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Gemeine Wegwarte: Unterschied zwischen den Versionen

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Die '''Gemeine Wegwarte''' (''Cichorium intybus'') ist eine Pflanze aus der Familie der [[Korbblütler]] (''Asteraceae''). Die Wegwarte wurde ab 1770 in Deutschland als Nutzpflanze angebaut. Ihre gereinigte rübenförmige Wurzel wurde in Stücke geschnitten und wie Kaffeebohnen geröstet. Die gerösteten Wurzeln kamen gemahlen als Zichorie in den Handel und wurden dem Kaffee beigemischt oder dienten mitunter als vollständiger Kaffee-Ersatz ("Blümchenkaffee").


Zichorie, (Cichorie, wilde Zichorie, gemeine Wegwarte, Feld-Zichorie, Sonnenwirbel, Wegwart, Hindei, Hindläufte, Hindlüfte, Hindsläufer, Schweinebrunst; Sonnenbrand, -kraut, -wedel, -wende; Wartekraut, Wasserwart; Wegweiß, -läufer, -leuchte, -lug, -lungen, -wurz; Wendel), Cichorium Intybus L. (engl. Intybus Chicory, wild Ch. und Succory, frz. chicorée amére, commune, sauvage, holl. cichorei). Die Z. ist eine ausdauernde Pflanze aus der Gattung C. Tourn, hat eine dünne holzige Wurzel, welche durch die Kultur bis 70 cm lang, 5 cm dick und fleischig wird, die Stengel sind steifhaarig, aufrecht, rutenförmig, ästig, die untern Blättern fiederspaltig, die obern lanzettlich, die, erst im zweiten Jahre (Juli bis August) sich entwickelnden, Blütenköpfe traubig, die Blumenkronen blau, selten rot oder weiß. Die Z. wächst wild in ganz Europa an Rainen, Triften, Wegerändern etc.; sie wird angebaut als Futter- und, wegen der Wurzeln, als Handelspflanze. In England ist sie auch Weidepflanze für Masthammel, in Griechenland ißt man die Blätter als Gemüse oder als Salat. Das Futter ist diätetisch wirksam, besonders gegen Hautkrankheiten, darf aber an Kühe nur in kleinen Gaben gegeben werden, da es der Milch und der Butter einen bittern Geschmack gibt. Man rechnet in Deutschland meistens einen Schnitt, gewinnt aber auch bis drei Schnitte im Jahre und zusammen 400-600 Ztr. Grünfutter, drei bis vier Jahre lang. Die Hauptverwendung ist die der Wurzel zu dem bekannten Kaffeesurrogat. - Der Anbau in Deutschland wird am ausgedehntesten um Magdeburg betrieben, dann in Braunschweig, Heringen, Hannover, am Rhein, in Baden, in Württemberg, in Schlesien; um Parchim in Mecklenburg und bei Frankfurt a/M.; in andern Orten baut man nur in geringem Maße. Der Anbau findet auf Lehm- und leichtem, aber kalkhaltigem Thon- und Thonmergelboden statt, nach tiefer, sehr guter Bodenbearbeitung und reicher Düngung oder in guter Dungkraft mit Nachhilfe von Kalk, Kalisalz, Guano u. dergl. Dünger. Die Saat geschieht mit 12 kg pro ha in Überfrucht breitwürfig, oder mit 6 