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Ramiya: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Ramiya''' ist ein arabisches Dorf innerhalb der jüdischen Stadt Karmiel im Norden Israels. Das Dorf wird seit osmanischen Zeiten kontinuierlich von muslimischen Palästinensern bewohnt. Einst umfasste es knapp 600 Dunam, was circa 60 Hektar Ackerland entspricht. 1976 beschlagnahmte die israelische Regierung wie in vielen anderen arabischen Dörfern in Galiläa den Großteil des muslimischen Grundbesitzes in Ramiya. Am 30. März des selben Jahres protestierten tausende palästinensischstämmige Bürger Israels gegen diese umfassenden Enteignungen. Die Demonstrationen wurden von der israelischen Polizei brutal niedergeschlagen, wobei sechs palästinensische Demonstranten getötet wurden. Seitdem wird an diesem "Tag des Bodens" jedes Jahr mit Protesten der unrechtmäßigen Enteignungen gedacht. Auf dem beschlagnahmten Land von Ramiya und anderer arabischer Dörfer wurde entsprechend dem offiziellen Ziel der rassistischen Judaiisierung von Nordisrael die Stadt Karmiel errichtet. Heute stehen hier vor allem Luxuswohnungen wohlhabender jüdischer Israelis. Ständig wird der Boden aufgerissen um weitere Gebäude zu errichten. Heute leben in Ramiya um noch um die 50 palästinensische Familien. Der aus Ramiya stammende Bauer Abu Saleh gab in einem Interview zu bedenken: "Die Israelis vergessen, dass nicht wir nach Karmiel gekommen sind. Karmiel ist zu uns gekommen." Jahrelang hat die Stadtverwaltung von Karmiel die palästinensischen Bewohner von Ramiya meist erfolglos unter Druck gesetzt, auch den letzten Rest ihres Grundbesitzes aufzugeben und an den Stadtrand zu ziehen. Abu Saleh sagt dazu: ''"Dann haben sie uns Geld angeboten, damit wir alles aufgeben. Ich habe ihnen gesagt: Ich brauche euer Geld nicht. Ich habe alles, was ich brauche, genau hier - verlassen Sie einfach mein Land, um Gottes Willen."'' Die Stadtverwaltung besteht darauf, dass die Familien von Ramiya den 1995 beschlossenen und ihnen vorgelegten Umsiedlungsplan akzeptieren. Doch der Vorschlag ist nicht wirklich fair: Das als Entschädigung angebotene Land entspricht nur einem Bruchteil dessen was die Familien momentan besitzen, und berücksichtigt nicht die landwirtschaftliche Lebensweise der Familien. Zudem sind die Dorfbewohner skeptisch, ob sie an den neuen Wohnorten auch mit Wasser, Strom und anderen grundlegenden Dinesleistungen versorgt werden, die sie sich in Ramiya bereits seit Jahren wegen Behinderungen durch die Israelis privat und illegal beschaffen müssen. Die Bewohner Ramiyas sind schließlich vor den obersten Gerichtshof Israels gezogen, damit sie auf ihrem Land wohnen bleiben dürfen. Aber vor israelischen Gerichten gibt es für Nichtjuden keine Gerechtigkeit: Im November 2015 entschied das Gericht, dass die Familien entweder auf das alte Angebot der Stadtverwaltung eingehen müssen, oder das Land zwangsgeräumt wird. Seitdem häufen sich die Proteste: Arabische Journalisten, Aktivisten und namhafte Persönlichkeiten haben das Dorf besucht. Der Sohn von Abu Saleh sagt: ''"Meiner Meinung nach ist es im Moment wichtiger, nach Ramiya zu pilgern als nach Mekka. Unser Leben hier wird konkret bedroht. Saudi-Arabien hingegen stellt selbst eine Gefahr für andere dar."'' Die heute blühende jüdische Stadt Karmiel wurde also im Endeffekt auf Unrecht, Vertreibung, Rassismus und Apartheid errichtet.
