • Wolfgang Balzer: Die Wissenschaft und ihre Methoden. Grundsätze der Wissenschaftstheorie. Ein Lehrbuch. Freiburg / München / Alber 1997, ISBN 3-495-47853-1.
  • Hans Poser: Wissenschaftstheorie. Eine philosophische Einführung. Reclam, Ditzingen 2001, ISBN 3-15-018125-9.
  • Gerhard Schurz: Einführung in die Wissenschaftstheorie. Darmstadt 2006, ISBN 3-534-15462-2.
  • Martin Carrier: Wissenschaftstheorie zur Einführung. Hamburg 2006, ISBN 3-88506-617-3.

Siehe auch

Physik

Einzelnachweis

  1. Definition Wissenschaft - univie.ac.at
  2. Einführung in die Pflegeforschung - pflege-paedagogik.de