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Mongolenfleck: Unterschied zwischen den Versionen
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Der '''Mongolenfleck''' (auch ''kongenitale dermale Melanozytose'', ''Asiatenfleck'', ''Sakralfleck'', ''Steißfleck'', ''Hunnenfleck'') bezeichnet ein oder mehrere unregelmäßige bläuliche [[Muttermal]]e meist am Rücken, Gesäß oder [[Kreuzbein]] eines Kindes. | Der '''Mongolenfleck''' (auch ''kongenitale dermale Melanozytose'', ''Asiatenfleck'', ''Sakralfleck'', ''Steißfleck'', ''Hunnenfleck'') bezeichnet ein oder mehrere unregelmäßige bläuliche [[Muttermal]]e meist am Rücken, Gesäß oder [[Kreuzbein]] eines Kindes. | ||
Entdeckt und so benannt wurde das Merkmal von dem deutschen Anthropologen [[Erwin Bälz]] Ende des 19. Jahrhunderts<ref>Baelz, E. Die körperlichen Eigenschaften der Japaner. (1885) Mittheil.d.deutschen Gesell. f. Natur- und Völkerkunde Ostasiens. Bd. 4, H. 32</ref> 99 % der Kinder von Chinesen, Japanern, Koreanern, Vietnamesen, Mongolen, Turkvölkern, Indochinesen, Indianern und Inuit haben bei der Geburt einen Mongolenfleck. Das Mal findet sich jedoch fast ebenso häufig bei Menschen aus Vorderasien. Die Häufigkeit reicht in Asien von 95 bis 100 %, in Ostafrika von 90 bis 95 %<ref>http://www.tokyo-med.ac.jp/genet/msp/about.htm</ref>. Seltener kommt er auch bei Europäern aus dem ostmediterranen Raum vor.<ref name="Petres u. Rompel">Johannes Petres, Rainer Rompel: ''Operative Dermatologie: Lehrbuch und Atlas.'' 2. Auflage, Springer-Verlag, Heidelberg 2007, ISBN 978-3-540-34086-7, S. 275.</ref> | Entdeckt und so benannt wurde das Merkmal von dem deutschen Anthropologen [[Erwin Bälz]] Ende des 19. Jahrhunderts.<ref>Baelz, E. Die körperlichen Eigenschaften der Japaner. (1885) Mittheil.d.deutschen Gesell. f. Natur- und Völkerkunde Ostasiens. Bd. 4, H. 32</ref> 99 % der Kinder von Chinesen, Japanern, Koreanern, Vietnamesen, Mongolen, Turkvölkern, Indochinesen, Indianern und Inuit haben bei der Geburt einen Mongolenfleck. Das Mal findet sich jedoch fast ebenso häufig bei Menschen aus Vorderasien. Die Häufigkeit reicht in Asien von 95 bis 100 %, in Ostafrika von 90 bis 95 %<ref>http://www.tokyo-med.ac.jp/genet/msp/about.htm</ref>. Seltener kommt er auch bei Europäern aus dem ostmediterranen Raum vor.<ref name="Petres u. Rompel">Johannes Petres, Rainer Rompel: ''Operative Dermatologie: Lehrbuch und Atlas.'' 2. Auflage, Springer-Verlag, Heidelberg 2007, ISBN 978-3-540-34086-7, S. 275.</ref> Von französischen Forschern wurde es im 20. Jahrhundert als Indiz für die Ausbreitung der [[Hunnen]] bzw. der [[Mongolen]] gesehen - daher auch die Bezeichnung. In verschiedenen [[Rassentheorie]]n wird der Fleck in Verbindung mit einer „gelben“ bzw. „asiatischen Rasse“ betrachtet. Der Mongolenfleck kommt auch in [[Amerika]] vor. Nach Ansicht des französischen Anthropologen [[Robert Gessain]] soll der Fleck ursprünglich bei den [[Inuit]] aufgetreten sein.<ref>Gessain, Robert (1953). „La tache pigmentaire congénitale chez les Eskimo d'Angmassalik“. Journal de la Société des Américanistes 42: 301–332.</ref> | ||
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Version vom 29. November 2021, 00:39 Uhr
| Klassifikation nach ICD-10 | ||
|---|---|---|
| D22.5 | Melanozytennävus des Rumpfes | |
| (ICD-10-GM Version 2020) | ||
Der Mongolenfleck (auch kongenitale dermale Melanozytose, Asiatenfleck, Sakralfleck, Steißfleck, Hunnenfleck) bezeichnet ein oder mehrere unregelmäßige bläuliche Muttermale meist am Rücken, Gesäß oder Kreuzbein eines Kindes.
Entdeckt und so benannt wurde das Merkmal von dem deutschen Anthropologen Erwin Bälz Ende des 19. Jahrhunderts.[1] 99 % der Kinder von Chinesen, Japanern, Koreanern, Vietnamesen, Mongolen, Turkvölkern, Indochinesen, Indianern und Inuit haben bei der Geburt einen Mongolenfleck. Das Mal findet sich jedoch fast ebenso häufig bei Menschen aus Vorderasien. Die Häufigkeit reicht in Asien von 95 bis 100 %, in Ostafrika von 90 bis 95 %[2]. Seltener kommt er auch bei Europäern aus dem ostmediterranen Raum vor.[3] Von französischen Forschern wurde es im 20. Jahrhundert als Indiz für die Ausbreitung der Hunnen bzw. der Mongolen gesehen - daher auch die Bezeichnung. In verschiedenen Rassentheorien wird der Fleck in Verbindung mit einer „gelben“ bzw. „asiatischen Rasse“ betrachtet. Der Mongolenfleck kommt auch in Amerika vor. Nach Ansicht des französischen Anthropologen Robert Gessain soll der Fleck ursprünglich bei den Inuit aufgetreten sein.[4]
Die Sichtbarkeit des Mongolenflecks hängt stark von der allgemeinen Hautfarbe ab. Er wird manchmal irrtümlich als Hauterkrankung nach ICD-10 angesehen.
Andere Lexika
- ↑ Baelz, E. Die körperlichen Eigenschaften der Japaner. (1885) Mittheil.d.deutschen Gesell. f. Natur- und Völkerkunde Ostasiens. Bd. 4, H. 32
- ↑ http://www.tokyo-med.ac.jp/genet/msp/about.htm
- ↑ Johannes Petres, Rainer Rompel: Operative Dermatologie: Lehrbuch und Atlas. 2. Auflage, Springer-Verlag, Heidelberg 2007, ISBN 978-3-540-34086-7, S. 275.
- ↑ Gessain, Robert (1953). „La tache pigmentaire congénitale chez les Eskimo d'Angmassalik“. Journal de la Société des Américanistes 42: 301–332.