[[Datei:Ramiya und Karmiel.PNG|thumb|Ramiya im Vordergrund und das moderne Karmiel im Hintergrund]] '''Ramiya''' ist ein arabisches Dorf innerhalb der jüdischen Stadt Karmiel im Norden Israels. Das Dorf wird seit osmanischen Zeiten kontinuierlich von muslimischen Palästinensern bewohnt. Einst umfasste es knapp 600 Dunam, was circa 60 Hektar Ackerland entspricht. 1976 beschlagnahmte die israelische Regierung wie in vielen anderen arabischen Dörfern in Galiläa den Großteil des muslimischen Grundbesitzes in Ramiya. Am 30. März des selben Jahres protestierten tausende palästinensischstämmige Bürger Israels gegen diese umfassenden Enteignungen. Die Demonstrationen wurden von der israelischen Polizei brutal niedergeschlagen, wobei sechs palästinensische Demonstranten getötet wurden. Seitdem wird an diesem "Tag des Bodens" jedes Jahr mit Protesten der unrechtmäßigen Enteignungen gedacht. Auf dem beschlagnahmten Land von Ramiya und anderer arabischer Dörfer wurde entsprechend dem offiziellen Ziel der rassistischen Judaiisierung von Nordisrael die Stadt Karmiel errichtet. Heute stehen hier vor allem Luxuswohnungen wohlhabender jüdischer Israelis. Ständig wird der Boden aufgerissen um weitere Gebäude zu errichten. Heute leben in Ramiya um noch um die 50 palästinensische Familien. Der aus Ramiya stammende Bauer Abu Saleh gab in einem Interview zu bedenken: "Die Israelis vergessen, dass nicht wir nach Karmiel gekommen sind. Karmiel ist zu uns gekommen." Jahrelang hat die Stadtverwaltung von Karmiel die palästinensischen Bewohner von Ramiya meist erfolglos unter Druck gesetzt, auch den letzten Rest ihres Grundbesitzes aufzugeben und an den Stadtrand zu ziehen. Abu Saleh sagt dazu: ''"Dann haben sie uns Geld angeboten, damit wir alles aufgeben. Ich habe ihnen gesagt: Ich brauche euer Geld nicht. Ich habe alles, was ich brauche, genau hier - verlassen Sie einfach mein Land, um Gottes Willen."'' Die Stadtverwaltung besteht darauf, dass die Familien von Ramiya den 1995 beschlossenen und ihnen vorgelegten Umsiedlungsplan akzeptieren. Doch der Vorschlag ist nicht wirklich fair: Das als Entschädigung angebotene Land entspricht nur einem Bruchteil dessen was die Familien momentan besitzen, und berücksichtigt nicht die landwirtschaftliche Lebensweise der Familien. Zudem sind die Dorfbewohner skeptisch, ob sie an den neuen Wohnorten auch mit Wasser, Strom und anderen grundlegenden Dinesleistungen versorgt werden, die sie sich in Ramiya bereits seit Jahren wegen Behinderungen durch die Israelis privat und illegal beschaffen müssen. Die Bewohner Ramiyas sind schließlich vor den obersten Gerichtshof Israels gezogen, damit sie auf ihrem Land wohnen bleiben dürfen. Aber vor israelischen Gerichten gibt es für Nichtjuden keine Gerechtigkeit: Im November 2015 entschied das Gericht, dass die Familien entweder auf das alte Angebot der Stadtverwaltung eingehen müssen, oder das Land zwangsgeräumt wird. Seitdem häufen sich die Proteste: Arabische Journalisten, Aktivisten und namhafte Persönlichkeiten haben das Dorf besucht. Der Sohn von Abu Saleh sagt: ''"Meiner Meinung nach ist es im Moment wichtiger, nach Ramiya zu pilgern als nach Mekka. Unser Leben hier wird konkret bedroht. Saudi-Arabien hingegen stellt selbst eine Gefahr für andere dar."'' Die heute blühende jüdische Stadt Karmiel wurde also im Endeffekt auf Unrecht, Vertreibung, Rassismus und Apartheid errichtet.