kg in Reihen, 21 und 16 cm weit, im April und Mai, oder mit Vorsaat und Verpflanzung. Fleißiges Jäten, Behacken und Lockern wird fast bis zur Ernte der Wurzeln, Ende September und Oktober, angewendet. Die Z. gehört zu den sichersten Pflanzen, von welcher am wenigsten Feinde bekannt sind; sie verträgt selbst Spätfröste, aber nicht dauernde Nässe. Man erntet bei Samenzucht 3-4 kg Ztr. Samen und Futter, von Wurzeln 180-320 Ztr. nebst 20-40 Ztr. Blätter. Der Samen kostet: echte Braunschweiger, schlesischer halblanger und Riesen-Z., cylinderförmig, bis 280 Mk., Brüsseler Witloof 300 Mk., langer Magdeburger nur 200 Mk.; 40 Ztr. frische Wurzeln geben 10-14 Ztr. getrocknete, zum Preise von 14-36 Mk.; die getrockneten Wurzeln geben 75% geröstete Ware in zwei Sorten: „Pulver“, als beste, zu 36-40 Mk. und „Korn“ zum Preise von 30-36 Mk. für 1 kg Ztr. Von 100 kg getrockneten Wurzeln gibt es 75 kg geröstete Ware und von dieser 28 kg „Pulver“, 17½ kg feines, 17½ kg mittleres und 7 kg grobes „Korn“, zusammen 70 kg, also bis 5 kg Verlust. Der Anbau erfordert viel Arbeit und Kosten. Man berechnet diese bis zu 500 und 600 Mk., den Erlös aber zu 800, bis selbst an 1000 Mk. - Statistisches. Die Verwendung der Z. als Kaffeesurrogat ist hauptsächlich zur Zeit der Kontinentalsperre aufgekommen; früher war die Fabrikation Geheimnis der Holländer, jetzt findet sie in Deutschland und Frankreich in großen Fabriken statt. Das gesamte deutsche Erzeugnis war 1879 auf 9600 ha zusammen 1754281 m. Ztr. Wurzeln, 1880 zusammen auf 11078 ha 2393600 m. Ztr. frisch, 407500 Ztr. gedörrt (über die Hälfte in der Provinz Sachsen); die Mehrausfuhr war 154016 Ztr., der Verbrauch also 253489 Ztr., der Preis für frische Wurzeln 2,8-3,2 Mk. pro 100 kg. Man rechnet 150 Darren, davon 100 in der Provinz Sachsen, und für ganz Europa 451 Fabriken. In Holland rechnet man für zehnjährigen Durchschnitt als Mittelertrag 870000 Gulden, Minimum 321000, Maximum 1396000 Gulden, pro 1000 kg, frisch 10 Gulden, jetzt ungefähr 1600-1700 ha und 32-40 Mill. kg Ertrag. Österreich diesseits erbaut Z. auf etwa 3000 ha. Deutschlands Hauptausfuhr geht nach Rußland, Schweden und Dänemark; die Hauptfabriken sind in Halberstadt, Braunschweig und Magdeburg. Die Stadt Berlin verbraucht allein bis 250000 kg. Von andern Ländern fehlen genaue Angaben. In Frankreich ist der Verbrauch 7 Mill. kg. Das Handelsfabrikat wird in großartiger Weise, trotz des geringen Wertes, gefälscht. Das, was als Z. zum Gebrauch verkauft wird, ist
== Beschreibung ==
Die 30 bis 100 cm hoch werdende Pflanze hat einen stark verästelten Stängel und trägt unten fiederteilige, oben lanzettliche Blätter, die den Stängel halb umfassen.  


