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Antisemitismus in Russland: Unterschied zwischen den Versionen
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Der '''Antisemitismus in Russland''' ist ein von westlichen Historikern stark vernachlässigtes Thema. Ein Höhepunkt des [[Antisemitismus]] in [[Russland]] findet sich Anfang des 20. Jahrhunderts und wurde hauptsächlich durch die Veröffentlichung eines Buches von 1905 im [[Russisches Kaiserreich|Russischen Kaiserreich]] bekannt. Es handelt sich um das Werk des religiösen Schriftstellers [[Sergei Alexandrowitsch Nilus|Sergei Nilus]] (1862–1929), das unter dem Titel ''Das Große im Kleinen, oder die Ankunft des Antichrist und die herannahende Herrschaft des Teufels auf der Erde'' erschien. Nach dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] wurden Auszüge daraus als „[[Protokolle der Weisen von Zion]]“ international verbreitet und legten auch den Keim für den späteren [[Holocaust]] am [[Judentum|jüdischen Volk]]. Allerdings haben die Ereignisse der [[Oktoberrevolution]] von 1917 die weitere Entwicklung in den Hintergrund treten lassen. Die [[sowjetische Propaganda]] versuchte stattdessen, jüdisches Leben zu ignorieren oder höchstens neutral darzustellen. Als eigene Ansiedlungsgebiet für Juden wurde bereits in den 1930er Jahren die [[Jüdische Nationale Oblast]] geschaffen. Nach dem Zerfall der [[Sowjetunion]] verbreitete die radikalnationalistische Organisation [[Pamjat]] in den 1990er Jahren Text und Ideen der ''Protokolle der Weisen von Zion''.<ref>William Korey, ''Russian Antisemitism, Pamyat, and the Demonology of Zionism''. Routledge, New York 1995, S. 13 f.</ref> Allerdings hatte bereits [[Michail Gorbatschow]] in den 1980er Jahren für eine Wende gesorgt, und [[Wladimir Wladimirowitsch Putin|Putin]] bemüht sich um ein gutes Verhältnis zu [[Israel]].<ref>https://www.nzz.ch/meinung/das-blaue-wunder-wie-russland-lernte-juden-zu-lieben-ld.1543793</ref> 2012 wurde ein [[Jüdisches Museum und Toleranzcenter in Moskau]] errichtet. | Der '''Antisemitismus in Russland''' ist ein von westlichen Historikern stark vernachlässigtes Thema. Ein Höhepunkt des [[Antisemitismus]] in [[Russland]] findet sich Anfang des 20. Jahrhunderts und wurde hauptsächlich durch die Veröffentlichung eines Buches von 1905 im [[Russisches Kaiserreich|Russischen Kaiserreich]] bekannt. Es handelt sich um das Werk des religiösen Schriftstellers [[Sergei Alexandrowitsch Nilus|Sergei Nilus]] (1862–1929), das unter dem Titel ''Das Große im Kleinen, oder die Ankunft des Antichrist und die herannahende Herrschaft des Teufels auf der Erde'' erschien. Nach dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] wurden Auszüge daraus als „[[Protokolle der Weisen von Zion]]“ international verbreitet und legten auch den Keim für den späteren [[Holocaust]] am [[Judentum|jüdischen Volk]]. Allerdings haben die Ereignisse der [[Oktoberrevolution]] von 1917 die weitere Entwicklung in den Hintergrund treten lassen. Die [[sowjetische Propaganda]] versuchte stattdessen, jüdisches Leben zu ignorieren oder höchstens neutral darzustellen. Als eigene Ansiedlungsgebiet für Juden wurde bereits in den 1930er Jahren die [[Jüdische Nationale Oblast]] geschaffen. Nach dem Zerfall der [[Sowjetunion]] verbreitete die radikalnationalistische Organisation [[Pamjat]] in den 1990er Jahren Text und Ideen der ''Protokolle der Weisen von Zion''.<ref>William Korey, ''Russian Antisemitism, Pamyat, and the Demonology of Zionism''. Routledge, New York 1995, S. 13 f.</ref> Allerdings hatte bereits [[Michail Gorbatschow]] in den 1980er Jahren für eine Wende gesorgt, und [[Wladimir Wladimirowitsch Putin|Putin]] bemüht sich um ein gutes Verhältnis zu [[Israel]].<ref>https://www.nzz.ch/meinung/das-blaue-wunder-wie-russland-lernte-juden-zu-lieben-ld.1543793</ref> 2012 wurde ein ''[[Jüdisches Museum und Toleranzcenter in Moskau]]'' errichtet. | ||
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Version vom 10. April 2022, 14:41 Uhr
Der Antisemitismus in Russland ist ein von westlichen Historikern stark vernachlässigtes Thema. Ein Höhepunkt des Antisemitismus in Russland findet sich Anfang des 20. Jahrhunderts und wurde hauptsächlich durch die Veröffentlichung eines Buches von 1905 im Russischen Kaiserreich bekannt. Es handelt sich um das Werk des religiösen Schriftstellers Sergei Nilus (1862–1929), das unter dem Titel Das Große im Kleinen, oder die Ankunft des Antichrist und die herannahende Herrschaft des Teufels auf der Erde erschien. Nach dem Ersten Weltkrieg wurden Auszüge daraus als „Protokolle der Weisen von Zion“ international verbreitet und legten auch den Keim für den späteren Holocaust am jüdischen Volk. Allerdings haben die Ereignisse der Oktoberrevolution von 1917 die weitere Entwicklung in den Hintergrund treten lassen. Die sowjetische Propaganda versuchte stattdessen, jüdisches Leben zu ignorieren oder höchstens neutral darzustellen. Als eigene Ansiedlungsgebiet für Juden wurde bereits in den 1930er Jahren die Jüdische Nationale Oblast geschaffen. Nach dem Zerfall der Sowjetunion verbreitete die radikalnationalistische Organisation Pamjat in den 1990er Jahren Text und Ideen der Protokolle der Weisen von Zion.[1] Allerdings hatte bereits Michail Gorbatschow in den 1980er Jahren für eine Wende gesorgt, und Putin bemüht sich um ein gutes Verhältnis zu Israel.[2] 2012 wurde ein Jüdisches Museum und Toleranzcenter in Moskau errichtet.
Weblinks
- Antisemitismus in Russland latent stark, Bericht von 2011
- Antisemitismus in der UdSSR bis 1953 - Seminararbeit 2003 auf grin
Andere Lexika
Wikipedia kennt dieses Lemma (Antisemitismus in Russland) vermutlich nicht.
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Einzelnachweise
- ↑ William Korey, Russian Antisemitism, Pamyat, and the Demonology of Zionism. Routledge, New York 1995, S. 13 f.
- ↑ https://www.nzz.ch/meinung/das-blaue-wunder-wie-russland-lernte-juden-zu-lieben-ld.1543793