Aktuelle Version vom 20. Oktober 2017, 12:27 Uhr

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Ramiya im Vordergrund und das moderne Karmiel im Hintergrund

Ramiya ist ein arabisches Dorf innerhalb der jüdischen Stadt Karmiel im Norden Israels. Das Dorf wird seit osmanischen Zeiten kontinuierlich von muslimischen Palästinensern bewohnt. Einst umfasste es knapp 600 Dunam, was circa 60 Hektar Ackerland entspricht. 1976 beschlagnahmte die israelische Regierung wie in vielen anderen arabischen Dörfern in Galiläa den Großteil des muslimischen Grundbesitzes in Ramiya. Am 30. März des selben Jahres protestierten tausende palästinensischstämmige Bürger Israels gegen diese umfassenden Enteignungen. Die Demonstrationen wurden von der israelischen Polizei brutal niedergeschlagen, wobei sechs palästinensische Demonstranten getötet wurden. Seitdem wird an diesem "Tag des Bodens" jedes Jahr mit Protesten der unrechtmäßigen Enteignungen gedacht. Auf dem beschlagnahmten Land von Ramiya und anderer arabischer Dörfer wurde entsprechend dem offiziellen Ziel der rassistischen Judaiisierung von Nordisrael die Stadt Karmiel errichtet. Heute stehen hier vor allem Luxuswohnungen wohlhabender jüdischer Israelis. Ständig wird der Boden aufgerissen um weitere Gebäude zu errichten. Heute leben in Ramiya um noch um die 50 palästinensische Familien. Der aus Ramiya stammende Bauer Abu Saleh gab in einem Interview zu bedenken: "Die Israelis vergessen, dass nicht wir nach Karmiel gekommen sind. Karmiel ist zu uns gekommen." Jahrelang hat die Stadtverwaltung von Karmiel die palästinensischen Bewohner von Ramiya meist erfolglos unter Druck gesetzt, auch den letzten Rest ihres Grundbesitzes aufzugeben und an den Stadtrand zu ziehen. Abu Saleh sagt dazu: "Dann haben sie uns Geld angeboten, damit wir alles aufgeben. Ich habe ihnen gesagt: Ich brauche euer Geld nicht. Ich habe alles, was ich brauche, genau hier - verlassen Sie einfach mein Land, um Gottes Willen." Die Stadtverwaltung besteht darauf, dass die Familien von Ramiya den 1995 beschlossenen und ihnen vorgelegten Umsiedlungsplan akzeptieren. Doch der Vorschlag ist nicht wirklich fair: Das als Entschädigung angebotene Land entspricht nur einem Bruchteil dessen was die Familien momentan besitzen, und berücksichtigt nicht die landwirtschaftliche Lebensweise der Familien. Zudem sind die Dorfbewohner skeptisch, ob sie an den neuen Wohnorten auch mit Wasser, Strom und anderen grundlegenden Dinesleistungen versorgt werden, die sie sich in Ramiya bereits seit Jahren wegen Behinderungen durch die Israelis privat und illegal beschaffen müssen. Die Bewohner Ramiyas sind schließlich vor den obersten Gerichtshof Israels gezogen, damit sie auf ihrem Land wohnen bleiben dürfen. Aber vor israelischen Gerichten gibt es für Nichtjuden keine Gerechtigkeit: Im November 2015 entschied das Gericht, dass die Familien entweder auf das alte Angebot der Stadtverwaltung eingehen müssen, oder das Land zwangsgeräumt wird. Seitdem häufen sich die Proteste: Arabische Journalisten, Aktivisten und namhafte Persönlichkeiten haben das Dorf besucht. Der Sohn von Abu Saleh sagt: "Meiner Meinung nach ist es im Moment wichtiger, nach Ramiya zu pilgern als nach Mekka. Unser Leben hier wird konkret bedroht. Saudi-Arabien hingegen stellt selbst eine Gefahr für andere dar." Die heute blühende jüdische Stadt Karmiel wurde also im Endeffekt auf Unrecht, Vertreibung, Rassismus und Apartheid errichtet.