< http://www.retrobibliothek.de/retrobib/seite.html?id=45984>
Die Blüten stehen einzeln in den oberen Blattwinkeln. Die Blütenhüllblätter bilden zwei Kreise. Der äußere enthält 5 Blätter, die vom Blütenkopf abstehen. Die 8 Blätter des inneren sind aufrecht und am Grunde verwachsen. Alle hellblauen Kronblätter sind zungenförmig. Die Blütezeit reicht von Juli bis August.
 
Auf dem kantigen Fruchtknoten steht ein aus winzigen Blättchen gebildeter Kelch.<ref>F. Höck, Lehrbuch der Pflanzenkunde (1908),82</ref>
 
=== Historische Beschreibung aus Merck's Waren-Lexikon von 1884 ===
Zichorie, (Cichorie<ref>Rash FJ: «French and Italian lexical influences in German-speaking Switzerland (1550-1650)» W.de Gruyter 1989</ref>, wilde Zichorie, gemeine Wegwarte, Feld-Zichorie, Sonnenwirbel, [[Wegwart]], Hindei, Hindläufte, Hindlüfte, Hindsläufer, Schweinebrunst; Sonnenbrand, -kraut, -wedel, -wende; Wartekraut, Wasserwart; Wegweiß, -läufer, -leuchte, -lug, -lungen, -wurz; Wendel), Cichorium intybus [[Carl von Linné|L.]] . Die Zichorie ist eine ausdauernde Pflanze aus der Gattung ''Cichorium'' [[Joseph Pitton de Tournefort|Tourn.]], hat eine dünne holzige Wurzel, welche durch die Kultur bis 70 cm lang, 5 cm dick und fleischig wird, die Stengel sind steifhaarig, aufrecht, rutenförmig, ästig, die untern Blättern fiederspaltig, die obern lanzettlich, die, erst im zweiten Jahre (Juli bis August) sich entwickelnden, Blütenköpfe traubig, die Blumenkronen blau, selten rot oder weiß. Die Zichorie wächst wild in ganz Europa an Rainen, Triften, Wegerändern usw.; sie wird angebaut als Futter- und, wegen der Wurzeln, als Handelspflanze. In England ist sie auch Weidepflanze für Masthammel, in Griechenland ißt man die Blätter als Gemüse oder als Salat. Das Futter ist diätetisch wirksam, besonders gegen Hautkrankheiten, darf aber an Kühe nur in kleinen Gaben gegeben werden, da es der Milch und der Butter einen bittern Geschmack gibt. Man rechnet in Deutschland meistens einen Schnitt, gewinnt aber auch bis drei Schnitte im Jahre und zusammen 400-600 Ztr.<ref>[http://www.retrobibliothek.de/retrobib/seite.html?id=45984 Merck's Waren Lexikon]</ref>
 
== Vorkommen ==
An Wegen, in Ackerbrachen, Weiden oder [[Ruderalfläche]]n (als Pionierpflanze). In den gemäßigteren Breiten der Nordhalbkugel weit verbreitet und häufig. Die Wegwarte ist ziemlich hitzebeständig.
 
== Andere Namen ==
*''Cichorium intybus'' var ''foliosum'' [[Hegi]]
*[[Datei:England.png|Englisch:]] Intybus Chicory, wild Chicory und Succory, coffee chicory<ref>Walter Erhardt, Erich Götz, Allen J. Coombes und Nils Bödeker «Dictionary of plant names». The Timber Press 2009. ISBN 978-1-60469-115-3</ref>
*[[Datei:France.png|Französisch:]] chicorée amére, commune, sauvage,
*[[Datei:Flag of the Netherlands.png|25px|Niederlande:]] Wilde cichorei, cichorei <ref>
{{Wiktionary|Zichorie}} </ref>
*[[Datei:Spain.png|Spanisch:]] achicoria común
*[[Datei:Chile.png|Chile.png]] achicoria
{{Vorlage:Hinweis Taxonomie}}
 
== Einzelnachweise ==
<references/>
 
[[Kategorie:Cichorioideen]]
[[Kategorie:Heilpflanze]]
[[Kategorie:Heilpflanze des Jahres|Wegwarte]]

Aktuelle Version vom 2. August 2023, 17:08 Uhr

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Gemeine Wegwarte (Cichorium intybus).
Foto:R C Peña
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Foto:Anthoney

Die Gemeine Wegwarte (Cichorium intybus) ist eine Pflanze aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Die Wegwarte wurde ab 1770 in Deutschland als Nutzpflanze angebaut. Ihre gereinigte rübenförmige Wurzel wurde in Stücke geschnitten und wie Kaffeebohnen geröstet. Die gerösteten Wurzeln kamen gemahlen als Zichorie in den Handel und wurden dem Kaffee beigemischt oder dienten mitunter als vollständiger Kaffee-Ersatz ("Blümchenkaffee").

Beschreibung

Die 30 bis 100 cm hoch werdende Pflanze hat einen stark verästelten Stängel und trägt unten fiederteilige, oben lanzettliche Blätter, die den Stängel halb umfassen.

Die Blüten stehen einzeln in den oberen Blattwinkeln. Die Blütenhüllblätter bilden zwei Kreise. Der äußere enthält 5 Blätter, die vom Blütenkopf abstehen. Die 8 Blätter des inneren sind aufrecht und am Grunde verwachsen. Alle hellblauen Kronblätter sind zungenförmig. Die Blütezeit reicht von Juli bis August.

Auf dem kantigen Fruchtknoten steht ein aus winzigen Blättchen gebildeter Kelch.[1]

Historische Beschreibung aus Merck's Waren-Lexikon von 1884

Zichorie, (Cichorie[2], wilde Zichorie, gemeine Wegwarte, Feld-Zichorie, Sonnenwirbel, Wegwart, Hindei, Hindläufte, Hindlüfte, Hindsläufer, Schweinebrunst; Sonnenbrand, -kraut, -wedel, -wende; Wartekraut, Wasserwart; Wegweiß, -läufer, -leuchte, -lug, -lungen, -wurz; Wendel), Cichorium intybus L. . Die Zichorie ist eine ausdauernde Pflanze aus der Gattung Cichorium Tourn., hat eine dünne holzige Wurzel, welche durch die Kultur bis 70 cm lang, 5 cm dick und fleischig wird, die Stengel sind steifhaarig, aufrecht, rutenförmig, ästig, die untern Blättern fiederspaltig, die obern lanzettlich, die, erst im zweiten Jahre (Juli bis August) sich entwickelnden, Blütenköpfe traubig, die Blumenkronen blau, selten rot oder weiß. Die Zichorie wächst wild in ganz Europa an Rainen, Triften, Wegerändern usw.; sie wird angebaut als Futter- und, wegen der Wurzeln, als Handelspflanze. In England ist sie auch Weidepflanze für Masthammel, in Griechenland ißt man die Blätter als Gemüse oder als Salat. Das Futter ist diätetisch wirksam, besonders gegen Hautkrankheiten, darf aber an Kühe nur in kleinen Gaben gegeben werden, da es der Milch und der Butter einen bittern Geschmack gibt. Man rechnet in Deutschland meistens einen Schnitt, gewinnt aber auch bis drei Schnitte im Jahre und zusammen 400-600 Ztr.[3]

Vorkommen

An Wegen, in Ackerbrachen, Weiden oder Ruderalflächen (als Pionierpflanze). In den gemäßigteren Breiten der Nordhalbkugel weit verbreitet und häufig. Die Wegwarte ist ziemlich hitzebeständig.

Andere Namen

Die Pluspedia verwendet für die Kategorisierung von Lebewesen-Artikeln die wissenschaftliche Taxonomie-Datenbank des Global Biodiversity Information Facility Netzwerks (GBIF). Der aktuelle Stand ist der englischen Version zu entnehmen. Dies kann von der klassischen Systematik (Biologie) abweichen.

Einzelnachweise

  1. F. Höck, Lehrbuch der Pflanzenkunde (1908),82
  2. Rash FJ: «French and Italian lexical influences in German-speaking Switzerland (1550-1650)» W.de Gruyter 1989
  3. Merck's Waren Lexikon
  4. Walter Erhardt, Erich Götz, Allen J. Coombes und Nils Bödeker «Dictionary of plant names». The Timber Press 2009. ISBN 978-1-60469-115-3
  5. Fehler beim Erstellen des Vorschaubildes: Datei fehlt Wiktionary: Zichorie – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen